Sony Xperia 5 III im Test: Sehr gutes High-End-Handy – aber zu teuer

Sony Xperia 5 III im Test: Sehr gutes High-End-Handy – aber zu teuer

Das im April angekündigte Sony Xperia 5 III ist die kompakte Alternative zu Sonys aktuellem Flaggschiff, dem Xperia 1 III. Ich habe das Smartphone, das sich auf Multimedia und Fotografie konzentriert, für NextPit getestet. Ob der Preis von 1.000 Euro gerechtfertigt ist oder nicht, erfahrt Ihr in diesem Review.

Bewertung

Pro

  • Flüssiges 120 Hz OLED-Display
  • Solide Akkulaufzeit
  • Vielseitiges Kameramodul mit doppelter Brennweite
  • Schutzart IP68, 3,5-mm-Buchse, microSD
  • Saubere, funktionsreiche UI

Contra

  • Überhitzung und zu heftiges Thermal Throttling
  • Weitwinkel- und Ultraweitwinkelsensoren sind etwas veraltet
  • Kein spezieller Nachtmodus
  • Preis zu hoch

Kurzfazit zum Xperia 5 III

Das Sony Xperia 5 III wurde bereits am 14. April 2021 angekündigt, kann in Deutschland aber erst vorbestellt werden. Für 999 Euro könnt Ihr das Smartphone in der Ausführung mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher ordern, ausgeliefert wird bei Amazon ab dem 5. Oktober.

Sony Xperia 5 III für 999 Euro vorbestellen

Ich habe das Smartphone eine Woche lang getestet und es täglich bei der Arbeit und in meiner Freizeit benutzt. Obwohl ich weder ein Sony-Fan noch ein Anhänger des 21:9-Seitenverhältnisses der Xperia-Smartphones bin, habe ich meine Zeit mit dem Sony Xperia 5 III insgesamt genossen.

Die etwas kompaktere und etwas weniger hochwertige Variante des Xperia 1 III, das mein Kollege Ben getestet hat, ist ein sehr überzeugendes Device von Sony auf dem High-End-Android-Markt. Das 120Hz OLED-Display ist flüssig, der Snapdragon 888 SoC trotz seiner Überhitzungsprobleme immer noch leistungsstark und der 4500mAh Akku sehr ausdauernd.

NextPit Sony Xperia 5 III display
Das Sony Xperia 5 III hat nur wenige Mängel / © NextPit

Aber das Interessanteste ist das Kameramodul, welches unter anderem mit einem Periskop-Teleobjektiv samt variabler Brennweite ausgestattet ist. Das Objektiv bietet zwei Stufen des optischen Zooms: x2,9 und x4,4. Zusammen mit einer etwas zu elitären, aber dafür sehr umfangreichen Kamera-App und einem "echten" Auslöser-Button, präsentiert sich uns ein Smartphone, das die Foto-Experience einer echten Kamera am besten emuliert.

Abgesehen vom Preis habe ich am Sony Xperia 5 III wirklich wenig auszusetzen. Wie jedes Jahr und bei jeder Neueinführung der Xperia-Reihe finde ich die Preisgestaltung von Sony viel zu aggressiv.

Design und Display

Das Design entspricht dem der neuesten Xperia-Modelle: Mit einem langen, dünnen 21:9-Seitenverhältnis, einer Glasrückseite und einem Aluminiumrahmen. Der 6,1-Zoll-OLED-Bildschirm besitzt eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz.


Hat mir gefallen:

  • Gorilla Glass 6 vorne und auf der Rückseite
  • Rahmen aus Aluminium
  • 21:9 Seitenverhältnis (für diejenigen, die es mögen)
  • flüssiges 120-Hz-Display
  • IP68-Zertifizierung und 3,5-mm-Buchse
  • geringes Gewicht

Hat mir nicht gefallen:

  • Glasrückseite zu anfällig für Fingerabdrücke
  • 21:9 Seitenverhältnis (für diejenigen, die es nicht mögen)
  • maximale Helligkeit von 600 nits

NextPit Sony Xperia 5 III back
Das Seitenverhältnis von 21:9 verleiht dem Sony Xperia 5 III einen recht kompakten, langen und dünnen Formfaktor / © NextPit

