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Die zwei Kameras des One (M8) sorgen für Gesprächsstoff – doch wie gut ist die Kamera des neuen One wirklich? / © NextPit Bildquelle: NextPit

Vor der Aufnahme

HDR mit Echtzeit-Vorschau

Beim One (M8) findet man, wenn man auf den Drei-Punkte-Button im Sucherbild tippt, die üblichen Einstellungen vor, die man auch von vielen anderen Smartphones kennt. Der HDR-Modus bietet aber eine Echtzeit-Vorschau, ein bisher selten gesehenes Feature bei Smartphones (abgesehen vom Galaxy S5).

Manueller Modus – Verschlusszeit und mehr selbst festlegen

Besonders ist auch der manuelle Modus, in dem Weißabgleich (Lichttemperatur), Belichtung, ISO und sogar die Verschlusszeit (1/8000 – 4 Sekunden) und die Schärfeebene, also der Fokus, selbst festgelegt werden können. Das klappte im Test richtig gut, die Echtzeitvorschau stellt Anpassungen ohne Verzögerung dar – mit Ausnahme der Verschlusszeit: Nimmt man hier Änderungen vor, folgt die Vorschau nur zögerlich, und wenn man wieder in den Automatik-Modus wechselt, dauert es einige Sekunden, bis sich die Anzeige wieder normalisiert.

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Im manuellen Modus kann der Fokus verschoben werden… / © NextPit Bildquelle: NextPit
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…oder der Weißabgleich angepasst werden. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Filter mit Echtzeit-Vorschau

Das HTC One bietet 15 Filter, die schon vor der Aufnahme über das Bild gelegt werden können, zum Beispiel Farbfilter, Vignette oder Tilt-Shift-Effekt. Die Effektstärke kann per Schieberegler angepasst werden.

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Vor der Aufnahme können bereits eine Reihe von Filtern über das Bild gelegt werden. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Einstellungen speichern – eigene Presets erstellen

Praktisch ist die Speichermöglichkeit für sogenannte Presets: Alle Einstellungen, die manuell vorgenommen werden, also zum Beispiel zu Kontrast, Sättigung oder Schärfe, können gespeichert werden und sind dann direkt über das Hauptmenü der Kamera-App als Voreinstellung abrufbar. So kann man per Fingertipp zwischen einzelnen Presets direkt hin und her springen.

Aufnahme-Modi

Neben dem normalen Kamera-Modus hat das One (M8) die Modi Video, Zoe-Kamera, Selbstporträt, Dual-Aufnahme (beide Kameras nehmen gleichzeitig auf, welche Kamera das große Bild liefert, kann selbst bestimmt werden) und Pan 360 (für 360-Grad-Panoramas). Zwischen den Kameras kann man wie schon beim M7 auch wechseln, indem man im Sucherbild nach unten oder oben wischt.

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Die Aufnahmemodi der Kamera des One (M8). / © NextPit Bildquelle: NextPit

360-Grad-Panoramas

Die Aufnahme von 360-Grad-Panoramas ist recht leicht, rote Rechtecke im Sucherbild signalisieren, welcher Ausschnitt als nächstes fotografiert werden muss und wie man die Kamera halten sollte. Stimmt der Winkel nicht, wird auch nicht ausgelöst. Die Qualität der Fotos ist ok, es braucht aber etwas Übung, um ein gutes Bild hinzubekommen. Der Witz ist: Will man sich in der Aufnahme bewegen und drehen, kann man entweder mit dem Finger durch das Bild wischen – oder aber man dreht sich selbst beziehungsweise das Smartphone in die Richtung, in die man gucken will.

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Eine 360-Grad-Ansicht eines Berliner Parks. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Nachbearbeitung

Ufocus

Hinter diesem Begriff versteckt sich die Möglichkeit, den Fokus nachträglich festzulegen. Ermöglicht wird das durch die zweite Kamera, die dem Bild Tiefeninformationen hinzufügt. HTC bewirbt dieses Feature massiv, im Test stellt sich Ufocus aber schnell als ungenauer und viel zu stark eingreifender Software-Effekt heraus. Die Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund ist oft fehlerhaft, sodass Ufocus, wenn überhaupt, nur bei klaren und deutlichen Kontrasten und Konturen zu empfehlen ist.

