Amazon Echo und Echo Dot: Preis und Verfügbarkeit

Amazon hat die freie Verfügbarkeit von Amazon Echo und Echo Dot bekannt gegeben. Damit entfällt die Warteliste, auf die Ihr Euch zunächst setzen musstet. Beide Geräte sind in den Farbvariationen Schwarz sowie Weiß erhältlich. Der Preis bleibt bei den 179,99 Euro für Amazon Echo und 59,99 Euro für Echo Dot. Dank der freien Verfügbarkeit könnt Ihr jetzt auch nachträglich neue Echos bestellen, um Euer Zuhause mit weiteren Echos auszustatten.

Wer lieber bei einem anderen Shop kaufen möchte, findet Echo und Echo Dot auch in den Shops der Telekom und zeitweise bei QVC, so Amazon in einer Mitteilung.

Amazon Echo, Echo Dot und Alexa: Die Unterschiede

Amazon Echo und Amazon Echo Dot sind die beiden Hardware-Angebote für das Wohnzimmer. Echo und Echo Dot sind mehr oder weniger kleine Lautsprecher, deren Hauptzweck es ist, ständigen Zugriff auf Alexa zu gewähren. Es gibt kein Display. Stattdessen wird die Spracherkennung durch das Trigger-Wort Alexa gestartet. Soundwiedergabe erfolgt über einen 360-Grad-Rundum-Lautsprecher.

Unterschiede zwischen Amazon Echo und Echo Dot: Echo Dot ist mit den gleichen Funktionen ausgestattet wie Amazon Echo. Allerdings gibt es keinen 360-Grad-Lautsprecher. Echo Dot kann alleine agieren oder dient als günstigere Erweiterung von Echo in weiteren Räumen. Die Soundwiedergabe erfolgt entweder über einen kleinen eingebauten Lautsprecher oder via Line-Out bzw. Bluetooth. Vor allem für Musik sollte ein externer Lautsprecher verwendet werden.

Alexa ist Amazons digitaler Assistent. Amazon nennt Alexa „das Gehirn von Amazon Echo.“ Alexa liefert auf Sprachkommandos hin Informationen zum Beispiel von von Wikipedia, spielt aber auch Musik ab – aus Quellen wie Amazon Music, Spotify oder anderen Diensten. Einige Funktionen gibt es vom Start weg, weitere lassen sich via Skill einschalten. MyTaxi oder die Deutsche Bahn haben entsprechende Skills entwickelt.

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Amazon Echo und Echo Dot: Zwei Wege führen zu Alexa / © nextpit Bildquelle: NextPit

Amazon Echo und Echo Dot: Aufbau und Einrichtung

Aufbau und Einrichtung von Amazon Echo und Echo Dot erfolgen beinahe identisch. Nach dem Auspacken und Verkabeln erfolgt die Einrichtung des WLAN-Zugangs. Dafür braucht Ihr die Amazon-Alexa-App auf Eurem Smartphone.

INSTALLIEREN (com.amazon.dee.app)

In den Einstellungen lässt sich nun ein neuer Amazon Echo oder Echo Dot mit dem eigenen Amazon-Konto verbinden. Hier muss das WLAN-Passwort manuell eingetragen werden – was bei meinem 63-stelligen Passcode nicht ohne Copy and Paste möglich war – WPS unterstützt Amazon Echo leider nicht.

Nun ist Amazon Echo (bzw. Echo Dot) grundsätzlich betriebsbereit. Jetzt folgt die Kür: Um beispielsweise Spotify zu verwenden, müsst Ihr Euren Account einrichten. Dafür habe ich die Desktop-Webseite von Alexa verwendet, weil die Eingabe von Account-Daten auf dem Smartphone nicht funktionierte (hier kamen sich verschiedene Browser in die Quere).

Als Standort verwendet Echo übrigens automatisch die älteste eingerichtete Amazon-Lieferadresse. Ich musste deswegen den Standort neu anpassen. Warum hier nicht andere vorhandene Adressen auswählbar sind, erschließt sich nicht, aber manuell ist die Eingabe ohne weiteres möglich.

