Los geht unsere kulinarische Kuchentour vor einigen Wochen. Mein Pixel 2 XL mit Oreo begann, merkwürdige Marotten zu entwickeln. Apps starteten manchmal nicht, Google Maps blieb unversehens hängen und rührte sich nicht mehr. Ein sicheres Zeichen, mal wieder die Reset-Option zu nutzen. Ich hab’s mir verkniffen.

Stattdessen habe ich einfach auf die finale Android-9-Version gewartet und sie natürlich sofort installiert. Das Resultat ist erstaunlich. Apps starten merklich schneller, Abstürze habe ich nicht wieder erlebt. Android Pie hat die gefühlte Performance meines Pixel 2 XL jedenfalls spürbar gesteigert.

Das liegt auch an manchem Detail. Zum Beispiel hat Google die Animation beim App-Start verändert. App-Icons fliegen jetzt von ihrem Platz auf dem Display in Richtung Mitte und poppen dabei die App auf die maximale Größe auf. Es sind solche kleinen Änderungen, die einen echten Unterschied machen.

Gestensteuerung: Der Kirschkern im Kuchen

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Nach knapp zwei Tagen mit Android Pie habe ich mich an die Gestensteuerung gewöhnt. Perfekt ist sie bestimmt nicht. Aber ich ertappe mich dabei, ständig durch die ganzen offenen Apps zu swipen. Ganz zielgerichtet kann ich aber noch nicht in eine andere App wechseln. Da muss ich noch weiter üben. Ich werde die Gestensteuerung trotzdem weiter verwenden.

Bitter ist dabei allerdings, dass die Gestensteuerung mit alternativen Launchern noch nicht so recht will. Zuletzt hatte ich stets den Evie-Launcher verwendet, der aber kommt nicht mit den Wischgesten klar und zeigt den App-Drawer nicht an, wenn ich in der Multi-Tasking-Ansicht nach oben wische.

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Die Gestensteuerung ist noch nicht perfekt, aber besser als die herkömmliche Navigation. / © NextPit / Stella Dauer Bildquelle: NextPit por Stella Dauer

Eigentlich wollte ich mich gar nicht mit Digital Wellbeing beschäftigen, am Ende habe ich die App dann doch installiert. Naja, der große Knaller ist das nicht. Es ist schon interessant zu sehen, welche Apps ich häufig verwende. Für mich hat das aber keinen echten Mehrwert. Sperren werde ich mir wohl nicht einrichten und Benachrichtigungen über Mails und Eilmeldungen werde ich auch nicht einschränken. Vielleicht brauche ich aber auch noch etwas mehr Zeit, um den Sinn davon tatsächlich zu erfassen.

Besserer Akku: Jedes Update verspricht, Pie liefert

Überhaupt mehr Zeit: Wir wissen, dass Akku und Nutzungszeit beim Smartphone eng aneinander gekoppelt sind. Kann das Pie-Update mehr Laufzeit herausholen, wie es Google versprochen hat? Ja, das ist tatsächlich kein leeres Versprechen. Gleich am ersten Tag hatte ich bestimmt zehn Prozentpunkte mehr im Akku, als ich das Büro verlassen hatte. Auch am zweiten Tag wirkt es so, als hätte das Pixel 2 XL einen längeren Atem.

Obwohl schon fast jedes Feature von Android Pie dank der Preview-Versionen bekannt ist, sehen wir erst mit der finalen Version die wahren Qualitäten von Pie: Akkulaufzeit und Performance lassen sich bei Vorschauversionen nicht seriös bemessen. Jetzt ist klar: Hier hat Google geliefert.

Wow, was ist bei Android 9 Pie alles passiert! Kaum eine Android-Version der vergangenen Jahre hat so fühlbare Verbesserungen gebracht. Mit Android Pie ist Google ein Meisterstück gelungen.

Epilog

Daran muss ich ein deutliches “ABER” setzen. Denn es ist völlig unklar, was davon bei den Usern ankommen wird. Denn mit den Pixel-Smartphones, Android One und AOSP-Android hat Google drei unterschiedliche Ausführungen von Android etabliert. Die Pixel-Smartphones erhalten absoluten Vorrang bei der Android-Entwicklung, das spüre ich bei meinem Pixel 2 XL ganz deutlich.

Viele der Verbesserungen – vor allem die adaptive Akkuoptimierung – dürften auch auf Android-One-Smartphones kommen. Aber wie sieht es bei Herstellern aus, die auf AOSP-Android setzen? Mehr denn je ist ein Google-nahes Android ein schlagendes Kaufargument.

Habt Ihr Android Pie schon auf einem Smartphone ausprobiert? Was sind Eure Impressionen?