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Apple iPhone: So nutzt Ihr den Kinomodus – jetzt auch in 4K

Update: 4K und Bearbeitung in iMovie ergänzt
cinematic mode iphone hero
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Seit dem iPhone 13 und dem Kinomodus filmt Ihr Videos mit Bokeh-Effekt, seit dem iPhone 14 auch in 4K-Auflösung. Wir erklären Euch, wie Ihr schöne Videos mit Tiefenunschärfe aufnehmt und diese anschließend noch bearbeiten könnt – auf der iPhone-13-Serie und auf anderen Geräten.

Man sieht einem Video in der Regel sofort an, ob es mit dem Smartphone gefilmt wurde oder mit einer "richtigen" Kamera. Der große Unterschied ist die selektive Schärfe, mit der der Filmer wahlweise den Vordergrund oder den Hintergrund schwimmen lässt, um den Fokus wortwörtlich auf das Motiv zu lenken.

Inhaltsverzeichnis:

Wie funktioniert der Kinomodus?

Waren für ein sanftes Bokeh in der Vergangenheit Systemkameras oder professionelle Camcorder mit großen Sensoren erforderlich, lässt sich die Unschärfe bei modernen Smartphones auch per Software erzeugen. Ja, einige Android-Smartphones filmen bereits seit Jahren mit Bokeh: Aber so nutzerfreundlich und sauber wie mit dem Kinomodus der iPhone-13-Serie und nun auch der iPhone-14-Serie klappt's bei der Konkurrenz einfach nicht. 

Der große Trick besteht darin, dass das iPhone 13 zusammen mit den Videos eine Tiefenkarte aufzeichnet. Die vom Smartphone aufgezeichneten Rohvideos sind vom Vordergrund bis zum Hintergrund scharf. Legen nun entweder das iPhone selbst oder der Nutzer den Fokus im Video fest, zeichnet der Kinomodus die räumlich davor und dahinter liegenden Bildbereiche weich. 

Nachdem das iPhone die Rohvideos, die Tiefenkarte und den festgelegten Fokuspunkt getrennt voneinander speichert, lässt sich die Fokussierung des Videos auch nachträglich noch bearbeiten – auf dem iPhone 13 selbst, aber auch auf anderen Geräten.

Was die Aufnahme selbst angeht, steht der Kinomodus derzeit für die Weitwinkel- und Telekameras auf der Rückseite sowie für die Selfie-Kamera zur Verfügung. Die folgenden iPhones unterstützen den Kinomodus:

Kinomodus: So funktioniert die Videoaufnahme

Den Kinomodus, auf Englisch "Cinematic Mode", findet Ihr prominent in der Kamera-App der neuen iPhones zwischen den Modi "Video" und "Zeitlupe". Ein Fingertipp aktiviert den Modus, der Aufnahmebutton startet – Überraschung – die Aufnahme. 

Standardmäßig markiert die Kamera-App während der Aufnahme alle erkannten Gesichter – und übrigens auch Tiere. Während die Aufnahme läuft, versucht der Kinomodus die jeweils aktivste Person zu ermitteln und den Fokus entsprechend zu setzen. Durch einen Fingertipp aufs Display könnt Ihr den Fokus jedoch auch manuell verschieben. Im folgenden Video seht Ihr, dass der Fokus nur automatisch wechselt, wenn Ben im Vordergrund in die Kamera spricht – ansonsten hält der Kinomodus den Fokus auf Fabi, bis wir per Fingertipp manuell wechseln.

Das "manuelle Fokussieren" klappt übrigens nicht nur mit Personen, sondern auch mit Gegenständen. Der Kinomodus trackt diese anschließend und hält sie im Fokus. Durch einen langen Tipp sperrt Ihr den "virtuellen Autofokus" auf eine bestimmte Entfernung und haltet so beispielsweise eine Person oder einen Gegenstand im Vordergrund im Fokus, ganz gleich was im Hintergrund passiert.

