Gewinner und Verlierer: Apple zahlt Strafe an Samsung, aber keine Steuern nach

Gewinner und Verlierer: Apple zahlt Strafe an Samsung, aber keine Steuern nach

Die Technik-Welt hat in der vergangenen Woche viele große Schlagzeilen erlebt: Einen großer Twitter-Hack, Huaweis 5G-Ende in Großbritannien und Apple … Ja, Apple ist noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. Statt knapp 14 Milliarden muss das Unternehmen nur eine Milliarde entbehren. 

Wo sollen wir in dieser Woche nur anfangen? Starten wir mit dem Kandidaten, der am meisten Mitleid erregt hat. Also solches Mitleid, bei dem man den Mund zu einer schmalen Linie formt und die Lippen leicht nach innen zieht. Augenbrauen hochgezogen – fertig. Huawei hat bei mir diese Eskalation meiner Gesichtsmuskeln in der vergangenen Woche ausgelöst. Das chinesische Unternehmen hat immer noch mit den Auswirkungen des US-Banns zu kämpfen und versucht mit allen Mitteln wieder irgendwie Fuß zu fassen. Wie ein Astronaut, der machtlos im Weltall umherwirbelt und verzweifelt versucht, das Raumschiff zu erreichen. Und dann schlägt ein Komet aus Großbritannien ein. Was für ein Drama. 

Großbritannien hat sich dazu entschieden, den chinesischen Tech-Konzern vom Ausbau des superschnellen 5G-Netzes auszuschließen. Noch im Januar hat es geheißen, Huawei dürfe bis zu 35 Prozent der Infrastruktur für das 5G-Netz aufbauen. Deutschland überlegt noch, wie man mit Huawei im 5G-Bereich verfahren will, und hofft auf ein gemeinsames Vorgehen der EU. Für Huawei ist das ein herber Rückschlag. Doch am Donnerstag hat ein Ereignis Huawei vor dem Titel "Verlierer der Woche" bewahrt.

AndroidPIT honor 9x pro app gallery
Huaweis Hoffnung: die AppGallery / © NextPit

Verlierer der Woche: Twitter, wer hat da intern gezwischert? 

Der Twitter-Hack hat bei mir zwar kein Mitleid ausgelöst, aber Neugierde. Solche Neugierde, die einem die Augen aufreißt und den Mund zu einem stummen "O" formt. Ein beherztes "WTF!" – fertig. Was haben Elon Musk, Jeff Bezos, Barack Obama, Apple und Uber gemeinsam? Sie alle verfügen über (mindestens) Millionen Follower auf Twitter. Sie alle sind Opfer einer dubiosen Hacker-Attacke bei Twitter geworden.

Weiterlesen: Alle Infos zum Twitter-Hack

Antoine und ich haben den Vorfall diskutiert und es ist seltsam: Die Hacker haben einen Weg gefunden, wichtige Twitter-Accounts gleichzeitig zu hacken. Sie entscheiden sich dazu, einen lächerlich schwachen Post mit den Accounts abzusetzen und wollen auf diese Weise Kryptowährung erbeuten. Doch statt auf einen originellen und viel persönlicheren Tweet zu setzen, wird ein an Spam erinnernder Text gewählt, in dem aufgefordert wurde, Kryptowährung zu überweisen. Wie einfallslos. Da hackt man das wichtigste Soziale Netzwerk der Welt und erbeutet damit "nur" rund 100.000 Dollar? 

Antoine findet: Das war eine Machtdemonstration, eine Art Hacker-Werbegag. Ich stimme ihm zu, lachen kann ich aber nicht, denn ich finde es höchst beunruhigend, dass sowas im Jahr 2020 möglich ist. Angeblich soll auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung ausgehebelt worden sein. Beruhigend, weil unberechenbar: Die Hacker sind durch einen oder mehrere Komplizen in der Mitte des sozialen Netzwerks erst erfolgreich gewesen. (Korrupte) Menschen waren ja schon immer eine Schwachstelle, vielleicht der gefährlichste Bug von allen … 

