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Galaxy Z Fold 3: Wie funktioniert Samsungs Flex-Modus?

Galaxy Z Fold 3: Wie funktioniert Samsungs Flex-Modus?

Der Flex-Modus von Samsung ist exklusiv für seine faltbaren Smartphones wie das Galaxy Z Fold 3. Er ermöglicht die Anpassung des Displays an den Winkel, in dem das Smartphone zusammengeklappt wird. Aber ist er wirklich nützlich?

Das Samsung Galaxy Z Fold 3 läuft seit seiner Vorstellung am 27. August mit dem Android OneUI 3.1.1 Overlay. Eine Version der Samsung-Oberfläche, die exklusiv für die Fold- und Flip-Modelle gilt – nicht zuletzt, weil sie den Flex-Modus enthält. Dieser Modus ist nicht wirklich neu, da er bereits auf dem Galaxy Z Fold 2 im letzten Jahr eingeführt wurde. Ich bin damals in meinem ausführlichen Test des Galaxy Z Fold 2 drauf eingegangen.

Doch wozu dient dieser Flex-Modus konkret, abgesehen davon, dass man mit seinem faltbaren Smartphone angeben kann, und sind die Nutzungsszenarien wirklich relevant für den Alltag? Spoiler: Nicht wirklich, aber es ist ein bisschen wie 120 Hz vs 90 Hz – wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, möchte man es kaum noch missen.

Samsung Galaxy Z Fold 3


Inhalt:


Flex View: Verwandelt Euer Samsung Galaxy Z Fold 3 in einen Mini-Laptop (sehr mini)

Der Flex-Modus bezieht sich auf die Fähigkeit der "OneUI 3.1.1"-Oberfläche, sich an den Winkel anzupassen, in dem das Galaxy Z Fold 3-Display gefaltet wird. Seit dem Z Fold 2 sind die faltbaren Geräte von Samsung in der Lage zu erkennen, wenn der Bildschirm zwischen 75 und 115 Grad geneigt ist.

Dadurch können bestimmte Anwendungen mit teilweise aufgeklapptem Bildschirm auf zwei Arten genutzt werden. Zum einen im "Laptop"-Modus mit dem doppelten Innenbildschirm (dem Hauptbildschirm) und zum anderen im "Zelt"-Modus mit dem Cover-Display (siehe unten, unter Continue Apps). Hier sehen wir uns den Laptop-Modus an.

Konkret: Wenn Ihr eine App auf dem Hauptbildschirm (der sich zusammenklappen lässt) verwendet, könnt Ihr einen der beiden Bereiche kippen, um den Modus "Flex View" zu aktivieren. Auf diese Weise werden die wichtigsten Informationen im oberen Bereich angezeigt, während im unteren Bereich die Bedienelemente der Anwendung oder die Tastatur usw. zu finden sind.

So könnt Ihr das Galaxy Z Fold 3 flach auf einen Tisch legen und es als Mini-Laptop verwenden. Während meines Tests funktionierte der Flex-View-Modus mit Apps für Notizen wie Samsung Notes oder Google Keep. Ich konnte meine Notizen auf dem unteren Display tippen, während der Text auf dem oberen leicht geneigten Display angezeigt wurde.

Das gleiche Verfahren funktionierte mehr oder weniger gut bei den Messengern. Bei WhatsApp hatte ich zu Beginn einige Probleme, da der obere Bildschirm weiß wurde, wenn ich auf der Tastatur im unteren Bildschirm tippte. Danach funktionierte es aber normal. Bei Telegam habe ich keine visuellen Fehler festgestellt.

"Apps auf Frontbildschirm fortsetzen" zum mehr oder weniger intuitiven Wechsel zwischen Tablet und Smartphone

Auf dem Z Fold 2 wurde diese Funktion App Continuity genannt. Samsung hat es vorgezogen, diese Funktion in "Apps auf Frontbildschirm fortsetzen" umzubenennen. Wow – Bravo, Samsung! Aber im Ernst: Mit dieser Funktion kann man intuitiv vom aufgeklappten in den zusammengeklappten Modus wechseln, ohne eine App neu starten zu müssen.

Dies ist besonders nützlich, wenn Ihr eine GPS-Anwendung wie Google Maps verwendet. Ihr könnt die Karte im aufgeklappten Modus erkunden, um die Vorteile des größeren Displays des aufgeklappten Z Fold 3 zu nutzen. Aber wenn Ihr Euch entschieden habt, wohin Ihr wollt, könnt Ihr das Handy einfach einklappen – die GPS-Anwendung arbeitet ohne Unterbrechung weiter.

Ihr könnt diese Kontinuitätsfunktion aber auch mit dem Flex-Modus kombinieren. In meiner Mittagspause im Büro schaue ich mir zum Beispiel die faszinierenden Videos auf dem NextPit-Youtube-Kanal mit dem Galaxy Z Fold 3 im "Zelt-Modus" an. Der Bildschirm wird leicht eingeklappt und das Smartphone wie ein Zelt auf den Kopf gestellt. So dient es als Stativ, während der Inhalt auf dem Cover-Bildschirm angezeigt wird. Wenn Ihr es gewohnt seid, Videos auf dem Smartphone zu konsumieren, ist dies ohne Übertreibung (na ja, vielleicht ein bisschen) fast ein Killer-Feature.

Flex Labs: Experimentelle Funktionen

Flex Labs ist ein spezielles Menü in den Einstellungen des Samsung Galaxy Z Fold 3, mit dem Ihr bestimmte experimentelle Funktionen aktivieren könnt, um die Kompatibilität des Flex-Modus mit mehr Anwendungen von Drittanbietern zu "erzwingen".

