Was das Design betrifft, war ich zunächst nicht gerade überwältigt, da das Smartphone hier auf den ersten Blick dem Vorgänger sehr ähnlich sieht. Diesmal ist der Bildschirm jedoch noch größer und die Ränder noch kleiner. Das konnte dank zweier Löcher im Display, hinter denen sich die beiden Frontkameras befinden, erreicht werden. Wirklich magisch wurde es, als ich das Gerät drehte. Tatsächlich hatte ich das Glück, die Variante in Ceramic White auszuprobieren.

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Das ist es, was ich wollte! / © NextPit Bildquelle: NextPit

Während das Galaxy S9+ im vergangenen Jahr beim Design einige Zweifel bei mir hinterließ, muss ich sagen, dass der Hersteller beim Galaxy S10+, sowohl im Bezug auf die Verarbeitung, als auch auf die gewählten Materialien wirklich hervorragende Arbeit geleistet hat. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand und fühlt sich solide an – ein regelrechter Handschmeichler.

Ein absolutes Spitzen-Display

Einmal eingeschaltet zeigt sich der eigentliche Star der Show: Das neue 6,4-Zoll-Display ist so hell (1.200 nits maximal) und schön anzusehen, dass es keine Worte gibt, um das zu beschreiben. Wie jedes Jahr ist das Samsung-Display hier konkurrenzlos. Das gilt für die Qualität, die man mit dem bloßen Auge sehen kann, als auch für die Infos auf dem Datenblatt. Hier liefert der Hersteller wieder das beste Display, das jemals den Weg in ein Smartphone gefunden hat.

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Bei Smartphone-Displays ist Samsung immer noch unschlagbar. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der neue Bildschirm heißt Dynamic AMOLED (nicht mehr Super AMOLED), aber abgesehen von diesem Detail ist die verwendete Technologie immer noch OLED und in der Lage, perfekte Schwarztöne zu erzeugen. Aber in diesem Jahr gibt es noch eine weitere Neuerung, und das ist es wahrscheinlich, was das Display des Galaxy S10+ schöner erscheinen lässt, denn je: Es ist in der Tat das erste HDR10+-zertifizierte Display, auf das wir bei unserem vollständigen Test, der in den kommenden Tagen erscheinen wird, genauer eingehen werden.

Ich bin vom Fingerabdrucksensor enttäuscht

Am unteren Ende des Displays befindet sich erstmals ein in das Display integrierter Fingerabdrucksensor, der den rückseitig angebrachten Sensor der vorherigen Generation ersetzt. Die Implementierung von Samsung stellt eine große Veränderung dar, insbesondere im Vergleich zur Konkurrenz: Denn die beim neuen Galaxy S10 genutzt Version funktioniert nicht optisch, sondern mit Ultraschall.

Zu Beginn funktioniert der auch sehr gut und zeigte sich reaktionsschnell und verlässlich bei der Erkennung des Fingerabdrucks. In den folgenden Stunden hatte ich jedoch immer öfter Schwierigkeiten, das Gerät über das biometrische System zu entriegeln: Plötzlich wurde mein Daumen mehrmals nicht erkannt und ich bemerkte sogar, dass die Erkennung immer länger dauerte.

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Ich habe von der Ultraschalltechnologie viel mehr erwartet. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Später in der Nacht bemerkte ich plötzlich ein seltsames Symbol in der Benachrichtigungszeile, und zu meiner Überraschung war es ein Hintergrundupdate für den Fingerabdrucksensor. Das wurde aber so schnell installiert, dass ich nicht einmal einen Screenshot machen konnte. Ich dachte sofort, dass Samsung hier etwas korrigiert hätte, aber leider hat sich nicht viel geändert. Am Ende aktivierte ich dann die ohnehin viel schnellere Gesichtserkennung.

Samsung hat sich so lange Zeit gelassen, um den eigentlich sichereren und besseren Sensor ins Display zu integrieren. Das ließ mich hoffen, dass der perfekte Moment abgewartete wurde, bis die Technik reif genug ist. Aber scheinbar ist das nicht der Fall.

Leistung und Akkulaufzeit: Wie erwartet.

In Sachen Leistung gibt es hingegen wenig zu meckern. Der neue Exynos 9820 erledigt die ganze Arbeit auf die bestmögliche Weise und ist in der Lage, Multitasking mit zahllosen Apps zu bewältigen – auch dank der Unterstützung von ordentlichen 8 GByte RAM. Selbst der interne Speicher wird kein Problem darstellen und die 512 GByte an Bord dieser Version werden mehr als genug sein. Darüber hinaus hilft die UFS-2.1-Technologie dem ganzen Gebilde durch den schnellen Datenaustausch.

