Das Auto, das ich getestet habe, war ein Ford Focus Titanium 1,5-l EcoBlue, mit 120 PS und einem 8-Gang-Automatikgetriebe. Wenn Ihr Euch für das hier getestete Modell mit dieser Ausstattung entscheidet, kostet es hierzulande 35.180 Euro.

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Den Ford Focus fuhr ich eine Woche lang durch Berlin und Umgebung. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Ford Co-Pilot360

Ford verfügt über eine eigene Co-Pilot-Technologie mit dem einfachen Namen Co-Pilot360, die eine Reihe von Sensoren und Software verwendet, um dem Fahrer „mehr Sicherheit auf der Straße“ zu geben. Das System kann in mehrere verschiedene Unterstützung-Grade unterteilt werden.

Spurhalteassistent

Die Funktion, die ich am dringendsten ausprobieren wollte, war das „Adaptive Cruise Control with Stop and Go and Lane Centering“ (ACC). Die Idee klingt auf dem Papier großartig. Das Sitzen im langsam fließenden Verkehr kann eine Belastung sein, besonders wenn man dann im Stop and Go hängt. Mit dem ACC von Ford könnt Ihr den Tempomat so einstellen, dass er mit dem vorausfahrenden Fahrzeug Schritt hält und bei Bedarf anhält. Außerdem hält er einen zentral in der eigenen Spur.

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Ihr könnt die Adaptive Cruise Control über das Lenkrad steuern. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der adaptive Tempomat funktioniert gut, insbesondere auf langen Strecken bei gerader Straße. Ich habe ihn sowohl auf der Autobahn als auch in Berlin benutzt. In der Stadt war ich allerdings nicht so beeindruckt von der Fahrspurzentrierung. Die hat dann doch ganz schön mit den komplizierten innerstädtischen Systemen zu kämpfen, wo öfter man Fahrspuren zusammenlaufen, oder aus dem nichts auftauchen.

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Das Auto hat ein System, um zu verhindern, dass Ihr von der Fahrspur abweicht. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Tatsächlich erkannte ich anfangs nicht, dass es sich dabei um eine autonome Funktion handelt, bei der das Auto automatisch lenkt, um einen in der Spur zu halten. Ich dachte erst, es basiert auf einem Alarm-System. Das gibt Euch ein Vorstellung davon, wie viel Vertrauen ich hatte, dass das Auto sich in der Fahrspur selbst korrigieren würde.

Blind Spot Information System (BLIS)

Die Idee dahinter ist es, den Stress durch die manuelle Kontrolle des toten Winkels beim Spurwechsel auf der Autobahn oder beim Aussteigen aus dem Auto, wo die Sicht eingeschränkt ist, zu beseitigen. Ford nennt das auch „Cross Traffic Alert“, was aber im Wesentlichen das gleiche System auf Basis von Sensorinformationen ist, die Autos oder große Objekte um das Fahrzeug herum erkennen können.

Das BLIS-System funktioniert gut und rettete mich, als ich aus einem engen Parkplatz herausfuhr, an dem plötzlich ein Auto mit hoher Geschwindigkeit vorbeifuhr, das ich nicht gesehen habe. Was den Spurwechsel auf der Autobahn betrifft, so erfordert es ein wenig Mut und Übung, sich daran zu gewöhnen, den toten Winkel nicht selber zu überprüfen, sondern sich auf das System zu verlassen.

Auto High-Beam Headlamps

Der Ford Focus verfügt über einen Sensor am oberen Ende der Windschutzscheibe, der die Lichtverhältnisse außerhalb des Fahrzeugs erfassen kann. Mithilfe der Daten werden die Scheinwerfer automatisch einschalten, wenn es dunkel wird. Das System aktiviert auch automatisch das Fernlicht, wenn es keine Straßenlaternen gibt, und dimmt sie ab, wenn ein entgegenkommendes Auto erkannt wird.