In diesem Menü könnt Ihr die Anzeige von mehreren Fenstern und Popup-Fenstern in jeder App erzwingen. Unabhängig davon, ob der Entwickler die Unterstützung dafür vorgesehen hat oder nicht. Und das klappt mit einer im Allgemeinen recht guten Erfolgsquote. Ich fand es zum Beispiel toll, das Z Fold 3 im Laptop-Modus mit einem YouTube-Video auf dem oberen geteilten Bildschirm und meinem Twitter-Feed auf dem unteren geteilten Bildschirm verwenden zu können.

Außerdem hat Samsung im Labs-Menü ein "Bedienfeld" integriert, mit dem der Flex-View-Modus auch bei Apps erzwungen werden kann, die ihn nicht unterstützen. Grundsätzlich werden alle Inhalte der App auf den oberen Bildschirm übertragen, während der untere Bildschirm eine Reihe von Steuerelementen mit Schaltflächen für die Bedienung anzeigt:

  • Screenshots aufnehmen
  • Schnellzugriffsmenü und den Benachrichtigungsbereich herunterziehen
  • Helligkeit einstellen
  • Volumen verwalten

Ich habe diese Funktion nicht oft benutzt, da die meisten Anwendungen, die ich benutzte, diese Funktionen nicht benötigten. Außerdem nimmt dieses "Flex-Modus-Panel" den gesamten unteren Bildschirm ein, was logischerweise das Multitasking behindert.

Fazit

Also, ich habe jetzt schon viel über den Flex-Modus gesagt. Aber ist er am Ende wirklich nützlich? Nein bzw. vielleicht doch ein bisschen und eigentlich ist es sogar supercool!

Es ist nicht nützlich in dem Sinne, dass Ihr diese Funktionen nicht verwenden werdet, weil Ihr sie braucht oder weil ein spezieller Verwendungszweck sie erfordert. Aber es ist deutlich weniger Spielerei als zum Beispiel Soli auf dem Pixel 4 (auch wenn ich ein Fan war), der Fnatic-Modus auf OnePlus-Smartphones oder die Makromodi auf Smartphones mit einem 2-MP-Sensor.

Was ich damit sagen will, ist, dass sie auch nicht nutzlos ist. Dies sind völlig optionale Funktionen, auf die Ihr zu 100 % verzichten können, ohne dass Euch etwas wirklich fehlt. Aber wenn Ihr Euch dafür entscheidet, beeinträchtigen sie die Benutzerfreundlichkeit nicht. Es ist nur ein Bonus.

Ich persönlich denke, dass es auch eine Frage des Formfaktors ist. Der Flex-View-Modus zum Beispiel, mit dem das Z Fold 3 im Laptop-Modus verwendet werden kann, wäre sinnvoller, wenn das Smartphone etwas größer wäre. Mit meinen großen Fingern empfand ich das Tippen auf der Tastatur auf Dauer als etwas unangenehm.

Auf YouTube ist es sehr angenehm, ein Video auf einer Seite des Bildschirms im Laptop- oder Zelt-Modus anzusehen. Aber könnte man das nicht auch im Vollbildmodus tun, indem man das Smartphone vollständig aufklappt und es gegen etwas lehnt, um es aufrecht zu halten?

Es ist eindeutig kein Killer-Feature und diese Funktionen sind noch etwas unausgereift. Aber ich denke, dass sie auf lange Sicht das Interesse an diesem neuen Formfaktor, den derzeit nur Samsung beherrscht, voll und ganz rechtfertigen werden. 

 
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5 Kommentare

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  • Conjo Man vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Habe es heute beim Händler um die Ecke mal in die Hand genommen mit rumgespielt und muss sagen, dass es mir nicht zugesagt hat. Die wellige Knickstelle im Display und das Format in ausgeklapptem Zustand - echt nicht mein Ding. Vor allem für die Kohle hole ich mir lieber was zum "nicht-angeben" ;-)


  • Jörg W. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Kann mit diese Art von Smartphone irgendwie nichts anfangen. Habe das (Fold 2) mal für einen Tag zum Testen bekommen. Mir zu klobig und zu schwer und der Bildschirm ist mir persönlich zu groß. Aber wer es mag !


  • Karsten vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Die Folds von Samsung sind schon geniale Ideen. Hab des Fold 2 jetzt seit April und will's erstmal nicht mehr missen Phablet. So unhandlich dick wie manche meinen find ich des nicht. Liegt gut in der Hand. Man gewöhnt sich dran. Der Unterschied zum 3er ist jetzt nicht so groß außer der Preis daher kann ich zum Fold 2 raten wer sein Handy nicht mit in die Wanne nehmen will. Regen hält das 2er auch aus. Spiele laufen auch super und das Smart View funzt auch super. Das Fold 2 ist fast wie ne Switch ,wenn man spielen will. Unterwegs macht sich der große Bildschirm super und zu Hause mit einem Controller der Xbox verbunden am Fernseher geht's weiter. So ein kleiner Tipp.😜👍


    • BuddyHoli vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Es gibt da schon ein paar mehr Unterschiede zwischen deinem 2er und meinem 3er als nur die IPX8 Zertifizierung. Prozessor, die Under Display Camera, aber ja, wer ein Fold2 hat, sollte kein 3 kaufen. Wer keins hat, dann aber eher das 3 als das 2


      • Nik M. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Das sind aber alle keine gravierenden Differenzen. ;)
        Hab' auch seit März Fold 2 und sehe 0 Gründe aufs 3er zu switchen. ;-)

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