Der erste Eindruck sitzt

Der Unterschied ist riesig: Mein Smartphonezwerg aus 2011 ist gerade mal so groß wie das Ladegerät des Honor 6. Mein Zwerg hat eine echte Tastatur, Internet, WLAN, E-Mail. Ich nutze ihn aber fast nur noch als Telefon. Jetzt ist er in die Jahre gekommen, wie ich. Etwas klapprig eben. Daher brauche ich ein Gerät mit ordentlicher Kamera, flottem W-LAN, genügend Speicher für eine Menge Office und Audio Apps, einen DualSim Slot, denn ich bin viel unterwegs und nutze dann ausländische SIM-Karten.

1 BILD Combo
Der Größenunterschied zum alten Smartphone ist immens! © TREOPHIL / nextpit Bildquelle: NextPit

Bislang hat mein Nexus 7 aus 2012 die Büro-Arbeit erledigt, das ist aber auch in die Jahre gekommen. Auch weiter immer 2 Geräte mitschleppen? Kann das Honor 6X mein Problem lösen – zu vertretbaren Kosten? Die (Ab-) Nutzung ist beim beruflichen Einsatz ja schon groß. Um es gleich zu sagen: Weitestgehend schafft es das Honor 6X. Flach, leicht und stabil kommt es daher, elegant und wertig. Die Größe ist kein Problem, einhändig einfach zu bedienen ist es auch dank eines besonderen Features, der programmierbare Fingerabdrucksensor. Das Metallgehäuse macht einfach einen stabileren Eindruck als eine Glasrückseite. Leicht gewölbt liegt es perfekt in der Hand und passt ebenso perfekt in die Hemdtasche!

2 HONOR6X Display
Das Honor 6X ist ein wirklich schönes Gerät. © TREOPHIL / nextpit Bildquelle: NextPit

Das Display: Gut, aber nicht perfekt

Das Display mag ich, gerade weil es nicht randlos ist. Irgendwo muss ich es auch anfassen können, ohne dauernd auf dem Schirm herumzutappen. Es hat helle kontrastreiche Farben, es reagiert schnell und zügig, vor allem aber exakt. Das ist mir besonders wichtig für einige Apps zur Audiobearbeitung. Im Freien bei starker Sonne muss ich es aber schon abschirmen, das kenne ich von allen Geräten. Ab und zu spiegelt das Display auch – kein wirkliches Problem. Der Augenschonmodus mit herausgefilterten Blautönen ist Geschmackssache, für mich ist das nichts. Einziger Wermutstropfen: die Fingerabdrücke, dauernd muss ich wischen und polieren. Bei Sonnenlicht stört das gewaltig. Gut, dass ich Brillenträger bin und die auch dauernd putzen muss 🙂

Die Speichergröße ist sehr gut, mit 32 GByte komme ich bei zwei SIM-Karten gut über die Runden. Wenn es wirklich nicht reicht, kann ich über den USB Anschluss eine zusätzliche Karte anschließen. Intern setze ich ansonsten 128 GB im zweiten Slot ein, wenn ich nur eine SIM-Karte nutze. Deshalb stört es mich zumindest nicht, dass Apps nicht auf die Karte verschoben werden können. Was ich besonders liebe, ist der Fingerabdrucksensor, der lässt sich programmieren und macht das Honor blitzschnell bedienbar:

3 BILD Programmseite Sensor
Shortcuts per Fingerabdrucksensor? Super! © TREOPHIL / nextpit Bildquelle: NextPit

Die Software: Interessante Zusatzfeatures

Wer es zum ersten Mal startet, wird einige Apps finden, die er eventuell nicht unbedingt braucht – sie lassen sich glücklicherweise löschen. Der integrierte Dateimanager hat zudem eine Reinigungsfunktion, die lohnt ebenfalls. Sie war im Vergleich fast so gut wie professionelle Apps. Über den Dateimanager komme ich auch in einen Datentresor, den kann ich für unbedingt nicht zu löschende Dokumente oder Passbilder nutzen.