Gewinner der Woche: Apple zahlt keine Steuern nach, Samsung hält die Hand auf

Es fühlt sich falsch an, Apple als Gewinner der Woche zu betiteln. Aber ich wähle das Tech-Unternehmen, weil dort bestimmt der Champagner in Strömen floss. Denn wenn ein Unternehmen 13,1 Milliarden Euro Steuern und 1,2 Milliarden Zinsen nachzahlen soll, dann tut das weh. Apple ist vorerst mit dem Steuerdumping durchgekommen und das hat bei mir ebenfalls Emotionen ausgelöst. Ich habe mit dem Kopf geschüttelt. Wehendes Haar, Mund als schmale Linie, Lippen geschürzt – so halt. "Das kann ja wohl nicht wahr sein!" – fertig. Haben einige von Euch sicher auch gedacht, oder?

Ich gönne Apple den Wohlstand, ich mag die Produkte dieses Unternehmens. Vielmehr ärgere ich mich darüber, dass die EU-Kommission es nicht hinbekommt, das Steuerdumping von Großkonzernen über günstige Sonderkonditionen in den Griff zu bekommen. Kleinere Unternehmen haben aufgrund des sogenannten tax rulings gegen die Platzhirsche keine Schnuppe, denn den dicken fetten Geldmaschinen steht noch mehr Geld zur Verfügung, um Produkte weiterzuentwickeln. Die EU-Kommission will nun das Urteil des EuG zugunsten von Apple prüfen und gegen aggressive Steueroptimierung vorgehen. Vielleicht sollte man eher aggressiv gegen Steueroptimierung vorgehen. Also: Augen zusammenkneifen, laut brüllen und mal auf den Tisch hauen – so. 

Apple gewinnt also eine Summe von rund 14 Milliarden und niemand Geringeres als Samsung hält die Hand auf – beziehungsweise legt den Vertrag vor, den Apple mit Samsung als Display-Hersteller eingegangen ist. Apple konnte wohl die vereinbarte Abnahmemenge von OLED-Panels nicht einhalten. Zu wenige Einheiten des iPhone 11 und iPhone 11 Pro wurden verkauft – ob Apple noch mal mitten im Jahr ein iPhone SE vorstellen wird? Fraglich.

Doch auch die Corona-Krise muss als Grund für die Verkaufsschlappe des 11er Modells berücksichtigt werden. "Oder der Preis!!11!", lese ich Euch schon kommentieren. DSCC berichtete in der vergangenen Woche, dass Apple rund 900 bis 950 Millionen US-Dollar an Samsung zahlen muss aufgrund einer Vertragsstrafe. Das ist allerdings nicht das erste Mal. Im vergangenen Jahr – ohne Pandemie – zahlte Apple bereits 683 Millionen Dollar an Samsung wegen zu wenig georderten OLED-Panels. Ende Juli wird Apple die aktuellen Quartalszahlen bekanntgeben, die weitere Analysen erlauben werden. Also mit Brille auf der Nase, Bleistift im Mund, Augenbrauen konzentriert hochgezogen.

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22 Kommentare

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  •   22
    Gelöschter Account vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Das Apple mit einem blauen Auge davon gekommen ist zeigt nur ein weiteres Mal was für ein Trümmerhaufen unsere "gemeinsame" EU eigentlich ist.


  • Der Steuersatz, den Apple in Irland auf seinen Gewinn zu zahlen hatte, betrug laut EU-Kommission im Jahr 2003 lediglich 1 Prozent. Bis 2014 sei er zudem bis auf 0,005 Prozent weiter gesunken, so die Kommission. Sprich: Auf einen Gewinn von einer Million Euro zahlte das Unternehmen demnach lediglich 50 Euro Steuern. Da möchte man doch glatt nach Irland auswandern - gilt nur leider nicht für jeden.

    Dagegen galten im gleichen Zeitraum für andere Unternehmen Steuersätze in Höhe von 12,5 Prozent. Eine solche unzulässige Sonderbehandlung bei den Steuerkonditionen von Firmen ist in der Europäischen Union nicht erlaubt und muss nach der EU-Kommission durch das Nachfordern der Steuerdifferenz rückgängig gemacht werden. Denn natürlich ist es eine erhebliche Verzerrung des Marktes, wenn Regierungen ein Unternehmen mit unfassbar niedrigen Steuersätzen anlocken. Das ist nicht nur unfair gegenüber anderen Konzernen in anderen Mitgliedstaaten, sondern auch gegenüber den Betrieben im eigenen Land. Der EU-Kommission ist es nicht gelungen, rechtlich einwandfrei zu beweisen, dass Irland dem US-Technologie-Unternehmen einen gesetzlich unzulässigen Steuervorteil gewährt habe, argumentiert das Gericht.