Die Fanboys- und girls unter Euch können sich jetzt wieder beruhigen. Ich sehe das Seitenverhältnis von 21:9 nicht als Makel an. Ich verstehe, dass es für einige interessant sein kann, wenn es um den Konsum von Videoinhalten geht. Ich persönlich kann mich damit nicht anfreunden, vor allem wenn ich spiele, habe ich immer das Gefühl, dass meine Finger verkrampft sind und ich blinzeln muss. Dies ist eine persönliche und subjektive Meinung, aber ich wiederhole, dass das 21:9-Format meiner Meinung nach kein Mangel ist. DAS WAR'S! Alles gut, solange es quadratisch ist!

Was das übrige Design angeht, so ist die Qualität unbestritten. Der Rahmen ist aus Aluminium und nicht aus Kunststoff, die Rückseite ist aus Glas und nicht aus Kunststoff, und alles ist durch Gorilla Glass 6 geschützt. Die Rückseite ist jedoch sehr anfällig für Fingerabdrücke Aber ist das bei dieser Art von Produkten wirklich neu? Nö.

Der seitliche Fingerabdruckleser unter der Einschalttaste ist sehr reaktionsschnell und präzise. Der SIM- (und microSD-)Anschluss kann ohne Metallstift geöffnet werden, ohne dass die Wasserdichtigkeit beeinträchtigt wird (IP68 zertifiziert). Das pillenförmige Kameramodul ist nicht sehr modern, hat aber den Vorteil, dass es nicht zu weit herausragt.

NextPit Sony Xperia 5 III usb
Die 3,5-mm-Klinkenbuchse befindet sich an der Oberseite des Telefons / © NextPit

Das Display ist praktisch identisch mit dem des Xperia 5 II vom letzten Jahr. Ich sage "praktisch", weil ich mich nur zu den technischen Daten äußern kann und nicht sicher weiß, ob es sich um dasselbe Panel handelt. Wir haben es mit einem 6,1-Zoll-OLED-Screen mit einer Auflösung von 1080 x 2560 Pixeln im 21:9-Format und einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hz zu tun.

Die Pixeldichte ist sehr hoch, auch wenn Sony uns gerne auch 4K hätte spendieren können, anstatt es dem Xperia 1 III vorzubehalten. Die maximale Helligkeit liegt bei 600 nits, was zwar nicht außergewöhnlich ist, aber dennoch für eine gute Ablesbarkeit unter allen Umständen ausreicht. Auf jeden Fall ist es zum Zeitpunkt des Tests noch Sommer in Berlin vorbei, und uns stehen erst nach dem Release des Xperia 5 III sechs Monate endloser Dunkelheit bevor. Kein Grund also, auf 1000 nits zu pochen.

Die 120 Hz sind nicht adaptiv, d. h. wenn es einmal eingeschaltet ist, könnt Ihr es immer und überall genießen. Einige Apps erzwingen manchmal 60 Hz (z. B. Google Maps), aber die meiste Zeit muss man mit dem Akku vorsichtig sein. Ich fand den Standard-Weißabgleich zu kalt, aber der Standard-Farbmessungsmodus schien mir völlig ausreichend.

NextPit Sony Xperia 5 III front camera
Die Bildwiederholfrequenz von 120 Hz ist nicht adaptiv / © NextPit

Insgesamt hat das Sony Xperia 5 III ein ordentliches, hochwertiges Design. Der lange, schlanke Formfaktor wird Fans von kompakten Smartphones ansprechen, ebenso wie das geringe Gewicht von 168 Gramm (ein Rekord für ein Flaggschiff im Jahr 2021). Der Bildschirm ist mit 120 Hz flüssig, die maximale Helligkeit liegt in dieser Preisklasse allerdings unter dem Spitzenniveau.

Software: Standard-Android-Look, aber vollgepackt mit Funktionen

Wie immer bei Sony ist die Benutzeroberfläche ähnlich wie Stock-Android, zumindest optisch. Es gibt viele vorinstallierte Anwendungen, aber auch viele Anpassungsmöglichkeiten zur Optimierung von Video-/Audioqualität, Spielen und Multitasking.


