Verkauf in Deutschland

Das Essential Phone ist nun auch den eigenen Online-Shop.

Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick besticht das Essential Phone durch das minimalistische, eben auf die Essentials reduzierte Design. Statt Glas oder Aluminium kommt hinten die selten gesehene Keramik zum Einsatz. Die zieht Fettfinger zwar genau so an wie Glas, fühlt sich aber ziemlich cool an. Als Rahmen verwendet man Titan. Der Hersteller verspricht, dass das Gerät damit robuster sei als manche Aluminum-Phones.

AndroidPIT essential phone 7976
Der Titanrahmen ist einmalig in der Industrie. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Ein Loch im Display, bevor Apple es cool machte

Apple war keinesfalls der erste Hersteller mit einer Lücke im Display. Essential war schon vorher so mutig und setzte die Selfie-Cam in eine Aussparung mitten im sichtbaren Bereich des Displays. Das wird zum Trost aufs 19:10-Format gezogen und löst mit 2.560 x 1.312 Pixeln auf; das alles auf 5,71-Zoll.

AndroidPIT essential phone 8005
Essential war recht fix mit dem Oreo-Update. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Die Bildschirmausnutzung ist mit 84 Prozent überdurchschnittlich gut. Überdies geht das Display an den seitlichen und der oberen Kante bis zum Rand, was dem Ganzen ein recht interessantes Gesicht verleiht.

Die Doppelkamera und das 360-Grad-Modul

Die Kamera-Ausstattung ist der Smartphone-Oberklasse entsprechend gut. Vorne haben wir eine 8-MP-auflösende Fixfokus-Kamera mit f/2,2-Blende. Hinten haben wir eine 13-MP-Doppelkamera, von der eine in Huawei-Manier schwarzweiß abtastet und Kontraste verbessert. Ihre Öffnung beträgt f/1,85 und der Fokus arbeitet sowohl mit Phasenerkennung als auch mit einem Laser. Ein Dual-Tone-LED-Blitz ist Ehrensache.

AndroidPIT essential phone 7965
Essential verzichtet auf ein Logo. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Rechts vom Kameramodul erspäht man zwei Kontaktflächen für Zubehör-Module. Als Praxisbeispiel diente die hauseigene 360-Grad-Kamera, die als die weltweit kleinste ihrer Art gefeiert wird. Über die Kontaktflächen bezieht sie ihren Strom, während die Datenübertragung kabellos erfolgt.

Essential Phone PH-1: Technische Daten

 
  Essential Phone PH-1
Display 5,71″ Zoll, 19:10,
2.560 x 1.312 Pixel, QHD
OS Android Oreo 8.1 (per Update)
Chipsatz Qualcomm Snapdragon 835
RAM / Interner Speicher 4 GByte / 128 GByte UFS 2.1
MicroSD No
Selfie-Kamera

8 MP, Fixfous

Hauptkamera Dual (RGB + BW) 13 MP, f/1,85, Laser-Fokus
Akku 3.040 mAh
Extra USB Typ-C, IP54

Der Preis ist heiß, aber die Ware unauffindbar

Das Essential Phone ging für knapp 700 US-Dollar an den Start und begann rasch einen Sinkflug. So wurde zumindest in den USA schnell ein Geheimtipp unter Enthusiasten daraus. Denn technisch handelt es sich um ein High-End-Gerät und auch äußerlich schreit es an allen Ecken und Enden nach Premium.

Europäer haben also allen Anlass zum Ärger, dass sie es so schwer auftreiben können. Offiziell ist es nur in den USA und Kanada erhältlich und kostet inzwischen nur noch rund 450 US-Dollar. Ein ähnliches Schnäppchen gibt’s bei uns höchstens in Form des Nokia 8. Essential wollte den Preisverfall mit neuen Farben aufhalten und bot kurze Zeit nach Release glänzende Farbtöne für je 100 Dollar mehr an. Ob es einen Nachfolger geben wird, steht in den Sternen.

AndroidPIT essential phone 7983
Die SIM-Karte steckt man beim Essential Phone unten hinein. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Vorläufiges Urteil

Andy Rubin hat das Essential Phone vielleicht etwas zu lautstark angekündigt. Denn am Ende wurde daraus doch nur wenig mehr als ein weiteres, gutes Smartphone. Es muss sich langfristig zeigen, ob die Versprechen der längeren Produktzyklen, der modularen Erweiterung und der zügigen Updates eingehalten werden. Dann würde das Essential Phone Alleinstellungsmerkmale offenbaren, die sich heute noch nicht zu erkennen geben. Um so mehr hoffen wir, dass sich diesem Hands-on noch ein ausführlicher Test anschließen kann.

Konntet Ihr das Essential Phone schon einmal selbst testen? Oder würdet Ihr es Euch kaufen, wenn es hierzulande für 450 Euro erhältlich wäre?