Gewinner & Verlierer: MediaTek räumt ab und WhatsApps nächster Skandal

Gewinner & Verlierer: MediaTek räumt ab und WhatsApps nächster Skandal

Bevor es in den nächsten Tagen in Sachen Produktvorstellungen richtig rappelt, schauen wir noch einmal zurück auf die abgelaufene Woche. Wir küren die Gewinner und Verlierer der Woche: MediaTek bleibt auf der Sonnenseite, bei WhatsApp hingegen droht wieder Ungemach.  

Bevor wir uns um MediaTek und WhatsApp kümmern, blicken wir aber erst einmal zurück auf all das, was in dieser Woche gelaufen ist.

#techtember: Xiaomi und Apple bestätigen Produkt-Events

Es ist doch immer wieder schön, wenn Unternehmen uns offiziell bestätigen, wann Ihre neuen Produkte vorgestellt werden. Wirklich überrascht ist ja vermutlich niemand, aber jetzt haben wir Gewissheit: Apple und Xiaomi werden uns in der nächsten Woche an zwei aufeinanderfolgenden Tagen neue Hardware zeigen!

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One more Thing? / © Apple

Zunächst wird erwartet, dass das Unternehmen aus Cupertino am kommenden Dienstag das iPhone 12 vorstellt. Einen Tag später ist dann Xiaomi an der Reihe. Die beiden Flaggschiff-Smartphones 11T und 11T Pro hat das Unternehmen vorab bereits bestätigt. Da die NextPit-Community über viele Zeitzonen verstreut ist, haben wir die Daten mal für Euch aufbereitet. Entnehmt also der folgenden Übersicht, wann Ihr Euch die Zeit freihalten müsst: 

Diese Daten solltet Ihr Euch in den Kalender schreiben

  Tag PDT
(Kalifornien)
EST
(New York)
BRT
(Brasilia)
BST
(London)
MESZ
(Berlin)
IST
(Indien)
Apple 14 10:00 13:00 14:00 18:00 19:00 22:30
Xiaomi 15 5:00 8:00 9:00 13:00 14:00 17:30

Was sich hinter Xiaomis Hashtag #cinemagic verbirgt, werden wir wohl erst am 15. erfahren. Dafür wissen wir aber schon, dass das Pro-Modell mit 120 Watt geladen werden kann. Darüber hinaus versprachen uns die Chinesen sogar eine Update-Politik, die ähnlich weit geht wie die von Konkurrent Samsung.

Facebook und Ray-Ban bringen smarte Brille auf den Markt

Eine weitere Produktvorstellung, die wir auf dem Schirm hatten, gab es bereits in dieser Woche: Facebook zeigte die Ray-Ban Stories und damit seine erste smarte Brille. Wie der Name verrät, hat Facebook das in Partnerschaft mit den Brillen-Experten von Ray-Ban auf die Beine gestellt. Die Ray-Ban Stories besitzt nicht die Augmented-Reality-Ambitionen einer Google Glass oder der Microsoft HoloLens. Funktionell ist Facebook da simpler unterwegs. 

Diejenigen, denen der auffällige Look der Google Glass so gar nicht zusagte, werden begrüßen, dass die Ray-Ban Stories wie eine herkömmliche Brille aussieht. Sie unterscheidet sich von klassischen Brillen im Wesentlichen durch die beiden Kameras an den Enden des Gestells. Diese Fotos oder Videos können per Tastendruck oder Sprachbefehl gestartet und mit dem Telefon synchronisiert werden.

Darüber hinaus kann die Ray-Ban Stories die Smartphone-Verbindung nutzen, um Audio über Bluetooth wiederzugeben. Über Touch-Bedienelemente an den seitlichen Bügeln könnt Ihr Anrufe, Lautstärke und Musiksteuerung kontrollieren.

Das Modell ist bereits in den USA, Kanada, Australien, Irland, Italien und im Vereinigten Königreich erhältlich und ist mit vier verschiedenen Rahmen und in fünf verschiedenen Farben erhältlich. 