Hat mir gefallen:

  • der Android-Stock-Look
  • das intuitive Multitasking
  • zahlreiche Audio- und Videoanpassungen
  • der effektive Game-Enhancer-Modus

Hat mir nicht gefallen:

  • die mangelhafte Update-Politik

Optisch ist die Oberfläche von Sony für Puristen gemacht, die auf Android Stock schwören. Das ist nicht mein Fall, aber ich weiß die Einfachheit der Menüs und den insgesamt unbelasteten Aspekt der Benutzeroberfläche zu schätzen. Aber das liegt wohl daran, dass die Oberfläche des Sony Xperia vollgepackt ist mit Funktionen und Anpassungsmöglichkeiten.  

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Optisch folgt das Interface den Android-Stock-Codes ohne jegliche Extravaganz / © NextPit

Fangen wir an mit dem Multitasking: Sony bietet Tastenkombinationen zum Erstellen von schwebenden Fenstern oder um Paare von Split-Screen-Apps anzuzeigen. Mir ist klar, dass es sich hierbei um Funktionen handelt, die auf Android-Ebene implementiert wurden und die natürlich nicht exklusiv für Sony sind. Aber ich finde ihre Implementierung intuitiver als bei anderen Android-Overlays.

Eine weitere Funktion, dieses Mal exklusiv, ist die Side-Sense-Seitenleiste, die es ermöglicht, zusätzlich zu den Anwendungspaaren Verknüpfungen zu bestimmten Anwendungen oder Funktionen zu erstellen. Diese Leiste kann über eine schwebende Schaltfläche aktiviert werden, die auf der rechten Seite des Bildschirms versteckt ist. Letzteres macht ihre Verwendung sehr praktisch. 

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Der virtuelle Button namens Side Sense ist wirklich praktisch / © NextPit

Gut gefallen haben mir die zahlreichen Optionen zur Optimierung der Video- und Audioqualität, mit der Möglichkeit, Dolby-Atmos-Sound, Sonys proprietäres 360 Spatial Audio und den DSEE Ultimate-Modus zu aktivieren, mit dem Ihr Euren Audio-Stream "hochskalieren" könnt. Sony bietet auch eine dynamische Vibrationsfunktion, die sich an den über die Lautsprecher wiedergegebenen Ton anpasst. Obwohl das System in Bezug auf die Reaktionsfähigkeit recht gut funktioniert, finde ich den Vibrationsmotor zu grob, um diese Option voll zu nutzen.

sony xperia 5 iii review ui audio video quality
Der dynamische Vibrationsmodus ist schön, leidet aber unter der Schwäche des Vibrationsmotors / © NextPit

Mit einem Modus namens Game Enhancer hat Sony auch an die Gamer gedacht. Im Vergleich zu den Modi von Fnatic und anderen Äquivalenten der Android-Konkurrenten finde ich den Modus von Sony besonders fortschrittlich. Das gilt vor allem für ein Smartphone, das nicht als Gaming-Smartphone bezeichnet wird. Es gibt Optionen zur Optimierung von Ton und Mikrofonen, Farbmessung, Leistung und vieles mehr!

Wir befinden uns vielleicht nicht auf dem Niveau eines Asus ROG Phone 5. Aber es ist wirklich schön, so viel Auswahl aus einer Reihe von Optionen zu haben, von denen die meisten ziemlich relevant sind (Optimierung des Mikrofons, des Touch-Bereichs auf dem Display, des RAM usw.).

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Der Game-Enhancer-Modus ist kein Gimmick und durchaus erfrischend / © NextPit

Ich könnte auch über die Kameraanwendung sprechen, die einen eigenen Artikel verdient hätte. Aber da sie bereits beim Xperia 1 II im letzten Jahr eingeführt wurde und mein Kollege Ben in seinem Test des Xperia 1 III bereits darüber gesprochen hat, erspare ich euch diese Zeit.

Nicht unerwähnt wollen wir lassen, dass Sony zu den Kandidaten gehört, die sich nicht besonders um die Softwarepflege kümmern. Ihr könnt mit 2 größeren Android-Releases (bis Android 13) und 3 Jahren Sicherheitspatches rechnen, wahrscheinlich bestenfalls vierteljährlich.

