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Motorola Edge 30 Ultra im Test: Erste 200-MP-Kamera und doch kein Gewinner

NextPit Motorola Edge 30 Ultra Review
© NextPit

Das Motorola Edge 30 Ultra ist das erste Smartphone am Markt mit 200-Megapixel-Hauptkamera. Damit stielt die Lenovo-Tochter ein weiteres Mal Xiaomi die Gunst des Erstgeborenen, die schon beim Snapdragon 8 Gen 1 das Nachsehen hatten. Doch schafft es die marketingtechnisch wohlklingende Monster-Kamera, die Mega-Momente in maximaler Qualität zu manifestieren? Unser ausführlicher NextPit-Test hat genau das und weitere Dinge zum Moto-Flaggschiff für Euch herausgefunden.

Bewertung

Pro

  • Überzeugendes 144-Hz-pOLED-Display
  • Power satt (CPU & Akku)
  • Kamera-Gesamtpaket überzeugt
  • Schlankes Betriebssystem
  • Satter Dolby-Atmos-Sound
  • 3 Versions- und 4 Jahre Sicherheitsupdates

Contra

  • 200 MP sind nicht alles
  • Kein Handschmeichler
  • Keine optionale Speichererweiterung

Kurzfazit & Kaufen

Das Motorola Edge 30 Ultra möchte nicht nur durch seine 200-Megapixel-Hauptkamera beeindrucken  –  aber auch! In vielen Bereichen wie Akku, Optik, Sound und Performance kann das hierzulande umbenannte Moto X30 Pro mehr als überzeugen. Und ja, auch bei der Kamera ist das Moto grundsätzlich eine gute Investition. Warum ich dennoch zögere, lest ihr im Kamera-Abschnitt.

Den positiven Seiten gegenüber steht der schlechte Ruf der Update-Politik, den Motorola aber auf Nachfragen der NextPit-Redaktion mit drei Android-Versions- und vier Jahren Google-Sicherheits-Updates durchaus zufriedenstellend beantworten konnte. Knapp 900 Euro wollen aber nicht leichtfertig ausgegeben werden. Angesichts der Mitbewerber, welche im Premiumbereich schon lange die 1.000-Euro-Marke geknackt haben, ist der Preis dennoch vergleichsweise angenehm. Ich kann das Motorola-Flaggschiff nur empfehlen.

Zu sehen ist das Motorola Edge 30 Ultra mit der ersten 200-Megapixel-Kamera.
Das Motorola Edge 30 Ultra bietet ein umfassendes Gesamtpaket. / © NextPit

Das Motorola Edge 30 Ultra ist hierzulande nur mit 12 GB RAM und 256 GB Flash-Speicher zu bekommen. Farblich bietet euch die ehemalige Google-Tochter Starlight White und Interstellar Black an. Die Verfügbarkeit ist ab sofort gegeben. Wer sich bis zum 15.11.22 für das Edge 30 Ultra entscheidet, bekommt zumindest in Deutschland/Österreich den  kabellosen 3-in-1 Bluetooth-Lautsprecher ROKR 500 im Wert von knapp 60 Euro kostenlos dazu (www.lovemotorola.com/de; einer pro IMEI und nur so lange der Vorrat reicht).

Motorola Edge 30 Ultra: Design und Verarbeitung

Bevor Ihr es von jemanden Anderen erfahrt, sag ich es Euch lieber gleich: Das Motorola Edge 30 Ultra hat ein Endless-Edge-Display. Will heißen: rechts und links vorn gibt's satte Rundungen. Wer meinen Test des Huawei Nova 10 Pro gelesen hat, weiß bereits dass ich das mag – aber auch nur, wenn die seitlichen Berührungen keine ungewollten Aktionen auslösen oder die Benutzung sperren. Das tun sie beim Moto dankenswerterweise nicht.

