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Casa Casi 68: TikTok-Tics

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Im NextPit-Podcast sprechen wir heute über TikTok. Genauer gesagt sprechen wir eigentlich über eine bestimmte Art von Content auf TikTok. Über tatsächlich Kranke und eingebildete Kranke, die ihrem Publikum Autismus, Angststörungen oder Tourette vorspielen. 

Ich habe das Gefühl, dass wir noch öfter über TikTok reden werden. Es ist eine sagenhaft erfolgreiche Plattform, aber auch eine mit sehr vielen bedenklichen Punkten, über die wir sprechen müssen. Heute haben wir uns ein TikTok-Phänomen für die "Casa Casi"-Folge herausgepickt, von dem ich vor ein paar Tagen noch nichts wusste. 

Echte und falsche Krankheiten

Ich kenne es bereits von YouTube aber auch aus vielen Blogs und sozialen Medien. Menschen berichten über ihre Krankheiten und wie sie im Alltag damit zurechtkommen. Das ist eine gute Sache, finde ich. So erfahren andere davon, die vielleicht keine Ahnung haben, wie das Leben beispielsweise mit Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen ist. Seid Ihr selbst betroffen, kann Euch dieser Content mitunter helfen, schon allein durch die Erkenntnis, mit dem Problem nicht allein zu sein. 

Kein Wunder also, dass diese Krankheiten auch auf TikTok ein Thema sind. Es gibt einige Content-Ersteller, die mit ihren Videos über den eigenen Autismus, über dissoziative Identitätsstörungen und über Tourette Millionen Menschen erreichen. Während ich das aber begrüße, wenn User dort über ihre Erkrankungen sprechen, hat sich im Schatten eine ganz andere Art von Inhalten entwickelt: Ich spreche von Menschen, die lediglich so tun, als würden sie selbst unter Tourette oder anderen Krankheiten leiden!

Finde ich in hohem Maße widerwärtig, ganz ehrlich. Leute tun so, als würden sie unter den Tourette-typischen Tics leiden und das nur für Fame und Klicks. Aber nicht nur diese echten und falschen Krankheiten sind in der Podcast-Folge heute Thema. Es gibt da noch ein anderes bemerkenswertes Problem in diesem Kontext: Leute entwickeln, ohne dass sie Tourette haben, ganz ähnliche Tics! Die spielen also nicht, dass sie unter diesen Syndromen leiden, sondern entwickeln ein ganz ähnliches Krankheitsbild.

Ärzte beobachten das vor allem bei weiblichen Jugendlichen und diagnostizieren das als eine gut behandelbare Persönlichkeitsstörung. Die betroffenen Personen haben diese Störungen entwickelt, nachdem sie selbst entsprechende Inhalte auf TikTok konsumierten. Ihr könnt uns ja in den Kommentaren mal mitteilen, ob Ihr diese Geschichte auf dem Schirm hattet. Für mich war es wie gesagt komplett neu. 

Casa Casi 68: Show Notes

Wir wollen Euer Feedback! Ihr könnt Euch auf WhatsApp, Signal und Threema mit Sprachnachrichten (und natürlich auch Textkommentaren) beteiligen. Wir freuen uns auf Eure Reaktionen, auf Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge und natürlich auch auf spannende Themenvorschläge. Hier ist unsere Telefonnummer und unsere Threema-ID für Euer Feedback:

  • Telefonnummer: +49 160 98090008
  • Threema-ID: EB6YBNSE
  • Tagesschau – Zuckungen wegen TikTok?
  • WDR – Social Media-Phänomen: Sind Tourette-Videos ansteckend?

 

 


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2 Kommentare

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  • Conjo Man vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Social Media bewirkt bei mir persönlich oftmals kopfschütteln.


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Genau! Das geht mir ganz genauso. Ich finde, dass Social Media sehr viel Schlechtes bei den Menschen hervorkehrt und es die Welt kaum besser, aber dafür deutlich schlechter gemacht hat. Oftmals hat man den Eindruck, es handle sich dabei um einen riesengroßen Stammtisch bei dem alle voll sind und alle ständig Recht haben wollen.