Design und Verarbeitung

Samsung setzt beim Note 2 voll und ganz auf Hochglanzplastik: Das Gehäuse ist glatt und spiegelt. Fingerabdrücke sind dadurch besonders schnell sichtbar und Samsung hätte besser gleich ein Putztuch mit in die Verpackung legen sollen. Gleichwohl macht das Note 2 keinen minderwertigen Eindruck, sondern es ist gut verarbeitet. Einzig der hauchdünne Abzieh-Akkudeckel stört, er ist immer noch sehr fummelig anzubringen. Ich kenne diese Bauweise schon von meinem Galaxy Nexus und schon damals hat sie mich alles andere als überzeugt. Zum Glück muss man ihn nicht so oft vom Gehäuse lösen.

Letztendlich ist das Design des Note 2 natürlich Geschmacksache, aber ich bin nicht gerade ein Fan der Hochglanzoptik und hätte mir ein markanteres Aussehen gewünscht. Aufpassen solltet Ihr übrigens beim mitgelieferten USB-Kabel: Bei meinem Note 2 sitzt es nur sehr locker im Gerät und fällt schnell heraus, wenn man schon leicht daran zieht. Bei meinen anderen Gadgets geht das nicht so einfach.

Ein Samsung Smartphone zeigt die Uhrzeit 16:27, das Datum 25. Oktober und eine Wettervorhersage für Berlin mit 15°C.
Wäre der S Pen nicht im Bild, man könnte das Note 2 glatt für ein Galaxy S 3 halten Bildquelle: nextpit

Stift statt Finger

Als es noch keine kapazitiven Bildschirme gab, musste man immer mit einem speziellen Kunststoffstift kräftig auf dem Display herumdrücken. Das war furchtbar nervig und ist heutzutage alles andere als zeitgemäß. Als Samsung das Note 1 mit dem S Pen vorstellte, war meine erste Reaktion Unverständnis und Misstrauen: Wozu brauche ich einen Stift, wenn ich auf dem riesigen Bildschirm auch alles bequem mit dem Finger treffen kann? Auch beim Note 2 war ich anfangs skeptisch, doch der S Pen bereichert die Bedienung und das Nutzungserlebnis deutlich. In einem älteren Artikel von mir habe ich Euch 10 coole S-Pen-Funktionen vorgestellt. Die sind zwar allesamt sehr praktisch, machen den S Pen aber auch nicht unverzichtbar, sondern eher zu einer mehr oder weniger nützlichen Spielerei. Für meinen Geschmack dürfte der Stift auch gerne dicker und länger sein. Meine Hände sind einfach nicht zierlich genug, um ihn auf Dauer zu nutzen.

Ein Samsung-Smartphone zeigt die handschriftliche Notiz "Android PTT" auf einem digitalen Notizblatt.
Da kann selbst der S Pen nicht helfen: Sauklaue bleibt Sauklaue Bildquelle: nextpit

Der gefürchtete Herstelleraufsatz

So viel ist klar: Samsung musste das Android-Betriebssystem gründlich überarbeiten, um die Funktionen des S Pen zu implementieren. Doch dabei hat man es natürlich nicht belassen, sondern dem Note 2 außerdem die TouchWiz-Jacke angezogen. Auch wenn ich nach wie vor das pure Android ohne Modifikationen bevorzuge: TouchWiz bietet einige nette Schmankerl: Der Welleneffekt beim Entsperren des Telefons ist eine schöne optische Spielerei und gefällt mir richtig gut. Aber auch die Schalter in der Benachrichtigungsleiste sind sehr praktisch, wenn auch ein alter Hut und nicht gerade ansehnlich: Blitzschnell könnt Ihr beispielsweise Bluetooth ein-/ausschalten und Euer Note 2 lautlos stellen. Und apropos lautlos: Der Ruhemodus in den Einstellungen sorgt dafür, dass Ihr nicht von Benachrichtigungen gestört werdet.

