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Casa Casi 65: Wir lassen uns die Cancel Culture nicht verbieten!

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Heute haben sich Fabi und Casi über Cancel Culture, Rassismus, Winnetou und vieles mehr gestritten unterhalten. Der NextPit-Podcast taucht ein in die komplexe Welt der scheinbar verbotenen Freuden.

Was stimmt eigentlich nicht in diesem Land? Was wollen die uns denn noch alles verbieten?? Darf ich nicht mal mehr meine sagenhaft schlechte Ballermann-Musik hören, wann und wo ich will? Pommes verboten bei Ikea? Skandal! Und als Gipfel der Unverschämtheit stehlen sie uns jetzt auch noch unsere Kindheit, indem sie den tapferen, heldenhaften Winnetou canceln. Aber nicht mit mir, Freunde – ich lasse nicht zu, dass Winnetou, Old Shatterhand, Apanatschi und der gute, alte Sam Hawkens medial in die ewigen Jagdgründe geschickt werden!

So, ich habe mich mal dem derzeit vorherrschenden Empörungs-Duktus hingegen, um lebhaft in diesen Artikel einzusteigen. In der neusten Ausgabe der "Casa Casi" haben Fabi und ich nicht nur ein heißes Eisen angefasst mit der Debatte um "Cancel Culture", sondern auch ganz unterschiedliche Ansichten. Zuviel mag ich natürlich nicht verraten, hört es Euch einfach an. 

Haben wir vergessen, was ein wirkliches "Verbot" ist?

Ihr wisst vermutlich, worüber wir diskutieren, wenn in diesen Tagen der Begriff "Winnetou" fällt, oder? Es gibt einen neuen Film namens "Der junge Häuptling Winnetou". Alles, was daraus erwuchs, bezieht sich ausschließlich auf diesen Film und nicht auf Winnetou an sich und nicht auf die Geschichten von Karl May, mit denen der Film absolut nichts gemein hat. 

Genau das ist aber auch die Crux dieser Geschichte: Die Leute, die sich empören, ignorieren massenweise jegliche Fakten zum Thema und verdrehen die Wirklichkeit bis ins Abstruse. Es wurde weder der Film verboten, noch die dazu geplanten Bücher. Ravensburger als Verantwortlicher für die begleitenden Bücher, hat von sich aus zurückgezogen, nachdem Kritik geäußert wurde. 

Die tatsächliche Geschichte ist aber augenscheinlich einfach nicht mehr relevant für die Art und Weise, wie Menschen darauf reagieren. Leute posten Winnetou-Videos und den Soundtrack, ändern ihre Profilbilder in das Antlitz des Winnetou-Darstellers Pierre Briece, erzählen mit stolzgeschwellter Brust, dass sie "als Kind zu Karneval als Indianer gegangen" sind und dass sie nicht möchten, dass ihnen die Kindheit geraubt wird. 

Wieso glauben also so viele Menschen, dass etwas verboten wurde, was faktisch nicht verboten wurde? "Cancel Culture" ist längst zum politischen Kampfbegriff geworden, der in den meisten Fällen aber gezückt wird, wenn es um alles andere als tatsächliche Verbote geht. Niemand hat Ikea gezwungen, in zwei (!) Filialen auf Pommes zu verzichten. Niemand hat Layla verboten und es hat auch niemand verboten, Speisen mit dem N- oder Z-Wort zu benennen. 

Solche Dinge passieren einfach, weil sich sowohl Sprache als auch unsere Gesellschaft sich in stetem Wandel befinden. Wenn für uns selbstverständlich ist, dass wir uns nicht mehr die Gesichter schwarz malen, wieso sollten wir dann in einem Film, der die indigenen Völker Nordamerikas zeigt, weißen Kindern die Gesichter rot malen? 