Insgesamt finde ich die Softwarelösung, die das Sony Xperia 5 III bietet, sehr interessant und komplett. Sony versteht es, die Nerds anzusprechen, die von den filigransten Einstellungen schwärmen, um auf den Putz zu hauen und sich über  Durchschnittsnutzer:innen lustig zu machen (lügt nicht, das tun wir alle mehr oder weniger). Allerdings ist die Update-Politik für diese Preisklasse im Jahr 2021 zu eingeschränkt. Vor allem, wenn fast alle Konkurrenten sich da mittlerweile deutlich mehr ins Zeug legen.

Leistung: Der Snapdragon 888 läuft auf Sparflamme

Das Sony Xperia 5 III wird, wie viele Android-Flaggschiffe, von Qualcomms Snapdragon 888 SoC angetrieben. Und wie viele Android-Flaggschiffe bietet es erstklassige Leistung, allerdings auf Kosten der Temperaturkontrolle.


Hat mir gefallen:

  • Die rohe Kraft des Snapdragon 888

Hat mir nicht gefallen:

  • die Überhitzungsprobleme des Snapdragon 888
  • die übermäßig aggressive thermische Drosselung

In Bezug auf die reine Leistung rangiert das Sony Xperia 5 III im Mittelfeld des Android-Marktes. Es bricht zwar keine Rekorde bei der Rechengeschwindigkeit, aber die Leistung entspricht genau dem, was man von Qualcomms Spitzen-SoC erwarten kann.

Um es klarer zu machen: Ich konnte Call of Duty: Mobile mit 120 FPS zocken, wobei alle Grafikoptionen auf das Maximum gestellt wurden.

Sony Xperia 5 III

Benchmark-Vergleich
Benchmark/Modell Geekbench 5 einfach/multi 3DMark Wild Life 3DMark Wild Life Stresstest Passmark-Disk Passmark-Speicher
Sony Xperia 5 III 1117/3549 5839 5706    
Samsung Galaxy S21 Ultra

942/3407

7373 5175 81.108

31.752

Xiaomi Mi 11 Ultra

1123/3619

5621

Ausgefallen, Überhitzung

115.473 30.460
OnePlus 9 Pro

1112/3633

5670

5698

112.370 31.891

Allerdings leidet das Smartphone auch unter den Unzulänglichkeiten des Snapdragon 888, nämlich der Überhitzung. Der Chip erwärmt sich nicht nur stark, sondern Sony betreibt auch eine viel zu drastische Temperaturkontrolle, indem er zu schnell und zu aggressiv drosselt. Nach einer halben Stunde Spielzeit leidet Ihr unter lästigen Framerate-Einbrüchen.

Im 3DMark Wild Life Stresstest, der 20 Minuten intensive Spielenutzung simuliert, hat das Sony Xperia 5 III eine Stabilitätsrate von 59 %. Das ist, offen gesagt, nicht sehr gut.

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Im 3DMark Wild Life Stresstest überzeugt das Xperia 5 III nicht  / © NextPit

Insgesamt leidet das Sony Xperia 5 III unter den gleichen Mängeln wie fast alle Android-Flaggschiffe, mit Ausnahme einiger Gaming-Smartphones mit fortschrittlichen Kühlsystemen. Aber zusätzlich zum Überhitzungsproblem des Qualcomm-Chips ist das thermal Throttling von Sony viel zu stark und trübt die gute Grundleistung des Smartphones.

Kamera: Natürliche Wiedergabe und doppelte Brennweite

Das Sony Xperia 5 III verfügt über ein Dreifach-Kameramodul auf der Rückseite. Das auffälligste Objektiv ist das Periskop-Teleobjektiv mit zwei verschiedenen Brennweiten, das einen optischen Zoom von x2,9 und x4,4 bietet. Die grundlegende Foto-App wurde mit der Camera-Pro-App verschmolzen, um das Fotoerlebnis einer Spiegelreflexkamera / Systemkamera zu emulieren. Sony ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat einen physischen Auslöser an der Seite des Smartphones angebracht.


