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Eher Uhr als Armband

Im Vergleich zur Galaxy Gear ist die Gear Fit deutlich kleiner und leichter, doch als schmuckes Armband geht sie noch lange nicht durch. Trotz ihres etwas dezenteren, modisch-chicen Äußeren gibt es keinen Zweifel: Die Gear Fit wurde gebaut, um aufzufallen, und das tut sie – vor allem an einem zierlichen Frauenhandgelenk. 

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Bevor Samsung jetzt aber die Gear Fit auch in Pink anbietet, sollte man bedenken, dass sie in erster Linie als Sport-Accessoire gedacht ist und nicht als Uhr, die tagein tagaus getragen wird (obwohl sie auch dafür geeignet ist). Solange sie funktioniert und ihre Aufgaben erfüllt, ist das Design also zweitrangig.

Was funktioniert…

Und funktionieren tut sie: Die Verbindung zwischen Smartphone (in unserem Fall das Galaxy S5) und Gear Fit funktioniert tadellos, Benachrichtigungen erscheinen ohne Verzögerung, und wenn man sie auf der Gear Fit gelesen und weggewischt hat, verschwinden sie auch auf dem S5. Die Reichweite der Bluetooth-Verbindung ist erstaunlich gut, auch mit einem Abstand von rund 20 Metern kam es in meinem Test nicht zu Verbindungsabbrüchen. 

Auch die Bedienung des Musikplayers über die Gear Fit funktioniert gut und ist wirklich praktisch: Wenn man beim Laufen zum Beispiel ein Stück weiterschalten oder die Lautstärke verändern will, kann man das einfach über das kleine Display am Handgelenk erledigen. Außerdem gibt es eine Suchfunktion, falls man das Smartphone verlegt hat, die aber nicht wirklich hilfreich ist – ein Suchmodus für die Gear Fit wäre schon praktischer.

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In Verbindung mit der Samsung-Fitness-App S Health überträgt die Gear Fit Daten wie die zurückgelegten Schritte an das Smartphone, allerdings werden diese nicht mit dem Schrittzähler des S5 synchronisiert, sodass man zwei verschiedene Werte bekommt. 

…und was nicht

So weit, so gut, doch leider hat die Gear Fit auch ein paar Schwachstellen. Das fängt dabei an, dass man sie nur in Verbindung mit dem Smartphone richtig nutzen kann. Der Schrittzähler funktioniert zwar auch ohne das S5, auch der Pulsmesser agiert selbstständig, ansonsten ist die Gear Fit ohne Smartphone aber nicht viel mehr als eine Uhr, für die Messung der zurückggelegten Distanz zum Beispiel ist sie auf den GPS-Empfänger des Smartphones angewiesen. Das ist gerade beim Sport unpraktisch: Wieso sollte man sich eine Fitness-Uhr anschaffen, wenn man am Ende dann doch sein Smartphone mitschleppen muss?

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Ein in der Theorie eigentlich sehr nützliches Feature erwies sich in meinem Test als recht unzuverlässig: Das Display soll automatisch angehen und die Uhrzeit anzeigen, wenn man das Handgelenk mit der Gear Fit hebt. In der Praxis funktioniert das aber nur ungefähr jedes dritte Mal. Das gleiche gilt für den Pulsmesser: Vor allem nach dem Sport, wenn man geschwitzt hat und das Handgelenk unter dem Uhrenarmband feucht ist, versagt der Sensor gerne seinen Dienst. Zwei Funktionen, die eigentlich unser Leben erleichtern sollen, machen so vor allem eines: Sie nerven, weil sie nicht richtig funktionieren.

Fazit 

Ich mag die Idee hinter dem Fitness-Armband: Ich bin kein Zahlen- und Statistik-Freak, aber mir gefällt es, meine sportlichen Leistungen überwachen zu können. Maximale und Durchschnittsgeschwindigkeit, die Anzahl der Schritte und der verbrannten Kalorien oder die Route, die ich gelaufen bin – für so etwas habe ich bisher RunKeeper genutzt, und mit der Gear Fit fällt der Wechsel zu Samsungs S-Health-Ökosystem leicht. Doch abgesehen davon ist die Gear Fit zu eng an das Smartphone angebunden. Manche Features funktionieren nicht richtig, andere nur in direkter Verbindung mit dem Samsung-Smartphone. Bei einem Gadget für rund 200 Euro darf man durchaus mehr erwarten.