Auch wenn Mobile Gaming, besonders auf professioneller Ebene, hierzulande noch ein Nischendasein fristet: In anderen Ländern werden bereits ganze Hallen mit Event rund um Spiele wie Vainglory oder Clash Royale gefüllt. Mittlerweile sogar mit enorm hohen Preisgeldern.

Da wundert es nicht, dass auch immer mehr Smartphone-Hersteller sich dem Trend annehmen und spezielle Gaming-Smartphones auf den Markt werfen. Eines davon ist das Asus ROG Phone, dass ich die letzten 48 Stunden ausgiebig zum Zocken nutzen konnte.

Hammer Performance

Das ROG Phone ist zugegebener Maßen mit seinem 6-Zoll-Display kein kleines Smartphone und daher auch nicht mit einer Hand zu bedienen. Es wirkt sogar etwas klobig, was natürlich dem 4.000 mAh großen Akku und der Kombi aus Karbon-Kühlpad, Kupfer-Kühlkörper und 3D Vapor-Chamber zuzuschreiben ist. Aber im Zweihandbetrieb, und so wird das Gerät beim Spielen wohl überwiegend gehalten, stellt das kein Problem dar.

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Mit drei Kühlsystem bleibt das ROG Phone cool. / © Asus Bildquelle: Asus

Das Zocken auf dem ROG Phone ist ganz salopp gesagt ne Wucht. In Sachen Performance schlägt das Smartphone dank auf 2,96 GHz übertaktetem Snapdragon 845 mit 8 GByte RAM auch das von uns zum Vergleich herangezogenen OnePlus 6T und Huawei Mate 20 Pro. Entsprechend schnell werden Apps in den Zwischenspeicher geladen und halten sich dort verdammt lange.

Zum Beispiel stolperte ich gestern Mittag noch ein paar Minuten über das Testgelände bei PUBG und fand mich dort auch am späten Abend ohne erneutes Laden der App wieder, als ich die App für eine Runde vor dem zu Bett gehen öffnete. Das hab ich bislang so auch noch nicht erlebt.

Ein echtes Gaming-Smartphone

Aber das Smartphone hat deutlich mehr zu bieten als nur eine schnelle Performance. Das AMOLED-Display ist nicht nur farbenfroh und ordentlich hell (560 nits). Mit 90 Hz Bildwiederholfrequenz wird alles so angenehm flüssiger animiert, was sich auch in Spielen bemerkbar macht. Ja, das Razer Phone 2 bietet 120 Hz, hat aber auch nur LCD in petto.

Zum wirklichen Gaming-Smartphones wird das ROG Phone aber erst durch seine Features und hier hat Asus um Gegensatz zur Konkurrenz an fast alles gedacht. Ordentlich laute und gut klingende Stereo-Lautsprecher, die nach vorne Strahlen und so im Querformat nicht verdeckt werden? Check! Klinkenanschluss wegen des Lags bei der Bluetooth-Wiedergabe von Spielsound? Yap! Keine Buttons auf der linken Seite, die beim Aufliegen auf dem kleinen Finger stören. Keine in Sicht! Großer Speicher und so Platz für viele Spiele? Hier bitte: 128 GByte.

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Das ROG Phone sieht speziell aus. Aber es macht auch Spaß mal wieder mit einem Hingucker-Smartphone unterwegs zu sein. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Doch das ist natürlich nicht alles. Auch bei der Software hat Asus weiter gedacht. In Spielen kann über das Game Genie die Helligkeit gesperrt werden, damit die durch das Abdecken des Umgebungslichtsensors im Querformat nicht adaptiert wird. Der Speicher kann nur für das Spiel freigeräumt werden, Benachrichtigungen und Anrufe können stumm geschaltet und Infos zur FPS, Temperatur und Auslastung eingeblendet werden.

Der spezielle X-Mode treibt das Smartphone zu Höchsttouren an und trotzdem wurde es selbst bei meiner zweistündigen Spiele-Session nicht unangenehm heiß. Und selbst wenn, ist da ja noch der spezielle Lüft-Adapter. Der sorgt nicht nur dafür, dass Klinken- und Ladekabel so angeschlossen werden könne, dass sie im Querformat nicht stören. Der Lüfter das Smartphone und föhnt Quasi die Finger dabei trocken. Und schwitzige Finger scheinen ein echtes Problem zu sein, denn ich kenne Menschen, die wegen dieses Problems einen kleinen Lüfter an Ihrer Gaming-Tastatur abgebracht haben.

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Der Adapter kühlt das ROG Phone und trocknet die Finger. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Eine weitere Besonderheit des ROG Phone sind die sogenannten Air Trigger. Zwei Schultertasten, die den Finger der Spielers per Ultraschall erkennen und anschließend das Antippen des Displays an einer frei auswählbaren Stelle simulieren. Bei PUBG kann so mit dem linken Daumen laufen, dem rechten zielen und der Schultertaste schießen. Bei Real Racing drei kann man die Schultertasten zum Bremsen und Beschleunigen nutzen.

Nicht alles ist perfekt

Natürlich ist am ROG Phone nicht alles perfekt. Und dabei spreche ich nicht von dem Gerät als Smartphone, das wird sich Nicholas in den kommenden Tagen für den ausführlichen Test genau anschauen, sondern von dem Telefon als Gaming-Device.

Um den Adapter anschließen zu können, muss man beispielsweise einen kleinen Kunststoff-Pinöppel herausnehmen, weiß aber anschließend nicht so recht wohin damit. Auch muss das Smartphone je nach Spiel etwas ungewöhnlich gehalten werden, wenn man mit zwei Daumen im Querformat alle Ecken des Display erreichen will, aber gleichzeitig die Zeigefinger auf den Air-Triggern ruhen sollen.

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Beim Zocken stören weder ein angeschlossener Kopfhörer noch das Ladekabel. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Auch lässt sich der Lüfter-Adapter eher nicht bei Spielen wie Vainglory nutzen, weil hier das Smartphone in der Regel flach auf dem Tisch aufliegt und die Helden mit beiden Zeige- und Mittelfingern kontrolliert werden. Dann kann aber der Lüfter kaum Luft ansaugen. Aber glücklicherweise hielt sich die Wärmeentwicklung wie erwähnt dabei auch ohne Adapter in Grenzen. Und der Fingerabdrucksensor ist schwer zu erfühlen, aber es gibt eine Gesichtserkennung.

Smartphone trifft Handheld 

Das ROG Phone ist für mich das derzeit einzige wirkliche Gaming-Smartphone auf dem Markt. Denn nur Asus scheint wirklich an die Bedürfnisse der Zocker gedacht zu haben. Na gut, sie haben Erfahrung mit der ROG-Reihe, aber sollte Razer die nicht auch haben?

Naja, sei es drumm. Das Zocken auf dem Gerät macht eine Menge Spaß und es ist für mich auf den ersten Blick die nahezu perfekte Kombination aus Smartphone und Handheld. Aber das kann ich aktuell hauptsächlich auf Gamer-Seite beurteilen. Deswegen bin ich umso gespannter, wie sich das ROG Phone im Test schlägt und ob es auch als Smartphone überzeugen kann. Und natürlich gucken wir uns auch das weitere Zubehör für das Telefon an.

Habt Ihr noch etwas, das wir uns in unserem ausführlichen Test genauer ansehen sollen? Dann schreibt es uns gerne in die Kommentare. Nichts? Dann schreibt uns doch gerne, was Ihr vom ROG Phone haltet.