Wie die meisten Kinder der 80/90er Jahre bin ich mit LEGO aufgewachsen, diesem wunderbaren Bauspielzeug, das stundenlangen Spaß bringt und grenzenlose Fantasie fördert. Die Idee einer LEGO-AR-App hat mich daher begeistert, es ist eine kleine Rückkehr in meine Kindheit durch Augmented Reality. Kurz gesagt, mein persönliches Pokémon GO.

Was Ihr vor dem Start wissen müsst

Der Sinn von LEGO ist natürlich das Bauen. Wenn Ihr nur daran Interesse habt, könnt Ihr die App eher links liegen lassen, da Konstruieren hier gar keine Rolle spielt. Der Fokus liegt mehr auf dem Spielerlebnis: Es besteht keine Notwendigkeit, eigene Ideen zu entwickeln, das übernimmt alles die App für Euch. Das mag zwar die Kreativität einschränken, macht aber trotzdem einen Heidenspaß.

Die App ist bisher nur im App Store erhältlich, Ihr benötigt also ein iPhone oder iPad. Bisher nutzt die Anwendung nämlich Apples ARKit, eine Version für Android bzw. ARCore ist aktuell nicht verfügbar und auch noch nicht angekündigt. Wichtig zu wissen: LEGO AR Studio hat nichts mit dem zu tun, was Apple auf der WWDC präsentiert hat. Bei letzerem handelt es sich nämlich um LEGO Studio AR Experience, welches erst gegen Ende des Jahres verfügbar sein wird.

Alle Spielzeuge, die in der App zu sehen sind, können so auch erworben werden. Wenn wir ehrlich sind, handelt es sich daher durchaus um eine Werbeplattform für LEGO, mit der neue Kunden begeistert werden sollen.

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Daenerys Targaryan, Rhaegal und ein paar Polizisten / © nextpit Bildquelle: NextPit

LEGO 2.0

Wenn Ihr die App startet, wird Euch direkt eine auffällige Warnung angezeigt. Sie soll Euch daran erinnern, dass es sich um eine erweiterte Realität und nicht um eine reale Realität handelt. Achtet also bitte immer auf Eure Umgebung. Das ist zwar für manche offensichtlich, aber schaden kann diese Warnung sicherlich nicht. Danach versucht die App, eine Oberfläche zu erstellen, auf der Ihr spielen könnt. In der Praxis klappt das nicht immer wie gewünscht. Auch wenn vor mir eine komplett ebene und leere Fläche vorhanden war, wollte die App manchmal nicht so richtig. Erst nach mehreren Versuchen ließ sie sich dann überreden, die Fläche zu nutzen. Nicht perfekt also, meist klappt es aber doch irgendwie.

Die App ist sehr intuitiv, schon einigen Sekunden habt Ihr verstanden, wie Ihr sie bedienen müsst. Sie wird im Landscape-Modus genutzt und bietet einige Möglichkeiten: Oben links seht Ihr die Ressourcen, unten links könnt Ihr den Spielbereich zurücksetzen und unten rechts sind die verschiedenen Spielelemente und deren Optionen untergebracht.

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“Hilfe! Ein Drache verfolgt mich!” / © nextpit Bildquelle: NextPit

Im rechten Menü könnt Ihr die virtuellen Elemente auswählen, die Ihr hinzufügen möchtet. Das ist aber gleichzeitig ein kleiner Schwachpunkt der App, denn es gibt nicht wirklich viele Figuren und Objekte, die man hinzufügen kann. So könnt Ihr zwischen einem Piratenschiff – mein persönlicher Favorit – einem Krankenhaus, einem Roboter, einem kleinem Mann auf einem Drachen, einer Polizeistation, einem Lastwagen und einem Zug wählen.

Sobald Ihr eine Figur oder ein Objekt auf Eurer Spielfläche platziert habt, könnt Ihr das Smartphone frei bewegen und auch näher heran gehen, um Details ansehen zu können. Das ist z.B. bei der Polizeistation ganz witzig, da Ihr aus der Nähe sehen könnt, wie sich die Polizisten drum herum bewegen. Hier zeigt LEGO auch etwas Humor, wenn ein Polizist an einen Zaun gefesselt ist.

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Auf dem Piratenschiff ist immer so einiges los. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Interessant sind auch die Auswirkungen, die die unterschiedlichen Elemente aufeinander haben. Wenn Ihr z.B. den Drachen in der Nähe der Polizeistation einsetzt, geraten die Polizisten in Panik, flüchten teilweise durch die Kanalisation und schicken einen Hubschrauber, um den Drachen genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht liegt es vor allem an meinen Erinnerungen an meine Kindheit, aber ich habe mich dabei wunderbar amüsiert. Natürlich benötigt ein Erwachsener aber deutlich mehr als das, um sich längerfristig mit der App zu beschäftigen. Kinder werden aber wohl riesigen Spaß mit der App haben können.

Kurz gesagt

LEGO Studio AR hat großes Potenzial, aber man darf nicht vergessen, dass die Intention hinter dieser App vor allem die Werbung für das eigene Produkt ist. Wer nicht mehr Kind ist, wird sich leider recht schnell langweilen, da es einfach zu wenige Spielfiguren und Objekte gibt. Auf der anderen Seite eignet sich die App für Kinder hervorragend. Vor allem in Kombination mit realen LEGO-Bausteinen kann man hier wirklich viel Spaß haben.