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Diese Scheinwerfer geht automatisch an, wenn es dunkel wird. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Hilfreich ist auch das automatische Abdunkeln der Anzeigen im Auto, damit man nicht geblendet und die Sicht im Dunkeln erleichtert wird. Auch die Scheibenwischer springen automatisch an, wenn es anfängt zu regnen. Volle Punktzahl dafür.

Was wir nicht testen konnten

Es gibt eine faszinierende Funktion des Co-Pilot360-Systems von Ford, die ich leider nicht testen konnte: der „Evasive Steering Assist“. Das ist eine Funktion, die Lenkunterstützung gibt und damit dem Fahrer helfen soll, eine mögliche Kollision zu vermeiden. Die ist aber nur bei ausgewählten Modellen verfügbar und kein Feature, das man wirklich absichtlich testen will.

Allerdings ist hier wichtig zu sagen, dass es sich nicht um eine völlig autonome Funktion handelt, wie sie bei Tesla zu finden ist. Das System, identifiziert lediglich die Gefahr, gibt Alarm und bietet zusätzliche Lenkunterstützung, damit der Fahrer dem Hindernis besser ausweichen kann.

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Das Testen des „Evasive Steering Assist“ ist nichts, was ich absichtlich testen möchte! / © NextPit Bildquelle: NextPit

Sync 3: Die intelligente Software von Ford

Die zentrale Steuerzentrale all dieser neuen Technologien ist die dritte Generation von Fords Infotainmentsystem Sync. Ein kapazitiver Touchscreen in der Mitte wird zur Steuerzentrale aller Navigations- und Audiofunktionen von Sync 3, und auch einige verbesserte Funktionen sind im Vergleich zu früheren Generationen mit an Bord.

Die Zieleingabe, die es einfacher macht, Points of Interest wie einen Geldautomaten zu finden, funktioniert ähnlich wie bei Google Maps. Ihr könnt nach bestimmten Restaurants oder Eurer bevorzugten Kaffeehauskette in der Nähe suchen sowie einfach eine Zieladresse eingeben, um direkt zu einem Ziel zu navigieren.

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„Easy Destination Entry“ kann lokale Points of Interest, wie z.B. Supermärkte, über Sprachsteuerung finden / © NextPit Bildquelle: NextPit

Es gibt auch ein Heads-Up-Display direkt über dem Lenkrad, das passend zu Eurem Sichtwinkel anzeigt, wo sich die Fahrspuren befinden. Außerdem liefert sie Infos zur aktuellen Geschwindigkeitsbegrenzung, der eigenen Geschwindigkeit und die Sensoren am Fahrzeug können Autos vor und hinter Euch erkennen. Ist Letzteres zu nah an Euch dran, erscheint je nach Distanz ein gelbes oder rotes Warnzeichen. Das passt sich Eurer Geschwindigkeit an und berücksichtigt dabei den entsprechenden Bremsweges – ziemlich cool.

Insgesamt fand ich das System sehr nützlich. Die Navigation war ein Kinderspiel und das Heads-up-Display war besonders nützlich auf der Autobahn, wo die Höchstgeschwindigkeit zwischen 80 km/h und 120 km/h in scheinbar völlig zufälligen Abständen hin und her springt. Ihr werdet auch benachrichtigt, wenn Ihr Eure Geschwindigkeit mehr als 10 Prozent über dem aktuellen Tempolimit liegt.

Eine AppLink-Funktion ermöglicht es Euch, kompatible mobile Apps per Sprache zu bedienen. Alternativ könnt Ihr das natürlich auch über den Touchscreen im Auto machen. Beides funktioniert gut, aber die Liste der unterstützten Anwendungen ist recht begrenzt.