Auch beim Akku zeigte sich eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Nein, ich beziehe mich nicht nur auf dessen Größe von 4.100 mAh, sondern auch auf die Laufzeit. Nach dem ersten Aufladen gelang es mir, fünfeinhalb Stunden Screen-on-Zeit zu erreichen, während es nach dem zweiten Aufladen schon 6 Stunden waren – aber mit eingeschaltetem Dunklen Modus. Ein außergewöhnliches Ergebnis, wenn wir es mit den schlechten Ergebnissen der vorherigen Generation vergleichen.

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Fürs Erste scheint es, dass die Akkulaufzeit des Galaxy S10+ mich zufriedenstellen wird. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Endlich mit ordentlichem Weitwinkel!

Was ist mit der Triple-Kamera? Nun, die musste ich natürlich sofort ausprobieren, um die Qualität der neuen Sensoren zu testen. Hier hat Samsung wirklich gute Arbeit geleistet und der Ultra-Weitwinkel-Sensor macht Panorama-Aufnahmen wirklich spektakulär. Aber das ist nur ein erster Eindruck und ein wirkliches Urteil möchte ich mir erst erlauben, wenn wir die Kamera ausgiebig testen konnten. Bis dahin lassen wir die folgenden Bilder sprechen:

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Immer fantastische Tagesaufnahmen … / © NextPit Bildquelle: NextPit
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… atemberaubende Farben beim Sonnenuntergang … / © NextPit Bildquelle: NextPit
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… und ein schöner Bokeh-Effekt auch bei Nacht. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Die finale Software fehlt

Ich war jedoch enttäuscht, dass es in der neuen Kamera-App zwei Modi nicht gab: den Nachtmodus und den neuen Instagram-Modus. Ersteren hatte Samsung zwar während des Unpacked-Events nicht angekündigt. Aber von einem Flaggschiff-Smartphone wie dem S10+ hätte ich einen eigenständigen Night Mode erwartet. Vielleicht wird dieser in einem der kommende Updates nachgereicht, oder aber Samsung vertraut dort vollends auf die intelligente Szenenerkennung innerhalb der Kamera-App. Sobald die finale Software da ist, freue ich mich schon darauf, im Dunklen auf Foto-Safari zu gehen.

  • Nachtmodus im Test: Google Pixel 3 bringt Licht ins Dunkel

Was den Instagram-Modus betrifft: auch der ist noch nicht da. Samsung hat ihn offiziell vorgestellt, aber bisher nicht aktiviert. Ich habe mich das ganze Wochenende damit beschäftigt, mich davon zu überzeugen, dass er nicht doch irgendwo versteckt ist und in jede Ecke der Kamera-App und der Systemeinstellungen geschaut – ohne Ergebnis.

Bei Testgeräten, die einige Zeit vor dem Verkaufsstart bereits an die Presse verteilt werden, sind solche Dinge zwar nicht unüblich, aber trotzdem ärgerlich – vor allem wenn es Funktionen sind, die bei der Vorstellung groß beworben werden. Das ist jedoch nicht nur bei Samsung so – Huawei etwa hatte bei der Vorstellung des Mate 20 Pro eine AR-App ausführlich angepriesen, die sogar erst Wochen nach dem Verkaufsstart erschienen war.

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Schön dieser Instagram-Modus … ach ne, doch nicht! / © NextPit Bildquelle: NextPit

Vor dem Start muss dringend ein Update her!

Bei einigen dieser Details mag ich vielleicht einigen Lesern als zu penibel erscheinen. Doch für mich gehört es dazu, ins Detail zu gehen und jedem Gerät richtig auf den Zahn zu fühlen. Doch wir stehen beim Galaxy S10+ erst am Anfang, und die aktuell auf dem Smartphone installierte Software ist nicht die finale Version. Es werden noch zahlreiche Updates folgen, sowohl vor als auch nach dem Verkaufsstart.

Ich erwarte daher ein oder mehrere Updates, damit die von mir in diesem Artikel aufgeführten negativen Punkte behoben werden. Das erste wird sicher kurz vor dem offiziellen Start am 8. März kommen, sodass wir im endgültigen Test untersuchen können, ob Samsung alle Kritikpunkte rechtzeitig zum Verkaufsstart behoben hat.

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