Um welche Art von Display handelt es sich?

Das Samsung Galaxy S9 verfügt über ein 5,8-Zoll-Display, das 83,6 Prozent der Frontfläche abdeckt, während der große Bruder S9+ ein 6,2-Zoll-Display mit etwas dünneren Rahmen hat. Das S9+ erreich eine Screen-to-Body-Ratio von 84,2 Prozent.

Das verwendete Bildschirmformat beträgt bei beiden Geräten 18,5:9 und ist damit etwas länger gestreckt als bei den meisten Smartphones auf dem Markt. Die Biegung an den Seiten ist immer noch vorhanden, wenn auch etwas weniger ausgeprägt als bei den Vorgängern S8 und S8 Plus.

samsung galaxy s9 vs s9 plus front c2vx
Die Displays von S9+ (links) und S9 (rechts) unterscheiden sich in der Größe, aber nicht in der Qualität. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Auf beiden Modellen finden wir ein Super-AMOLED-Panel, das natürlich von Samsung selbst mit einer Auflösung von 1.440 x 2.960 Pixel produziert wird. Aufgrund des Größenunterschiedes hat das Galaxy S9 eine etwas höhere Pixeldichte – 570 ppi gegen 529 ppi.

Die Smartphones sind durch Gorilla Glass 5 Glas gegen Kratzer geschützt und verfügen beide über einen integrierten Sensor am unteren Ende, der die verschwundene Home-Taste simuliert.

Jedes Pixel ist ein kleiner Diamant

Samsung verwendet eine Sub-Pixel-Anordnung namens Diamond Pixels für diese OLED-Panels. Aus der Grafik von Samsung ist ersichtlich, dass die Größe der Pixel je nach Lichtemission unterschiedlich ist: Grüne Pixel sind hellsten und kleinsten, blaue die dunkelsten und größten, Rot liegt in der Mitte.

Samsung Diamond Pixels
Habt Ihr schon einmal ein Display so genau gesehen? / © Displaymate (Samsung) Bildquelle: Display Mate (Samsung)

Kurzer technischer Exkurs: Der Wechsel der roten und blauen Subpixel garantiert eine diagonale Symmetrie bei 45 Grad. So können die auf dem Bildschirm dargestellten Vektoren vertikal, horizontal und vor allem diagonal einen reduzierten Aliasing-Effekt ermöglichen und weniger Artefakte aufweisen.

Um die höchstmögliche Pixeldichte pro Zoll zu gewährleisten, verwendet Samsung diamantförmige Subpixel für Rot und Blau. Anders die kleinen grünen Subpixel, die aufgrund ihrer geringen Größe eine ovale Form annehmen.

Die genauesten Farben, die je gemessen wurden

Wir geben dem Galaxy S9 nicht den Spitznamen des besten Displays der Welt, obwohl man selbst mit bloßem Auge die Qualität des Panels bewundern kann. Aber die Koryphäe im Bereich Bildschirm, nämlich Displaymate, macht genau das. Da Vertrauen gut ist, aber Kontrolle besser, haben wir beschlossen, die Displays ebenfalls zu testen, indem wir sie mit unseren eigenen Methoden überprüfen.

AndroidPIT samsung galaxy s9 vs iphone x 7361
Samsung stellt auch für das iPhone X OLED-Panels her. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Laut Displaymate verfügt das OLED-Panel des Samsung Galaxy S9 über die beste Farbdarstellung in mobilen Geräten (High Absolute Color Accuracy). Mit einem Wert von 0,7 JNCD (Just Noticeable Color Difference) stellt das Portal fest, dass die Farbdarstellung des Galaxy S9 praktisch nicht von der Perfektion zu unterscheiden ist. Das bedeutet nicht, dass zukünftige Smartphone-Modelle diesen Wert nicht noch übertreffen können, aber es ist wirklich unglaublich, wie nah die Farben dieses Displays an das heranreichen, was im Display-Bereich als perfekt angesehen wird. 