Es ist ein sehr schwieriges und komplexes Thema. Weil es in den seltensten Fällen um tatsächliche Cancel Culture geht und weil die Debatten übertrieben emotional geführt werden. Es ist aber auch deswegen so schwierig, weil in diese Diskussion immer auch andere schwierige Themen wie Rassismus oder kulturelle Aneignung eine Rolle spielen. 

Wie schwierig das ist, könnt Ihr in der heutigen Folge hören, denn Fabi und ich sind da manches Mal aneinandergeraten und haben Dinge unterschiedlich bewertet. Selbstverständlich bin ich der Meinung, dass ich im Recht bin und Fabi mit gespaltener Zunge spricht! Aber vielleicht wollt Ihr das ja entscheiden. Daher frage ich mal in die Runde: Folgt Ihr eher meiner Argumentation, dass wir differenzierter auf die Dinge schauen müssen und nicht vorschnell emotional von Verboten und Cancel Culture reden? Oder seid Ihr eher mit Fabi, der der Meinung ist, jetzt müsse man aber langsam auch mal die Kirche im Dorf lassen?

Beantwortet es uns in der Umfrage und diskutiert auch gerne in den Kommentaren hier unterm Artikel oder in den sozialen Medien. 

Auf welcher Seite steht Ihr bei der "Cancel Culture"-Diskussion?
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Casa Casi 65: Show Notes

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22 Kommentare

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  • Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Ich finde es jedesmal erstaunlich, wie Leute steil gehen bei diesem Thema oder auch beim Thema Gendern. Eine Diskussion ist da praktisch nicht mehr möglich, weil das jedesmal gleich in Aggression und Beleidigung umschlägt. Statt Argumente zu finden, hatet man gegen "woke Linke" oder die "Sprachpolizei", "Moralapostel" oder "Wichtigtuer". Ich frage mich ja schon, was für einen Nerv diese Themen bei den jeweiligen Leuten treffen, denn normal ist so eine Reaktion bei derart unwichtigen Themen (gerade in der jetzigen Zeit) ja nun wirklich nicht. Aber da wird seitenlang beleidigt und gedroht, nur weil alte Carl Barks Schinken eine neue Übersetzung bekommen statt die von Erika Fuchs oder weil Verlage sich überlegen, ob man ein hundert Jahre altes Weltbild aus Winnetou oder Onkel Toms Hütte heute noch Kindern vorsetzen sollte. Als hinge der Fortbestand der deutschen Kultur (vor allem bei Barks und Onkel Tom) davon ab, so echauffiert man sich da und schimpft sich in Rage. Da werden Zwänge und Verbote herbeigeredet, die es überhaupt nicht gibt und führt sich auf wie ein Mob kurz vor der Lynchjustiz. Da kann man nur den Kopf schütteln.


    • Carsten Drees
      • Staff
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Danke, Tenten!


    • dieCrisa vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      "Statt Argumente zu finden..."
      Och, da habe ich schon enorm viele gefunden - z.B.:
      youtu.be/Ri-kVYDTEAk
      »Wie Gendern unsere Sprache verhunzt.« gehalten auf dem Symposium »Gender und Sexualpädagogik auf dem Prüfstand der Wissenschaften
      (Dr. Tomas Kubelik, Germanist - sehr lohnenswert; aber sowas guckst Du ja nicht)

      Welche Argumente hast Du so gefunden?

      "...bei derart unwichtigen Themen (gerade in der jetzigen Zeit)..."
      Na, da sind wir uns mal einig - selten genug. Warum dies überhaupt ein Thema (nicht nur hier) ist - dafür kennst Du sicher genug plausible Antworten. Dann lass mal hören!

