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Huawei Mate Xs 2 im Hands-on: Luxus-Foldable für 2000 Euro

NextPit huawei mate xs 2 hands on open front
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Huawei meldet sich bei den Foldables zurück – mit dem beeindruckenden Mate Xs 2. Das faltbare Smartphone beeindruckt allerdings nicht nur mit dem Datenblatt, sondern auch mit dem selbstbewussten Preisschild: Wenn das Mate Xs 2 im Juni auf den Markt kommt, müsst Ihr dafür knapp 2000 Euro auf den Tisch legen. Wir haben das Foldable bereits für Euch ausprobiert.

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Pro

  • unfassbar dünn
  • tolle Verarbeitung
  • großartiges Display

Contra

  • keine GMS
  • altes 4G-SoC
  • teuer

Design & Display

Die Foldables von Huawei haben ein Alleinstellungsmerkmal: Sie verbergen das Display im zugeklappten Zustand nicht innen, sondern lassen es außen. So spart sich der Hersteller auch beim Mate Xs 2 einen Zweitbildschirm – allerdings ist das Panel dadurch auch stets den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Aber der Reihe nach!

Das Huawei Mate Xs 2 sieht auf den ersten Blick seinem Vorgänger sehr ähnlich.  Huaweis Foldable bringt es wie der Vorgänger auf eine Dicke von gerade einmal 5,4 mm  – allerdings aufgeklappt und an der dünnsten Stelle. An der Seitenleiste – und im zugeklappten Zustand – baut das Smartphone wieder gut elf Millimeter dick auf. Das Gewicht wirkt für ein aufgeklappt 7,8 Zoll großes Gerät mit 255 Gramm sehr niedrig.

Huawei Mate XS 2
Das Huawei Mate Xs 2 ist sehr hochwertig gebaut. / © NextPit

Das Abspecken gegenüber dem Vorgänger um fast 50 Gramm hatte offenbar keinen Einfluss auf die Verarbeitung: Das Huawei Mate Xs 2 fühlt sich hochwertig an. Das sogenannte "Falcon Wing"-Scharnier aus Stahl wirkt solide, eine Knickspur ist zumindest bei unserem recht frischen Sample kaum auszumachen. Allerdings muss der Bildschirm bei der Bauweise des Huawei Mate Xs 2 auch einfach deutlich weniger scharf geknickt werden als etwa beim Samsung Galaxy Z Fold 3.

Natürlich: Der Bildschirm ist das Highlight des Huawei Mate Xs 2. Das 7,8 Zoll große OLED-Display mit 2480 x 2200 Pixeln sieht einfach großartig aus. Faltet Ihr das Smartphone zusammen, bleiben noch 6,5 Zoll mit 2480 x 1176 Bildpunkten übrig. Die Bildwiederholrate ist mit 120 Hz der eines Flaggschiffes würdig, die Abtastrate des Digitizers mit 240 Hz ordentlich.

Huawei Mate Xs 2
Der große Bildschirm des Huawei Mate Xs 2 macht einfach Spaß! / © NextPit

Performance und Software

Unter der Haube des Huawei Mate Xs 2 werkelt der Snapdragon 888 4G.  Richtig: Auch 2022 darf Huawei keine 5G-Smartphones bauen, und Ihr bezahlt hier knapp 2000 Euro für ein 4G-Telefon mit einem SoC, das 2020 vorgestellt wurde. Zum Vergleich: Der aktuelle Snapdragon 8 Gen 1 bietet ganz grob 10 bis 20 Prozent mehr Leistung.

Huawei Mate Xs 2
Schade: In dem schicken Gehäuse steckt nur ein 4G-Prozessor aus dem Jahr 2020. / © NextPit

An Bord sind außerdem 8 GB RAM und 512 GB Flash-Speicher, die Ihr über Huaweis proprietäre NM-Karten um bis zu 256 GB aufstocken könnt. Der Akku fasst 4600 mAh und unterstützt Huaweis eigenen SuperCharge-Standard mit bis zu 66 Watt. Laut Hersteller sollen damit binnen 30 Minuten 90 Prozent erreicht werden. Wireless Charging ist indes nicht an Bord.

Bei der Software setzt das Mate Xs 2 auf Android 12 mit EMUI 12. Wie schon beim SoC greifen hier nach wie vor die Sanktionen gegen Huawei: Es gibt keine Google Mobile Services und damit keinen Play Store. Ihr müsst also mit Huaweis eigener AppGallery Vorlieb nehmen. Antoine hat sich bereits an anderer Stelle damit auseinandergesetzt, wie sich Huawei-Smartphones ohne Google-Dienste schlagen.

Huawei Mate Xs 2
Der Button in der Mitte der Seitenleiste öffnet das Scharnier. / © NextPit

Huawei Mate Xs 2: Kamera

Bei den Kameras des Huawei Mate Xs 2 sehen wir ein paar alte Bekannte: Die 13-Megapixel-Ultraweitwinkel-Kamera und vor allem die 50-Megapixel-Hauptkamera konnten uns schon im Test des Huawei P50 Pro überzeugen.  Bei der Telekamera allerdings kommt ein 8-Megapixel-Modul zum Einsatz. Außerdem stanzt Huawei rechts oben ins Display noch eine Selfie-Kamera mit 10,7 Megapixeln.

