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Privado-VPN im Test: Taugt das VPN mit Gratis-Option?

Privado VPN
© NextPit

Bei Privado braucht Ihr für die VPN-Nutzung nicht einmal Geld auszugeben! Allerdings limitiert der Anbieter Euch sowohl die Verfügbarkeit der Server als auch das sichere Datenvolumen. In unserem Testbericht zu Privado VPN finden wir heraus, ob sich das Upgrade auf eines der kostenpflichtigen Abonnements lohnt und prüfen, wie sicher der Anbieter im Praxistest ist.

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Bewertung

Pro

  • Kostenlose Nutzung möglich
  • Firmensitz in der Schweiz
  • Vorteile für Peer-to-Peer-Verbindungen

Contra

  • Mäßige Geschwindigkeiten im Speedtest
  • Geringe Serveranzahl
  • Funktionsumfang variiert je nach Gerät
  • Keine Browser-Plugins für Split-Tunneling

Preise und Abonnements

Dieser Test ist als Teil einer Kooperation mit Privado entstanden. Auf die redaktionelle Meinung und die genauen Inhalte hatte das jedoch keine Auswirkung.

Privado überrascht in der VPN-Welt mit einem kostenfreien Angebot. Dabei limitiert der Anbieter allerdings nicht nur die Anzahl an Servern und Ländern, er legt Euch auch ein Datenlimit auf. Den vollen Funktionsumfang gibt es im Monats- und im Jahres-Abonnement, die sich funktional nicht voneinander unterscheiden. Wie gewohnt sinken die monatlichen Kosten, je länger Euer Abonnement läuft.

Gefällt:

  • Nettes Umsonst-Abo
  • Insgesamt geringe Kosten

Gefällt nicht:

  • -

Wollt Ihr Privado VPN ausprobieren, könnt Ihr das erfreulicherweise ganz kostenfrei tun. Damit vermeidet der Anbieter einen Kritikpunkt, den ich in meinem Test von NordVPN hatte. Denn dieses könnt Ihr nur ausprobieren, wenn Ihr ein Abo abschließt und anschließend vom 30-tägigen Testzeitraum Gebrauch macht. Diesen gibt es bei Privado auch, allerdings könnt Ihr die Apps und die Funktionalität auch ohne Angabe eines Zahlungsmittels nutzen.

Der kostenlose Zeitraum ermöglicht es Euch auch, alle 30 Tage lang 10 Gigabyte Datenvolumen zu versurfen. Darüber hinaus ist die kostenlose Nutzung auf eine Verbindung und 12 Städte limitiert. Es eignet sich somit für die gelegentliche Absicherung Eurer Verbindungen und weniger für das Umgehen von Ländersperren oder die Erweiterung Eures Streamingkatalogs.

Wollt Ihr Euch dafür ein VPN holen, gibt es einen Monats- und einen Jahresplan. Die Kosten beginnen bei 4,99 Euro im Monat für den Jahresplan und reichen bis zu 7,99 Euro bei monatlicher Abrechnung. Effektiv bringt Euch der Jahresplan also eine Ersparnis von knapp 40 Prozent.

Als Zahlungsmittel könnt Ihr bei Privado zwischen den Kreditkarten Visa, Mastercard und American Express, sowie PayPal, iDeal, Sepa-Lastschrift und Coinbase wählen. Über letzteren Anbieter habt Ihr also auch die Möglichkeit, anonym zu zahlen.

Kosten bei Privado im Überblick

Laufzeit Kostenlos 1 Monat 1 Jahr NextPit-Angebot*
Monatliche Kosten - 7,99 € 4,99 € 2,50 €
Gesamtkosten - 95,88 € 59,88 € 30 €

Kosten können aktionsbedingt abweichen.

Standorte und Server

Im kostenpflichtigen Abonnement bietet Euch Privado hunderte Server-Standorte in 46 Ländern. Auf der Homepage von Privado könnt Ihr Euch auch ohne Abonnement alle Länder inklusive Standorten über Städte ansehen. Seid Ihr von dieser Anzahl an Standorten überfordert, könnt Ihr Euch auch automatisch verbinden lassen.

