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Unser Test-Parcours

Um die Leistung des Mate 20 X zu testen, haben wir erneut unsere üblichen Benchmark-Apps verwendet, die reine Rechenleistung, Grafikleistung und Speichergeschwindigkeit messen:

  • 3DMark
  • Geekbench
  • Passmark (unter Berücksichtigung nur der Speicher- und Festplattenwerte)

Im Bereich Gaming haben wir Titel wie Asphalt 9, PUBG, Dragon Ball Legends und Dead Trigger 2 getestet, wir schauen uns die Performance aber auch unabhängig von Spielen an.

Spezifikationen auf höchstem Niveau

Im Gegensatz zum immer stärker werdenden Wettbewerb mit Snapdragon-Chips verwendet Huawei den eigenen SoC Kirin 980 neben 6 GByte RAM und 128 GByte internem Speicher. Der brandneue HiSilicon-Prozessor basiert auf der 7-nm-Technologie, die 6,9 Billionen Transistoren aufnehmen kann.

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Der Kirin 980 ist in jeder Hinsicht ein spektakulärer Prozessor. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Dies führt zu einer besseren Energieeffizienz und Leistung im Vergleich zu SoCs auf Basis der 10-nm- und 14-nm-Technologie. Der Chip beinhaltet auch die integrierte Grafikkomponente Mali-G76 und zwei NPU-Einheiten, die die Aufgaben der Künstliche Intelligenz übernehmen.

  • Kirin 980: Chip für das Huawei Mate 20 lässt Konkurrenz hinter sich

Völlig nutzloser Leistungsmodus

Das neue Mate 20 X bringt einen eigenen Performance-Modus mit. Dieser Modus ist standardmäßig ausgeschaltet, er kann aber in den Akku-Einstellungen ganz einfach aktiviert werden. Ein Popup erinnert uns dann daran, dass dieser Modus die Einstellungen des Smartphones optimiert, um eine „maximale Leistung zu bieten“. Dies führt natürlich zu einer kürzeren Akkulaufzeit und einer erhöhten Erhitzung.

Was Huawei behauptet, zeigt sich jedoch in keiner Weise in den Benchmark-Tests. Im Vergleich der beiden Modi zeigen die Tests keinen drastischen Leistungsunterschied, viel mehr ziemlich ähnliche Ergebnisse, insbesondere im Single-Core-Test von GeekBench. Beim Multicore-Test wird es etwas besser, den Unterschied ist aber marginal.

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Tests, die mit aktivem Performance-Modus (rechts) durchgeführt werden, zeigen keine spürbare Leistungssteigerung. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Zusätzlich zu diesem Benchmark haben wir wie immer auch unsere Tests mit 3DMark und PassMark durchgeführt, um die Leistung von Grafikchip, RAM und internem Speicher zu messen. Auch hier gibt der Performance-Modus keinen signifikanten Schub. Den Bechmark-Ergebnissen zu Folge lohnt es sich wahrlich nicht, diesen Modus zu aktivieren, allein schon wegen den Auswirkungen auf die Akkulaufzeit.

Außerdem macht die Verwendung des Performance-Modus auf dem Mate 20 X im Allgemeinen keinen Sinn. Durch die Leistung des Kirin 980 und der Optimierung der EMUI-Oberfläche ist dieses Smartphone bereits unglaublich schnell. Jede Operation wird zügig durchgeführt, von der Suche und Installation von Apps über das Surfen mit Chrome bis hin zum Streaming von Inhalten.

Huawei Mate 20 X: Benchmark-Vergleich

  Geekbench Single-Core Geekbench Multicore 3DMark Sling Shot ES 3.1 3DMark Sling Shot Vulkan 3DMark Ice Storm Unlimited ES 2.0 PassMark Memory (RAM) PassMark Disk
(Lagerung)
Huawei Mate 20 X 3328 9798 3585 4180 MAX 30672 67361
Google Pixel 3 XL 2350 8333 4079 3333 35526 7540 69870
OnePlus 6T 2396 8981 4702 3861 64753 12364 75065
Razer Phone 2 2352 7953 4001 2955 63325 12060 70565
Galaxie-Note 9 3753 8998 3351 2857 41533 10040 71197
Hinweis: Für einen besseren Vergleich haben wir uns entschieden, alle Tests ohne Verwendung des Performance-Modus durchzuführen..

Gaming für Enthusiasten

Was die Gaming-Leistung betrifft, muss sich das Mate 20 X nicht vor den Angeboten der Konkurrenz wie dem Razer Phone 2 verstecken. Asphalt 9 Legends funktionierte reibungslos, ohne Verzögerung oder Laggs, selbst bei maximaler Auflösung. Auch hier hielt das Mate 20 X über 1,5 Stunden durch.