Ob die Kameras schließlich auch in der Praxis überzeugen, wird natürlich erst unser ausführlicher Test zeigen können. Bis dahin könnt Ihr aber in der folgenden Bildergalerie schon einmal das Huawei Mate Xs 2 von allen Seiten bewundern.

Abschließendes Urteil

Ja, Huawei und das Mate Xs 2 haben es nicht leicht. Das faltbare Smartphone kommt mit grandioser Hardware und viel Potenzial – aber eben auch immer noch mit der Sanktionen-Handbremse. Dass man im Jahr 2022 rund 2000 Euro für ein 4G-Smartphone bezahlt, ist heftig. Und zumindest Power-User – also jene, für die das Mate Xs 2 eigentlich gebaut ist – dürften auch den Google Play Store schmerzlich vermissen.

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11 Kommentare

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  • Olaf Gutrun vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Gabz ehrlich, das 5g was ich bis jetzt vor finde ist meistens überhaupt nicht schneller nicht mals die Latenz ist besser.

    Im Gegenteil man hat viel öfters auf einmal schlechtes Netz, das Handy wechselt zwischen 4 und 5g, schrecklich!

    Habe an meinem s22Utlra 5g ganz bewusst aus, der Strom Mehrverbrauch ist unerträglich.

    Was wir vor finden ist eh kein richtiges 5g sondern mehr ein mini mini mal getuntes 4g+ aber mit riesen Nachteilen beim Energieverbrauch.


    Meine Meinung:

    Auf 5g kann man definitiv noch viele Jahre Verzichten.

    Wenn überhaupt ist mal ein Download minimal schneller, websiten öffnen sich nicht schneller und die Latenz beim Gaming ist nicht besser.

    Finde eure Abwertungen bei nicht 5g Geräten echt noch quatsch.
    Gerade in deutschland ziehen bis zur guten Abdeckung noch mi destens 5 Jahre einher.

    Aber auch im Ausland wo ich schon mit sehr guter 5g abdeckung rum lief verspührte ich keine Vorteile aber die Nachteile des Akku verbrauchs. Beim Autofahren kann 5g auch unterträglich sein.

    Finde Ihr seid definitiv zu früh dabei nicht 5g Geräte ab zu werten, hat auch nichts mit Zukunftsfähigkeit zu tun, es dauert einfach noch sehr lange und die Vorteile sind in anbetracht der Nachteile zu Lte+ zu hinterfragen.

    Vergleiche ich nun 3g, 4g und 5g finde ich in sachen Abdeckung, Energieverbrauch und auch in der konsistens des möglichen Empfangs 4g+ noch am besten.

    Und je nach Vertrag gibt es auch verdammt schnelles 4g...

    Habe das Glück Zuhause eine sehr neue 4g+ zelle zu empfangen, mein Glasfaser Anschluss hat eine schlechtere Latenz. So läuft die Ps4 gerne beim Gaming auch mal über den Wifi Hotspot was auch prima funktioniert.

    Bis jetzt meine Meinung zu 5g 👎


    • Stefan Möllenhoff
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Ja, häufig reicht 4G aus. Es gibt allerdings auch Flecken in Deutschland, wo es keinen 4G-, dafür aber 5G-Empfang gibt. Wenn Versorgungslücken auf dem Land, in U-Bahnhöfen etc. mit reinen 5G-Zellen ausgebaut werden, dann guckt man mit 4G in die Röhre.

      Klar, wer im Alltag überall perfekten Empfang mit 4G hat, muss das fehlende 5G nicht als KO-Kriterium sehen – viele Nutzer und/oder Provider haben ja auch noch gar keine 5G-Verträge. Aber bei einem 2000 Euro teuren Smartphone gehört's meines Erachtens nach schon negativ erwähnt.

      Edit: Dass der Unterschied zwischen 4G und 5G oft kaum spürbar ist, liegt daran, dass viele 5G-Funkzellen aktuell einfach noch an der 4G-Infrastruktur hängen. Damit ist zwar die Luftschnittstelle schneller, die Funkzelle selbst aber nicht besser angebunden.


  • Jörg W. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Da kaufe ich mir doch lieber ein iPad Mini . Ist zukunftssicher und für die restliche Kohle ab in den Urlaub .


  • Marc Wolff vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Interessante Lösung nur wie schnell wird das Display Schaden nehmen. Viel zu Teuer, nicht nur das Fehlen von G sondern auch nicht mehr aktuelle Hardware. Ich bleibe beim Fold 3.


  • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

    "Der aktuelle Snapdragon 8 Gen 1 ... arbeitet dank 4-nm-Prozess energiesparender."
    Hahaha. Nein, arbeitet er nicht. Das stimmt einfach nicht...


    • Stefan Möllenhoff
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Das stimmt natürlich, vielen Dank für den Hinweis. Wir haben das im Artikel korrigiert.


  • C. F.
    • Admin
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Für das Geld dann lieber doch ein 13" MacBook Pro M1 mit 16GB Ram und 512GB SSD


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Verstehe ich. Aber der Vergleich hinkt dennoch 😛


      • C. F.
        • Admin
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Klar. Aber für ein aufklappbares Smartphone 2.000€ hinlegen, das mir dann gegenüber einem normalen Barren keinen Mehrwert liefert, außer dass es schwerer ist und in der Hose dicker aufträgt...


    • rolli.k vor 1 Monat Link zum Kommentar

      52 GB SSD, das ist ganz arm :-))


      • C. F.
        • Admin
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Ist korrigiert...

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