Gefällt:

  • Unauffälliges Design
  • Matte und fingerabdruckresistente Rückseite
  • solide verarbeitet

Gefällt nicht:

  • An den Seiten zu spitz und daher kein Handschmeichler
  • Tasten könnten besser positioniert sein
  • Nur IP52
Zu sehen ist das Motorola Edge 30 Ultra mit der ersten 200-Megapixel-Kamera.
Die Tasten dürften für meine filigranen Klavierhände ruhig weiter unten positioniert sein. / © NextPit

Unser nach IP52 zertifiziertes Testsample, welches nach der letzten Messung 161,76 x 73,5 x 8,39 Millimeter groß und 199 Gramm schwer ist, kommt in der matten Farbe Interstellar Black. Diese verleiht ihm die Superkraft, gegen Fingerabdrücke immun zu sein. Die Lenovo-Tochter stellt uns in Deutschland alternativ die Farbe Starlight White zur Auswahl. Haptisch gefällt mir das Edge 30 Pro nicht, da es auf der rechten und linken Seite schon recht spitz zu geht – das Handgefühl ist einfach nicht angenehm. Wenn Ihr das Smartphone eh in ein Case steckt, ist das aber egal. Auch die Tasten dürften auf der rechten Seite von ihrer Position her ruhig weiter mittig positioniert sein. In der linken Hand gehalten kommt zwar der Zeigefinger gut an den geriffelte Power- und Standby-Button, aber nicht an die darüber liegende Lautstärketaste.

Die Rückseite hingegen weiß mit ihrem rechteckigen Kamera-Array oben links zu gefallen. Die 200-Megapixel-Hauptkamera wurde in Größe und Tiefe noch einmal hervorgehoben, ohne dabei zu dominant zu wirken. Oben und unten ist das Android-Smartphone plan. Eine analoge Klinkenbuchse fehlt ebenso, wie der bei etwa Xiaomi übliche IR-Blaster. Dafür liefern die beiden Stereo-Lautsprecher mit Dolby-Atmos-Unterstützung einen sehr ausgewogenen Sound, der auch in der maximalen Lautstärke mehr als ausreichend ist.

Motorola Edge 30 Ultra: Display

Motorola verbaut im Edge 30 Ultra ein 6,67 Zoll großes pOLED-Edge-Display mit einer Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixel (FHD+) bei 394 ppi. Das Display-Gehäuse-Verhältnis beträgt 92,12 Prozent. Es bietet einen guten Kontrast, satte Farben und lässt sich hervorragend aus allen Positionen ablesen. Das gilt auch für den Medienkonsum unter direktem Sonnenlicht, wenngleich ich diesen auch schon besser erlebt habe. Die maximale Bildwiederholrate beträgt 144 Hertz, was aktuell noch außerhalb der Norm ist, sofern es sich nicht um ein Gaming-Smartphone handelt.

Gefällt:

  • Curved Display
  • 144 Hertz Bildwiederholrate
  • Knackige Farben, sattes Schwarz
  • Fürs Gaming optimal

Gefällt nicht:

  • Maximale Helligkeit 
Zu sehen ist das Motorola Edge 30 Ultra mit der ersten 200-Megapixel-Kamera.
Ich mag seitlich gebogene Displays sehr. / © NextPit

Ich persönlich würde die maximale Frequenz auch nur für diesen Bereich als sinnvoll erachten. Daher ist meine Empfehlung, die Einstellung auf "Auto" der künstlichen Intelligenz zu überlassen. Beim Zocken gibt es ein seitliches Game-Menü, welches auf unseren Screenshots leider nicht mit aufgenommen wurde. Hier lässt sich dann auch sinnvollerweise die Maximalzahl der dargestellten Bilder auf ein Maximum erhöhen. Auch die maximale Touch-Abtastrate ist eher eine Frage, die Gamer stellen würden. Diese beträgt in unserem Fall 360 Hertz. Motorola gibt eine maximale Helligkeit im Peak (unter direkten Sonnenlicht) von 1.250 Nits an. Unser Messgerät zeigt ohne Sonnenlicht maximale 707 Nits.

Ein typisches Always-On-Display gibt es auf dem Motorola Edge 30 Ultra nicht. Die Moto-Benutzeroberfläche bietet jedoch eine Uhr mit Anzeige von Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm an, wenn man das Smartphone bewegt oder anhebt. Zwar lassen sich App-Icons hier platzieren, doch das Uhren-Widget ist nicht austauschbar. Bei eingehenden Anrufen oder Benachrichtigungen leuchtet das abgeschaltete Display seitlich sanft und dient so quasi als Notification-LED Seitenlicht. Das Feature lässt sich farblich und zeitlich einstellen.

