Pros des Ticwatch Pro

  • GPS, NFC und WearOS an Bord
  • Cleveres Display mit zwei Schichten
  • Gute Akkulaufzeit
  • Günstig

Contras des Ticwatch Pro

  • Kein LTE-Modul (Gibt es im Nachfolger)
  • Lederarmband nur bedingt für Sport geeignet
  • Weder Kronen noch Lünetten zur Bedienung

Keine klare Konkurrenz mit Wear OS in Sicht

Die Mobvoi TicWatch Pro ist bei Amazon zum Preis von 249 Euro in zwei Farben erhältlich: Schwarz und Silber. Der Preis ist nicht herausragend günstig, vor allem wenn man bedenkt, dass man mit 10 Euro mehr sicher eine Samsung Gear S3 Frontier bekommen kann. Die Wahl fällt schließlich zwischen Wear OS und Tizen. Wenn Ihr Euch für das Betriebssystem von Google entscheidet, werdet Ihr es schwer haben, Konkurrenten der TicWatch Pro als stilvoll und mit all seinen Funktionen zum gleichen Preis zu finden.

  • Wear OS: Der neue Look macht Eure Smartwatch besser

Es gibt Smartwatches aus edlen Materialien bekannter Marken (z.B. der Fossil-Gruppe) oder eben günstigere Modelle. Kaum eine hat jedoch das Dual-Display der TicWatch Pro, und nur sehr wenige sind in der Lage, im Preis zu konkurrieren, während sie die gleiche Qualität und alle Funktionen beibehalten. 

Ein Design, das fast zu jedem Anlass passt

Das Design der Mobvoi-Smartwatch ist ebenso schlicht wie elegant . Das matte Kunststoffgehäuse ist zwischen zwei Metallplatten eingeschlossen: der Lünette und dem unteren Teil der Uhr. Der nummerierte Metallring verleiht der TicWatch Pro einen klassischeren Look, der sich jeder Situation anpasst, vom eleganten Aperitif am Freitagabend bis zum Wochenende mit Camping und Bewegung im Freien. Die Platte, die mit dem Handgelenk in Berührung kommt, wird nur durch die Kontaktstifte zum Aufladen der Uhr, den Pulsmesser und einen kleinen Lautsprecher unterbrochen.

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Ein klassisches Design, das sich jeder Situation anpasst. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Die Uhr ist ziemlich groß (45 mm Durchmesser, 14 mm dick) und schwer, und eignet sich so wohl eher für ein Männerhandgelenk. Gleichzeitig wirkt sie dadurch aber solide und langlebig. Ich würde mir keine Sorgen machen, die TicWatch bei einer schweren Arbeit zu tragen, dank der hervorragenden Konstruktion und der IP68-Zertifizierung sollte die Uhr selbst ein paar kleine Stöße und auch Schweiß aushalten.

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Das mitgelieferte Band kann schnell ausgetauscht werden. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Die linke Seite ist frei von Buttons, während auf der rechten Seite zwei physikalische Tasten zur Steuerung der Uhr zu sehen sind. Der Knopf oben fungiert als Home Button und zum Öffnen der Liste der auf der Uhr installierten Apps, während der zweite Knopf, der nach Belieben programmierbar ist, standardmäßig so eingestellt ist, dass er die Liste der zu verfolgenden Sportarten öffnet. Mit einem langen Druck könnt Ihr in den im Abschnitt Akku beschriebenen extremen Energiesparmodus wechseln.

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Auf der Rückseite befinden sich die Pins zum Aufladen, ein Pulsmesser und ein kleiner Lautsprecher. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Das mitgelieferte Band kann dank eines Hakens, der das Lösen erleichtert, schnell ausgetauscht werden. Durch die Kunstlederveredelung an der Außenseite sieht es elegant aus, ist aber dank einer Gummierung an der Innenseite auch bei körperlicher Aktivität komfortabel und stabil.

Leider ist keine drehbare Krone oder Lünette verbaut, die die Interaktion mit Wear OS erleichtert, das hätte die TicWatch Pro noch besser gemacht.