Fabi und Ben im Display des iPhone
Haltet den Finger lange auf einen Punkt im Display, um im Kinomodus den "AF Lock" zu aktivieren. Ben kann jetzt in die Kamera sprechen, solange er möchte – der Fokus bleibt auf Fabi. / © NextPit

Der Kinomodus bietet folgende Einstellungsmöglichkeiten:

  • Das geschwungene "f" links oben steht für das Öffnungsverhältnis. Je kleiner die Zahl, desto stärker ist der Bokeh-Effekt. Beim iPhone 13 sorgt also "f2.0" für die stärkste Hintergrundunschärfe, mit "f16" ist der Effekt am geringsten. 
  • Mit dem Blitz-Icon rechts unten konfiguriert Ihr die Video-LED wahlweise für "Immer aus" und "Automatisch". Bei letzterer Einstellung signalisiert Euch das iPhone vor der Aufnahme, ob die LED gleich aktiviert wird oder nicht.
  • Der kleine "<"-Pfeil bringt die beiden obengenannten Einstellungen zusätzlich rechts aufs Display, und zusätzlich ein "±"-Symbol zur Belichtungskorrektur beim Filmen im Kinomodus.
  • Mit einem Tipp auf das "1x" wechselt Ihr beim iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max zwischen der Weitwinkel- und der Telekamera. Der Doppelpfeil rechts oben wechselt zur Selfie-Kamera. Die Ultraweitwinkel-Kameras unterstützen den Kinomodus (derzeit) nicht.
  • Der Kinomodus unterstützt auch Dolby Vision HDR.

Kinomodus: So aktiviert und nutzt Ihr die 4K-Auflösung beim iPhone 14

Bei der Einführung des Kinomodus war die Auflösung auf Full HD mit 30 Bildern pro Sekunde beschränkt. Mit der Veröffentlichung der iPhone-14-Serie hat Apple die Funktion jedoch verbessert. Jetzt ist es möglich, bokeh-reiche Videos in 4K-Auflösung aufzunehmen. Beachtet aber, dass auf den Modellen der iPhone-13-Serie Videos im Kinomodus nur in 1080p bei 30 fps aufgenommen werden können.

Ihr ruft die Funktion auf, indem Ihr die Kamera öffnet und zum Filmmodus wischt. Die Standardauflösung liegt jedoch bei 1920 x 1080 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde. Ihr müsst die hohe 4K-Auflösung direkt in den Einstellungen aktivieren. Im Folgenden verraten wir die Schritte, mit denen Ihr den Modus in höherer Qualität aktiviert.

  1. Öffnet die Einstellungen.
  2. Wählt Kamera.
  3. Tippt auf Filmmodus aufnehmen.
  4. Wählt 4K bei 30 fps oder 4K bei 24 fps (Filmstil).
Screenshots der Aktivierung des 4K-Kinomodus
iPhone 14 Pro Max: Ihr aktiviert den Kinomodus im Kamerabereich in den Einstellungen. / © NextPit

Letztendlich bieten 4K-Videos mehr Details und eine schärfere Bildqualität. Diese Option hat jedoch auch Nachteile, wie z. B. die größere Ausgabegröße, die für alle iPhone-14-Modelle mit nur 128 GB Basisspeicher eine Herausforderung darstellen könnte. Nutzt Ihr das aufgenommene Filmmaterial nur privat, empfehlen wir dir die 1080p-Auflösung, die die Dateigröße um ein Drittel reduziert.

Kinomodus: So bearbeitest du deine Videos

Der größte Vorteil des Kinomodus gegenüber den derzeitigen Konkurrenz-Lösungen: Ihr könnt den Fokus in den Videos auch nach der Aufnahme noch anpassen. So könnt Ihr die Fokus-Übergänge perfekt auf das Geschehen abstimmen. Das nachträgliche Bearbeiten funktioniert übrigens nicht nur auf den iPhones ab 2021, sondern auch auf den folgenden Apple-Geräten in der Photos-App:

Für macOS hat Apple bereits ein Update angekündigt, das ein Bearbeiten am Rechner ermöglicht. Sobald das Feature zur Verfügung steht, aktualisieren wir diesen Artikel an dieser Stelle.