    Gut - es ist ganz offensichtlich nicht einwandfrei ein unzulässiger Steuervorteil feststellbar, wenn man nur 0,005% Steuern auf Gewinne zahlt. Kritik daran bezeichnet Apple-Chef (erst kürzlich für Apples Engagement in Irland vom Premierminister ausgezeichnet) Tim (Cook) als "politischen Dreck". Mit 50 Euro pro 1 Mio Gewinn ist Irland allerdings auch nicht zu retten, falls es ihnen mal wieder ans Eingemachte geht. Dennoch klagte Irland selbst - neben Apple - gegen diesen Entscheid, Apple müsse rund 13 Milliarden Euro nachzahlen. In anderen ähnlich gelagerten Fällen hob das Gericht ALLE Entscheide der Kommission wieder auf - die Aussicht auf Erfolg war also geradezu garantiert und das Urteil dementsprechend nicht überraschend. Dass Apple dagegen klagt, ist verständlich - wer zahlt schon gerne 13 Milliarden, wenn man nicht muss? Aber dass Irland dagegen klagt, verwundert dann schon. Wer verzichtet freiwillig auf so viel Geld, wenn es ihm doch schon zugesprochen war? Für Apple ist das Peanuts - für Irland offensichtlich auch! Rund 6000 Mitarbeiter bringen ja auch (Lohn)Steuereinnahmen - reicht doch.

    Rein juristisch scheint alles in bester Ordnung - moralisch auch?

    Tönnies will trotz heftiger Kritik nicht darauf verzichten, Lohnkostenerstattung wegen der behördlichen Schließung seines Hauptwerks geltend zu machen. Notfalls wolle er das auch gerichtlich durchfechten. Damit kommt er sicher durch. Juristisch alles bestens. "Wir haben uns immer an Recht und Gesetz gehalten" - sagt Tönnies. Dubiose Konstruktionen von Subunternehmen mit Werkverträgen in der Fleischindustrie und dementsprechenden "Begleiterscheinungen" wie Massenunterkünfte - alles juristisch in Ordnung. Die Millionen an Gewinnen sind wasserdicht - juristisch. Moralisch auch?

    Ein Geschmäckle bleibt - ein bitteres Geschmäckle. Moralisch kommt mir das Frühstück wieder hoch.
    Und das wird hier auch noch als "Gewinner der Woche" gefeiert. Da kommt mir das Essen von gestern hoch...
    Aber gut - es relativiert sich gerade noch - dieser Artikel stammt aus der gleichen Feder wie die erotische Liebesgeschichte (fälschlicherweise als "Test" etikettiert) um das iPhone SE. Liebe macht ja bekanntlich blind.

    Es ist ganz offensichtlich scheißegal, was um Apple herum passiert - Apple ist immer toll und die Besten der Welt - oder Apple ist sogar Opfer (der Pandemie - was meine Frisörin echt tröstet) und zu bemitleiden. Es dauert nicht mehr lang und es gibt die ersten Spendenaufrufe für Apple (Ähnlichkeiten zum Klingelbeutel in den auch nicht sooo armen Kirchen sind durchaus gewollt). Kritik an Apple? Um Himmelswillen - das ist Gotteslästerung!

    In welcher Welt leben wir mittlerweile? Ist Apple die neue Weltreligion?


    • "Aber gut - es relativiert sich gerade noch - dieser Artikel stammt aus der gleichen Feder wie die erotische Liebesgeschichte (fälschlicherweise als "Test" etikettiert) um das iPhone SE. Liebe macht ja bekanntlich blind."

      Es geht einfach nicht. Kein Beitrag, ohne über jemand persönlich herzuziehen. Und dann über Moral sprechen.