Hat mir gefallen:

  • das gleiche Kameramodul wie beim Xperia 1 III, mit Ausnahme des ToF-Sensors
  • die natürliche Farbwiedergabe und das gute Belichtungsmanagement
  • die sehr vollständige Kamera-App
  • der spielerische, aber immersive physische Auslöser

Hat mir nicht gefallen:

  • die Fotomodi und -einstellungen sind für Nicht-Foto-Fans nicht sehr intuitiv
  • die alternden Haupt- und Ultraweitwinkel-Sensoren
  • insgesamt mangelnde Schärfe
  • kein dedizierter Nachtmodus

 

NextPit Sony Xperia 5 III camera
Sony Xperia 5 III verfügt über ein Periskop-Teleobjektiv mit variabler Brennweite / © NextPit

Sony Xperia 5 III

Kamera-Modul
Objektiv Spezifikationen
12 MP Weitwinkel-Hauptobjektiv Sony IMX 557 | f/1.7 | 1/1.7" | 1.8µm | Dual Pixel PDAF | OIS
Ultra-Weitwinkel 12 MP Sony IMX 363 | f/2.2 | FOV 124˚ | 1/2.6" | Dual Pixel PDAF
12 MP Periskop-Teleobjektiv Sony IMX 663 | f/2.3 bei 70mm | f/2.8 bei 105mm | 1/2.9" | Dual Pixel PDAF | x2.9 und x4.4 optischer Zoom | OIS
8 MP-Selfie Samsung S5K4H7 | f/2.0 | 1/4" | 1,12µm

Sony Xperia 5 III Weitwinkel- und Ultraweitwinkelfotos

Das neue Kameramodul des Sony Xperia 5 III ist das Teleobjektiv, während die Hauptobjektive für Weitwinkel und Ultra-Weitwinkel die gleichen wie beim Xperia 1 II des letzten Jahres sind.

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Weitwinkelobjektiv x1 (24 mm). / © NextPit

Das Weitwinkel-Hauptobjektiv des Sony Xperia 5 III basiert auf einem "Sony IMX 557"-Sensor, der mit einer Größe von 1/1,7 Zoll kleiner ist als die Sensoren des Samsung Galaxy S21 Ultra (1/1,33") oder des Xiaomi Mi 11 Ultra (1/1,12").

12 MP Hauptobjektiv und 12 MP Ultraweitwinkelobjektiv

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ALT-Tag Photo 212 MP Ultraweitwinkelobjektiv

Tagsüber finde ich, dass die Aufnahmen sehr natürlich aussehen. Im Gegensatz zu 90 % der Technikjournalisten lehne ich die aggressivere Softwareverarbeitung chinesischer Hersteller nicht diametral ab. Aber ich finde die ultraleichte und subtile Verarbeitung von Sony ziemlich erfrischend, besonders bei guten Lichtverhältnissen.

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Weitwinkelobjektiv x1 (24 mm). / © NextPit

Auch das Belichtungsmanagement ist sehr effektiv und ermöglicht einen recht großen Dynamikbereich. Aber ich habe auch einen allgemeinen Mangel an Details in den meisten Aufnahmen festgestellt. Außerdem gab es eine gewisse Farbinkonsistenz zwischen den Weitwinkel- und Ultraweitwinkelaufnahmen.

12 MP Hauptobjektiv und 12 MP Ultraweitwinkel

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ALT-Tag Photo 212 MP Ultra-Weitwinkelobjektiv

Sony Xperia 5 III Teleaufnahmen

Das Teleobjektiv des Sony Xperia 5 III ist das interessanteste am gesamten Kameramodul. Es bietet zwei verschiedene Brennweiten für zwei verschiedene Stufen des optischen Zooms. Die Brennweite beträgt 70 mm, was einer 2,9-fachen Vergrößerung im Vergleich zu den 24 mm des Hauptobjektivs entspricht. Dazu kommt eine Brennweite von 105 mm, was einem 4,4-fachen Zoom im Vergleich zum Hauptobjektiv entspricht. Die Blendenöffnung reicht von f/2,3 bei 70 mm bis f/2,8 bei 105 mm.