Gefällt:

  • Viele Standorte mit wichtigsten Ländern
  • Auto-Connect-Feature
  • Länderliste ohne Account einsehbar
  • Ausschließlich physische Server

Gefällt nicht:

  • Weniger Server als bei der Konkurrenz

Mit 46 Ländern sollte Privado die Anforderungen der meisten Kunden in Deutschland zufriedenstellen. Denn Ihr könnt sowohl aus dem Ausland auf deutsche Server in den Städten Berlin und Frankfurt zugreifen als auch Ländersperren in den Regionen USA, Frankreich, Dänemark, Hongkong und China und dem Vereinigten Königreich umgehen. Besonders komfortabel für Neukunden: Ihr könnt alle Server auch ohne Account auf der Homepage von Privado einsehen.

Hier fällt geübten VPN-Nutzer:innen auf, dass Privado weniger Server zur Auswahl hat als die Speerspitze der VPN-Dienste. Das macht sich im Test vor allem dadurch bemerkbar, dass Ihr bei der gewünschten Verbindung zu einem Land oftmals keine Alternativen habt, wenn die Verbindung zu langsam ist. In der App könnt Ihr das unter anderem daran sehen, dass die Auslastungsanzeige bei vielen Servern ausschlägt.

Screenshots der Privado-App unter MacOS
Die Länderliste ist bei Privado solide, die Anzahl der Server aber zu wenig. / © Privado / Screenshot: NextPit

Wollt Ihr Eure Verbindung an einem Flughafen oder im Café aber möglichst schnell und einfach sichern, bietet Euch Privado auch ein Auto-Connect-Feature an. Dabei könnt Ihr immer auf die Option "Empfohlener Server" gehen, um die Option zu wählen, die der Anbieter in Eurer Region und zum aktuellen Zeitpunkt für optimal einstuft.

Ein Vorteil bei Privado gegenüber anderen VPN-Anbietern: Der Dienst vertraut voll und ganz auf physische und nicht auf virtuelle Server. Privado mietet also nicht nur Serverkapazitäten in Rechenzentren an, um Tunnelverbindungen aufzubauen, sondern richtet eigene Server ein. Laut Privado-Blog kann der Dienst so schneller auf Ausfälle reagieren und gleichzeitig eine höhere Sicherheit garantieren.

Geschwindigkeiten in 5 Ländern

Wie bei unserem Test zu NordVPN checken wir nachfolgend die Geschwindigkeit der Privado-Server aus Berlin zu fünf verschiedenen Ländern. Somit wollen wir prüfen, ob die Geschwindigkeiten für das Streamen von Filmen auf Netflix reicht und ob Ihr beim regulären Surfen mit Einschränkungen rechnen müsst. Um Vergleichbarkeit zu schaffen, nutzen wir wieder den Dienst Ookla.

Download- und Upload-Geschwindigkeiten PrivadoVPN (Down / Up – Mbit/s)

Land PrivadoVPN MacOS PrivadoVPN Apple iOS PrivadoVPN Android
Ohne 97,5 / 34,1 108 / 29,5 98,2 / 33,9
Deutschland (Frankfurt) 90,2 / 31,5 53,1 / 5,04 66,4 / 32,8
USA (New York / iOS: Washington DC) 89,7 / 30,4 36,5 / 28,09 91,8 / 32,39
Australien 88,7 / 18,0 29,3 / 25,2 68,0 / 31,2
Japan 90,3 / 18,6 29,0 / 25,7 85,9 / 3,25
Frankreich 91,5 / 31,6 32,7 / 22,9 91,9 / 32,3

Unseren Geschwindigkeitstest haben wir an einem Montag zwischen 11.30 Uhr und 12.30 Uhr in Berlin durchgeführt. Dabei haben wir eine WiFi-Verbindung von Vodafone mit einer Bandbreite von 100 Mbit/s genutzt. Die Messungen haben wir jeweils getrennt voneinander durchgeführt, um die Last im Netzwerk möglichst gering zu halten.

Während die Vielfalt der Server bei Privado überzeugt, müssen wir die Zuverlässigkeit der Geschwindigkeiten bemängeln. Denn vor allem auf Mobilgeräten gibt es zum Teil starke Abweichungen in den Download- und Uploadraten. Die Ursache ist unserer Messung ohne VPN nach zu urteilen nicht in den Geräten selbst begründet. Denn sowohl das genutzte iPhone SE 2022 als auch das OnePlus Nord 2T erreichten ohne aktive VPN-Verbindungen höhere Werte im Speedtest als das MacBook Air, das mit MacOS läuft.