Zu sehen ist das Motorola Edge 30 Ultra mit der ersten 200-Megapixel-Kamera.
Motorola stellt nur ein "Always-on-Display" zur Auswahl – Gestaltungsmöglichkeiten gibt's keine. / © NextPit

Motorola Edge 30 Ultra: Software

Das Motorola Edge 30 Ultra kommt mit Android 12 zum Kunden. Bei der Updatepolitik zeigt man sich noch nicht an der Spitze, aber durchaus zufriedenstellend. Laut der Lenovo-Tochter wird das Edge 30 Ultra in ferner Zukunft auch noch ein Update auf die Android-Version 15 bekommen. Die Google-Sicherheitspatches garantiert man für vier Jahre. Auf unserem Testgerät befindet sich zum Zeitpunkt des Tests (Ende September) der Patch vom 1. August – nicht Rekordverdächtig, aber akzeptabel.

Gefällt:

  • drei System-Updates
  • vier Jahre Sicherheitsupdates
  • keine Bloatware
  • Material-You-Design

Gefällt nicht:

  • nix

Motorola installiert zur allgemeinen Freude keine Bloatware auf seinem Flaggschiff – wenn überhaupt nur Google-Anwendungen. Generell erinnert das hauseigene Moto My UX (User Experience) sehr stark an Googles neues "Material You"-Design. Mir persönlich gefällt es sehr. Hier und da gibt uns Motorola ein paar Tipps, bis auch die letzten Geheimnisse der hauseigenen Benutzeroberfläche gelüftet sind. Prominentes Beispiel ist hier "Ready For", das nicht nur kabellos den Bildschirminhalt auf einen großen Fernseher bringt, sondern auf Wunsch auch auf deinen PC-Monitor. Schnell noch eine Bluetooth-Tastatur und -Maus angeschlossen, und schon mutiert Euer Motorola Edge 30 Ultra zu einem vollwerten Computer mit Android-Anwendungen.

Auch das Edge 30 Ultra besitzt ein seitlich einblendbares Zusatzmenü für individuelle Gaming-Einstellungen. Hier lassen sich allerhand nützliche Dinge an-, aus- und zuschalten. Komplett unbekannt war mir bislang das sogenannte "ThinkShield for Mobile". Eine nach Motorolas Aussagen, Hard- und Software-Sicherheitsfunktion, die den Nutzer des Motorola-Smartphones vor Malware, Phishing und anderen Bedrohungen schützt. Ich sag mal: Nice to have!

Zu sehen ist das Motorola Edge 30 Ultra mit der ersten 200-Megapixel-Kamera.
Mit dem Moto lässt sich gut zocken! / © NextPit

Motorola Edge 30 Ultra: Performance

Im Motorola Edge 30 Ultra schlagen die acht Herzen des Snapdragon 8+ Gen 1. Dieser gilt als aktuelle Speerspitze, was die kalifornische Chipschmiede Qualcomm zu bieten hat. Und während man andernorts dem Kunden die Qual der Wahl mit 8 oder 12 GB RAM und 128, 256 oder 512 GB ROM auferlegt, hat man sich hierzulande ausschließlich für die goldene Mitte entschieden. Mit 12 GB LPDDR5 RAM und 256 GB internen UFS-3.1-Programmspeicher sollten alle Belange erfüllt werden. Eine optionale Speichererweiterung sieht Motorola nicht vor.

Gefällt:

  • Sehr hohes Leistungsniveau
  • Geringere Hitzeentwicklung als beim Vorgänger

Gefällt nicht:

  • Reduziert sehr früh die maximale Leistung
  • Keine Möglichkeit zur Speichererweiterung

Bei unserem Standard-Benchmark, dem WildLife von 3D Mark, war der Snapdragon 8+ Gen 1 zuletzt beim Asus Zenfone 9 im Test der Herausforderung nicht gewachsen. Bei unserem heutigen Probanden hingegen gibt es einen recht beachtlichen Wert von 8.108 Punkten. Auch im täglichen Gebrauch – und das schließt selbstredend das Zocken von Performance-hungrigen Spielen wie Real Racing 3 oder Genshin Impact mit ein – gab es irgendwelche Probleme mit dem Leistungsniveau.