Das beste aus zwei Welten

Die TicWatch Pro verwendet zwei verschiedene Arten von Displays. Das habt Ihr richtig gelesen.  Diese Uhr hat zwei Bildschirme . Das Hauptdisplay ist ein 1,39 Zoll großes AMOLED-Panel mit einer Auflösung von 400 x 400 Pixeln und dient zur Darstellung von Wear OS und allen möglichen Inhalten wie Apps und Benachrichtigungen.

Aber wo versteckt sich das zweite? Es wird einfach über dem Hauptdisplay positioniert. Das monochrome FSTN-Display ist im ausgeschalteten Zustand völlig transparent und ermöglicht einen perfekten Blick auf das darunter liegende AMOLED-Panel. Wenn die Hauptanzeige jedoch ausgeschaltet wird, wird dieses Display aktiviert und Uhrzeit, Datum, Anzahl der Schritte und Akkustand der Uhr werden angezeigt. So kann die TicWatch diese Informationen jederzeit und ohne Einfluss auf den Akkuverbrauch anzeigen.

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Die TicWatch Pro nutzt gleich zwei Displays. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Es ist nicht die erste Smartwatch, die eine solche Lösung einsetzt, einige Casio-Uhren haben bereits dieses Dual-Display, aber zum ersten Mal wird diese Implementierung in einer eleganten Uhr verwendet und nicht in einem Outdoor-Modell.

Beide Displays sind bei Sonnenlicht gut sichtbar: Das Hauptdisplay ist hell genug für sonnige Tage, das zweite ist umso besser sichtbar, je mehr Licht zur Verfügung steht. Leider verfügt das monochrome Display nicht über eine Hintergrundbeleuchtung, so dass es notwendig ist, das AMOLED-Display zu aktivieren, um die Zeit im Dunkeln abzulesen. 

Wear OS ist immer noch Android Wear, nur mit anderem Namen

Die TicWatch Pro wird von Wear OS angetrieben. Das hat durchaus so seine Vorteile, stellt aber genau genommen die größte Schwäche der Smartwatch dar. Wear OS ist mittlerweile gut ausgestattet, im Play Store sind vielzählige Apps verfügbar, damit man nicht nur Google Fit und Co. nutzen kann. Wirklich angenehm zu bedienen ist das System allerdings nach wie vor nicht .

Als Fan von Android Wear in seiner ersten Form (Karten- und Materialdesign) finde ich Android Wear 2.0 (später Wear OS) eine echte Katastrophe. Die Verwaltung des Play Stores von der Uhr aus ist ein ziemlicher Krampf. Ich kann persönlich nicht ganz nachvollziehen, warum man das nicht mehr einfach vom Smartphone aus erledigen kann, wie früher eben auch. Aber hier soll es nicht zu viel um Wear OS gehen, sondern natürlich um die TicWatch selbst.

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Auf der TicWatch läuft aktuell Wear OS 1.4. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Alles in allem könnt Ihr mit Wear OS Tausende und Abertausende von Zifferblättern und Apps für Eure Uhr herunterladen, und das ist sicherlich ein Vorteil gegenüber einem proprietären Betriebssystem. Wear OS ist in der Version 1.4 auf Basis von Android 8.0 Oreo installiert.

Die Weiterentwicklung der Smartwatches bleibt aktuell aus

Die technische Ausstattung der Uhr unterscheidet sich nicht sehr von der aller Wear-OS-Smartwatches der letzten Jahre. Wir finden einen Qualcomm Snapdragon Wear 2100, 512 MByte RAM, 4 GByte interner Speicher für App-Installation und Musikdownload, Bluetooth 4.2 LE und WIFI 802.11 b/g/n vor.

Die Hardware ist mehr als ausreichend, um die TicWatch einwandfrei zu betreiben, aber es gibt wirklich keine Innovation in diesem Bereich. Man spürt das Fehlen eines neuen, leistungsfähigeren oder effizienteren Chips, der ausschließlich für Wearables hergestellt wird, das ist jedoch nicht unbedingt Mobvois Schuld.

Die Ticwatch Pro verfügt über die beste Hardware auf dem Markt, darunter einen GPS-Chip (unterstützt von aGPS) zur Verfolgung von Entfernungen, die auch ohne Smartphone zurückgelegt wurden, einen NFC-Chip für Zahlungen über Google Pay und einen Herzfrequenzsensor. Zusammen mit dem Dual-Display und der langen Akkulaufzeit erhaltet Ihr das kompletteste Wear-OS-Gerät auf dem Markt .