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Das Koppeln von Telefonen und das Navigieren mit dem Sync 3-System ist ziemlich einfach. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Die Kopplung des Smartphones über Bluetooth zur Audiowiedergabe geht schnell und einfach. Auf längeren Fahrten konnten außerdem sowohl ich, als auch meine Beifahrerin unsere Smartphones verbinden. Mit nur wenigen Fingertipps auf dem Display konnten wir dann zwischen meinem Spotify-Account und ihrem YouTube-Music-Account wechseln.

Es gibt auch eine Alexa App für den Ford, die Amazons Assistenten in das Sync-3-System integriert. Schön für alle, die sich in Sachen Sprachassistent für Alexa entschieden haben. Ich selber habe keinen besonderen Nutzen dafür gefunden, da die native Spracherkennung in Sync 3 bereits gut genug ist. Tatsächlich klappte es mit den Sprachbefehlen bei Sync 3 während meines Tests schneller und genauer als mit dem Google Assistant und Alexa, und Ihr müsst nicht zu Beginn jedes neuen Befehls das Hotword sagen.

Android Auto ist integriert

Sync 3 unterstützt auch Android Auto. Im Wesentlichen könnt Ihr den Touchscreen im Ford so nutzen, als wäre es Euer Smartphone mit Android Auto. Ihr benötigt dafür natürlich die neueste Version von Android Auto auf Eurem Telefon sowie alle anderen Apps, die darin genutzt werden, wie z.B. Google Maps.

Dafür müsst Ihr Euer Smartphone via USB-Kabel anschließen und anschließend eine Vielzahl von Sicherheitsanfragen für die Synchronisation akzeptieren. Anschließend müsst Ihr Android Auto noch manuell über die Sync-3-Einstellungen aktivieren. Aber sobald es eingerichtet ist, könnt Ihr alle Funktionen von Android Auto direkt über das Dashboard des Autos nutzen. Es gibt auch ein drahtloses Ladepad direkt unter dem Display und daneben einen USB-Anschluss, sodass Ihr Euch keine Sorgen machen müsst, dass Euer Telefon während der Fahrt der Saft ausgeht.

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Ihr könnt Android Auto auch zur Navigation verwenden, wenn Ihr es lieber als Sync 3 mögt. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das größte Problem ist, dass sich beide Systeme mit Ford nicht richtig verschmelzen lassen. Wenn Ihr Android Auto aktiviert haben, verliert Ihr einige der einzigartigen Sync-3-Funktionen wie AppLink oder die erweiterte Navigationssuche. Es gibt zwar die Möglichkeit, die Audio-Wiedergabe, das Telefon oder Google Maps aus der Nutzeroberfläche von Sync 3 zu starten, aber insgesamt geht die Verknüpfung beider Systeme nicht wirklich tief genug, um sich wie eine echte Fusion anzufühlen.

Wie, als wenn man nicht angepasste Smartphone-Apps auf dem Tablet startet, werden Apps hier gerne mal in die Länge gestreckt, um das Display des Fords auszufüllen. Das stellt zwar bei der Bedienung kein Problem dar, sieht aber einfach unschön aus. 

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Die Musikwiedergabe via Spotify kann über den Google Assistant gestartet werden. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Statt eines einzigen Ökosystems, habe ich dadurch zu oft das Gefühl, hier mit zu vielen verschiedenen Systemen hantieren zu müssen. Und das ist eigentlich nicht das, was man will, wenn man am Steuer sitzt und sich auf das Fahren konzentriert. Android Auto und Sync 3 haben beide ihre Stärken und Schwächen, und anstatt das Beste aus beiden Welten herausholen, hat man das Gefühl, sich zwischen dem einen und dem anderen entscheiden zu müssen.

Ford ist hier definitiv auf dem richtigen Weg. Die Palette der intelligenten voll- oder teilautonomen Funktionen wächst und wächst und jede einzelne ist clever konzipiert, um Euch das Leben hinter dem Steuer ein wenig zu erleichtern. Mir gefällt, wohin das führt, und ich kann es kaum erwarten, dass sich die Dinge in Zukunft etwas homogener anfühlen.