      "Da werden Zwänge und Verbote herbeigeredet..."
      Gut, dass Du das auch mal ansprichst - kam hier noch gar nicht zur Sprache:

      Von den Universitäten und Hochschulen wurden Genderrichtlinien und -leitfäden entwickelt, um den Lehrkräften und den Studierenden eine Anleitung zum korrekten Gebrauch zu geben (in den Gesellschaftswissenschaften ist Gendersprache verpflichtend). Jedoch werden Klausuren abgewertet (z.B. 10% schlechter) oder gar nicht angenommen, wenn nicht gegendert wurde.
      „Im Sinne der Lehrfreiheit steht es Lehrenden grundsätzlich frei, die Verwendung geschlechtergerechter Sprache als ein Kriterium bei der Bewertung von Prüfungsleistungen heranzuziehen. Lehrende können zum Beispiel in Hausarbeiten Punkte abziehen und so eine schlechtere Note geben, wenn die Geschlechtsbezeichnungen nicht korrekt sind“
      Das ist mindestens ein Zwang, wenn nicht gar ein Verbot (des Nicht-Genderns).

      Wie das OLG Frankfurt a.M. mit Urteil vom 21.06.2022 (Az. 9 U 92/20) entscheiden hat, darf die Bahn nicht mehr nur zwingend als Pflichtfeld in ihren Bestellformularen die Auswahl "Herr/Frau" anbieten, sondern muss auch eine nicht-binäre Geschlechtsidentität zur Auswahl anbieten. Die klagende Person erhielt zudem 1.000 Euro Entschädigung.

      Verwaltungen sind seit geraumer Zeit dazu angehalten, vom ersten Ansatz zum Gendering, der Sichtbarmachung beider Geschlechter, Gebrauch zu machen. Viele der neueren Landesgesetzgebungen handhaben dies ähnlich.

      Ich könnte noch viele weitere Beispiele dieser Art hier vorbringen. In Gesetzestexten, bei Behörden, Schulen, Universitäten, staatsnahe Medien (ÖRR), Kirchen – dort wird gegendert.
      Dann aber davon zu reden, es gäbe keine Zwänge oder Verbote... Sorry, in welcher Welt lebst Du?

      Aus einem Deutschbuch für 12-jährige:
      "Eine/r ist Zuhörer/in der/die andere ist Vorleser/in eine/r liest den Abschnitt vor der/die Zuhörer/in fasst das Gehörte zusammen."

      Wir alle wissen um so manche Schwächen der Kinder, die arge Probleme mit sinnerfassendem Lesen haben. Nicht gegendert ist das schon schwer für diese Kinder, diesen Satz zu verstehen. Und wie mag es Kindern (und auch Erwachsenen) gehen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist? Das inkludiert nicht, das trennt gewaltig!

      "Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder von Hertha BSC"
      das Mitglied (Genus: Neutrum, Sexus: unbestimmt), genauso wie:
      das Haus, das Fenster, das Dach.
      Wer „Mitglieder“ gendert („Mitglieder:innen“), sollte auch diese Begriffe gendern: „Bindeglieder:innen“, „Häuser:innen“, „Fenster:innen“, „Dächer:innen“. Wann kapiert eine Genderin das endlich! Oder versteckt sich für „frau“ das angeblich Männliche etwa im …glied? Es gibt ja sogar ernst gemeinte Vorschläge, ein weibliches Mitglied "Mitklitor" (von Klitoris) zu nennen.

      Der Genderwahn schießt zuweilen gehörig über das Ziel hinaus. Aus Radfahrer und Radfahrerinnen werden nun - um alle möglichen "gefühlten" Geschlechter mit zu meinen - Radfahrende. "10 getötete Radfahrende 2021" meldet der ADFC. Ein Wunder! Tote die radfahren! Schlafende Studenten habe ich selbst schon gesehen. Aber schlafende Studierende? Ja, was nun? Schlafen die, oder studieren die?

