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Legen wir zunächst die Karten auf den Tisch: Dies ist ein persönlicher Erfahrungsbericht darüber, wie sich ein LG G2 im realen Leben schlagen kann, kein objektiver Testbericht aus dem Labor. Mein Exemplar ist gerootet und läuft mit CyanogenMod, sodass meine Erfahrungen nicht automatisch 1:1 auf ein unverändertes G2 anwendbar sind. Auch ist mein Nutzungsverhalten nicht verallgemeinerbar. Dennoch glauben wir, dass ein Langzeiterfahrungsbericht, so subjektiv er auch sein mag, auf seine Art mindestens genau so informativ sein kann wie ein offizielles Review, in manchen Punkten sogar mehr.

Was ließ mich zum G2 tendieren?

Zwei Aspekte haben mich seinerzeit vom Nexus 5 abgehalten und zum G2 tendieren lassen: der Akku und die ungeschlagen schmalen Displayrahmen.

Was waren meine Bedenken?

Das Display macht mit seinen 5,2 Zoll die Bedienung schwerer für all jene, die nicht mit Bärenpranken gesegnet sind. Die Buttons auf der Rückseite erschienen mir gewöhnungsbedürftig. Außerdem halte ich LGs Benutzeroberfläche aus dem Jahr 2013 für unerträglich, genau wie die Haptik und das glänzende Plastik des Gerätes. Hier gefiel mir gerade das Nexus 5 um Galaxien besser.

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Die Buttons und der glänzende Kunststoff machten mir anfänglich Sorgen. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Meine Erfahrungen – Der Akku

Für mich steht fest: Der Kauf war richtig, und ich habe ihn nie wirklich bereut. Die 3.000-mAh-Batterie hat meine Akku-Paranoia fast verschwinden lassen. Anfangs hatte ich nicht einmal eine Akkustandsanzeige auf dem Display, da ich sie einfach nicht mehr brauchte, und das will bei einem echten Akku-Paranoiden wirklich etwas sagen. Ich bin jemand, den man guten Gewissens als extremen Poweruser bezeichnen kann. Ich entsperre nach eigenen Tests nicht selten deutlich über 100 Mal am Tag das Gerät, habe daher eine extreme Screen-On-Time. Sogar ich komme auch nach neun Monaten bei massiver Nutzung, die die überwiegende Mehrzahl der Nutzer vermutlich nicht zutrifft, gut durch den Tag, und damit meine ich einen langen Tag von 6 bis 24 Uhr!

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Natürlich ist dies reine Geschmackssache, aber der Look der Benutzeroberfläche mit seinen verspielten Farben und veralteten Icon-Designs ist vielen Nutzern ein Dorn im Auge – so auch mir. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Display, Haptik, Buttons

Das Display ist toll, das wussten wir. Aber gewöhnt man sich auch an die Größe? Ich kann diese Frage für mich eindeutig mit “Ja!” beantworten, selbst bei einem kleinen Daumen. Ein kleineres Gerät würde ich nicht mehr haben wollen. Die Buttons auf der Rückseite waren mir schon nach wenigen Tagen ins Blut übergegangen, und dank KnockOn und KnockOff musste ich diese ohnehin selten betätigen. Trotzdem tat ich es zum Beispiel beim Herausziehen aus der Tasche intuitiv, da der Zeigefinger von alleine dort landet. In einer einzigen Situation verfluchte ich sie jedoch: Beim Fotografieren im Querformat. Hier kann man die Buttons als Kameraauslöser vergessen. Im Hochformat hingegen ist es überhaupt kein Problem. Die Haptik des Gerätes war ob der glatten Rückseite schon eher problematisch, besonders im Winter mit Wollhandschuhen. Das löste ich durch eine rückseitige Carbon-Folie (wie wir sie hier vorgestellt haben). Sie macht das Gerät aus meiner Sicht hübscher, fingerabdruckabweisend, kratzresistenter und griffiger.

Kratzresistenz

Verlieren wir ein Wort über das Thema „Zahn der Zeit“: Mir ist das G2 ein paar Mal aus der Hand gerutscht. Es waren keine tiefen Stürze, die zwangsläufig ernsthaften Schaden hätten anrichten müssen. Auch versuche ich, es nicht mit Schlüsseln in einer Tasche aufzubewahren, da ich keinerlei Displayfolie nutze. Dennoch vergesse ich das ab und zu. Bis heute kann ich nur einen Kratzer auf dem Display verzeichnen, zwei kleine auf dem Schutzglas vor der Kamera und einen nicht erkennbaren Minikratzer an der oberen Rückseite (wo keine Folie sitzt). Der dünne, silberne Plastikrahmen, der das Display umschließt und nur frontal erkennbar ist, hat vor Kurzem angefangen, punktuell abzuplatzen. Nach etwa sieben Monaten zeichnete sich ein lokal begrenzter gelber Schimmer am linken Bildschirmrand ab. Woran das liegt, ist unklar, ein Serienfehler scheint es jedenfalls nicht zu sein. Davon abgesehen, ist das Gerät bei vorsichtiger Behandlung ohne Schutzhülle gut gealtert und hat sich als recht stabil und resistent erwiesen.

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Rings um das Display sieht man kleine schwarze Lücken – hier ist der Lack ab. Am linken Bildschirmrand sieht man die Verfärbung. Dank Smart Launcher 2 ist die hässliche Benutzeroberfläche jedoch kein Thema mehr. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Die hässliche Benutzeroberfläche

Das subjektive Problem mit der hässlichen Benutzeroberfläche löste ich durch ein Custom-ROM und einen Launcher. Nun ist klar, dass nur ein Bruchteil sein Smartphone rooten will, und das ist in Ordnung. Denn ich muss auch anmerken, dass das fachgerechte Pfuschen mit dem System durchaus gewisse, wenn auch minimale, Performance-Einbußen und gelegentliche Bugs und Abstürze mit sich brachte. Aber ein Launcher alleine, was keinen Eingriff in das System und nicht mehr als das Installieren einer App erfordert, löst das Problem fast genau so gut und stört nicht die Systemoptimierung vom Werk aus. Somit sollte sich niemand von einer hässlichen Oberfläche vom Kauf eines wirklich erstklassigen Smartphones abhalten lassen, auch wenn er technisch unerfahren ist.

Fazit

Das LG G2 hat für mich gehalten, was es anfangs versprochen hatte, unangenehme Überraschungen blieben auch nach einem Dreivierteljahr Nutzung aus. Im Jahr 2014 reicht das Gerät noch immer vorbehaltslos für jede erdenkliche Nutzung und jeden Anspruch aus und ist in meiner 16-GB-Variante aktuell ab etwa 312 Euro zu haben (Stand: 01.08.14). Wer über einen Kauf nachdenkt, wird zumindest von mir nach reichlicher Nutzungserfahrung keine Gegenargumente erhalten.