Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Zoom legt den Rückwärtsgang ein

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Zoom legt den Rückwärtsgang ein

Wenn man den Werdegang von Zoom verfolgt, ist es eine wilde Berg-und-Tal-Fahrt. Nach dem anfänglichen Hype der Videoplattform kamen immer mehr Sicherheitslücken ans Tageslicht. Das Unternehmen kündigte Verbesserungen von Sicherheit und Datenschutz an. Nun ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an der Reihe und wird einige Nutzer besonders freuen.

Es ist bei den meisten Dingen im Leben so: Nur wer zahlt, bekommt die entsprechenden Extras. Bei Smartphones mag das eine zusätzliche Kamera-Linse sein, bei Apps eine werbefreie Version. Für Zoom hieß das bisher, dass nur zahlende Nutzer ein Recht auf Privatsphäre haben. Das soll sich ändern.

Zooms Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Wie viel kostet unsere Privatsphäre?

Wer Zoom nutzen möchte, hat die Wahl zwischen einem freien Account oder einem Abo. Die Bezahlversion enthält neben den Basisfunktionen zusätzliche Leistungen, etwa längere Meetings als 40 Minuten. Hierfür berappt man aber auch laut Zoom-Preisliste (Stand: Juni 2020) zwischen rund 14 Euro und 19 Euro im Monat.

Was bisher keine Option war – weder für Gratis-Nutzer noch für zahlende Kunden – war eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Eine Sicherheitslücke, wenn man bedenkt, dass nicht nur die Teilnehmer eines Videochats, sondern jeder x-beliebige auf die Daten zugreifen kann. Anfang Juni wurde bestätigt, dass die Verschlüsselung für Zoom kommen soll, jedoch nur für zahlende Nutzer.

"Freien Nutzern möchten wir das [Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – Anm. d. Red.] sicher nicht geben. Weil wir auch mit dem FBI und den örtlichen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten wollen, für den Fall, dass einige Leute Zoom für schlechte Zwecke nutzen wollen (sic)" , so Eric Yuan, CEO von Zoom gegenüber TheNextWeb.

Privatsphäre für alle: Zoom rudert zurück

Von diesem Standpunkt rückt Zoom jetzt ab. So twitterte das Unternehmen gestern, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für jeden Nutzer verfügbar ist. Unabhängig davon, ob dieser die Videoplattform kostenlos nutzt oder ein Abo gekauft hat.

Einen Unterschied soll es dann allerdings doch noch geben. So steht die Verschlüsselung zahlenden Kunden sofort zur Verfügung, ohne das sie etwas dafür tun müssen. Anders sieht es bei Gratis-Nutzern aus, die erst eine Identitätsprüfung (einmalig) vollziehen müssen, bevor sie die Verschlüsselung nutzen können. Als ein Beispiel nutzt Zoom etwa eine "Verifizierung einer Telefonnummer". Ob es dabei bleibt oder Zoom sich noch andere Möglichkeiten ausdenkt, ist bisher unbekannt.

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll im Juli in die Betaphase gehen. Wann dann wirklich jeder Nutzer auf die Verschlüsselung zugreifen kann, steht aber noch in den Sternen.

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1 Kommentar

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  • Na, dann können sie sich die Verschlüsselung auch sparen, denn entschlüsseln können sie also selber trotzdem - wozu sonst die Identifikation. Aber immerhin können sie nun werbewirksam e2e encryption an ihr ranziges Produkt schreiben :-(