FLIR-Kamera zeigt das Wärmebild des Motorola Edge 30 Ultra
Das Motorola Edge 30 Ultra wird schon warm, aber nicht unerträglich heiß. / © NextPit

Bei unserem forcierten CPU-Stresstest hielt sich auch die gefühlte Hitzeentwicklung in Grenzen – soweit also alles okay. Der Nachfolger des Snapdragon 8 Gen 1 hatte schon öfter unter Beweis gestellt, dass der Prozessor deutlich besser eingestellt ist, was entsprechende Hitzeentwicklungen anbelangen. Dennoch verwunderte es uns, das die vier Performance-Kerne nach knapp einer Minute von 3,18 GHz auf 2,13 GHz gedrosselt wurden. Stellt man sich natürlich die Frage, ob ein solcher Highend-SoC (System on a Chip) unbedingt notwendig ist? 

  Motorola Edge 30 Ultra Asus Zenfone 9 Samsung Galaxy S22 Ultra Samsung Galaxy Z Fold 3 Huawei Mate XS 2
3D Mark Wild Life 8108 Zu leistungsstark 5682 5683 5793
3D Mark Wild Life Stress Test

Bester Loop: 10.250

Schlechtester Loop: 6.101

Bester Loop: 10.524

Schlechtester Loop5.617

Bester Loop: 5741
Schlechtester Loop: 3351
Bester Loop: 5579
Schlechtester Loop: 3435
Bester Loop: 5782
Schlechtester Loop: 3267
Geekbench 5 Einfach: 1325
Mehrere: 4310
Einfach: 1263
Mehrere: 3899
Einfach: 1155
Mehrere: 3356
Einfach: 1095
Mehrere: 3239
Einfach: 840
Mehrere: 2759

Kamera-Knaller mit 200 MP

Die 200-Megapixel-Triple-Hauptkamera des Motorola Edge 30 Ultra ist ein Phänomen für sich. Und das gleich aus den unterschiedlichsten Gründen: Da wäre zum einen die kleine Sensation, dass die Lenovo-Tochter der erste Smartphone-Hersteller weltweit ist, der eine solche Kamera, mit einer derart hohen Auflösung, in die Serienproduktion schickt. Doch wer tatsächlich tolle Fotos mit 200 Megapixeln erstellen will, muss gleich mehrere Hürden überwinden.

Gefällt:

  • 200-MP-Fotos sind möglich
  • Alle vier Kameras sind in der Lage, hochwertige Fotos zu erstellen
  • Bis zu 8K (30 fps) und 4K HDR10+ im Videomodus
  • Tolle Foto- und Video-Funktionen

Gefällt nicht:

  • 200-MP-Aufnahmen dauern zu lange
  • komplizierte Menü-Aufteilung
  • Portrait-KI im Selfie-Modus nicht schlau genug
Zu sehen ist das Motorola Edge 30 Ultra mit der ersten 200-Megapixel-Kamera.
Die 60-MP-Frontkamera macht schicke Fotos. Nur vom Portraitmodus sollte man die Finger lassen. / © NextPit

Beginnen wir erst einmal mit den harten Fakten: Auf der Front verbaut Motorola oben mittig eine 60-Megapixel-Punch-Hole-Kamera mit einer Quad-Pixel-Technologie. Durch Pixel-Binning werden aus einer Pixelgröße von 0,61 Mikrometer ganz schnell 1,22 Mikrometer pro Pixel, was am Ende des Tages für bessere Lowlight-Aufnahmen sorgt. Die Blendenzahl wird mit f/2.2 angegeben. Von dem zusätzlichen Portraitmodus für eine Tiefenschärfe ist abzuraten, da die Algorithmen hier nicht besonders gut zwischen Motiv und Hintergrund unterscheiden können – siehe Test-Aufnahmen unten.

Auf der Rückseite zeigt sich zur Pyramide angeordnet die erste in Serie gefertigte 200-Megapixel-Hauptkamera, welche durch den 1/1,22 Zoll großen Bildsensor Isocell S5KHP1SP von Samsung realisiert wird, optisch ganz nach oben und mit einer großen Umrandung in Szene gesetzt. Hier wird bei einer maximalen Blende von f/1.9 eine sogenannte Ultra-Pixel-Technologie verwendet. Sie macht aus einer ursprünglichen Pixelgröße von 0,64 durch 16-in-1-Binning stolze 2,56 Mikrometer große Pixel (12,5 MP). Sie besitzt außerdem eine optische Bildstabilisierung, die sie auch bitter nötig hat. Nicht nur, dass der 200-Megapixel-Modus unter dem Tab "More" ein wenig versteckt ist, auch dauert die Aufnahme unverhältnismäßig lang, länger sogar als eine Nachtaufnahme. 