      Wo wir gerade bei Wahn sind:

      "... Leute steil gehen ... Aggression und Beleidigung ... hatet man ... da wird seitenlang beleidigt und gedroht ... so echauffiert man sich da und schimpft sich in Rage ... wie ein Mob kurz vor der Lynchjustiz ..."
      Bist Du versehentlich im falschen Portal gelandet? Oder meinst Du tatsächlich die Kommentare hier? Oder sind das schlicht Wahnvorstellungen?
      Kann es nicht eher sein, dass Du steil gehst, ... und Dich in Rage schimpfst? ;)

      Kommentare, die Deiner Beschreibung entsprechen, kann ich hier jedenfalls nicht sehen. Doch muss dieses Thema Dich enorm reizen, um solch heftige Beschreibungen zu formulieren - obwohl es doch "derart unwichtig" ist.

      Bei Political Correctness / Gendern geht es - wie sich unschwer vermuten lässt - (zu) oft um politische, ideologische Beweggründe. Es geht nicht um die deutsche Sprache, es geht um Ideologie. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit der "natürlichen" Entwicklung einer Sprache zu tun. Da entwickelt sich nichts, da wird vorgegeben!

      Zwei Drittel der Deutschen wollen nicht gendern, lehnen dies ab. In einer Demokratie sollte das mehr als ausreichend sein, diesen Schwachsinn endlich zu beenden. In der lebendig gesprochenen Sprache des Alltags, in der Literatur, in der Werbung gibt es praktisch kein Gendern.

      Ich kann nochmals jedem/r empfehlen, sich das in Ruhe aber konzentriert anzusehen:
      youtu.be/Ri-kVYDTEAk


  • dieCrisa vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Die Sprachpolizei war schon u.a. vor 28 Jahren unterwegs:
    nzz.ch/folio/die-sprachpolizei-geht-um-ld.1615894

    Gut gemeint ist eben noch lange nicht gut gemacht - z.B.:
    "Native Americans wollen die Indianer sein, in Amerika Geborene also. Doch der Sprachkritiker der «New York Times» hat dagegen bereits eingewandt, das sei eine Diskriminierung der meisten weissen Bürger der USA, die schliesslich ebenfalls in Amerika geboren seien."
    Zu blöd aber auch. Die eine Diskriminierung in die ewigen Jagdgründe eliminiert, dafür eine andere geboren.

    "Wie war das mit den «Schwarzen»? Bis gegen Ende der sechziger Jahre galt dies als Schimpfwort für jene Amerikaner, die damals korrekt Farbige oder Neger hiessen. Dann stülpte die Bewegung Black Power die Bewertung um."
    Tja, wer hätte das gedacht? Das N-Wort war mal völlig korrekt.

    "So ist es wohl ein Fortschritt, dass die Schwarzen sich mehr und mehr Afro-Amerikaner nennen; nur dass die hellhäutigen Bewohner Nordafrikas es sich verbitten, zusammen mit den dunkelhäutigen im Süden unter den Oberbegriff Afrikaner geschoben zu werden."
    Es ist aber auch zu blöd mit der Political Correctness. Man meint es so gut und läuft dennoch ins nächste Fettnäpfchen.

    "Es gibt im heutigen Sprachgebrauch kein Unkraut und kein Ungeziefer mehr, bloss noch Wildkräuter und Natur. Aber wenn die Natur in der Speisekammer stattfindet und auf der Butter herumläuft, ist es auch nicht das Wahre."
    Political Correctness kann einem aber schon den Appetit verderben!

    Nach dem Krieg galt "Russe" in Deutschland als schlimmes Schimpfwort. In Russland gilt "Deutscher" als Schimpfwort:
    "Deutsche dagegen sind nach Zigeunern das am negativsten beurteilte Volk: Sieben von zehn der Befragten begründen ihre Aversion unter anderem damit, daß die Deutschen »während des Krieges Handschuhe aus Menschenhaut gemacht« hätten. Das Wort »nemez« (Deutscher) gilt als Schimpfwort. Fazit der Soziologen: Der totalitäre Staat lebt in den Kinderköpfen weiter."
    spiegel.de/politik/deutscher-ist-ein-schimpfwort-a-7ad37fa9-0002-0001-0000-000013691325
    (1993)

    Da haben wir noch viel vor. Wenn die Sprache in Deutschland bereinigt ist, beglücken wir den Rest der Welt. Als gäbe es nicht Wichtigeres zu tun. Was wäre die Welt nur ohne die politisch korrekten Besserwisser?

