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Lenovo ThinkPad X1 Fold im Hands-on: faltbares Mega-Tablet

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NextPit lenovo thinkpad x1 fold stand
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Mit dem ThinkPad X1 Fold stellt Lenovo auf der IFA 2022 ein faltbares Tablet vor oder ein All-Screen-Notebook? Egal wie man die neue Produktkategorie nennen mag: Das ThinkPad X1 Fold macht Spaß und beeindruckt im ersten Hands-on. In diesem ersten Mini-Test verraten wir Euch, was uns besonders gefallen hat – und was auch gar nicht.

Pro

  • gigantisches Display im kompakten Format
  • vielfältige Nutzung möglich dank raffiniertem Standfuß
  • toller, heller Bildschirm ohne Knickfalte

Contra

  • kurze Akkulaufzeit
  • schweres Gehäuse
  • teuer

Design und Display

Ob wie ein Notebook auf dem Tisch, wie eine Zeitung auf dem Sofa oder im Hoch- oder Querformat auf dem Standfuß: Das Lenovo ThinkPad X1 Fold sieht nach Science Fiction aus – als hätte man es direkt aus dem Star-Trek-Universum ausgeschnitten.  Es bleibt aber die große Frage: Ist das Format ein Gimmick oder wirklich alltagstauglich?

Gefällt:

  • enorm flexible Einsatzszenarien
  • wirkt solide verarbeitet
  • starker Science-Fiction-Faktor

Gefällt nicht:

  • schwer und relativ dick

Das Lenovo ThinkPad X1 erinnert zusammengeklappt entfernt an ein Netbook der 00er-Jahre – Kunststoff soweit das Auge blickt, mit knapp 1,3 Kilogramm relativ schwer und mit 1,74 Zentimetern ganz schön dick. Allerdings fühlt sich der Kunststoff ThinkPad-typisch hochwertig an, und das Aufklappen sorgt für große Augen.

Der 16,3-Zoll-Bildschirm ist einfach gigantisch groß und dank OLED-Technologie wunderschön anzusehen. Die mit 2.560 x 2.024 Pixeln großzügige Auflösung sowie die maximale Helligkeit von 600 Nits (HDR) beziehungsweise 400 Nits (SDR) helfen hier natürlich, ebenso wie die gegenüber dem zwei Jahre alten Vorgänger deutlich geschrumpften Displayränder. Aufgeklappt fühlt sich das ThinkPad X1 mit 8,6 Millimetern Dicke auch gleich viel zeitgemäßer an. Erfreulich ist auch, dass es keine arg sichtbare Knickfalz gibt.

Lenovo ThinkPad X1 Fold
Aufgeklappt ist das ThinkPad X1 Fold ein riesiges Tablet. / © NextPit

Lenovo bietet für das Mega-Foldable einen durchdachten Standfuß an. Auf ihm könnt Ihr das Tablet wahlweise im Quer- oder Hochformat aufstellen – und bei zweiterer Möglichkeit auch anknicken für einen vertikalen "Curved"-Effekt. Unten am Standfuß könnt Ihr schließlich noch das ebenfalls optional erhältliche Keyboard magnetisch befestigen und habt Euch in wenigen Sekunden einen Desktop-Rechner zusammengebastelt.

Natürlich könnt Ihr das Gerät auch einfach wie ein herkömmliches Notebook auf den Tisch stellen und den Bildschirm auf Wunsch teilen. Oben guckt Ihr ein Fußballspiel, unten verfolgt Ihr die Social-Media-Kommentare dazu – was man halt mit einem Foldable so alles machen kann. Nachdem das Tippen auf einer virtuellen Tastatur wenig Spaß macht, könnt Ihr das zuvor erwähnte Keyboard auf den unteren Teil des ThinkPad X1 Fold auflegen, und schon sitzt Ihr an einem "normalen" 12-Zoll-Notebook mit physikalischer Tastatur.