Kinomodus-Videos bearbeiten unter iOS

Das Bearbeiten der Videos unter iOS ist denkbar einfach. Öffnet den Clip einfach in der Photos-App und klickt hier auf "Bearbeiten". Anschließend seht Ihr das Video mit der Thumbnail-Zeitleiste darunter. Neu an dieser Stelle ist nun eine zusätzliche Timeline, die jeweils anzeigt, wann der Kinomodus automatisch und manuell den Fokus ändert. Hier fügt Ihr nun nach Belieben neue Fokuswechsel ein oder eliminiert bestehende. Im folgenden Clip seht Ihr, wie das funktioniert:

Videos im Kinomodus in iMovie bearbeiten

Wichtig: Wollt Ihr die Videos auf einem anderen Gerät bearbeiten, müsst Ihr die Clips per iCloud Photos oder AirDrop verschicken. Andernfalls gehen die Tiefeninformationen verloren, die das iPhone im Kinomodus abspeichert. Bevor Ihr das tut, solltet Ihr sicherstellen, dass die Option Alle Fotodaten aktiviert ist. So geht's:

  • Öffnet in der Fotos-App auf dem iPhone den Clip im Kinomodus oder wählt mehrere Clips aus und tippt dann auf die Schaltfläche Teilen.
  • Tippt oben auf dem Bildschirm auf Optionen, aktiviert die Option Alle Fotodaten und tippt dann auf Fertig (Ihr müsst diese Option jedes Mal aktivieren, wenn Ihr via AirDrop übertragt).
  • Tippt auf AirDrop und dann in der Geräteliste auf den Mac, auf den Ihr den Clip übertragen möchtet.
Screenshots vom Editieren der Kinomodus-Videos mit iMovie
Vergewissert Euch, dass die Option Alle Fotodaten aktiviert ist, bevor Ihr Dateien im Kinomodus unter macOS teilt / © NextPit

Beachtet auch, dass für jeden Cinematic Clip, den Ihr mit AirDrop übertragt, ein Ordner mit vier Dateien auf dem empfangenden Mac erscheint. Sucht in diesem Ordner die MOV-Datei, die nicht mit "IMG_E" beginnt, und importiert sie in iMovie.

Screenshots vom Importieren in iMovie
Importiert immer die "IMG_" und niemals die "IMG_E", um ein besseres Bearbeitungsergebnis zu erzielen. / © NextPit

Nachdem Ihr Eure Kinomodus-Videodateien von einem kompatiblen iPhone in iMovie importiert habt, ist es ganz einfach, die Videos mit dem kostenlosen Videoeditor von Apple zu bearbeiten. Öffne einfach den richtigen Clip als neues iMovie Projekt, ziehe den Clip per Drag & Drop in die Videozeitleiste und wähle das Kamerasymbol oben in der Videovorschau.

Danach wählst du einfach das Kästchen "Schärfentiefe" aus und kannst den Fokus manuell ändern. Hier kannst du nach Belieben neue Fokusänderungen hinzufügen oder bestehende entfernen. Alle Schritte werden in der folgenden Videogalerie erklärt:

Fazit

In den 90ern und 2000er-Jahren bastelten sich Amateur-Videografen noch DoF-Adapter für Videos mit Bokeh. In den 10er-Jahren demokratisierten dann DSLRs und DSLMs das Filmen mit Tiefenunschärfe. Und jetzt sind die Smartphones dran. Klar, Huawei hat das Feature seit dem Mate 20 an Bord und Samsung seit der Galaxy-S20-Serie. Aber mal ehrlich: Habt Ihr davon viel gemerkt?

Interessiert Ihr Euch dafür, wie andere Hersteller die Video-Bokeh-Funktion umsetzen, werft doch bitte einen Blick auf unseren Vergleich des Video-Bokeh-Effekts und zieht Eure eigenen Schlüsse zur Bildqualität. Wir haben darin die Funktion beim iPhone 13, Vivo X80 Pro und Samsung Galaxy S22 Ultra miteinander verglichen.


Der Artikel wurde im September 2022 aktualisiert und die Anleitung zur Aktivierung und Verwendung des 4K-Kinomodus sowie die Bearbeitung in iMovie ergänzt.

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1 Kommentar

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  • michigan66 vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    hallo, wie kann ich das video nun auf meinen PC speichern? er akzeptiert keine Importfunktion über das USB Kabel und iCloud hab ich nicht. Airdrop geht ja auch nicht mit dem PC. Irgendeine Idee? Vielen Dank