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Am Netz der Tischtennis-Platte beißt sich Ufocus die Zähne aus. / © NextPit Bildquelle: NextPit

An Rändern und Kanten kommt es oft zu Ungenauigkeiten, Elemente und Objekte, die eigentlich auf einer ganz anderen Schärfeebene liegen, werden scharf dargestellt, andere zu Unrecht weichgezeichnet. Der Weichzeichner-Effekt ist zudem sehr stark, abmildern lässt er sich nicht. Ein Software-Update kann und sollte hier deutlich nachbessern, bis dahin sollte man besser die Finger von Ufocus lassen.

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Auf den ersten Blick ein schöner Effekt – schaut man genauer hin, offenbaren sich jedoch Ungenauigkeiten. / © NextPit Bildquelle: NextPit

3D Dimension Plus

Noch ein Effekt, der durch die zweite Kamera ermöglicht wird: Durch Schwenken oder Wischen kann die Perspektive einer Aufnahme liecht verändert werden, ähnlich wie bei einem „richtigen“ 3D-Bild. Die verschiedenen Blickwinkel können als Foto gespeichert werden. 

Gimmicks und eigene Filter

Der Rest der Nachbearbeitungsmöglichkeiten ist größtenteils das, was auch andere Smartphone-Hersteller anbieten, ergänzt durch einige Gimmick-Effekte: Mit den Stickern kann man Fotos “lustige” Elemente wie Sonnenbrillen oder Hüte hinzufügen, „Verfremdung“ fügt einzelnen Bildbereichen oder -elementen Effekte wie einen Skizzen- oder Cartoon-Look hinzu. Die Krönung ist aber „Jahreszeiten“ – hier regnen und wehen entweder Kirschblüten, Löwenzahn, Ahornblätter oder Schnee durchs Bild. Gut und nützlich ist aber die Option, neben den 11 festgelegten Farb-Filtern weitere Filter selbst anzulegen, neun Parameter stehen hier zur Auswahl.

htc one m8, beispielbilder
Ein Fotofilter für das HTC One M8.
Quelle: NextPit
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Manuelle Einstellungen beim HTC One M8.
Quelle: NextPit
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Manuelle Einstellungen beim HTC One M8.
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Ein 360-Grad-Panorama mit dem HTC One M8.
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Ein Biespiel für die Ufocus-Funktion.
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Schönere und natürlichere Effekte lassen sich zum Beispiel mit dem Makro-Modus erzielen.
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HTC One M8 camera test
HTC One M8 camera test: Saved camera settings
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HTC One M8 camera test
HTC One M8 camera test: Settings
Quelle: NextPit
HTC One M8 camera test
HTC One M8 camera test: basic camera
Quelle: NextPit
HTC One M8 camera test
HTC One M8 camera test: filters
Quelle: NextPit
HTC One M8 camera test
HTC One M8 camera test
Quelle: NextPit

Fazit

Das HTC One (M8) hat eine gute Kamera, die farbechte, kontrastreiche und ausrechend scharfe Bilder macht. Sie ist lichtstark und schnell, löst ohne nennenswerte Verzögerung aus und schießt flotte Bilderserien. Wie aber schon beim M7 wird hier Potenzial verschenkt, den hohen Erwartungen, die von HTC selbst im Vorfeld geschürt wurden, wird das M8 nicht ganz gerecht. Der größte Nachteil ist die geringe Auflösung – 4 Megapixel sind einfach zu wenig, auch vor dem Hintergrund größerer Bildpunkte (“UltraPixel”) und eines lichtempfindlichen Sensors. Die Ufocus-Funktion ist enttäuschend und greift, zumindest im jetzigen Stadium, viel zu ungenau und stark in das Foto ein. Viel schöner und natürlicher lässt sich hier mit dem manuellen Fokus spielen. Überhaupt ist das der größte Vorteil der Kamera-App: Einstellungen können selbst festgelegt und gespeichert werden, sogar die Verschlusszeit ist manuell anpassbar, mit bis zu 4 Sekunden könnten bei niedrigen ISO-Werten sogar gute Nachtaufnahmen gelingen.

Beispielfotos bei Google+

Wenn Ihr Euch abseits der Einstellungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten einfach von den Qualitäten der Kamera überzeugen wollt, schaut auf mein Google+-Profil, dort habe ich ein Album mit zahlreichen Testfotos des HTC One (M8) erstellt, die allesamt unbearbeitet direkt aus der Kamera kommen.