Gewinner der Woche: MediaTek baut Vorsprung aus

Der Gewinner der Woche ist – wieder einmal – MediaTek. Der taiwanesische Prozessorentwickler setzt seine erfolgreiche Saison mit einem weiteren Quartal an der Spitze des Marktes für mobile SoCs fort.

Die Zahlen wurden von der Beratungsfirma Counterpoint veröffentlicht, die einen Marktanteil von 43 % für den Hersteller der Helio- und Dimensity-SoCs feststellte. Die Analyst:innen des Beratungsunternehmens lobten das Portfolio an erschwinglichen 5G-Prozessoren. Außerdem betonten sie, dass die Marke weniger vom aktuellen Chip-Mangel – oder in diesem Fall der fehlenden Produktionskapazität – betroffen sei.

MediaTek konnte seinen Marktanteil auf dem Markt für Mobilprozessoren erheblich steigern. Im zweiten Quartal 2020 waren es noch 26 % gewesen. Offensichtlich ging ein Großteil dieses Anstiegs einher mit der Entwicklung bei Huawei-Tochter HiSilicon. Deren Marktanteil fiel nämlich deutlich von 16 % auf 3 %.

Global Smartphone APSoC Shipment Market Share Q2 2020 vs Q2 2021
MediaTek und Unisoc füllen den von HiSilicon/Huawei hinterlassenen Platz / © Counterpoint Research

Der Anteil des US-amerikanischen Unternehmens Qualcomm hat sich dagegen nicht so stark verändert und ist zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem zweiten Quartal 2021 von 28 % auf 24 % gefallen. Auffällig ist der Anstieg im Bereich der 5G-Modems: Hier konnte das Snapdragon-Unternehmen einen starken Anstieg von 19 % auf 55 % verzeichnen. 

Das liegt natürlich vor allem an der Verwendung des Snapdragon-X55-Modems im iPhone 12.Für Qualcomm sieht Counterpoint in den kommenden Monaten mehr Sicherheit durch eine Anpassung der Produktionskette, um die Engpässe in der Produktionskapazität der Foundries zu überwinden.

Verlierer der Woche: WhatsApp, weil Facebook Nachrichten auswerten kann

Der Verlierer der Woche ist – ebenfalls wieder einmal – WhatsApp. Ein Bericht der Website ProPublica hat aufgedeckt, dass Facebook ein Team beschäftigt, das über die Messaging-App versandte Nachrichten auswertet.

Was auf den ersten Blick einfach die erwartete Funktionsweise eines sozialen Netzwerks ist, zeigt, dass Facebook trotz der viel beworbenen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp eine Möglichkeit hat, mit der App ausgetauschte Inhalte einzusehen.

Laut der Untersuchung von ProPublica werden Unterhaltungen, die wegen unangemessener Inhalte gemeldet werden, an ein Facebook-Moderationsteam weitergeleitet, das Zugang zu den Nachrichten hat und mögliche Strafen für den Nutzer festlegt.

Die Kontroverse entmystifiziert die Bedeutung des Begriffs "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung": Selbst wenn die Kommunikation "auf dem Weg" nicht leicht entschlüsselt werden kann, hindert nichts eines der beiden Enden daran, die Nachricht an Facebook, die Regierung oder andere weiterzugeben.


Und damit sind wir auch schon wieder durch mit dieser Ausgabe unserer Gewinner und Verlierer. Hättet Ihr auch so entschieden und seid Ihr auch schon so gespannt auf die Smartphone-Neuheiten in der nächsten Woche? Kommentiert es gerne unter diesem Artikel – und kommt alle gut in die neue Woche. 