    So aber müssen/dürfen/können/wollen/werden wir einiges streichen:
    Zigeunerjunge -> musikguru.de/alexandra/songtext-zigeunerjunge-5603.html
    Zigeunerschnitzel
    Indianer
    Russe
    Deutscher
    Neger (Ableitung vom lateinischen Wort niger = schwarz)
    Negerküsse
    Zehn kleine Negerlein
    Negerprinzessin (Pippi Langstrumpf)
    Farbiger
    Ausländer (werden zu Menschen mit Migrationshintergrund)
    Putzfrau (Raumpflegerin)
    ... usw., usw., ...

    Wie korrektes und konsequentes Gendern Menschen mit Migrationshintergrund es leichter machen soll, sich besser zu integrieren, ist ein wohl gehütetes Geheimnis. Eines Tages aber werden sie es zu schätzen wissen. Vielleicht. Hoffentlich.

    Man könnte meinen, all dies erschwert es unnötig, die Welt verbessern zu wollen. Aber diese Mühen sollten es uns wert sein!


  • Knurrhahn vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Carsten Drees
    "... niemand verboten, Speisen mit dem N- oder Z-Wort zu benennen."

    N-Wort? Z-Wort? Was soll das sein? Worüber möchtest du reden? Hat deine politische Korrektheit dich so weit gebracht, bei bestimmten Themen nur noch Buchstaben stammeln zu können, dass du nicht mal mehr in der Lage bist, Dinge beim Namen zu nennen? Meine Güte, das ist so grotesk.


    • Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Jeder, der diese Diskussionen in den letzten Jahren auch nur am Rande verfolgt hat, weiß genau, was damit gemeint ist. Dass du zu diesem Thema offenbar überhaupt nicht auf Stand bist, dafür kann niemand etwas. Und so wenig man in Technikartikeln jedesmal erklären muss, was eine Notch oder eine UI ist, so wenig muss man diese Begriffe zu diesem Thema erläutern. Einfach mal googeln statt motzen.


      • Knurrhahn vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Hahaha. You made my day. Habe gewettet, dass du dich wieder berufen fühlst. Wette gewonnen. Ich werde auf dich anstoßen.


      • Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Wenn dus brauchst dann mach es halt.


      • Carsten Drees
        • Staff
        vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Die einen kümmern sich ein bisschen, was in der Welt los ist und wie sich Gesellschaft verändert, Leute wieder Knurrhahn wettet währenddessen lieber mit sich selbst. Muss jeder machen, wie er meint.
        Ich finde es erstaunlich, wenn jemandem beim "N-Wort" nicht einfällt, welches gemeint sein könnte. Das verrät jedenfalls deutlich mehr über Dich als über mich. Erinnert mich an diejenigen, die sich ähnlich echauffiert zu Wort melden, wenn im Teaser-Text gegendert wird und dann gejammert wird, man würde nicht verstehen können, was gemeint wäre.
        Die Welt ändert sich, das hat sie immer getan. Früher wurde nur nicht so viel geheult darüber, dass man nicht mehr mitkommt.
        Und ja, es ist ein Unterschied, ob man "nicht mehr in der Lage ist, Dinge beim Namen zu nennen", oder ob man sich bewusst dazu entscheidet, bestimmte, aussortierte Wortschöpfungen aus seinem Sprachgebrauch zu streichen.


      • Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        "Die Welt ändert sich, das hat sie immer getan."

        Ein schönes Beispiel dafür liefern die Ärzte, die unter anderem ihren Song Elke nicht mehr spielen, weil sie das für "Bodyshaming aus dem letzten Jahrtausend" halten. Gute Haltung, finde ich.