Telezoomobjektiv x2,9 und x4,4

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ALT-Tag Photo 2Teleobjektiv x2,9 (70 mm) ALT-Tag Photo 2Teleobjektiv x4,4 (105 mm)

Der 2,9-fache Zoom hat sich im Allgemeinen als wirksam erwiesen, damit sich der Detailverlust im Rahmen hält. Dies ist bei dem 4,4fach-Zoom nicht der Fall. Ich habe eine Menge Artefakte und einen Mangel an Schärfe in den Bildern festgestellt.

Teleobjektiv x2,9 und x4,4

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ALT-Tag Photo 2Teleobjektiv x2.9 (70 mm) ALT-Tag Photo 2Teleobjektiv x4,4 (105 mm)

Darüber hinaus kann der Zoom digital auf 300 mm erweitert werden, was einem 12,2-fachen Zoom entspricht. Auch wenn das Rendering alles andere als katastrophal und manchmal sogar recht brauchbar ist, liegt es immer noch unter dem einiger Konkurrenten in derselben Preisklasse. Der 10fache Zoom des Galaxy S21 Ultra ist zum Beispiel viel besser.

12,2-facher Digitalzoom

ALT-Tag Photo 112,2x Teleobjektiv (300mm) ALT-Tag Photo 212,2x Teleobjektiv (300mm)

Ich finde diesen dualen Brennweitenansatz von Sony interessant. Im Gegensatz zu Samsung, das völlig mit der Unschärfe zwischen optischem und digitalem Zoom spielt, um phantasievolle Vergrößerungen anzubieten, sind wir bei Sony bewusst limitierter unterwegs.  Wir wissen genau, mit welchem Sensor und damit mit welcher Brennweite und damit mit welchem optischen Vergrößerungsgrad wir ein Bild aufgenommen haben. Es ist damit nicht ganz so sexy wie eine Neuaufnahme eines Weitwinkelfotos, das sich hinter dem Namen Spatial Zoom x100 verbirgt.

Telezoomobjektiv x2,9 und x4,4

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ALT-Tag Photo 22,9x Teleobjektiv (70mm) ALT-Tag Photo 2Teleobjektiv x4,4 (105 mm)

Insgesamt hat mir die von Sony angebotene Kamera sehr gut gefallen. Die natürliche Fotobearbeitung geht dem Android-Markt gegen den Strich, tut der Qualität der Bilder aber keinen Abbruch, im Gegenteil. Der Zoom mit zwei verschiedenen Brennweiten erwies sich als recht effektiv und vielseitig, auch wenn er bei höherer Vergrößerung schnell an seine Grenzen stößt. Ich hätte mir gewünscht, dass Sony ein Hauptobjektiv mit größerem Sensor einbaut, um eine höhere Detailgenauigkeit zu erzielen.

Akkulaufzeit: 4500 mAh samt 30 Watt Quick-Charging

Das Sony Xperia 5 III wird von einem 4500-mAh-Akku angetrieben, der die gleiche Kapazität hat wie der des Xperia 1 III. Das ist eine gute Nachricht, denn das Smartphone hat einen kleineren Bildschirm (und eine geringere Auflösung) als sein älteres Geschwistermodell.


Hat mir gefallen:

  • die solide Akkulaufzeit
  • das mitgelieferte USB-C-Ladegerät

Hat mir nicht gefallen:

  • Langsames Laden für ein 1000-Euro-Flaggschiff
  • kein kabelloses Laden

Nach einer Benchmark-Sitzung im PCMark brauchte das Sony Xperia 5 III 12 Stunden und 48 Minuten, um die 20-Prozent-Marke für die verbleibende Akkulaufzeit zu unterschreiten, und das bei einer Bildwiederholrate von 120 Hz. Konkret heißt das: Das Smartphone hält locker einen ganzen Tag durch. Das ist ein mehr als respektables Ergebnis und wir können sagen, dass die Akkulaufzeit des Sony Xperia 5 III solide ist.

Das Xperia 5 III wird mit einem 30-Watt-PowerDelivery-USB-Adapter geliefert, demselben, der auch dem Xperia 1 III beilag. Im Durchschnitt brauchte ich knapp 2 Stunden für eine vollständige Aufladung. Meine beste Zeit von 0 auf 100 % beträgt genau 1 Stunde 52 Minuten. Wenn ich das Smartphone nur 30 Minuten lang auflade, kann ich eine Akkulaufzeit von etwa 50 % erreichen.