Darunter halbrechts ist eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkel-Kamera verbaut. Sie dient bei einer Entfernung von 3 Zentimetern auch als Makrokamera. Auch sie ist mit – nach Quad-Pixel-Binning – 2,56 Mikrometer großen Pixeln ausgestattet. Ihr Sichtfeld beträgt 114 Grad und bietet eine Blende von f/2.2. Hier vermuten wir den 1/2.76 Zoll großen Samsung-Bildsensor ISOCELL JN1, da die von uns ermittelten Daten dem am nächsten kommen. Eine detaillierte Auskunft konnte uns Motorola zum jetzigen Zeitpunkt nicht zukommen lassen.

Eine 12-Megapixel-Portraitkamera mit Zweifach-Zoom vervollständigt das Kamera-Trio – im Array unten links positioniert. Das Öffnungsverhältnis beträgt f/1.6, die Pixel sind 1,22 Mikrometer groß. Auch hier können wir in Sachen Bildsensor nur Vermutungen anstellen. Passen würde demnach ein 1/2.8 Zoll großer Omnivision OV12A10. Auch fristet diese Kamera ein etwas merkwürdiges Dasein, sitzt doch direkt über ihr ein großer 200-Megapixel-Sensor. Selbst bei zweifachem Zoom würde dieser immer noch Fotos mit 50-Megapixeln liefern – bei in der Bildmitte ausgeschnitten immer noch größerer Sensorfläche, als sie der Portraitkamera zur Verfügung steht. Auch ist der HP1-Sensor vermutlich deutlich moderner als der vermutete Omnivision-Chip. Wäre das nicht viel sinnvoller, Motorola?

Zu sehen ist das Motorola Edge 30 Ultra mit der ersten 200-Megapixel-Kamera.
Die 200-MP-Triple-Kamera hat so ihre Tücken. / © NextPit

Gönnt mir noch ein paar Worte zur Usability und den Aufnahmen der Hauptkamera. Die Kamera-App wirkt sehr aufgeräumt. Doch nachdem ich schon so einige Smartphones in meinem Leben getestet habe, verwirrt mich die Menüführung doch ein wenig. Genannt habe ich bereits die Suche nach dem 200-MP-Modus. In den typischen Kamera-Einstellungen wird man jedoch nur zur Frontkamera fündig. Es hat ein wenig gedauert, bis ich auf den Trichter gekommen bin, im Kamera-Sucher einfach einen Swipe von oben nach unten zu wagen. Et voilà – da sind die Zusatzeinstellungen zu der Hauptkamera.

Das Motorola Edge 30 Ultra Kamera-Screenshot
Die Menüführung ist nicht zwingend intuitiv. / © NextPit

Die Fotoergebnisse ohne Vergrößerung und bei gutem Tageslicht wissen zu begeistern. Mit den 200 Megapixeln werden wirklich deutlich bessere Ergebnisse erreicht. Wenn da nicht die langen "Belichtungszeiten" wären. Denn nach dem Schnappschuss wird man sekundenlang dazu aufgefordert, das Smartphone stillzuhalten. Ich frage mich, wozu – um einen Berechnungsprozess kann es sich nicht handeln. Auch die Ultraweitwinkel-Fotos gefallen. Trotz anderem Sensor bieten die Ergebnisse die identische Farbdynamik und Detailtreue. Und während ich mich auch über die Nahaufnahmen erfreuen kann, fallen die Zoomaufnahmen komplett aus der sonst guten Wertung. Diese sind selbst in der geringsten Stufe für die Tonne und weisen tonnenweise Artefakte und verwaschene Pixel auf. Schade.