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Die Hardware ist mehr als ausreichend, um die TicWatch einwandfrei zu betreiben. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Eine Smartwatch, die nicht nur zuhören kann

Auf der rechten Seite, genau in der Mitte zwischen den beiden Tasten, finden wir das Hauptmikrofon. Dieses Mikrofon ist für das Abhören aller unserer Anfragen an den Google Assistant verantwortlich. Außerdem kann man so mit der Smartwatch über die im Telefon steckende SIM telefonieren, ohne das Smartphone aus der Hosentasche holen zu müssen.

Der Google Assistant spricht dank des integrierten Lautsprechers auch direkt mit Euch. Er befindet sich auf der Rückseite der Smartwatch  Der Lautsprecher hat genügend Lautstärke, um die verschiedenen Antworten des digitalen Assistenten anständig ausgeben zu können. Auch beim Telefonieren hatte ich keine Probleme, erwartet hier aber keine Höchstleistungen.

30 Tage Akkulaufzeit!?

Der Akku misst 415 mAh, ein ziemlich einheitlicher Wert für Smartwatches im Jahr 2018. Mobvoi ist aber etwas gelungen, an dem viele andere Hersteller bisher gescheitert sind: der TicWatch Pro eine Akkulaufzeit von mehr als zwei vollen Tagen zu verpassen .

Dies wird durch den Einsatz eines speziellen Energiesparmodus erreicht, der das Hauptdisplay der TicWatch Pro ausschaltet und gleichzeitig nur das sehr effiziente, sekundäre LCD-Display aktiv hält, wenn die Smartwatch nicht in Gebrauch ist. Dies spart im Laufe des Tages viel Akkuleistung und sorgt so für eine deutlich längere Laufzeit.

Ihr könnt auch die Hardware, die von Wear OS für den Betrieb benötigt wird, vollständig ausschalten und nur eine reduzierte Version der Uhr verwenden, die noch einen Schrittzähler und einen Herzfrequenzmesser enthält. Dies garantiert eine Akkulaufzeit von bis zu 30 Tagen. Der von Mobvoi Essential-Modus genannte Modus kann sehr nützlich sein, wenn Ihr ein ganzes Wochenende fernab vom Ladegerät verbringen müsst oder anderweitig die Uhr nicht aufladen könnt

Wie üblich bei Smartwatches, verwendet auch Mobvoi eine eigene Ladeschale mit Pins. Hier ist das USB-Kabel auch fest mit der Schale verbunden und nicht austauschbar, glücklicherweise sind die Magnete viel stärker und nützlicher als die der TicWatch E und S. Das Ladegerät lädt die Smartwatch nicht sehr schnell auf. Glücklicherweise ist das kein Problem, da man die Uhr stets gemütlich über Nacht aufladen kann.

Abschließendes Urteil

Die TicWatch Pro wahrlich nicht für jeden geeignet, da ergeht es ihr ähnlich wie auch jeder anderen Smartwatch. Für die weniger anspruchsvollen und sportlichen Menschen wie mich könnte die Smartwatch jedoch die beste Wahl auf dem Markt sein.

Das Design ist elegant genug, um die Uhr jederzeit tragen zu können, und die Materialien sind solide genug, um eine gute Widerstandsfähigkeit bei körperlicher Aktivität zu gewährleisten. Das Dual-Display ist eine tolle Idee, die ich mir für jede Smartwatch wünsche und hilft deutlich bei der Akkulaufzeit. Die Möglichkeit, die TicWatch auch bei niedrigem Akkustand im reduzierten Modus weiter zu verwenden, ist das eigentliche Ass im Ärmel von Mobvoi. Darüber hinaus ermöglicht das Vorhandensein von WLAN, NFC, GPS und Pulsmesser die Nutzung der TicWatch auch bei körperlichen Aktivitäten, bei denen das Mitnehmen eines Smartphones nicht bequem oder empfehlenswert ist. Schade nur, dass es keine LTE-Version gibt.

Letztlich bleibt da nur noch der Preis, der nicht überragend günstig ist. Wer aber eine funktionale Smartwatch sucht, die einen nicht jeden Tag um 19 Uhr im Stich lässt, kommt an der TicWatch Pro nur schwer vorbei.