Insgesamt ist die Akkulaufzeit des Sony Xperia 5 III sehr solide und liegt im oberen Bereich der Preisklasse. Das schnelle Aufladen ist allerdings nicht so schnell wie bei einigen der High-End-Konkurrenten. Und das Fehlen des kabellosen Aufladens ist zwar nicht wirklich nachteilig, aber dennoch ein kleiner Makel bei einem Smartphone, das für 1000 Euro verkauft wird.

Das technische Datenblatt

Sony Xperia 5 III

Technische Daten
Komponente Spezifikationen
Display
  • 6,1-Zoll-OLED im 21:9-Format
  • Auflösung 1080 x 2520 Pixel, oder 449 dpi
  • 120 Hz Bildwiederholfrequenz
SoC/GPU Snapdragon 888 + Adreno 660
Speicher 8/128 GB / 8 256 GB
Erweiterbarer Speicher? Ja, microSD über SIM-Slot
Kamera-Modul
  • Hauptweitwinkel 12 MP: Sony IMX 557 | f/1.7 | 1/1.7" | 1.8µm | Dual Pixel PDAF | OIS
  • Ultra-Weitwinkel 12 MP: Sony IMX 363 | f/2.2 | FOV 124˚ | 1/2.6" | Dual Pixel PDAF
  • Teleobjektiv 12 MP: Sony IMX 663 | f/2.3 bei 70mm | f/2.8 bei 105mm | 1/2.9" | Dual Pixel PDAF | optischer Zoom x2.9 und x4.4 | OIS
  • 8 MP Selfie: Samsung S5K4H7 | f/2.0 | 1/4" | 1.12µm
Video
  • 4K bei 24/25/30/60/120 fps HDR | 1080p bei 30/60/120/240 fps | 5-Achsen-Gyro-EIS | OIS
  • Selfie: 1080p bei 30 fps | 5-Achsen-Gyro-EIS
Akku 4500 mAh | 30 Watt kabelgebundenes Laden | USB-PD
OS Android 11 Vorrat
Audio 2 Stereolautsprecher | 24-bit/192kHz Audio | dynamische Vibration
Design, Abmessungen und Gewicht
  • 157 x 68 x 8,2 mm | 168 g
  • Bildschirm aus Gorilla Glass 6 + Rückseite und Rahmen aus Aluminium
  • IP65/IP68-Zertifizierung
  • Fingerabdruckleser an der Seite, unter der Einschalttaste
Farben Glänzend Schwarz | Glänzend Grau
Preis 1000 Euro

 

Fazit

Das Sony Xperia 5 III ist ein sehr gutes High-End-Smartphone. Ich muss wirklich die Bemühungen des Herstellers loben, eine tiefergehende User-Experience zu bieten. Ich weiß nicht, wie ich es genau beschreiben soll, aber ich fühlte mich oft mit einer großen Auswahl an Funktionen und Einstellungen konfrontiert. Aber wenn man diese Masse an Informationen erst einmal verarbeitet hat, beginnt man allmählich, die richtigen Reflexe zu integrieren und sie zu automatisieren.

Es ist fast wie ein Spiel, denn man spielt mit all den Optionen in den verschiedenen Menüs. Auch die Arbeit, die geleistet wurde, um das Fotoerlebnis ähnlich wie bei einer echten Kamera zu emulieren, hat mir sehr gut gefallen. Das ist mehr als nur ein Gimmick. Die Foto-App und der physische Auslöser sorgen wirklich für ein intensiveres Erlebnis, so albern das auch klingt.

NextPit Sony Xperia 5 III side
Das Sony Xperia 5 III ist meiner Meinung nach keine 1000 € wert / © NextPit

Aber rechtfertigt das alles den Preis von 1000 Euro? Meiner Meinung nach nicht. Das Sony Xperia 5 III ist in vielerlei Hinsicht sehr durchschnittlich. Die Leistung liegt im unteren Mittelfeld dessen, was man in dieser Preisklasse findet. Die Akkulaufzeit ist solide, aber die Schnellladefunktion ist immer noch ein wenig rückständig. Der 120 Hz OLED-Bildschirm ist sehr flüssig, bietet aber nicht viel mehr.

