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Technisch perfekt (Danke Samsung!)

Das Google Pixel 3 XL verfügt über ein 6,3-Zoll-Display. Ich würde diese Größe nicht als überschaubar bezeichnen, aber die schlanken Ränder machen das Gerät etwas leichter zu bedienen. Das bedeutet, dass das Smartphone die gleiche Größe wie das Pixel 2 XL hat, aber mehr Fläche für die Anzeige von Inhalten zur Verfügung steht. Gorilla Glass 5 schützt das Display vor Kratzern und Stürzen.

Das AMOLED-Panel wird von Samsung hergestellt und hat eine Auflösung von 2.960 x 1.440 Pixel (523 ppi). Auflösung und Pixeldichte reichen damit aus, um auch VR-Apps anständig darstellen zu können.

Samsung hat eine Subpixel-Rendering-Technologie implementiert (die auf allen OLED-Panels mit PenTile-Technologie verwendet wird), um das Display noch besser zu machen. Das bedeutet, dass das Panel des Pixel 3 XL RGB-Subpixel hat, die zu Gruppen zusammengefasst sind, die Pixel genannt werden. Die Subpixel sind jedoch weiterhin frei konfigurierbar, sodass das Display ein noch schärferes und definierteres Bild auf dem Bildschirm darstellen kann.

Unsere Kollegen von DisplayMate sagen, dass dieser kleine Trick den Bildschirm bis zu dreimal besser aussehen lassen kann als die klassische Pixel-Rendering-Technik, bei der jedes Subpixel-Trio (rot, grün oder blau) auf starre Weise in einem Pixel zusammengefasst ist.

Samsung Diamond Pixels
Das Galaxy S9 und Note 9 verwenden ebenfalls eine Subpixel PenTile-Matrix. / © Display Mate (Samsung) Bildquelle: Display Mate (Samsung)

Die auf dem Display angezeigten Farben sind unglaublich realitätsgetreu und übertreffen sogar die Werte von Samsungs eigenen Panels, die im Note 9 und iPhone XS zum Einsatz kommen. DisplayMate gab dem Pixel 3 XL aufgrund der Qualität des verwendeten Panels und der hervorragenden Kalibrierung eine der höchsten Bewertungen, die je ein Smartphone erhalten hat.

Wir haben unsere eigenen Tests mit dem Datacolor Spyder 5 durchgeführt und konnten die ausgezeichnete DCI-P3-Farbreproduktion überprüfen. Android (ab Version 8.0 Oreo) ermöglicht es Euch, das Farbprofil des Displays in Echtzeit basierend auf den angezeigten Inhalten anzupassen. Es liegt an den Entwicklern zu entscheiden, ob sie einen erweiterten Farbraum für ihre Apps aktivieren möchten, wenn sie mit kompatiblen Displays verwendet werden.

Google bietet ein ausgezeichnetes Paket mit dem Glas auf dem Panel, das ein unglaublich geringes Reflexionsvermögen aufweist. Die 4,3%-Messung ist der niedrigste Wert, der jemals von DisplayMate auf einem Smartphone gemessen wurde.

Die einzige wirkliche Schwäche, wenn man es so nennen kann, ist die maximale Helligkeit, die ’nur‘ 424 nits erreicht. Dieser Wert liegt aber bei 680, wenn Ihr HDR-Inhalte wiedergebt. Das bedeutet, dass das Pixel 3 XL für diesen visuellen Standard zertifiziert ist, aber dieser Wert liegt immer noch weit hinter den 1000 Nits eines Note 9. Bei direkter Sonneneinstrahlung können Inhalte weiterhin gut abgelesen werden, mit der Leistung eines Samsung-Flaggschiffs kann dieses Display hier aber nicht ganz mithalten.

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Wie bei allen OLED-Panels sind die Kontraste fantastisch. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Die Notch in Zahlen

Die außerordentlich große Notch hat definitiv eine Reihe von wütenden Kommentaren im Internet ausgelöst. Wenn man sich die tatsächlichen Zahlen ansieht, ist sie beim Pixel 3 XL jedoch nicht wirklich so groß, wie es zunächst den Anschein macht. In Realität wirkt sie nicht so groß wie auf Fotos.

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Ein Smiley wird Euch überall hin begleiten. Ist das beruhigend oder beängstigend? / © NextPit Bildquelle: NextPit

Android ist gereift, und das Display-Management ist überragend

Nicht nur das Display des Pixel 3 XL ist ausgezeichnet, auch das Softwaremanagement ist fantastisch und hat sich in den letzten zwei Jahren stark verbessert. Android steht seinem iOS-Pendant, das bis zur Veröffentlichung von Android 8 Oreo ein besseres Farbmanagement hatte, in nichts mehr nach. Google hat nun dank der Color Management API die technische Lücke geschlossen.

Die Ergänzung um die adaptive Helligkeitsregelung ist eine weitere willkommene Änderung. Euer Smartphone ist nun in der Lage, die Einstellungen basierend auf den Gegebenheiten der Umgebung zu wählen und versucht, die Änderungen, die Ihr normalerweise am Display vornehmen würdet, zu automatisieren.

In den Display-Einstellungen stehen drei Farbprofile zur Auswahl: Natürlich, Verstärkt und Adaptiv. Der adaptive Modus ist derjenige, den ich am häufigsten für diesen Test verwendet habe, da er dem Smartphone ermöglicht, den Vorteil des DCI-P3-Farbspektrums zu nutzen, während die Displayfarben hell und lebendig bleiben. Es ist ein schöner Mittelweg zwischen den übersättigten und völlig verblassten Modi des Pixel 2 XL, und es ist schön zu sehen, dass Google das Feedback der Benutzer berücksichtigt hat.

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Das Pixel 2 XL hatte kein fantastisches Display, für den Alltag war es aber ok. / © NextPit von Irina Efremova Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Leider gibt es keinen Weißabgleich, aber das stört nicht weiter, da die Standardeinstellung schon ganz gut passt. Mit dem einstellbaren Nachtmodus, der die Augen schonen soll und manuell oder automatisch aktiviert werden kann, könnt Ihr die Anzeige in Gelb tauchen.

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Ihr könnt natürlich auch die DPI, also die Größe der Elemente auf dem Display, in den Einstellungen verändern. Zusätzlich könnt Ihr wie schon beim Pixel 2 XL das dunkle oder helle Theme wählen, oder das System basierend auf Euer Wallpaper selber wählen lassen.

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Stock-Android hat heute viele Funktionen, die von den Skins der Hersteller übernommen wurden. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Last but not least enthält das Always-on-Display alle Funktionen, die Android 9 Pie für die gesamte Pixel-Serie eingeführt hat, einschließlich der Möglichkeit, das Wetter anzeigen und Benachrichtigungen zu lassen. Auch die neuen Live-Hintergründe könnt Ihr aktivieren, wenn Ihr ein bisschen Bewegung ins Spiel bringen möchtet.

Stock-Android ist mittlerweile weit gekommen und erwachsen geworden. Ein neidischer Blick auf Samsung Experience oder EMUI ist hier nicht mehr nötig.