Ihr kennt das: Am Anfang ist noch alles neu und frisch, doch mit der Zeit fallen einem Dinge auf, die vielleicht nicht ganz so toll sind. Klar, das Galaxy S9 ist ein Top-Smartphone, und wir bewegen uns hier auf einem extrem hohen Niveau. Aber auch da gibt es Licht und Schatten.

Das gefällt mir am Samsung Galaxy S9

Das Display ist grandios

Samsung und Displays, das ist einfach eine Erfolgsgeschichte, und das bisher letzte Kapitel ist das Galaxy S9. Das Infinity-Display ist eine echte Augenweide, da beißt die Maus keinen Faden ab. Egal ob Farbdarstellung, Schwarzwerte, Kontraste, Dynamik oder Blickwinkelstabilität, ich kenne kein Smartphone, das über alle Bereiche gesehen einen besseren Bildschirm hat. Dass Samsung noch jede Menge Optionen mitliefert, um die Darstellung an den eigenen Geschmack anzupassen, ist das Tüpfelchen auf dem i.

Die schnellste Kamera überhaupt

Rekordverdächtig dürfte auch die Kamera des Galaxy S9 sein, zumindest in einem Punkt: der Geschwindigkeit. Schneller als beim Starten, Fokussieren und Auslösen ist kein anderes Android-Smartphone. Vor allem für Schnappschüsse ist das Galaxy S9 damit nahezu konkurrenzlos, mit diesem Smartphone verpasst Ihr nie den entscheidenden Moment. Bei der Schnelligkeit vergisst Samsung auch nicht die Qualität, denn das Galaxy S9 produziert kaum unbrauchbare Fotos, die allermeisten Bilder sind scharf und sauber belichtet. Dass in unserer Smartphone-WM trotzdem denkbar knapp im Halbfinale Schluss war, ist nur ein kleiner Schönheitsfehler.

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Die Kamera des Galaxy S9 ist unfassbar schnell. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Kompakt und gut gebaut

Damit ich ein Smartphone gerne über einen längeren Zeitpunkt benutze, muss auch das Äußere stimmen. Dabei geht es mir weniger um das Design, denn das ist immer ein wenig Geschmackssache. Während ich die Optik des Galaxy S9 für ein wenig langweilig halte, begeistern mich die Handlichkeit und die Verarbeitung des Smartphones jeden Tag neu. Das Galaxy S9 wirkt grundsolide, ist fehlerfrei montiert und liegt tadellos in der – oder besser: in meiner – Hand.

Jede Menge Zubehör

Zubehör macht Smartphones manchmal erst so richtig cool, doch längst nicht jedes Android-Smartphone ist in dieser Hinsicht gut aufgestellt. Wer sich an den Marktführer Samsung und dessen Spitzenmodell hält, darf sicher sein, dass so ziemlich jeder Hersteller von Hüllen, Halterungen und solchen Dingen passende Produkte im Sortiment hat. Doch auch von Samsung selbst gibt es tolle Sachen für das Galaxy S9, allen voran das Dex Dock und das Dex Pad, die das Smartphone zum PC-Ersatz machen. Coole Sache!

Sicherer als jedes andere Smartphone

Einen Fingerabdrucksensor hat mittlerweile so ziemlich jedes Smartphone, und viele Hersteller sogar bessere als Samsung – auch beim S9 überzeugt mich der Sensor in Sachen Position, Geschwindigkeit und Größe nur bedingt. Aber: Wer es besonders sicher haben will, der greift ohnehin zum Iris-Scanner, den außer Samsung kein anderer Hersteller zu bieten hat. Das ist zwar langsamer, aber sicherer als jede andere biometrische Lösung. Nur bitte denkt dran, wenn Ihr solche Dinge nutzt, um die Sicherheit zu erhöhen: Die Notfall-PIN sollte nicht unbedingt „1234“ sein.