      • Knurrhahn vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        "Wenn dus brauchst dann mach es halt."

        Vielen Dank, Tenten. An deiner Erlaubnis liegt mir sehr viel. Das nimmt den Druck raus.


      • Knurrhahn vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Absurd, wenn Leute wie Carsten Drees sich derart selbst beschneiden, dass sie nicht mehr in der Lage sind, Themen zur Sprache zu bringen, weil sie die Vokabeln dafür aus ihrem Sprachgebrauch gestrichen haben. Neger und Zigeuner deshalb mit "N-Wort" und "Z-Wort" zu kodieren hat etwas ähnlich infantiles wie "Kaka" und "Pipi". Das verrät jedenfalls deutlich mehr über Dich als über mich.


  • rolli.k vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Ich, zum Beispiel, "gendere" nicht, demzufolge ist für mich alles weitergehende gesagt.


  • Conjo Man vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Die einzigen, die sich dazu äußern sollten wie sie sich in den Filmen/Büchern behandelt fühlen, sind die Indianerstämme bzw Häuptlinge selbst - denn um sie geht es in Winnetou.

    Diese ganze Wichtigtuerei wie was geschrieben werden muss, gendern und was nicht alles heutzutage für Themen ausgegraben werden ist teilweise echt hanebüchen m.M.n

    Hierzu haben schon genug Leute vom Fach mit Grips und Argumenten Stellung bezogen und das mal klargestellt. Und wenn sich ein Linguistik Professor zum Thema "gendern" äußert dann bin ich ganz Ohr im Gegensatz zu irgendwelchen Pro-Gender Organisationen wo sich Streithähne und Oberschlaue zusammen tun um die deutsche Sprache zu verkomplizieren.

    Und was hier vor kurzem den Streit oder besser die Diskussion zu mehr oder weniger sinnfreiem Inhalt von "Gute-Laune-ich-hab-den-Kahn-voll-Musik" betrifft...ohne Worte, wenn sich Leute über solch einen Schrott (meine persönliche Meinung) so sehr aufregen und es auf öffentlichen Veranstaltungen verbieten. Sich als heuchelnden Moralapostel aufspielend und zum Schutze der Jugend es zu untersagen grenzt für mich an Realitätsverlust. Die Kinder/Jugendlichen ziehen sich heutzutage weitaus brisantere Inhalte in ihre nichtsahnenden Köpfe, dass es mir oftmals die Sprache verschlägt. Sie werden schlicht und einfach allein gelassen ohne vernünftige Aufklärung. Aber auch bei den Musik-"Künstlern" zeigt sich oftmals aus welchem Holz sie geschnitzt sind mit ihren Texten und Songs.

    Bin jetzt etwas sehr abgedriftet in meinem Post, war mir jedoch ein Bedürfnis. Wer es nicht gut findet, hätte es nicht durchlesen brauchen.


  • Thorsten G. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Grausamer Podcast, ich bin da inhaltlich auch ganz bei Fabian. Klar haben die Indianer nicht so pathetisch gesprochen, übrigens sprachen sie natürlich auch nicht deutsch. Aber nicht jede Ungenauigkeit erzeugt zwangsläufig ein negatives Bild. Deswegen erkenne ich auch nicht, warum Karl Mays Unkenntnis der historischen Situation so schlimm sein soll obwohl er die Protagonisten sehr divergent dargestellt hat. Casi kommt halt auch mit der typisch arroganten Attitüde des (vermeintlich) moralisch Überlegenen daher was dieser und auch anderen Diskussionen meist nicht weiterhilft.