      • Tja, Tenten - wie hätte ich es ausdrücken sollen, dass mir der Artikel "iPhone SE im Test..." von der Art der "Präsentation" (Berichterstattung oder gar Testbericht kann man das nun wirklich nicht nennen) ebenso nicht zusagt wie dieser hier - ohne dabei mehr oder weniger offen auf den/die Verfasser/in zu verweisen? Diese Artikel sind doch Produkt des Urhebers. Wie soll ich das Kind denn nennen?

        Du machst ja auch nichts anderes und übst an meiner Person Kritik. Ziehst Du da nicht auch über mich persönlich her? Ist das Eine verboten - nur weil es Dir nicht schmeckt - und das Andere erlaubt, weil es Deiner Meinung entspricht?

        Die "Liebe auf den zweiten Blick" hat ihre Wirkung nicht verfehlt: "Der knallrote Nagellack vor diesem rosa Yetifell sieht einfach klasse aus!"
        Offensichtlich war auch das Sinn und Zweck des Artikels. Trocken und sachlich vorgetragene Berichte gibt es durchaus - zu anderen Smartphones; ganz ohne Nagellack, ganz ohne "es fühlt sich ebenso unglaublich weich, anschmiegsam und gut an", "Das iPhone SE ist zart, beinahe zerbrechlich,", "Die weiche Glasrückseite" (upps - echt, die ist weich?), "und ist dabei höchst anziehend", "die Nervenbahnen in den Kuppen meiner Finger waren weit davon entfernt, meinem Gehirn ein "heiß" zu übermitteln", "bekommt ein treues Herz", "das weiche, zarte Feeling beim Anfassen", ....
        Na, wenn das nicht zu einer erotischen Liebesgeschichte passt... - gut, mag jede/r sehen, wie man will. In einen Testbericht gehört solches Vokabular jedenfalls nicht.

        Die Fotos sprechen die gleiche Sprache: nicht 1 (und das wäre schon zu viel des "Guten"), 2 oder 3 - nein 6 Fotos mit knallrotem Nagellack vor diesem rosa Yetifell. Andere Smartphones kommen da deutlich sachlicher daher - mit Büroklammer oder Schreibstift im Bild; gänzlich OHNE Hand, Finger - geschweige denn knallrotem Nagellack auf rosa Yetifell.

        Ich fand den Artikel schon sehr lesenswert, auch habe ich nichts gegen eine Liebeserklärung zu einem toten Gegenstand - nur eben nicht als TEST. Da habe ich dann doch andere Maßstäbe. Dass es auch anders - besser - geht, hat selbst Julia Froolyks schon bewiesen. Sie ist sicher ein super netter Mensch und hat´s auch wirklich drauf. Aber diese Liebeserklärung als TEST zu deklarieren, geht - für meinen Geschmack - zu weit. Darf ich diese Meinung nicht haben? Ich gönne es Dir doch auch, dass Du den knallroten Nagellack vor diesem rosa Yetifell klasse findest.

        Tenten, wie Du siehst, kann man über Moral reden, ohne sich - wenn es persönlich wird - selbst daran zu halten; wie Du meinst.
        Genauso kann man jede erdenkliche Aktionen zum Schutze der Umwelt fordern, ohne sich selbst daran zu halten. Da sitzen wir beide im gleichen Boot. Allerdings stelle ich mich selbst nicht ins Licht oder gar über Andere... ;) Ich könnte ja auch sagen, dass Du zum Thema nichts, aber auch gar nichts beiträgst und Dich nur meldest, um über mich her zu ziehen und den Sittenwächter spielst.

        Wie also kann man Kritik an einem Artikel üben, ohne dabei dem Verfasser zu nahe zu treten? Nun mal Butter bei die Fische: WIE?

        Ich wette, darauf bekomme ich keine (sinnvolle) Antwort.

        Gelöschter Account


      • "Ich wette, darauf bekomme ich keine (sinnvolle) Antwort."

        Die Wette hast du gewonnen. Gratuliere.


    •   22
      Gelöschter Account vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      @dieCrisa
      das meiste deines Kommentars sehe ich genauso.
      Allerdings den unteren Teil beginnend mit dem iPhones SE finde ich in diesem Fall doch ziemlich deplatziert.😉


  • Tim vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Ich glaube wenn, dann "knallen" nicht nur bei Apple "die Korken", sondern bei so ziemlich allen Großkonzernen, sei es Google, Facebook, Twitter und wahrscheinlich auch Samsung und Co.