Mit dem JNCD-Wert wird der Abstand zwischen der Farb-Referenz und der gemessenen Farbe gemessen. Ein Wert von weniger als 1 bedeutet, dass die Farbe so nah an der Perfektion ist, dass sie mit bloßem Auge nicht mehr von ihr zu unterscheiden ist. Wir haben unsere Messungen mit einem Farbkalibriergerät namens Spyder 5 Elite durchgeführt. Die von uns gesammelten Werte liegen ebenfalls unter 1 JNCD: 

Farbdarstellung in unserem Test

Farbe: Rot Grün Blau Gelb Cyan Magenta Weiß
x 0,6813 0,2339 0,1441 0,4353 0,1817 0,3262 0,2979
y 0,3187 0,7157 0,0453 0,5385 0,3246 0,1380 0,3183
Delta E 7,9 10,2 4,7 5,9 7,6 4,8 6,7

Die X- und Y-Werte in der Tabelle stellen die Komponenten des Abstands zwischen Messwert und Idealwert dar. Die Kombination der beiden Komponenten ergibt den in JNCD gemessenen Abstand, z.B. für die Farbe Rot:

0,6813 + 0,3187i (Mathematische Darstellung des Vektors)
r=0,7521 (Vektor), θ = 25,0694° (Winkel) 

In unserem Fall hat die rote Farbe eine Variation von 0,7521 JNCD, was ausgezeichnet ist und die Ergebnisse der deutlich aufwendigeren Tests von Displaymate bestätigt.

Capture4
Das weiße Dreieck zeigt die Farbdarstellung von S9+ im Standardmodus. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das Galaxy S9 und S9+ sind in der Lage, den sRGB / Rec. 709-Farbbereich korrekt darzustellen, wenn der Bildschirm in den Einstellungen auf den Standardmodus eingestellt ist (genau 107% dieses Farbbereichs). Mit dem Kino-Modus können die Geräte 101 Prozent des DCI-P3-Farbbereichs abdecken und damit unschlagbare Ergebnisse erzielen: Smartphones können dank OLED-Panels mit hoher Sättigung, genannt „Deep Red“, die Reichweite des DCI-P3-Bereichs im mobilen Bereich um mehr als 100 Prozent übertreffen.

Capture3
Der Graustufentest zeigt ein leicht ins Blaue tendierendes Weiß. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der Adaptive-Display-Modus erreicht 141 Prozent des sRGB / Rec. 709-Standards und 113 Prozent des DCI-P3-Standards – der höchste jemals auf einem Smartphone gemessene Wert. Es gibt zudem die Möglichkeit, den Weißabgleich nach eigenem Ermessen zu kalibrieren: Standardmäßig ist das Display nach unseren Tests auf ein Weiß kalibriert, das kaum merklich zu Blau tendiert.

Von der absoluten Dunkelheit zur Sonnenbrille

Die Besonderheit von OLED-Panels besteht darin, dass jedes Pixel seine eigene Beleuchtung hat. Das bedeutet, dass Ihr die Beleuchtung jedes einzelnen Pixels unabhängig voneinander steuern könnt und dass die Off-Pixel absolut schwarz sind. Die Folge davon ist ein nahezu unendlicher Kontrast, da das Verhältnis bei der Helligkeit der schwarzen Farbe von 0 nicht berechnet werden kann.

Die Displays von Galaxy S9 und S9+ bilden da keine Ausnahme und zeichnen sich durch absolute Schwarzwerte und hohe Kontraste aus. Laut Kollegen von Displaymate hat die neue Generation von Galaxy eine Spitzenhelligkeit von 1130 nits und liegt damit knapp unter dem Messwert des Galaxy Note 8.

Dadurch sind die beiden Smartphones auch bei Sonnenlicht perfekt ablesbar, auch wenn mit zunehmender Helligkeit, bei Annäherung an den Spitzenwert, die Farbgenauigkeit abnimmt und der sichtbare Farbraum (wenn auch geringfügig) reduziert wird. Doch keine Sorge, Ihr werdet den Unterschied nicht bemerken. Damit ist sichergestellt, dass beide Smartphones UHD Alliance Mobile HDR Premium- und HDR10-zertifiziert sind.

Informiert Ihr Euch in der Regel im Detail über ein Smartphone Display, bevor Ihr ein Gerät kauft? Lasst uns in den Kommentaren wissen, was Ihr von diesen leistungsstarken neuen Smartphones haltet.


Zum kompletten Test des Samsung Galaxy S9

Zum kompletten Test des Samsung Galaxy S9+