IFA 2020: Messe wird in Berlin stattfinden – anders als erwartet

IFA 2020: Messe wird in Berlin stattfinden – anders als erwartet

Im Gegensatz zu vielen Techmessen und Kongressen in diesem Jahr, die wegen Covid-19 abgesagt wurden, versucht die IFA 2020 immer noch, irgendwie stattfinden zu können. Die Organisatoren der großen Veranstaltung in Berlin versicherten uns Anfang Mai, dass sie bereits über ein alternatives Format nachgedacht hätten, das für die beispiellosen aktuellen Verhältnisse geeignet wäre. Nach einer am Dienstag, dem 19. Mai, live übertragenen Pressekonferenz wissen wir endlich mehr über diese Pläne.

"Die IFA Berlin ist die wichtigste Veranstaltung für die Consumer Electronics- und Home Appliances-Branche. In den vergangenen Wochen haben wir in enger Zusammenarbeit mit dem IFA-Team ein Konzept entwickelt, das allen unseren Industriepartnern die nötige Plattform bietet, um ihre Innovationen zu präsentieren", sagt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH und Veranstalterin der IFA im Rahmen der Pressekonferenz. Die IFA wird 2020 unter neuen Umständen tatsächlich in Berlin stattfinden und ihre Pforten öffnen können.

Zahlreiche Hersteller der Branche leiden unter den Ausfällen aller wichtigen Messen, die einen nicht geringen Anteil am Erfolg der Unternehmen haben. "Nach all den Veranstaltungsausfällen der vergangenen Monate, braucht unsere Branche dringend diese Plattform, um ihre Innovationen zu präsentieren. Die IFA bietet dafür nicht nur den besten Zeitpunkt sondern auch noch effiziente Beteiligungsmöglichkeiten", sagt Jens Heithecker, Executive Director der IFA Berlin. Virtuelle Veranstaltungen seien sicher hilfreich, aber ihnen fehle "die menschlich emotionale Verbindung, die Veranstaltungen wie die IFA Berlin so unglaublich wertvoll machen", so Heithecker weiter. Die IFA 2020 wird in teilweise physischer Form stattfinden, aber die breite Öffentlichkeit wird nicht einbezogen. 

Eine physische Veranstaltung, aber Tech-Fans gehen leer aus

Erste schlechte Nachricht für Technophile: Die IFA 2020 wird nicht öffentlich zugänglich sein. Eine physische Veranstaltung wird beibehalten, ist aber den Fachleuten der Branche und den 800 eingeladenen Journalisten vorbehalten. Die Berliner Behörden verbieten derzeit Versammlungen von mehr als 5.000 Personen.

Die IFA-Organisation geht noch weiter und reduziert diese Zahl auf 1.000 Personen pro Veranstaltung und Tag. "Damit können wir den Bedürfnissen von Marken, Händlern und Medien gerecht werden und gleichzeitig den Personenfluss steuern und damit soziale Distanzierungsmaßnahmen berücksichtigen", erklärt Heithecker.

Die Veranstaltung wird also für die Fachleute des Sektors stattfinden, aber nicht für Tech-Fans. Diese müssen sich mit virtuellen Events und Keynote-Live-Streams im Internet begnügen. Die Veranstaltung findet von Donnerstag, dem 3. bis Samstag, dem 5. September 2020 statt, und die Livestreams seien "für jeden überall auf der Welt zugänglich".

Es werden also maximal 4.000 Personen anwesend sein – während der gesamten Dauer der Show. Um den Gesundheitszustand zu überprüfen, werden täglich Kontrollen am Eingang durchgeführt.

IFA 2019 south entrance
Werden wir die IFA je wieder in dieser Form erleben können?/ © ifa-berlin

Alle vier Veranstaltungen finden auf der Hauptbühne auf dem Veranstaltungsgelände statt. Eine Veranstaltung pro Tag also, aber es wird auch einige physische Messestände geben, die für die Medien zugänglich sind, etwa für Produkteinführungen und den Austausch.