    Wieso es allerdings angesichts der nicht ganz erreichten OLED-Verkäufe fraglich sein soll, ob Apple noch mal ein SE Mitte des Jahres bringt, wundert mich aber schon. Ganz ehrlich, ~800 mio. sind für Apple Peanuts. Das holen die allein mit den SE-Verkäufen in zwei Tagen wieder rein ^^
    Letztes Jahr war das vielleicht noch unerwartet, weil man da noch nicht wusste, ob das XR ankommt. Dieses Jahr dürfte das aber ausschließlich an Corona liegen. Apple plant nicht nur 1-2 Monate im Voraus. Es stand ziemlich garantiert schon vor Release des iPhone 11 fest, dass im März/April das SE kommt. Also die wussten, dass das iPhone 11 und eben auch das neue SE die "Renner" werden und nicht die Pro-Modelle. Dass es Erneut zu Rückzahlungen kam, liegt wie gesagt mMn ausschließlich an der Pandemie.


  • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    > Apple ist vorerst mit dem Steuerdumping durchgekommen und das hat bei mir ebenfalls Emotionen ausgelöst.

    Warum Steuerdumping?
    Weshalb hat das Emotionen ausgelöst?

    Es wurde gerichtlich festgestellt, dass Apple genau die Steuern bezahlt hat, die es zahlen musste. Wenn wir uns in der EU Steueroasen leisten, können wir Firmen nicht dafür verurteilen, sie auszunutzen.


    • Julia Froolyks
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Warum Steuerdumping - weil es durch Schlupflöcher möglich ist. Warum Emotionen? Siehe Antwort 1.


    • @Aries
      Wenn Apple das nutzt was ein Land „bietet“ warum nicht. Ich wäre aber dann dafür das so Länder wie Irland knallhart Bankrott erklärt werden sollten und keinerlei Hilfen Angeboten werden (wie leider schon einmal passiert ist). Apple trifft hier keine Schuld, die liegt bei Irland etc


      • Julia Froolyks
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Sehe ich auch so. Das geht hoffentlich aus dem Text hervor.


      • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Ein Gericht hat festgestellt, dass alles legal ist. Deshalb ist schon die Aussage „Apple zahlt keine Steuern nach“ falsch oder zumindest polemisch. Es gibt keine Steuern, die nachzuzahlen wären!

        Man kann auch nicht eines mit anderem vermischen. Jedes Land hat die Steuerhoheit. Selbst in den USA hat jeder Bundesstaat ein eigenes Steuerrecht.

        Von anderen Steueroasen ganz zu schweigen. Geld ist scheu! Möglicherweise ist es besser, Irland hat die „geringen“ Steuereinnahmen von milliardenschweren Unternehmen, als dass wir noch ein Land mehr durchfüttern müssen?

        Wir können auch über einen Staat „Europa“ nachdenken. Aber dann wird es soetwas wie den Länderfinanzausgleich auf europäischer Ebene geben, Ob das billiger kommt?


      • Länderfinanzausgleich?
        Europa ist zu groß geraten, man sieht es daran, dass einige Länder in der EU sind welche politisch und fiskalisch nicht hierher gehören.

        Apple: Ein lächerliches Finanzgebaren gab es vor 1,5 bis 2 Jahren. Apple war mal nicht liquide und besorgte sich per Kredit mal ein paar Hundert Millionen Dollar bei einer US Bank.
        Schwarzgeld von den Virgin Islands holen kam nicht infrage weil bei Wiedereinfuhr von Geldern die FED 25% Steuern erhebt. Dies war Apple zu teuer. Wie armselig.


      • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        > Europa ist zu groß geraten, man sieht es daran, dass einige Länder in der EU sind welche politisch und fiskalisch nicht hierher gehören.

        Vorsicht mit solchen Aussagen!

        Auch Deutschland gilt als Steueroase! Vor allem werden unsere vergleichsweise geringen Arbeitsentgelte von manch einem anderen EU-Staat kritisiert.

        Mit politisch unterschiedlichen Ansichten muss eine Demokratie klarkommen. Und auch im Deutschen Bundestag sitzt eine Partei die eher auf der Linie einiger osteuropäischer Regierungen ist.