    • Carsten Drees
      • Staff
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Ich denke aber auch, dass "Jetzt ist aber auch langsam mal gut" ebenfalls keine Diskussion befruchtet. Hat auch nichts mit moralisch überlegen zu tun, wenn man weiß, dass sich eine Gesellschaft nun mal weiter entwickelt. Aus irgendeinem Grund ist Vergewaltigung in der Ehe nicht mehr erlaubt, Frauen dürfen wählen und Schwarze dürfen in den USA überall im Bus sitzen, wo sie wollen. Und ich wette, als sich diese Dinge änderten, gab es auch Leute, die fanden, dass das jetzt aber wirklich zu weit gehe.
      Darüber hinaus geht es nicht darum, dass Karl May etwas Schlimmes getan hat, wenn er Dinge aus Unwissenheit falsch beschrieben hat. Aber nur, weil damals das übergriffige Kolonial-Gehabe inklusive der Abschlachtung Indigener sehr romantisiert dargestellt wurde, muss man gleiche Rassismen und Stereotypen ja nicht heute in ganz neuen Geschichten wiederholen.


      • Thorsten G. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Wo wird denn bei Karl May die Abschlachtung der Indianer romantisiert? Was die Weiterentwicklung angeht, bezweifle ich, dass z.B. eine Umbenennung der Indianer in Indigene im deutschen Sprachgebrauch besonders hilfreich ist. Der Begriff war bei uns nie negativ belegt und dokumentiert nur den historischen Irrglauben der europäischen Entdecker einen Westweg nach Indien entdeckt zu haben. Eine besonders woke Truppe hat das nun ohne Notwendigkeit auf die deutsche Sprache übertragen obwohl es hier eine ganz klare sprachliche Begrifflichkeit mit Inder/Indianer gibt. Demnächst soll man dann nicht mehr Türkei sagen weil das zu sehr nach Truthahnien klingt.
        Irgendwann behauptet dann jemand, die Vorsilben Indi seien auch kritisch zu betrachten weil sie, auch wenn indigen nur "eingeboren" heißt, zu sehr an Indianer erinnerten. Ab da darf man dann nur noch autochthon sagen.


  • Michael K. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    "Niemand hat Layla verboten und es hat auch niemand verboten, Speisen mit dem N- oder Z-Wort zu benennen."

    Das stimmt so nicht. Die Stadt Würzburg hat das Abspielen des Songs auf dem Kiliani-Fest verboten, ebenso wie die Veranstalter der Kirmes in Düsseldorf.
    Was ist also ein wirkliches Verbot, wenn diese Verbote keine wirklichen Verbote sein sollen?
    Wer den Text sexistisch findet, sollte sich mal den von "Ayo Technologie" ansehen, oder die von etlichen Rap-Songs.
    Die Freiheit der Kunst hat eben einen Preis.

    https://www.focus.de/panorama/welt/liedtext-als-sexistisch-empfunden-layla-wird-auf-volksfesten-verboten-jetzt-aeussern-sich-ballermann-stars-dazu_id_114943838.html

    Quelle: focus.de


    • Carsten Drees
      • Staff
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Was das Würzburg-Beispiel angeht: Es gibt eine Vereinbarung zwischen Stadt und Volksfest-Betreibende, dass rassistische und sexistische Lieder nicht gespielt werden dürfen. Das betrifft nun Layla, ebenso aber auch andere Werke wie das "Donaulied". Davon abgesehen läuft das Lied landesweit rauf und runter, führte wochenlang die Charts an. Tut mir leid, das sieht mir tatsächlich nicht nach einem Verbot oder einem gecancelten Song aus.
      Ganz schlimm finde ich übrigens dieses "hör Dir mal den Text von XY an"-Scheinargument. Ein sexistischer Text rechtfertigt ja nicht einen anderen sexistischen Text. Ich höre mir zuhause auch Rammstein-Texte an, von denen ich überzeugt bin, dass sie auf einem Volksfest tendenziell eher nicht zu hören sind.