Bleiben am Ende noch die Nachtaufnahmen sowie die zusätzlichen Filter und Effekte. Ich habe mir mal für die Testfotos den "Color Spot" für Euch rausgesucht. Kennt manch einer vielleicht von Robert Rodriguez beziehungsweise "Sin City"? So sehen die Effekte aus – nichts Besonderes, aber trotzdem cool. Gleiches gilt im Grunde auch für die Nachtaufnahmen. Der Night-Vision-Modus, ebenfalls im More-Menü zu finden, macht schon einen beachtlichen Unterschied. Natürlich gibt es auch einen Pro-Modus, welcher euch alle Freiheiten lässt, bis hin zu RAW-Aufnahmen, um diese später am PC individuell zu bearbeiten.

 

Motorola Edge 30 Ultra: Akku

Motorola verbaut in seinem Edge 30 Pro einen 4.610 mAh starken und fest verbauten Akku. Das allein kann beim Schulhof-Quartett schon beeindrucken. Doch dem nicht genug, gibt es trotz "Eco-friendly packaging" ein 125 Watt starkes Netzteil im Lieferumfang. Das katapultiert den komplett ausgesaugten Akku in knappen 30 Minuten von 0 auf 100 Prozent. Bamm! Und jetzt du Apple!

Gefällt:

  • 4.610 mAh starker Akku
  • 125-Watt-Netzteil gratis dabei
  • Kabelloses Laden mit 50 Watt

Gefällt nicht:

  • Nix
Zu sehen ist das Motorola Edge 30 Ultra mit der ersten 200-Megapixel-Kamera.
Da könnte sich Apple mal ne Scheibe abschneiden: Das 125-Watt-Netzteil ist gratis dabei. / © NextPit

Die aktuelle Schnelllade-Technologie begeistert. Keine 5 Minuten, und das Edge 30 Ultra hat bereits 20 Prozent der gesamten Akkukapazität geladen. Nach 20 Minuten Laden befinden sich bereits 77 Prozent im Energietank. Somit wäre im Grunde auch ein Strom fressendes Smartphone kein Problem. Doch trotz 144 Hertz Bildwiederholrate und dem aktuell schnellstem Prozessor, ist das Motorola-Flaggschiff kein Android-Smartphone mit geringer Akkulaufzeit. Zwei Tage durchschnittliche Betriebsamkeit sind kein Problem. Das bestätigt auch der Akku-Benchmark PC Mark mit einer gemessenen Laufzeit von 12 Stunden und 59 Minuten. Ganz großes Kino Motorola – damit hast du dir einen weiteren Stern in der NextPit-Bewertung erarbeitet.

Motorola Edge 30 Ultra: Technische Daten

  Technische Daten
Name des Geräts
Bild
Wir sehen das Motorola Edge 30 Ultra in Schwarz
Bildschirm 6,67-Zoll-pOLED, Auflösung 2.400 x 1.080 Pixel (FHD+), 144 Hertz Bildwiederholfrequenz
Maße 161,76 x 73,5 x 8,39 mm (H x B x T)
Gewicht 199 g (inkl. Akku)
SoC Qualcomm Snapdragon 8+ Gen1
Speicher
(variiert je nach Region)
8/12 GB LPDDR5 RAM
128, 256, 512 GB UFS 3.1 ROM
Software Android 12 | Moto My UX
Erweiterbarer Speicher Keiner
Hauptkamera 200 MP | f1.9 Blende | 1/1.22 Zoll Optical Format | 0.64 µm Pixel Size | OIS
Ultra-Weitwinkel-Kamera 50 MP | f/2.2 Blende | 114° Blickwinkel | Macro
Tiefenkamera 12 MP | f/1.6 Blende | 1.22 µm Pixel Size | 2x Telezoom
Selfie 60 MP | f/2.2 | 1/2.8 Optical Format | 0,61 µm Pixel Size
Video 4K bei 30/60 fps | 8K bei 24 fps
Audio Stereo-Speaker | Dolby Atmos
Akku 4.610 mAh
Aufladen per Kabel Max. 125 W
Kabelloses Laden (Qi) Max. 50 W / 10 W (Wireless Power Sharing)
UWB Nein

Abschließendes Urteil

Holla die Waldfee! Mein abschließendes Urteil wollt Ihr wissen? Ich glaube das ist mir in meiner 11-jährigen Karriere als Redakteur noch nie so schwer gefallen. Ein echter Zwiespalt tut sich auf. Das Motorola Edge 30 Ultra ist im Ganzen betrachtet ein sehr hochwertiges Android-Smartphone, das wenig bis gar keine Kritik zulässt. Es wird von dem neuesten und schnellsten Qualcomm-Prozessor angetrieben. Bei 12/256 GB Speicher gibt es auch hier keinen Grund zu klagen. Das Curved-Display ist Geschmackssache – mir gefällt es. Bei der Auflösung, maximalen Helligkeit und den 144 Bildern pro Sekunde gibt es keine zwei Meinungen. Akku-Lauf- und Ladezeit, Software und Updatepolitik sind ebenfalls top. Also, wo soll ich noch meckern? Selbst der Preis von knapp 900 Euro geht angesichts der Konkurrenz voll in Ordnung.