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Damit hat mich das Galaxy S9 enttäuscht

Der Akku ist schwach auf der Brust

Unter dem Eindruck des Akku-Desasters beim Galaxy Note 7 hat Samsung sich zuletzt stets für die sicherere Wahl beim Akku entschieden. Heißt: Nicht um jeden Preis die mögliche Kapazität voll ausreizen, sondern lieber weniger reinpacken und sicher gehen, dass nichts passiert. Eigentlich löblich, aber 3.000 mAh sind ein bisschen wenig für ein so hochauflösendes Display und einen so schnellen Prozessor. Mehr als einmal musste ich mit dem Galaxy S9 schon am Nachmittag das Ladegerät oder eine Powerbank hervor kramen. Die Ausdauer des Galaxy S9 reicht mir schlicht nicht aus, da können andere Smartphones mehr bieten.

Die Update-Versorgung macht mir Sorge

Ein Top-Smartphone muss nicht nur beim Kauf top sein, sondern vom Hersteller auch entsprechend gepflegt werden. Ich habe meine Zweifel, dass man das bei Samsung genauso sieht. Während die Sicherheits-Patches recht pünktlich erscheinen, meist zum Monatsende hin, ist das Galaxy S9 immer noch auf dem Stand Android 8.0, das Update auf 8.1 ist nicht in Sicht. Das wäre für sich genommen nicht so wild, doch wenn ich mir anschaue, wie spät das Galaxy S8 und das Galaxy S7 mit großen Updates versorgt wurden und welche Schwierigkeiten es dabei immer wieder gibt, glaube ich kaum, dass es beim S9 besser aussehen wird.

Die Software

Überhaupt, die Software. Ich war noch nie ein großer Freund von Samsungs eigener UI, und das ist auch im Jahr 2018 nicht anders. Kaum ein Hersteller-Aufsatz ist noch weiter weg vom „puren“ Android, und kaum ein Hersteller liefert so viele eigene Apps mit wie Samsung. Die Extra-Funktionen für die Edge-Kanten des Displays braucht niemand, ebenso wenig eigene Apps für jede nur erdenkliche Google-Funktion. Am Ende ist die Samsung-Oberfläche außerdem nicht so schnell und ressourcenschonend wie andere Aufsätze.

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Die Software von Samsung ist nicht mein Fall. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Keine Dual-Kamera

Dass Samsung dem kleinen Galaxy S9, das alleine schon der Größe wegen das massentauglichere Modell ist, keine Dual-Kamera spendiert hat, ist in meinen Augen ein Fehler. Die zweite Kamera im Plus-Modell erhöht vielleicht die Bildqualität nicht übermäßig, bringt aber mehr kreative Möglichkeiten mit sich – und damit auch mehr Spaß beim Fotografieren.

Nicht viel besser als das Galaxy S8

Es ist eine verbreitete Strategie der Smartphone-Hersteller, nur alle zwei oder drei Jahre einen größeren Wechsel zum Vorgänger zu vollziehen. Das ist auch nachvollziehbar und verständlich. Das Galaxy S9 hat aber so geringe Unterschiede mit dem Galaxy S8, dass es überhaupt keinen Anreiz gibt, sich das aktuelle Modell zuzulegen, wenn man das alte besitzt. Schlimmer noch: Sogar wer ein neues Galaxy-S-Smartphone sucht, dürfte eher zum S8 greifen – es ist viel billiger und kann quasi das gleiche. Ein bisschen mehr Neues hätte Samsung dem S9 ruhig spendieren dürfen.

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Kaum schlechter als das S9: das Galaxy S8. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Fazit nach 100 Tagen mit dem Samsung Galaxy S9

Mir macht das Galaxy S9 auch nach gut drei Monaten noch Spaß, keine Frage. Technisch ist das Smartphone auf einem Niveau mit der Luxusklasse der Konkurrenz – aber eben nicht mehr. Samsung Galaxy S, das stand einmal für eine Extraportion Technik, für das beste in Sachen Smartphone, das man kaufen kann. Das ist nicht mehr ganz so, denn andere bauen zumindest ebenbürtige Smartphones. Einzig beim Display ist Samsung immer noch konkurrenzlos – gut, dass das einer der wichtigsten Aspekte eines Smartphones ist. Trotzdem, Samsung: Beim Galaxy S10 will ich mal wieder mehr von Euch sehen. Zeigt uns, dass Ihr immer noch alles eine Stufe besser könnt als die anderen!