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Unterschiedliche Farben des Lichtrings signalisieren unterschiedliche Betriebsmodi. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Alexa! Los geht’s mit Amazon Echo und Echo Dot

Sind Echo und Echo Dot erst einmal aufgebaut und aktiv, erfolgt die Steuerung nicht mehr über die App, sondern über Sprachbefehle. Eingeleitet wird ein Kommando mit dem Aktivierungswort Alexa (auf Wunsch auch Amazon oder Echo). Mit sieben Mikrofonen lauschen Echo und Echo Dot, ob dieses Wort gesprochen wurde, dann aktiviert sich die vollständige Spracherkennung. In meinem Test hat es sich als nützlich erwiesen, einen kurze Pause zwischen „Alexa“ und dem Kommando einzulegen (eine knappe Sekunde genügt). Ein Lichtring zeigt an, aus welcher Richtung Echo das Wort gehört hat. Steht das Gerät nahe an einer Wand, so zeigt es die Richtung nicht immer richtig an, aber das hatte in meinem Test keine Folgen – die Erkennung war stets einwandfrei.

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Amazon Echo Dot / © nextpit Bildquelle: NextPit

Ist die Spracherkennung aktiv, so zeichnet Amazon alle Geräusche der Umgebung auf und streamt diese Informationen zum Alexa Voice Service in der Cloud, wo die Umwandlung in Text erfolgt. Dieser wird dann an den Anbieter des gewünschten Skills weitergeleitet. Dieser liefert dann die Antwort und lässt Alexa auf dem Echo sprechen oder andere Dinge ausführen. Ein Mute-Knopf schaltet den Lichtring auf rot und Echo lauscht nicht mehr nach dem Aktivierungswort.

Alexa kann zum Beispiel einen Wecker setzen, Nachrichten vorlesen oder Informationen aus dem Internet abrufen. Prime-Mitglieder haben außerdem Zugriff auf den Musikstreaming-Dienst Prime Music oder seit kurzem auch auf Amazon Music Unlimited für zusätzliche 3,99 € im Monat.

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Ein roter Lichtring signalisiert: Alexa lauscht nicht / © nextpit Bildquelle: NextPit

Amazon Echo und Echo Dot: Erste Schritte und Drittanbieter-Skills

Alexa kann also schon von Haus aus einige Dinge, wirklich interessant wird die Sache aber erst, wenn Ihr Alexa auf Eure Bedürfnisse einstellt und um Apps erweitert wird. Skills heißen die Funktionen, die Drittanbieter entwickeln können. Spotify ist im Prinzip ein Skill, von MyTaxi oder der Deutschen Bahn gibt es weitere. Diese müssen aber zunächst aktiviert und möglicherweise sogar mit Konto-Informationen verknüpft werden. In der App seht Ihr eine Übersicht über verfügbare Skills. Gestartet wird ein Skill mit dem Befehl „Alexa, frage [Skillanbieter]“ und dann gefolgt von der gewünschten Information.

Auch als Kochhilfe steht Alexa Euch zur Seite. Allerdings nicht, indem Sie für Euch den Kochlöffel schwingt oder Euch Hilfe bei den einzelnen Kochschritten gibt. Die Webseite Chefkoch könnt Ihr nach Rezepten befragen und Euch die Zutaten vorlesen lassen. Gefällt Euch beispielsweise das Rezept des Tages, so könnt Ihr das Rezept an die Alexa-App schicken lassen. Dort wiederum findet Ihr dann alle Zutaten und die genaue Vorgehensweise. Schade, dass Chefkoch nicht die Möglichkeit bietet, die einzelnen Schritte nach und nach vor zu lesen.

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Die Interaktion mit Alexa gestaltet sich meist angenehm. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Besonders spannend sind die Möglichkeiten, wenn Ihr auf Smarthome-Lösungen wie Philips Hue, Telekom Magenta SmartHome, digitalSTROM oder Netatmo setzt. Denn diese versetzen Smarthome-Gadgets könnt Ihr via Skill über Alexa steuern. Bei mir zu Hause gibt es keine Smarthome-Geräte, sodass ich diesen Teil nicht testen kann. Mein Gesamteindruck von anderen Skills lässt mich aber vermuten, dass diese Steuerungsfunktionen gut funktionieren werden. Ein Beispiel dazu liefert Kollege Eric im Alltagstest mit Echo Dot und Philips Hue.