Zu sehen ist das Motorola Edge 30 Ultra mit der ersten 200-Megapixel-Kamera.
Dezent aber attraktiv! / © NextPit

Bleibt eigentlich nur noch das Kamera-Trio mit seinem 200-Megapixel-Fotoapparat auf der Rückseite. Aber auch die macht im Grunde sehr gute Fotos. Es braucht halt nur seine Zeit, bis die Aufnahme auf dem Speicher für die Ewigkeit gesichert ist – und das tut der Usability nicht gut. Damit wäre vermutlich das Killer-Feature negiert. Im Großen und Ganzen tut das aber der Gesamtwertung keinen Abbruch, da bis auf Zoom-Aufnahmen alle Fotos ordentlich gelingen. Eine nahezu uneingeschränkte Kaufempfehlung gibt es aber dennoch.

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6 Kommentare

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  • H G vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Kein erweiterbarer Speicher
    Keine Klinkenbuchse
    Kleiner Akku
    3 Gründe für mich dieses Smartphone nicht weiter zu beachten.


    • Matthias "MaTT" Zellmer
      • Staff
      vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Kann ich drauf eingehen:
      256 GB sind meiner Meinung nach gerade so die Grenze, wo man auf eine microSD-Karte verzichten kann. Aber ja, habe ich auch zu einer negativen Bewertung mit einbezogen.
      Fehlende analoge Audio-Klinkenbuchse: Wird ja kaum bis gar nicht genutzt, wenn ich mich so in der Bahn umschaue (klar, hat ja auch kaum noch ein Smartphone). Ist aber für mich ein Generationsding. Man muss auch mal loslassen können :D Also daher kein Minuspunkt.
      Und zum Akku: 4.610 mAh sind bei Dir für ein Flaggschiff zu klein? Finde ich jetzt nicht. Die 5.000-6.000 mAh Schwergewichte findet man doch eher in der Mitteklasse als Verkaufskriterium. Dadurch das der Akku so unendlich lange hält, war auch das kein Grund zur Kritik für mich.
      Mal sehen wie die anderen es sehen. Ich lass mich gern vom Gegenteil überzeugen.

      Nagy


  • Awid vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Hey Matthias! Bleibst den Smartphones also treu ;) Grüße vom ehemaligen Areamobile-Kollegen - der immer die Fotos geschossen hat


    • Matthias "MaTT" Zellmer
      • Staff
      vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Hey Andreas, hoffe alles schick bei dir! Allerdings machen Deine Aufgaben bei NextPit gleich mehrere Leute hier. 😉 Naja, wollen wir keine alten Wunden aufreißen.

      Awid


      • Awid vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Sehr gut :D Dann kann es nur gut gehen mit dem Poetal.

        Mir geht es soweit gut - bin dem Produktmanagement treu geblieben. Aber wer weiß, vielleicht kehre ich ja irgendwann mal zurück zu meinen Wurzeln ;)


  • Olaf Gutrun vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Kann man positiv sehen das die Displayecken schon fast eckig sind b.z.w die Rundung minimal aus fällt, zwar nicht ganz so gut wie beim s22u aber geht in die richtige Richtung.

    Die Edge sieht für mich etwas veraltet aus und erinnert an die ersten Geräte wie z.b ein s6edge.

    Auch da finde ich minimalere Edges, wo hauptsächlich der ungenutzte schwarze Rahmen in der Krümmung ist und ca nur 3mm vom sichtbaren Bildschirm gekrümmt sind für besser.

    Diese art von Edge ist schon etwas veraltet und oft kopiert, Samsung macht das seid dem s20 nicht mehr so was auch richtig ist.

    Wenigstens keine riesen Displayrundungen die Raum für Inhalt verschwenden.

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