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7 Kommentare

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  • Thorsten Klein vor 5 Tagen Link zum Kommentar

    MediaTek macht einfach einen guten Job im moment und Qualcomm hat einfach geschlafen, die haben nicht bei Intel gesehen, was passiert, wenn man sich auf dem Erfolg ausruht. Ich denke das die sich nicht erholen werden, weil es auch einfach die Einstellung ausmacht. Es reicht nicht, wenn man das beste Stück Technik hat, man muss auf den Markt reagieren und das können sie nicht.

    Das Thema WhatsApp ist ein Thema für sich. So lange die Nutzerzahlen nicht deutlich zurück gehen und ein anderer Anbieter Platz 1 übernimmt wird es Facebook nicht merken und auch nichts an seiner Einstellung zu dem Thema ändern.


  • René H. vor 6 Tagen Link zum Kommentar

    Das sagte ich auch schon mal, dass Facebook sicher eine Möglichkeit hat trotz Verschlüsselung an die Inhalte zu kommen.


  • Jens Vaupe vor 6 Tagen Link zum Kommentar

    Ernsthaft?! Was soll der Unsinn?! NATÜRLICH kann WhatsApp einen gemeldeten, weil WEITERGELEITETEN Beitrag lesen ... ich glaube das war der Sinn an einer weitergeleiteten Nachricht, dass die Empfängerseite die Nachricht auch lesen kann, oder?


    • René H. vor 6 Tagen Link zum Kommentar

      Das soll aber bei Ende-zu-Ende nicht sein, da hat überhaupt kein Dritter Zugriff zu haben. M.E. sollten WhatsApp-Unterhaltungen garnicht moderiert werden können, denn WhatsApp ist ein Messenger für Privat-zu-Privat. WhatsApp ist doch kein Forum. Wenn sich jemand an WhatsApp-Inhalten stört soll er den Absender einfach blockieren, da braucht es keine Moderation.

      C. F.


      • dieCrisa vor 5 Tagen Link zum Kommentar

        Allerdings kontrollieren diese Mitarbeiter nur von Nutzern gemeldete, möglicherweise unangemessene Inhalte. Das betont auch der Datenriese Facebook. Eigentlich sollen WhatsApp-Nachrichten durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nur von Absender und Empfänger gelesen werden können. Doch bei einer Meldung sind sowohl der gemeldete Beitrag als auch die vier vorhergegangenen Beiträge lesbar.

        Die Mitarbeiter sollen dann schauen, ob es sich bei den Nachrichten um Spam, Kinderpornografie oder unangemessene Darstellungen realer Gewalt oder Ähnliches handelt und die Nutzer gegebenenfalls sperren.

        Facebook hat jedoch bereits auf den „ProPublica“-Bericht reagiert. Das Unternehmen schreibt, dass es sich dabei um ein Missverständnis handele. Mit Blick auf die WhatsApp-Nutzungsbestimmungen sagte Facebook gegenüber „9To5Mac“, dass gemeldete Nachrichten automatisch an Facebook weitergeleitet würden.


    • dieCrisa vor 5 Tagen Link zum Kommentar

      "Ernsthaft?! Was soll der Unsinn?! NATÜRLICH kann WhatsApp einen gemeldeten, weil WEITERGELEITETEN ..."
      Mehr als 1 Satzzeichen am Ende eines Satzes ("?!") und Großschreibung werden hier als "Aggression" angesehen. Ich selbst bin mit solchen "Aggressionen" schon in Ungnade gefallen.

      ;)

      nextpit.de/whatsapp-threema-vergleich?sac=true#comment2874576


  • Tim vor 6 Tagen Link zum Kommentar

    Ich finde bei den Marktanteilen der Mobilprozessoren eigentlich auch recht spannend, dass Qualcomm nicht mal doppelt so viel Anteil hat, wie Apple, obwohl Qualcomm zumindest im westlichen Markt gefühlt 3/4 aller Smartphones befeuert und Apple natürlich ausschließlich die eigenen Geräte.

    Samsung scheint da aber auch einiges zu versauen, wenn man so viel Anteil verliert, obwohl man die Prozessoren auch fast nur selbst einsetzt.

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