1000 Euro sind teurer als ein OnePlus 9 Pro, ein Galaxy S21 Plus oder ein Xiaomi Mi 11. Ich weiß, dass man mir in den Kommentaren die Hölle heiß machen wird, aber ich kann diesen Preis nicht rechtfertigen. Das steht in keinem Verhältnis zur Marktpräsenz und den Zahlen des Herstellers in Europa.

Egal, was die Fanboys und -girls sagen, es ist schwer, 1000-Euro-Smartphones anzubieten, wenn man in einem Jahr weltweit nur 2 Millionen Geräte verkauft. Selbst wenn Ihr ein Sony-Fan und/oder Fotofreund:in seid, würde ich empfehlen, bestenfalls auf eine Preissenkung zu warten.

Wie würdet Ihr das Sony Xperia 5 III auf einer Skala von 0-5 bewerten?
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11 Kommentare

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  • Karsten vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Die Preise werden schnell sinken


  • Jan C. vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Einen physischen Auslöser hatte Sony doch schon bei so ziemlich allen Smartphones. Auch den Schnellzugriff auf die Kamera über die Taste.


  • Tim vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Was soll eigentlich immer wieder und wieder dieses Copy&Paste "Die rohe Kraft des QSD888"? Das ist doch völliger Quatsch, vor allem wenn im gleichen Atemzug als Kritik genannt wird, dass der Prozessor schnell throttled und aggressiv heruntertakten muss. Denn genau dann hat man eben nicht mehr die "rohe Kraft".

    Und sowohl der Hauptsensor, als auch der Ultraweitwinkel sind doch alles aber nicht etwas veraltet. Das ist immer noch moderner Standard. Nur weil Sony da keine 108MP auf einen minimal größeren Sensor presst, ist der nicht veraltet. Und der gleiche (oder zumindest sehr ähnlicher) UW-Sensor wird auch von Samsung im S21 verwendet und da war er auch nicht veraltet.


  • Mastermind vor 1 Woche Link zum Kommentar

    An sich ein schönes Gerät, aber 21:9 geht nun wirklich nicht. Anderes Format und etwas größer wäre optimal.


    • Karsten vor 1 Woche Link zum Kommentar

      4:3 wäre besser...😜


      • HEB vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Und was ich nicht mag sind Geräte über 6,5" Diagonale.


  • route9 vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Als ehemaliger Besitzer einiger Sony-Smartphones stelle ich wiederholt fest:

    Wieder ein hochinteressantes und tolles Gerät (sogar mit Notification LED!!!!!!) aber auch wieder mit ein paar unverzeilichen Nachteilen:

    .) dicke Ränder
    .) keine Ladespule
    .) Überhitzung

    Für 1000 Euro geht das so nicht! Für die Kohle bekomme ich auch schon ein aktuelles iPhone Pro, welches dieses Gerät in jeder einzelnen Kategorie in den Boden stampft.


  • Sabrina vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Mir sind hier einige Fotos zu kalt (blaustichig).
    Ansonsten ist es wieder mal so gut, dass es mit den Spitzenmodellen der Konkurrenz, insbesondere Google und Apple, meiner Meinung nach bei der Bildqualität nicht mithalten kann. Es wird wohl wieder eher wenig verkauft werden.


    • HEB vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Natürlich sind die Bilder nicht kunterbunt Instagram Styl, wo vieles so scheint aber dann doch nicht so ist.


      • Sabrina vor 1 Woche Link zum Kommentar

        In einem anderen Testbericht einer Fotofachzeitschrift war ich von den Farben auch begeistert. Aber die Szene scheint von den Kameras interpretiert zu werden, so dass dann recht unterschiedliche Farben dabei herauskommen, je nachdem in welche Richtung (z.B. mehr noch oben) man die Kamera hält.
        Die Bilder vom Google Pixel sind auch nicht kunterbunt. Trotzdem können Sie mit hoher Dynamik besser umgehen. Besser aufgelöst sind sie bei der Hauptkamera auch.


  • C. F.
    • Admin
    vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Typisch Sony: tolle Fotos.

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