Doch TouchWiz hat auch seine Schattenseiten: Das Aussehen vieler Apps und Icons gefällt mir überhaupt nicht und Android sieht seit Ice Cream Sandwich in vielen Bereichen deutlich besser aus als Samsungs Oberfläche. Die E-Mail-App mit ihrem schwarzen Hintergrund ist meiner Meinung nach total misslungen. Und auch das Erstellen von Ordnern auf dem Homescreen funktioniert nicht, indem man zwei Apps einfach übereinanderzieht. Stattdessen muss man lange auf ein App-Icon drücken und dann “Ordner erstellen” auswählen. Das ist nicht besonders intuitiv und unnötig kompliziert. Und warum es im Gegensatz zum Note 1 auf dem Homescreen nur noch vier statt der bisher üblichen fünf Spalten gib, das weiß wohl nur Samsung. Vier Spalten sind zwar der Android-Standard beim Smartphone-Layout, aber wer vom Note 1 kommt, der wird sich bestimmt über diese Änderung ärgern. Als Notlösung bleibt nur der Griff zu einem alternativen Launcher wie Nova oder Apex.

Trotzdem ist die beim Note-2-Version von TouchWiz die bisher beste. Android-Puristen dürften aber nach wie vor einen hohen Bogen darum machen.

Smartphone-Bildschirm mit Uhrzeit 13:12 und App-Symbolen, darunter Chrome, Dropbox und Google+.
Besonders die Entsperranimation und die App-Übersicht sind sehr gut gelungen beim neuen TouchWiz Bildquelle: nextpit

Die inneren Werte zählen

Im Note 2 steckt eine potente Quadcore-CPU, die von 2 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird. Und das merkt man in allen Bereichen: Egal, ob beim Surfen im Internet, Spielen oder beim Zeichnen mit dem S Pen: Alles läuft absolut butterweich und das Note 2 erlaubt sich keinerlei Ruckler. Da wird das Arbeiten mit dem Gerät zur wahren Freude und macht richtig Spaß. Hier gibt es nichts, aber auch rein gar nichts auszusetzen. Das Note 2 bietet genau die Geschwindigkeit, die man von einem Gerät in dieser Preisklasse erwarten kann. Und auch die Kamera macht eine gute Figur: Die geschossenen Bilder können sich für ein Smartphone echt sehen lassen. Klar, gegen eine Spiegelreflexkamera kommt die 8-Megapixelkamera des Note 2 natürlich nicht an, aber die geschossenen Fotos eignen sich durchaus für mehr als nur Schnappschüsse. Für mich ist die Kamera eines Smartphones aber kein ausschlaggebender Kaufgrund und ich bin selbst mit der Kamera meines Galaxy Nexus zufrieden, obwohl die nur eher mittelmäßige Fotos macht. Umso erfreulicher ist es da natürlich, dass im Note 2 eine gute Kamera steckt.

Ein blauer Textmarker liegt neben einer Samsung Galaxy Ace Plus Verpackung, die das Telefon zeigt.
Selbst bei schlechten Lichtverhältnissen sind die geschossenen Fotos immer noch brauchbar. Bildquelle: nextpit

Viel wichtiger als die Kamera ist für mich da die Akkuleistung und die begeistert mich restlos: Der austauschbare Akku ist mit 3.100 mAh mehr als großzügig bemessen und das Note 2 ist auch nach einem langen Arbeitstag immer noch fit, ohne gleich ans Ladekabel zu müssen. Und dabei muss man es noch nicht mal auf Sparflamme betreiben, sondern auch das ein oder andere Spielchen für Zwischendurch ist problemlos drin.

Fazit

Das Note 2 gefällt mir richtig gut: Das 5,55-Zoll-Display ist für meinen Geschmack nicht zu groß und die Bedienung geht flott und flüssig von der Hand. Nur mit TouchWiz tut sich Samsung nach wie vor keinen Gefallen, da pures Android viel besser aussieht. Das ist aber natürlich nur meine persönliche Vorliebe. Auf jeden Fall wird das Note 2 durch TouchWiz nicht verlangsamt, so wie es noch beim Vorgänger der Fall war. Das kann aber auch durchaus am Vierkern-Prozessor liegen. Nichtsdestotrotz erhält man mit dem Note 2 ein rundes Gesamtpaket und einen treuen und zuverlässigen Begleiter für den Alltag.