Seit nun mehr zwei Jahren bin ich in einer festen Beziehung mit den Pixel-Smartphones von Google. Vom Pixel XL bin ich auf das Pixel 2 XL und nun das Pixel 3 umgestiegen. Aber natürlich probiere ich aus beruflichen Gründen und privatem Interesse zwischenzeitlich auch zahlreiche andere Telefone. Eines davon war das LG G7 ThinQ.

Vor einigen Wochen hab ich einen kleinen Erfahrungsbericht nach 10 Minuten mit dem LG G7 geschrieben. Mein Urteil: keine Sekunde länger! Und was war der Aufschrei groß, dass ich dem Smartphone keine faire Chance gegeben habe. Dabei wollte ich vor allem eines verdeutlichen: Wie fühlt sich ein Kunde, der das Smartphone zum ersten Mal im Elektromarkt oder Handy-Shop in der Hand hat?

Doch was, wenn jemand das Smartphone kauft und sich Zeit zum Einrichten nimmt? Denn natürlich, einige meiner Kritikpunkte lassen sich dank der Anpassbarkeit von Android beheben. Daher wolltet Ihr auch, dass ich etwas mehr Zeit mit dem LG G7 verbringe und so tat ich dies auch. Eine Woche lang legte ich mein Pixel Phone zur Seite und verbrachte einen gemeinsamen Urlaub mit dem LG-Smartphone. Aber bitte erzählt meinem Pixel nichts davon!

Begeisterung auf der einen Seite …

Ich schnappte mir also das LG G7, kopierte meine Daten komplett auf das Smartphone und begann mit der Einrichtung. Hier bietet der südkoreanische Hersteller immerhin zahlreiche Möglichkeiten. Da ich dem Standard-Launcher nichts abgewinnen konnte, sah der Homescreen schnell wie auf meinem Pixel Phone aus. Und jetzt ab in den Urlaub.

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Mit LGs Standard-Launcher konnte ich mich nicht anfreunden. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Einen ersten kurzen Schock gab es auf der Hinreise: Das LG G7 um 8 Uhr vom Ladegerät abgezogen, schockierte mich die Akkuanzeige schon um 14 Uhr mit einem Stand von nur noch 35 Prozent – bei einer Bildschirmnutzung von zweieinhalb Stunden. Doch es zeigte sich: Schuld waren die nicht flächendeckend mit LTE versorgten hessischen Dörfchen, die wir auf der fünfstündigen Fahrt durchquerten und damit die ständige Suche nach dem nächstbesten Mobilfunkmast.

Den restlichen Urlaub überzeugte das G7 dann aber mit einer soliden Akkulaufzeit, die mich problemlos über den Tag brachte. Und überhaupt war ich im Alltag wirklich begeistert von dem Smartphone. Das Design gefällt mir gut und das Smartphone trotz des 6,1 Zoll großen Displays und dank meiner großen Hände auch mal mit einer Hand bedienen zu können, war großartig. Bei der Performance gab es genauso wenig zu meckern wie beim Display und Fan von kabellosem Laden bin ich sowieso.

… Enttäuschung auf der Anderen

Eigentlich gab es da nur eins, bei dem mich das LG G7 regelmäßig enttäuschte und das war die Kamera. Das wuselige Neugeborene meiner Schwester war damit genauso schwierig einzufangen wie meine herumhampelnden Neffen. Bei schlechtem Licht wurde es besonders schwer und oft gelang das perfekte Bild nur nach mehreren Versuchen.

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Das Spielzeug-Krokodil bekam ich erst nach einigen Versuchen scharf aufs Bild, den magischen Wegweiser gar nicht. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Allerdings ist genau das Schnappschusspotenzial das, wonach ich eine für mich gute Kamera beurteile. Klar ist es schön, zahlreiche Optionen und manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu haben. Aber wichtiger ist mir, dass alles passt, wenn es drauf ankommt und in den Momenten, bei denen man keinen zweiten Versuch bekommt. Darum geht es auch in dem Kommentar, in dem ich mich mit dem für mich wichtigsten Kriterium bei der Smartphone-Wahl befasse:

Fazit nach einer Woche LG G7

Und was sag ich nun nach einer Woche mit dem G7? Für mich ist es ein schickes Smartphone, bei dem LG vieles richtig gemacht hat. Es bietet zahlreiche Features, eine solide Akkulaufzeit, eine gute Performance, ein knackiges Display und guten Sound – und einen Klinkenanschluss nicht zu vergessen. Lediglich bei der Kamera muss man sich wieder auf die Tugenden der alten Tage besinnen, und wie unser Test des LG V40 zeigt, geht es da ja schon bergauf!

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Das LG V40 kann auch wieder bei der Kamera überzeugen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Bleibt nur noch das Verkaufskonzept. Leider gehen die Smartphones des Herstellers gefühlt hierzulande erst nach den heftigen Preisstürzen vermehrt über die Ladentheke, wenn die Problempunkte eher zu verzeihen sind. Aber das verwundert wohl kaum, wenn man Modelle mit der gleichen Highend-Software immer erst Monate nach der Konkurrenz oder mit abgespeckten Features herausbringt – von der schlechten Update-Politik wage ich gar nicht zu sprechen. 

Ja, der europäische Markt ist für LG nicht von sonderlich großer Bedeutung, aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Ich wünsche mir jedenfalls, dass der Hersteller seine Problemzonen mal richtig anpackt, denn was die Südkoreaner da zusammenschrauben ist per se nicht schlecht, nur leider nicht so gut wie das, was die Konkurrenz kredenzt. 

Was sagt Ihr zum LG G7? Wie steht Ihr zur Verkaufsstrategie des Unternehmens? Habt Ihr vielleicht selber ein LG-Smartphone in Benutzung? Schreibt uns Eure Meinung, Erfahrungen und mehr in die Kommentare!