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Design

Das Design des Mi TV Lux ist wirklich beeindruckend. Im ausgeschalteten Zustand sieht der Fernseher aus, als hätte man eine hauchdünne Glasscheibe mit Schwung in einen Saugroboter gesteckt. Gerade einmal 5,7 Millimeter dick sind die beiden Scheiben, zwischen die Xiaomi ein 55 Zoll großes Panel quetscht. Der Mi TV Lux könnte glatt ein modernes Kunstwerk sein.  

NextPit Xiaomi Mi TV Lux Transparent
Ist der Fernseher abgeschaltet, könnt Ihr problemlos durchgucken. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Und irgendwie trifft’s das auch ganz gut: So schick der Fernseher auch sein mag, so schwierig ist der Einsatz im Alltag. Durch den runden und recht großen Fuß wirkt der Fernseher auf normalen TV-Möbeln seltsam wuchtig und irgendwie aus der Welt gefallen. An die Wand hängen geht natürlich nicht – und wäre auch bei der schönsten Wand der Welt irgendwie Verschwendung.

Vermutlich haben wir einfach die letzten 100 Jahre damit verbracht, unser Wohnzimmer-Design auf Fernseher zuzuschneiden. Ja, die Geräte wurden immer flacher – aber sie standen und stehen immer an der Wand. Der Xiaomi Mi TV Lux funktioniert als Fernseher aber einfach anders. Und damit sind wir wieder beim „modernen Kunstwerk“ von eben: In einer Hotel-Lobby, in einem Einkaufszentrum oder in einem Museum ist der Fernseher sicher ein Publikumsmagnet. Aber im Wohnzimmer?

Xiaomi Mi TV Lux: Display

Da kommen wir dann auch zum zweiten Wohnzimmer-Knackpunkt: der Alltagstauglichkeit des Xiaomi Mi TV Lux. Das OLED-Panel ist mit 120 Hz zwar flott unterwegs, doch die Auflösung mit Full-HD irgendwie eher 2015. Wer genau hinsieht, erkennt auch die Schwierigkeit dabei, einen durchsichtigen Fernseher zu bauen. Die OLEDs sind als Millionen kleine Punkte zwischen die beiden Glasscheiben des Displays eingebracht, jeweils mit kleinen Abständen dazwischen.

NextPit Xiaomi Mi TV Lux On Transparent
„Schwarz“ ist beim Mi TV Lux durchsichtig. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Ist der Fernseher nun ausgeschaltet, dann sind alle OLEDs unsichtbar – das gleiche gilt auch für dunkle Inhalte. Bei einem Horrorfilm seht Ihr also regelmäßig das, was hinter dem TV passiert, also beispielsweise die Wand oder den Rest Eures 120-Quadratmeter-Wohnzimmers. Bei hellen Inhalten dagegen fällt kaum auf, dass der Fernseher durchsichtig ist. Nur wenn Ihr ganz nah ans Display geht, könnt Ihr die einzelnen Pixel erkennen und durchs Panel hindurchgucken.

Für den Alltagseinsatz erschwerend kommt hinzu, dass der Xiaomi Mi TV Lux relativ stark spiegelt. In Kombination mit der mäßigen Displayhelligkeit macht der Fernseher in gedimmten Räumen am meisten Spaß. Dank OLED-Technologie ist das Panel immerhin extrem blickwinkelstabil – Ihr könnt den transparenten TV also wirklich aus allen Winkeln bestaunen. Kurz zusammengefasst: Der Fernseher ist so beeindruckend wie praxisfremd, zumindest was das eigene Wohnzimmer angeht. 

NextPit Xiaomi Mi TV Lux Speaker
Je bunter die Inhalte auf dem Bildschirm, desto weniger ist vom Hintergrund sichtbar. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Haben will ich trotzdem einen. Und wer weiß, bei der nächsten Generation nagelt Xiaomi vielleicht eine elektrochrome Beschichtung auf die hintere Glasscheibe, sodass sich die „Durchsichtigkeit“ des Fernsehers auf Wunsch auch ganz abschalten lässt.

Xiaomi Mi TV Lux: Performance

Was steckt eigentlich in dem runden Fuß des Mi TV Lux? Hier verbaut Xiaomi zunächst einmal zwei 8 Watt starke Lautsprecher mit Dolby-Atmos-Support, die ganz ordentlich Lärm machen. Außerdem befindet sich hier das Gehirn des Fernsehers, bestehend aus einem MediaTek 9650 (4x Cortex-A73) mit Mali-G52-MC1-GPU. Das reicht bei unserem Praxiseindruck aus, um das Interface des Fernsehers flüssig darzustellen.  Bei der Oberfläche setzt Xiaomi auf „MIUI for TV“ auf Basis von Android TV.

NextPit Xiaomi Mi TV Lux Transparent Speaker
Im Fuß stecken zwei Lautsprecher, die Elektronik und – auf der Rückseite – die Anschlüsse. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Bei den Ports gibt’s auf der Rückseite des Fußes die brachenübliche Ausstattung aus dreimal HDMI, zweimal USB-A, AV-Eingang, optischer Ausgang, Ethernet-Port und Antennenanschluss. Außerdem bietet der Mi TV Lux noch bescheidene 32 GB internen Speicher.

Vorläufiges Urteil

Unterm Strich ist der Xiaomi Mi TV Lux eine beeindruckende Technik-Demonstration – eine Vision. Wenn ich auf den durchsichtigen OLED-Fernseher gucke, sehe ich die Fensterscheiben meiner Wohnung ebenso mit Display-Folio durchzogen wie meinen Badezimmerspiegel oder die Frontscheibe meines selbstfahrenden Kinos Autos.

Allerdings sehe ich auch, dass der Weg bis dahin noch weit ist. Abseits des – zugegebenermaßen riesigen – Wow-Faktors hat der Mi TV Lux jedoch nicht viel zu bieten. Wer fernsehen oder zocken möchte, braucht einen dunklen Raum; und mitten ins Zimmer stellen kann man den Fernseher aufgrund seiner Transparenz auch nicht wirklich.

NextPit Xiaomi Mi TV Lux Edge Detail
Wer genau hinsieht, kann die OLED-Pixel im Full-HD-Display zählen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Am Ende ist der Mi TV Lux interessant für Early Adopter mit viel Kohle – und für hippe Arztpraxen, moderne Museen oder Luxus-Hotels, die sich ein Technik-Kunstwerk in die Lobby stellen wollen. Oder fällt Euch noch ein besserer Anwendungsfall ein?