  • Licht auf Kommando: Ein Erlebnisbericht aus dem Smart Home

Wildes herumfragen nach Informationen führt aber häufig ins Nichts. Oft vermeldet Alexa dann, sie habe entweder die Frage nicht verstanden, finde die Information nicht oder ähnliches. Manchmal hilft es, die Frage einfacher zu formulieren, manchmal hingegen bleibt die Antwort weiterhin ungenügend. 

Amazon Echo und Echo Dot: Qualität der Spracherkennung und -ausgabe

Die vielleicht wichtigste Komponente von Alexa ist die Qualität der Spracherkennung und -ausgabe. Seitens der Spracherkennung sorgt Amazon mit mehreren Verfahren dafür, dass die Erkennung sauber funktionieren kann: Echo Cancellation rechnet Reflexionen heraus, die sieben Mikrofone lassen sich je nach Richtung zusammenschalten. Für die Spracherkennung selbst verwendet Amazon Maschinenlern-Algorithmen, die mit stärkerer Verwendung der Plattform besser werden und sich auf die individuelle Stimme anpassen.

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Amazon Echo lauscht immer / © NextPit Bildquelle: NextPit

In der Praxis meistert Amazon diese Aufgabe hervorragend. Alexa erkennt nicht jedes genuschelte Kommando, aber ist sehr zuverlässig in der Erkennung. Fehlerhafte Erkennungen nehmen mit zunehmender Bedienung obendrein ab. Im Verlauf der vergangenen zwei Wochen hat Alexa beispielsweise gelernt, besser mit englischen Begriffen umzugehen – gerade bei Songtiteln.

Die Sprachausgabe wiederum erfolgt erstaunlich natürlich. Zusätzlich steuert Amazon cloudseitig ständig nach und verbessert die Stimme von Alexa weiter. Im Vergleich mit anderen Sprachausgabe-Plattformen ist Amazon einige Schritte voraus.

Die Qualität der Lautsprecher

Amazon Echo

Amazon Echo ist eine vollwertige Bluetooth-Box, die auch Signale von Quellen wie einem Smartphone oder Tablet wiedergeben kann. Als 360-Grad-Lautsprecher konzipiert, solltet Ihr daher keinen Stereoklang erwarten. Dafür bietet Echo aber eine solide Musikqualität und sorgt für ordentliche Lautstärken. An den Sound einer großen Heimkinoanlage kommt Amazon Echo aber nicht heran, weder von der Qualität her noch von der Lautstärke. Eine andere Ausgabe unterstützt Echo nicht.

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Nur ein Stromanschluss bei Amazon Echo – mehr nicht. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Amazon Echo Dot

Echo Dot wiederum ist viel kleiner und kompakter. Er verfügt über einen eingebauten Lautsprecher, der aber für keinen guten Klang sorgt. Wer Informationen abrufen möchte, kann das durchaus auch ohne angeschlossenen externen Lautsprecher machen. Sobald es aber an Musik geht, bleibt der Genuss aus – mittels Line-Out-Klinkenanschluss findet der Sound seinen Weg auf eine HiFi-Anlage oder eine externe Box.

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Amazon Echo Dot zeichnet sich durch zusätzliche Lautstärketasten aus / © nextpit Bildquelle: NextPit

Amazon Echo und Echo Dot mit mehreren Accounts nutzen

Amazon stellt sich Euer Zuhause so vor: In jedem Raum steht ein Echo oder Echo Dot, die zu einem Netzwerk geschaltet sind. Tatsächlich antwortet immer nur der nächststehende Echo auf Eure Kommandos. Was aber, wenn im Haushalt mehrere Amazon-Accounts verwendet werden sollen? Dann müsst Ihr Eure Account zu einem Haushalt zusammenschalten.

Die diversen Echos in Eurem Haus werden dann zwar mit dem Hauptaccount eingerichtet, später lässt sich aber ein anderer Account auswählen. So könnt Ihr dann zum Beispiel unterschiedliche Spotify-Accounts verwenden. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass jeder User sein eigenes Echo hat. Der schnelle Wechsel, zum Beispiel via Stimmenerkennung, ist aktuell offenbar nicht vorgesehen.