"Hybrid-IFA" könnte auch 2021 stattfinden

Von AndroidPit wurde Jens Heithecker gefragt, ob dieses neue Format für künftige Ausgaben der IFA verwendet werden könnte. Der IFA-Direktor sagte: "Wir glauben, dass wir sehr erfolgreich sein werden, und wenn wir es sind, dann können wir unseren Plan verfeinern, ihn klarer formulieren und im nächsten Jahr die Magie der Zuschauerpräsenz hinzufügen. Dann werden wir dieses neue Format auf jeden Fall kleiner und fokussierter halten."

Die innovative Seite der IFA 2020, die vor dieser Pressekonferenz im Raum stand, fehlt bislang. Es handelt sich nur um eine "Hybrid-Messe"; physisch für Fachleute und digital für das Publikum. Gute Nachrichten für uns Journalisten, die wir unsere Anstrengungen verdoppeln müssen, um Euch den Zauber dieser großen Messe auf die Bildschirme zu bringen.

IFA

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8 Kommentare

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  •   77
    Gelöschter Account vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Ganz ehrlich, der ganze Corona-💩 nervt nur noch. Vor zwei Wochen hieß es dass der Mund Nasenschutz nichts bringt und nun sollen wir den alle tragen .Demnächst sollen wir vielleicht noch Mützen mit Propeller tragen😅 ,weil Corona ja in der Luft auch überleben tut und der Propeller auf der Mütze soll den Virus wegpusten. Hier kann man die schon kaufen:
    https://www.amazon.de/Neuheit-Propeller-Geburtstage-besonderen-Anlässen/dp/B00BJGRRI2/ref=asc_df_B00BJGRRI2/?tag=googshopde-21&linkCode=df0&hvadid=231944198866&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=8490092898152635455&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=&hvdev=m&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9042927&hvtargid=pla-420118813826&psc=1&th=1&psc=1


    Smartphones werden ab 2021 dank Corona-Steuer auch im Preis steigen. Wer in einem Restaurant Platz nehmen möchte, soll doch jetzt angeben: Wer man ist, woher man kommt, Telefonnummer, Uhrzeit von wann bis wann man sich da aufgehalten hat . Der Witz an der Sache ist das, das die Angaben nicht mal auf Richtigkeit überprüfen werden können vom Lokalbetreiber und der das auch nicht machen wird. Der hat ja nicht das Recht Einsicht auf dem Personalausweis zu nehmen. Da man nicht weiß, was mit den eigenen Daten geschieht sollte man sich überlegen ob man sich entblößt.Wer weiß denn ob der Lokalbetreiber nicht meine oder eure Daten zweckentfremdet oder verkauft?! Ich hab ehrlich gesagt bedenken. Ich wollte gestern in ein Eiscafe gehen aber mich geweigert da so einen Zettel auszufüllen.Okay hat der Betreiber von seinem Hausrecht gebrauch gemacht und mich gebeten zu gehen. Geh ich halt woanders hin. Ich habe den auch gefragt ,was der mit mein Daten und meiner Telefonnummer anstellt. Aufklärung bekam ich nicht. Nur den Satz,das man jetzt zu verpflichtet ist.


    • Andreas V.
      • Admin
      vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Die Sache mit dem Mundschutz ist eine politische/organisatorische... allerdings nicht die jetzige Pflicht, sondern die "Verleugnung" vorher. Erst musste ein gewisser Vorrat davon beschafft werden. Leider war man in Europa dafür zu langsam. Taiwan ist das beste Beispiel, hier galt die Pflicht bereits ab Januar. Folge: 256 Corona Fälle und nur 6 Tote bei 25.000.000 Einwohnern ...

      Stellt dir mal vor du setzt dich jetzt in ein Lokal. Nebenan sitzt ein später positiv getesteter. Da du falsche Angaben gemacht hast, kann man Dich jedoch nicht erreichen um Dich zu informieren ... und so steckst Du brav weiter leute an, ggf,. auch die geliebeten Eltern/Großeltern die aufgrund der höheren Gefährdung vielleicht auch noch schwer daran erkranken ...

      Wir hatten in der Familie selber zwei Fälle von Corona. Vater und Sohn durften die Intensivstation von innen betrachten.