4 BILD Suchfenster
Die Suchleiste ist wirklich nützlich. © TREOPHIL / nextpit Bildquelle: NextPit

Interessant ist die Suchfunktion auf den Startbildschirmen, einfach nach unten wischen und dann lässt sich off- und online alles suchen. Der Dokumentenscanner ist sehr hilfreich bei der Arbeit, wenn ich ihn mit einer Texterkennung kombiniere. Schön, dass es NFC gibt in diesem Gerät, als schnellen Datentransfer für den Austausch von Visitenkarten zum Beispiel sehr hilfreich. Flott war auch die Verbindung mit einer Bluetooth Tastatur für längere Texteingabe sowie der OTG Anschluss für eine Maus eingerichtet – Simulation des mobilen Büros. Was mir allerdings fehlt, ist eine Möglichkeit, via Smart Controller eine Fernbedienung für den TV zu ersetzen. Habe das mal bei einem Honor 7 gesehen, fand ich genial, vielleicht lässt sich das updaten. Insgesamt ist die Benutzeroberfläche aber schon gewöhnungsbedürftig. Die Programmicons sind riesig, packt man mehrere in einen Ordner, dann sind sie winzig. Das ist Geschmackssache. Wer allerdings wie ich mit sehr vielen, weit über 100 Apps arbeitet, der wird sich sowieso einen AppDrawer wie Nova zum Beispiel, anschaffen.

5 BILD Programmordner
Die Icons werden in Ordnern wirklich winzig. © TREOPHIL / nextpit Bildquelle: NextPit

Die Kamera: Perfekt für den täglichen Gebrauch

Eine ganz feine Kameralösung hat das Honor. Die Automatik langt für den Alltag, wenn es um Schnappschüsse geht. Eine Knipse ist das nicht, eher schon eine Einsteigerkamera. Wer anspruchsvoller unterwegs ist, der wird sich freuen, diese Kamera über viele zusätzlich erreichbare Einstellungen regelrecht programmieren zu können. Die Ergebnisse fallen dann auch weitaus besser aus. Nur mit einer professionellen Spiegelreflex will und kann das Honor 6X nicht mithalten. Zwei Kameras auf der Rückseite ergeben einige sehr gute Möglichkeiten und im Gegensatz zu anderen Modellen mit dieser Konfiguration kann ich die Bilder gut nachbearbeiten. Die Funktion des Weichzeichnens und die nachträgliche Veränderung der Tiefenschärfe sind für die Ästhetik schon ein Gewinn. Insgesamt kommt mir die Qualität bei guten Lichtverhältnissen draußen, sowohl in Sachen Schärfe als auch Farben, gut vor, bei schwachen Lichtverhältnissen stößt der Blitz recht schnell an seine Grenzen, die Bilder rauschen dann auch schnell und der Verzicht auf den Zoom ist nötig.

Videos sind bei einem Smartphone immer eine besondere Herausforderung. Die Kameraleistung gibt es her, sie passt sich verändernden Umgebungsparametern zügig an, nur die „ruhige Hand“ zu behalten ist schwer. Wer ein wenig übt, der kommt auf gute Ergebnisse, zoomen geht einfach. Tipp: 5 Shot Technik sollte jeder erst einmal lernen. Die Ergebnisse sind dann weitaus besser. Wer ein professionelles externes Mikrophon anschließen will, der sollte vorsichtshalber in den Flugmodus wechseln. Das schließt Audiostörungen aus.

6 BILD KAMERAEINSTELLUNGEN 2
Die Kamera-Einstellungen sind umfangreich. © TREOPHIL / nextpit Bildquelle: NextPit

Der Akku: Gute Laufzeit, leider ohne Fast Charging

Mit dem Akku komme ich bei meinem Verbrauch über den Tag, leider ist eine echte Schnelladefunktion nicht integriert. Die Geschwindigkeit beim Aufladen bis zur vollen Stärke ist vergleichsweise langsam, deutlich mehr als 2 Stunden hat es gebraucht, allerdings ist der Akku noch nicht kalibriert. Hier ist es zu sehen: 72 % geladen – noch 1 Stunde und 49 Minuten bis zu den 100 %. So hatte ich zur Beruhigung –  aber letztendlich nicht genutzt – einen Akkupack dabei. Wünschen würde ich mir, es kabellos aufladen zu können, wie meinen alten “Zwerg“.

7 BILD Akku
Der Akkuverbrauch ist absolut ok. © TREOPHIL / nextpit Bildquelle: NextPit

Fazit

Mein  Fazit: Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut, mit dem HONOR 6X könnte ich ein paar Jahre leben, besonders wenn es zügige Sicherheitsupdates geben würde. Das jüngste stammt allerdings aus dem Herbst 2016 und wenn wir schon dabei sind: Android 7 sollte auch schneller verfügbar sein! Aber schon jetzt funktioniert der mobile Reporterplatz mit Mikrophon, Bluetoothtastatur und Maus über OTG Anschluss.

8 BueroMobil
Das Honor 6X eignet sich auch als mobiles Mini-Büro. © TREOPHIL / nextpit Bildquelle: NextPit

Dieser Artikel wurde von unserem Leser TREOPHIL verfasst.