Amazon Echo und Echo Dot: Auf ein Wort zum Datenschutz

Alle Sätze, die Ihr an Alexa richtet, werden in der Cloud gespeichert und von Amazon ausgewertet. Im Laufe der Zeit kommen sich also eine ganze Menge Informationen über Euch zusammen, die Amazon verwendet, um die Plattform zu verbessern. Sicher aber auch, um weitere Erkenntnisse über die Kunden zu gewinnen. Die Verbraucherzentralen haben eine eigene Webseite mit Informationen zu Amazon Echo zusammengestellt. Zum Beispiel weisen die Verbaucherschützer darauf hin, dass durch das ständige lauschen (nach Alexa) Gäste sich „in Ihrem Persönlichkeitsbereich berührt fühlen könnten“. Eine allerdings schwammige Formulierung, die wahrscheinlich juristisch eher nicht zu fassen ist – immerhin findet die Erkennung des Aktivierungswortes ohne die Hilfe der Cloud statt.

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Datenschutz bei Amazon Echo / © NextPit Bildquelle: NextPit

Ob diese Datenschutzproblematik ein KO-Kriterium für Amazon Echo und Alexa darstellt, lässt sich nicht allgemein beantworten. Wichtig ist es für User zu wissen, welche Daten im Zuge der Spracherkennung anfallen. Dann ist auch eine informierte und begründbare Kaufentscheidung dafür oder dagegen möglich. Hier daher noch einmal die wesentlichen Datenübertragungen zusammengefasst:

  • Nach der Aktivierung von Alexa wird eine Tonaufnahme auf die Amazon-Server gestreamt, wo diese analysiert und gespeichert werden.
  • Die erkannten Befehle werden an Drittanbieter weitergeleitet, wo diese Daten ebenfalls ausgewertet und gegebenenfalls gespeichert werden.
  • Auf den Servern von Amazon sammelt sich ein umfangreicher Datenberg über Eure Nutzung an.

Amazon Echo und Echo Dot: Welcher soll es sein?

Obwohl die beiden Geräte Alexa als gemeinsames Merkmal haben, unterscheiden sie sich doch sehr stark. Amazon Echo kann als Standalone-Box verwendet werden und ist in der Lage, ein Zimmer mit Musik zu beschallen. Weil es keinen Anschluss an eine Musikanlage findet, bleibt es aber in multimedial schon umfangreich ausgestatteten Umgebungen ein Fremdkörper.

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Amazon Echo und Echo Dot: Welches eignet sich für wen? / © nextpit Bildquelle: NextPit

Amazon Echo Dot wiederum kann das Audiosignal an eine HiFi-Anlage weiterleiten, sodass Echo Dot vor allem dort interessant ist, wo bereits Audio-Equipment steht. Der kleine Lautsprecher im Dot ist eher für die Sprachsteuerung geeignet, Musik kann er nur in niedriger Qualität abspielen.

Amazon Echo und Echo Dot: Das Testfazit

In diesem Test geht es nicht nur um Amazon Echo und Echo Dot. Es geht vielmehr um die gesamte Plattform, die dahinter steht. Und die ist ziemlich mächtig. Alexa steuert nicht nur die Musik, sondern im Prinzip kann sie – sofern vorhanden und Alexa-kompatibel – das gesamte Smarthome steuern. Und Alexa ist erweiterbar: Drittanbieter können eigene Skills entwickeln, weswegen das Potenzial im Augenblick gerade einmal aufscheint: Mit jedem zusätzlichen Skill können Alexa und Echo ein bisschen mehr.

Amazon sagt selbst, dass sich die deutsche Alexa erst am Anfang befindet. Im Moment sind also Echo-Käufer eher Betatester. Das ist im Alltag aber nicht so recht zu bemerken: Fast fehlerfrei gelingt Alexa die Spracherkennung, die Sprachausgabe ist sehr natürlich.

Wie steht Ihr zu Amazon Echo? Wollt Ihr es haben? Wartet Ihr auf Google Home? Oder sind die sprechenden Boxen nichts für Euer Zuhause? Verratet es und in den Kommentaren.

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