      •   77
        Gelöschter Account vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Ich mache keine falschen Angaben aber trotzdem mach ich mir Sorgen und habe Zweifel im Umgang mit meinen Daten.


      • Ich wundere mich schon, wie plötzlich so viele Leute, die sonst auf Datenschutz pfeifen, Android, Whatsapp, Facebook und was nicht noch alles nutzen, zum totalen Datenschutzfreak werden, wenn es um den Schutz der Gesellschaft, der Mitmenschen und auch der Wirtschaft geht. Das halbe Leben in den sozialen Medien breittreten, aber dann einen Aufstand machen, wenn der Kneipenwirt den Namen notiert.


      • hallo, ich werd nicht viel bei apit mitschreiben aber hier kann ich nicht anders als mit einzustimmen. Weil ich bei der Geschichte mit den zu hinterlegenden Daten einfach mal nur den Kopf schütteln kann. Nicht wegen der Erhebung aber wie manche hier auf einmal doch noch wissen, dass Datenschutz existiert bzw. ihn auf einmal für sich einfordern, wo doch sonst jeder Dünnpfiff der Welt mitgeteilt wird. Wo manche sogar so dusslig sind, über Kollegengruppen zu plaudern, dass sie doch krank machen werden, wenn sie Tag soundso nicht kriegen usw. Aber da, wo man mal mit seinen Daten helfen kann, da kommt auf einmal der Datenschutzaufschrei. Immer dann, wenn Daten helfen könnten, mögliche Ansteckungsketten nachvollziehen zu können. Da kneift ihr eure Arschbacken so eng zusammen, wenns zum Nutzen eurer Umwelt geht.

        Ich könnte es ja nachvollziehen bei Leuten, die sich wirklich bedeckt halten und nicht ihre Daten bei FB und Konsorten sperrangelweit offen stehen lassen aber nicht bei denen, die vor Corona und co. schon schlampig mit ihren eigenen Daten umgehen. Abgesehen davon, 99% der Existenzen hier interessieren den Restaurantbesitzer oder den Friseurmeister nicht die Bohne, also kommt mal runter. So wichtig sind eure Daten nun auch wieder nicht. Ist ja nun nicht so, dass noch die Kontonummer abgefragt wird. Wenn so aber jemand rausgezogen werden kann, der daran erkrankt ist, bevor er seinen Rotz verteilen kann, hat auch keiner was dagegen.

        Auch wenn das gerade etwas rückläufig ist, vorbei ist es noch lange nicht.


      • @ Andreas, man kann auch den falschen Namen und Adresse angeben, aber die echte Handynummer. Schon ist man selbst geschützt und schützt die anderen. Keine Gesundheitsbehörde wird einen Boten mit der Nachricht schicken. Sie werden anrufen und dazu reicht die echte Handynummer aus.


  • Die Fußvolk-Beutelratten waren schon zu CeBit-Zeiten eigentlich nur nervend und störend. "Haben Sie noch einen Prospekt?" .. "Gibt es bei Ihnen was umsonst?"
    Wie schon bei der CeBit dienen diese "Tech-Fans", wie sie hier im Artikel liebevoll genannt werden, nur dazu die Hallen voll zu machen. Klingt immer toll, wenn man von 100.000 Besuchern reden kann anstatt von 10.000 Fachbesuchern. Physische Messen sind auch insgesamt so ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert.

    Gelöschter AccountMichael B.Gelöschter Account


    • Messen sind aber aber - je nach Branche - für viele Hersteller, Distributionspartner und auch den Fachhandel noch immer wichtige Events.

      Mit den "Tütenträgern" gebe ich Dir absolut recht. Die gab's aber nicht nur auf solchen "enduserbedeutenden" Messen wie CeBit oder IFA, die triffst Du selbst auf Hersteller-Hausmessen, auf denen der Endverbraucher keinen Zutritt hat. Da kommen dann halt die Kinder der Fachhändler zu Dir an den Stand und fragen nach Giveaways... 😉.

      Das begleitet meine Messeeinsätze schon seit 25 Jahren und wird wohl noch einige Jahre so weitergehen (außer in diesem Jahr...)

      Gelöschter Account

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