      • Michael K. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Diese "Vereinbarung" gab es, trotzdem schreiben Artikel die ich finden konnte mindestens von "Drängen", in den meisten Fällen wurde von "Verbot" geschrieben.
        Auch ein privatrechtlicher Vertrag kann Verbote enthalten, in der Regel gibt es zu diesen Verboten auch eine Droh- bzw. Sanktionskulisse, weshalb ein Verbot trotzdem ein Verbot bleibt. Wenn jemand einen Arbeitsvertrag (oft notgedrungen) unterschreibt, der ihm das Trinken am Arbeitsplatz verbietet, so ist der Vertrag auch eine privatrechtliche Vereinbarung, die trotzdem ein oder mehrere Verbote enthält, und ggf. sanktioniert. Auch das Verbot in Düsseldorf haben die (meisten) Festzeltbetreiber sicherlich nicht gerne und frohgemut unterschrieben, sondern weil ihnen keine andere Wahl blieb. Die Festgäste hätten mehrheitlich sicherlich das Abspielen gewünscht, was sich auch darin gezeigt hat, dass das Lied von sehr vielen gesungen wurde.
        Dass der Song wochenlang an der Spitze deutscher Schlagercharts war, dürfte genau diesen Verboten mit zu verdanken sein, das ist ja auch dem von mir verlinkten Focus-Artikel so zu entnehmen. Ich persönlich finde eine solche Protestkultur prima, denn ich empfinde die Entwicklungen in Würzburg und Düsseldorf als Teil einer immer mehr ausufernden Verbotskultur. Womöglich hätte es noch viel mehr Verbote gegeben, wenn der Erfolg des Songs den Verbotswilligen nicht gezeigt hätte, wie kontraproduktiv und sinnlos es ist, den Leuten einen harmlosen Spass verbieten zu wollen.

        "Ganz schlimm finde ich übrigens dieses "hör Dir mal den Text von XY an"-Scheinargument. Ein sexistischer Text rechtfertigt ja nicht einen anderen sexistischen Text."

        Die Frage ist doch, ob ein Song sexistisch ist, wie "Layla", wenn es ein anderer wie "Ayo Technologie", der noch viel direkter sexuelle Handlungen anspricht, es nach allgemeinem Empfinden, aber auch nach meinem eigenen eben nicht ist. Schließlich werden solche Lieder kaum indiziert und auch kaum als sexistisch diskutiert.
        "Sexismus" gilt als Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.
        Wenn ein oder mehrere Sänger (oder gelegentlich auch Sängerinnen), zudem in der Rolle des "lyrischen Ichs" zu einer virtuellen "Puffmutter" singt, dass er sie jung, schön und geil findet, wer muss sich dadurch denn diskriminiert fühlen? Und wenn sich ein Sänger, ebenfalls in der Rolle eines "lyrischen Ichs", von einer ebenfalls nicht realen Pole-Tänzerin sexuell erregt fühlt, wird auch niemand diskriminiert, schon gar nicht die Hälfte der Menschheit, sondern es werden normale, alltäglich stattfindende Vorgänge beschrieben. Das passiert auch in Romanen und Filmen und ist in dieser Form höchstwahrscheinlich durch die Kunstfreiheit gedeckt.
        Übertriebene Formen politischer Korrektheit, die der Lebensrealität nicht mehr gerecht werden, werden dagegen zu einer Prüderie führen, die bei einem falschen Blick schon vor den Kadi führen kann, "unter dem Ladentisch" aber Pornoprodukte einen florierenden Handel erleben lässt. Anderswo ist das bereits Realität.
        Das "Donaulied", je nach Version, dagegen beschreibt eine Vergewaltigung, zwar ebenfalls aus Position des lyrischen Ichs und mit nicht real existierenden Protagonisten, aber es geht dennoch um eine klare Straftat, und durch die Form der Beschreibung liegt auch eine Verherrlichung der Straftat nahe. Hier hege ich durchaus Zweifel, ob das noch durch die Kunstfreiheit so klar gedeckt ist.

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