        Nebenbei gibt es auch andere Gründe, die für die Aufnahme von Staaten sprechen. Das ist auch Teil des politischen Spiels. Möglicherweise wäre Deutschland nicht wiedervereinigt, wenn nicht gewisse Zugeständnisse gemacht worden wären.

        Das mag man kritisieren, aber so ist es. Die Welt ist nicht perfekt. Wenn ich mich umsehe, geht es uns in der EU aber ziemlich gut und das schon für eine erstaunlich lange Zeit! Das sollten wir erhalten, indem wir uns annähern und nicht aufs Spiel setzen, nur weil und das Handeln einzelner nicht passt.


      • Ich sehe das anders und verabscheue Unternehmen die so handeln.

        Boykottiere z.b Amazon deshalb auch.

        Die sollen sich mal schön hier beteiligen und nicht nur verdienen.


    • @Aries

      Apple hat die Taxes bezahlt die es musste. Völlig richtig und doch schmierig. Maximalen Gewinn machen ,aber keine Steuern zahlen (auf Teufel komm raus).
      Angelsachsen halt, die sind alle gleich (Uber, Airbnb, usw.).

      Aber man lässt sich wohlwollend zu Spenden herab, mal ein Million für Schulen, oder für Charity und lässt sich dafür beklatschen.
      .......großes Kino.......


      • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Es ist jedermanns Recht, seine Steuerlast maximal zu drücken. Im Grunde macht das jeder, der einen Steuerberater engagiert. Wer nur Einkommen in Deutschland hat, bei dem ist das vergleichbar überschaubar. Wer international tätig ist, hat viele zusätzliche Möglichkeiten. Nebenbei gibt es auch bei uns Arbeitnehmer, die ihre gesamte Lohn- und Einkommensteuer zurückbekommen.

        Vor Gericht geht es nicht um Moral. Vor Gericht geht es um Recht. Um nichts anderes. Wenn es um Moral geht, ist die EU gefragt, ihre Mitgliedsstaaten auf eine Linie zu bringen. Wie schwierig das ist, sehen wir ja an diversen Baustellen. Für Irland sind Steuern eine wichtige Einnahmequelle. Ihnen fehlt der Export. Wenn sie Konzernen mit Milliardengewinnen niedrige Steuern zusagen, ist das in Summe trotzdem ein großer Betrag für das Land. Irland hat gar kein Interesse, seine Firmen genauso zu besteuern, wie Deutschland mit dem starken Export. Wenn die alten Industrien wegbrechen, wird auch unser Staat an der Steuerschraube drehen, um neue Industrien anzuziehen. Im Grunde betreiben Städte ja bereits einen Wettbewerb bei den Gewerbesteuern. Das ist das gleiche im kleinen Rahmen wie in größerem Rahmen innerhalb der EU und in großem Rahmen weltweit.

        Die EU hat ihre Vorwürfe an Apple für das Gericht nicht ausreichend begründet. Deshalb gilt weiterhin der Steuerbescheid der irischen Finanzbehörden. Ob der Fall vor den EuGH kommt, werden wir sehen. Wenn er dort nochmal entschieden wird, ist alles offen. Wenn man empört ist, dann sollte man es über die EU sein, die einerseits kein einheitliches Steuersystem zustandebringt und andererseits keine ausreichenden Nachweise zu den Vorwürfen dem Gericht vorgelegt hat und somit sogar Steuergelder verbrannt hat.

        Ich halte auch nichts davon, den Vorwurf der Steuerhinterziehung mit der gesamten Steuerlast oder Spenden zu verrechnen. Dazu lässt sich hoffentlich kein Gericht hinreißen. Ich muss meine Steuern auch zahlen, wenn ich spende. Ich kann die Steuerlast damit höchstens mindern und das Finanzamt wird mir nichts erlassen, nur weil ich schon "so viel" bezahlt habe.


      • @Aries
        Wohl wahr, ich jedoch kann meine Steuerlast nicht auf 1% drücken und so nebenbei eine Armee an Billiglöhnern halten welche jeden Tag ca.14 Stunden Waren ausliefert zum Mindestlohn, wenn überhaupt. Beispielsweise Amazon.

        Gelöschter AccountWading

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