Der Browser gehört zu den wichtigsten Apps eines Smartphones, immerhin öffnet er den Zugang zum Internet. Microsoft hat für Windows 10 den Browser Edge entwickelt und präsentiert nun eine Version für Android, die seit Herbst in einigen Ländern als Betatest verfügbar war. Seit wenigen Tagen aber ist der Download auch in Deutschland möglich.

Featureseitig ist beim Edge-Browser für Android alles an Bord, was man von einem Browser erwarten kann. Entscheidender Faktor dürfte vor allem die Möglichkeit sein, Lesezeichen und andere Browserdaten mit dem Microsoft-Konto zu synchronisieren. Lesezeichen und Tabs sind dann auf Eurem Notebook oder PC im Edge-Browser ebenso verfügbar, wie auf dem Smartphone. Ihr könnt einen Tab einfach vom Smartphone auf den PC schubsen – oder anders herum. Somit dürften insbesondere User den Edge-Browser auf Android näher begutachten, die Edge auch auf Windows 10 verwenden.

Ansonsten bietet Edge Standardkost: Es gibt einen Hell/Dunkel-Switch für die Benutzeroberfläche, die Suchmaschine steht standardmäßig auf Bing, lässt sich aber umschalten. Ein Do-Not-Track-Modus und ein Inkognito-Modus – hier InPrivate-Tab genannt – runden die Ausstattung ab.

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Microsoft Edge: Alle wichtigen Browser-Features sind da. / © Screenshots: nextpit Bildquelle: Screenshots: NextPit

Technisch setzt Microsoft auf die HTML-Engine Blink und nicht auf die neu entwickelte Edge-Engine des Desktop-Pendants. Microsoft nutzt außerdem nicht die WebView-Implementierung des Android-Systems, sondern liefert seine eigene Version der Chrome-Engine Blink mit, was Microsoft mit technischen Einschränkungen der WebView-Option begründet. Sinnvoll ist diese Wahl insofern, als dass die meisten mobilen Webseiten mit der Chrome-Engine gut funktionieren sollten und damit Kompatibilitätsprobleme nicht auftreten sollten.

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Microsoft Edge: Legt Websites auf dem Homescreen ab. / © Screenshots: nextpit Bildquelle: Screenshots: NextPit

Auch mit dem Edge-Browser ist es möglich, eine Website auf den Startbildschirm bzw. Homescreen abzulegen. Damit werden eigene Apps für viele Websites überflüssig. Die Websites erscheinen dann übrigens im Multi-Tasking-Menü von Android als eigenständiger Eintrag – also wie eine App. Externe Links öffnen sich im Edge-Browser.

Insgesamt war Edge in unserem Test stabil und stürzte nicht ab. Komfortabel ist der Browser auch. Allein es fehlt das eine Feature, das den Unterschied machen könnte – die meisten Funktionen sind bei anderen Browsern auch vorhanden. Immerhin: Wer Edge auf Windows 10 begeistert einsetzt, kann den Browser jetzt um eine mobile Gegenstelle erweitern. Das ist doch was, oder?

Habt Ihr den Edge-Browser schon ausprobiert? Wie gefällt er Euch?