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Es gibt keine Verzögerungen beim Spielen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das Gleiche gilt für Shooter-Spiele: Dead Trigger 2 ist keine Herausforderung für dieses Smartphone, das immer für eine hohe und konstante Bildrate gesorgt hat, unabhängig von der Umgebung der ausgeführten Mission. Gleiches gilt für PUBG Mobile.

Für den anspruchsvollen Gamer bietet Huawei mehrere Zubehörteile an, darunter ein Gamepad, das direkt an den USB-Type-C-Anschluss des Mate 20 X angeschlossen wird. Das Huawei-Gamepad bietet einen Joystick und zusätzliche Tasten, die das Gameplay wesentlich genauer machen sollen. Leider hatten wir bisher nicht die Möglichkeit, das Gamepad auszuprobieren.

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Das Gamepad zum Anschluss an das Mate 20 X deckt nur eine Seite des Smartphones ab. / © GizmoChina Bildquelle: GizmoChina

Im Vergleich zu anderen Android-Smartphones hat mich das Spielen meiner Lieblingsspiele auf dem Mate 20 X definitiv mehr begeistert. Dies ist dem Stereoklang (auch wenn die Lautsprecher oft von den Händen verdeckt werden) und dem exzellenten 7,2 Zoll großen Display mit nur FHD+ Auflösung (2244 x 1080 Pixel) zu verdanken, das ungemein viel Platz bietet.

Sehr lange Akkulaufzeit

Kommen wir aber noch mal zurück zum Akku. Huawei hat keine Kosten und Mühen gespart und nutzt den dazugewonnenen Platz im riesigen Mate 20 X für eine besonders große Akkuzelle: Satte 5000 mAh stehen dem Smartphone zur Verfügung. Das Mate 20 und Mate 20 Pro müssen da noch mit 4000 mAh bzw. 4200 mAh auskommen, was wahrlich nicht wenig ist.

Die Kapazität des Akkus ist sehr komfortabel für längere Wochenenden und hält zwei Tagen durch. Mit automatischer Helligkeit, ein paar Stunden Spielzeit und meiner üblichen Nutzung (fünf GMail-Accounts, Instagram, WhatsApp, Telegramm, Facebook und Internet-Browsing über Chrome) hatte ich kein Problem, das Wochenende zu überstehen, beginnend am Samstagmorgen mit 100 Prozent. Sonntags waren am späten Nachmittag noch gut 15 Prozent übrig. Außerdem muss ich sagen, dass ich, obwohl ich den größten Teil des Wochenendes zu Hause geblieben bin, die Verbindung zwischen WLAN und 4G+ immer wieder unterbrochen habe, um das Smartphone noch mehr auf die Probe zu stellen.

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Die Laufzeit, die der Akku des Mate 20 X bietet, ist herausragend. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Ein Grund für diese Langlebigkeit ist sicher auch der AMOLED-Bildschirm. Im Mate 20 steckt hingegen noch ein IPS-Panel. Wer sein Smartphone eher selten benutzt, muss wahrscheinlich sogar noch seltener aufladen als ich. Aber seien wir ehrlich, dieses Smartphone ist eher für Heavy-User konzipiert worden.

Auch das Aufladen des Akkus beeindruckt. Um die Ladegeschwindigkeit genauer bestimmen zu können, habe ich das Mate 20 X komplett leer laufen lassen. Und siehe da, in nur 30 Minuten sind knapp 50 Prozent Akkuleistung wieder erreicht. Insgesamt braucht der Akku ca. 1 Stunde und 25 Minuten für eine komplette Ladung. Kein schlechter Wert für ein Smartphone mit 5000-mAh-Akku!

Fazit

Aus Performance-Sicht enttäuscht das Mate 20 X überhaupt nicht. Es ist ein flottes Smartphone, das fast nie zögert und eine fast unbegrenzte Akkulaufzeit bietet. Auch beim Gaming zeit es seine Leistungsfähigkeit und bewältigt jedes anspruchsvolle Spiel, ohne mit der Wimper zu zucken. Kurz gesagt, auch vor den bekannten Gaming-Phones muss es sich nicht verstecken, und kommt dabei ohne nervige LEDs oder zusätzliche Lüfter aus.

Auf der anderen Seite ist der 7,2-Zoll-Bildschirm ideal zum Abspielen von Multimedia-Inhalten, aber auch sehr unangenehm bei der täglichen Nutzung. Darüber hinaus hätte eine höhere Auflösung als FullHD+ sicherlich mehr Platz auf diesem riesigen Bildschirm gebracht, aber natürlich auf Kosten der Akkulaufzeit.

Trotz seiner schieren Größe hatte ich mich auf den Test des Huawei Mate 20 X gefreut, nicht zuletzt um alte geliebte Spiele auf neue Art wiederzuentdecken. Und ich muss zugeben, das Mate 20 X hat dabei auch keine schlechte Figur gemacht. Aber beim finalen Test spielt natürlich nicht nur die Performance und die Akkulaufzeit eine Rolle, hier muss sich ein Smartphone auch in den anderen Bereichen beweisen.