Lenovo ThinkPad X1 Fold
Das Scharnier wirkt solide und verhindert die Bildung einer allzu auffälligen Knickstelle. / © NextPit

Und sonst? Legt Euch mit dem Ding aufs Sofa und nutzt es als 16-Zoll-Tablet – Galaxy Tab S8 Ultra lässt grüßen. Oder schlagt es auf wie eine Zeitung, wenngleich das hohe Gewicht hier irgendwann den Spaß verderben dürfte.

Apropos Galaxy-Tablet: Im Zubehör für das ThinkPad X1 Fold gibt's auch einen Stylus, der zum Schreiben, Zeichnen, Markieren & Co. auf dem großen Display natürlich wunderbar geeignet ist – und der sich seitlich am Gehäuse magnetisch festhält. 

Lenovo ThinkPad X1 Fold
Die Tastatur haftet Ihr wahlweise magnetisch unten an den Standfuß an oder setzt sie auf die untere Displayhälfte auf, wenn Ihr das ThinkPad X1 Fold wie ein "normales" Notebook auf den Tisch stellt. / © NextPit

Performance und Akku

Das Lenovo ThinkPad X1 Fold kostet über 3.000 Euro. Dafür bekommt Ihr allerdings keine Spitzenleistung, sondern Hardware aus dem Mittelklasse-Segment und eine vermutlich ziemlich mäßige Akkulaufzeit.

Gefällt:

  • optional auch als 5G-Version erhältlich
  • ordentliche Rechenpower im schlanken Gehäuse, ...

Gefällt nicht:

  • ... für > 3.000 Euro bekommt Ihr sonst aber deutlich mehr Performance
  • vermutlich kurze Akkulaufzeit

Lenovo bietet das ThinkPad X1 Fold mit zwei verschiedenen Prozessoren an: wahlweise mit i5 oder i7 der 12. Generation. Die dazugehörige Onboard-Grafiklösung Intel Iris Xe dürfte sich im Alltag wacker schlagen, wird aber in Verbindung mit den Prozessoren für anspruchsvolle Spiele nicht ausreichen. Eine Upgrade-Möglichkeit gibt es nicht. Je nach Konfiguration stecken unter der Haube bis zu 32 GB RAM und maximal 1 TB SSD-Speicher.

Lenovo ThinkPad X1 Fold
Ihr wolltet schon immer mal ein Notebook mit Hochformat-Display? Dann seid Ihr hier goldrichtig! / © NextPit

Abstriche gibt's auch beim Akku: Der Stromspeicher ist mit 48 Wh nicht besonders groß und bietet Quick-Charging mit 65 Watt. Laut Hersteller reichen 30 Minuten Aufladen für vier Stunden Laufzeit. In den Pressematerialien findet sich leider keine Angabe zur Laufzeit mit voll geladenem Akku. Spoileralarm: Sie wird nach Adam Riese nicht ein Vielfaches länger sein als diese vier Stunden. Immerhin: Optional könnt Ihr das ThinkPad X1 Fold auch mit stärkerem 64-Wh-Akku konfigurieren.

Bei der Konnektivität steht das ThinkPad X1 Fold selbst aus der Perspektive eines Apple-Users durchschnittlich da. Es gibt gerade einmal drei USB-C-Ports am Gehäuse, von denen zwei Thunderbolt 4.0 unterstützen – und c'est ça. Konfiguriert Ihr Euch die 5G-Version zusammen, gibt's noch einen Micro-SIM-Slot. Apropos Funk: Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2 sind standardmäßig an Bord. Für Videocalls gibt's schließlich noch eine 5-Megapixel-Webcam.

Lenovo ThinkPad X1 Fold
Das Lenovo ThinkPad X1 Fold macht auf jeden Fall Spaß – ein Leistungsfeuerwerk dürft Ihr allerdings nicht erwarten. / © NextPit

Vorläufiges Urteil

Das Lenovo ThinkPad X1 Fold beeindruckt mit seinem vielfältigen Konzept – auch wenn das faltbare Tablet noch recht dick, klobig und schwer wirkt. Da hilft es auch nicht, dass das von uns ausprobierte Vorseriengerät streckenweise noch recht hakelig läuft. Ob das Falt-Konzept im Alltag aufgeht oder primär ein flashiges Gimmick ist, muss ein ausführlicher Test zeigen.

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