Screenshots der Privado-App unter MacOS
Mit einem Klick könnt Ihr bei Privado eine sichere Verbindung einrichten. / © Privado / Screenshot: NextPit

Aus diesem Ergebnissen ließen sich zwei Schlüsse ziehen: Entweder präferiert Privado Desktopgeräte oder die mobilen Apps des VPN-Anbieters sind insgesamt weniger leistungsstark. Letzteres sollte aber keinen Einfluss auf die Geschwindigkeiten haben, da die Privado-App die VPN-Verbindungen sowohl unter iOS als auch unter Android lediglich im System einrichtet. Die eigentliche Verbindung läuft über die Netzwerkschnittstellen der Betriebssysteme.

Dass die Abweichungen nicht typisch für Mobilgeräte sind, zeigt unser Speedtest im NordVPN-Test. Hier sind die Abweichungen sowohl nichtiger als auch zufälliger verteilt. Ein sichtbarer Trend lässt sich hier nicht erkennen. 

In der schlechtesten Verbindung verliert Privado fast drei Viertel der ursprünglichen Netzwerkleistung unter iOS. Ein ärgerliches Ergebnis, denn schließlich ist ein Vorteil des Anbieters, dass der Service auf mehreren Plattformen gleichzeitig nutzbar ist. 

Sicherheit und Verschlüsselung

Über einen VPN-Anbieter könnt Ihr Eure Verbindungen absichern und sogar gegenüber den Protokollen Eures Internetanbieters absichern. Privado stellt das unter anderem mit vier verschiedenen Verschlüsselungsprotokollen, einer Zero-Log-Policy und einem Kill-Switch sicher.

Gefällt:

  • Firmensitz in der Schweiz
  • Zero-Log-Policy
  •  Moderne Verschlüsselung per OpenVPN, IKEv2, WireGuard und SOCKS5 Proxy
  • Kill-Switch und Split-Tunneling möglich
  • 256-Bit-Schlüssel

Gefällt nicht:

  • -

Während wir bei der Geschwindigkeit der Privado-Verbindungen ein paar Abstriche verzeichnen mussten, gibt es bei der Verschlüsselung nichts zu meckern. Eure Tunnelverbindungen werden über 256-Bit-Verschlüsselungen gesichert, dabei könnt Ihr zwischen vier verschiedenen Protokollen wählen. Mit OpenVPN, IKEv2, WireGuard und SOCKS5 Proxy lässt sich dabei sowohl ein WLAN-Router konfigurieren als auch Split-Tunneling realisieren. Darüber hinaus genießt Ihr dank SOCKS5 Proxy Vorteile bei der Absicherung von Peer-to-Peer-Verbindungen. 

Neben Split-Tunneling, also dem Aufteilen der Internetverbindung in verschlüsselte und unverschlüsselte Datenströme, profitiert Ihr bei Privado von einem Kill-Switch. Das Komfort-Feature kappt Eure Connection, wenn die gesicherte Verbindung einmal abbricht. Hierdurch wird sichergestellt, dass Eure IP-Adresse bei einem Ausfall nicht doch an den Zielserver übermittelt wird.

Die Privado-App unter Android.
In den Einstellungen der Privado-App könnt Ihr unter Android auf einen Kill-Switch zugreifen. / © Privado / Screenshot: NextPit

Zwei Dinge sind noch wichtig bei der Sicherheit von Privado: Mit einer Zero-Log-Policy versichert Euch der Anbieter, dass Eure Verbindungsprotokolle nicht gespeichert werden. So weiß auf Dauer nicht einmal Privado, zu welchen Servern Ihr Verbindungen aufbaut. Als zweiten Vorteil gibt Privado einen Firmensitz in der Schweiz an. Ein Land also, das nicht Teil der 14 Eyes ist, einem Zusammenschluss an Staaten, die ihre Geheimdienste zusammengeschlossen haben. Ihr entgeht also der Gerichtbarkeit, falls Euch das bei VPN-Verbindungen wichtig ist. Darüber hinaus hat die Schweiz Ihr Datenschutzgesetz an die Anforderungen der DSGVO angepasst.

Apps und Plattformen

Privado bietet Apps für alle gängigen Plattformen an. Für diesen Testbericht haben wir iOS, MacOS und Android genutzt, die Unterschiede seht Ihr oben in unserem Geschwindigkeitstest. Darüber hinaus stehen auch Windows, WLAN-Router, Browser und sogar Smart-TVs zur Verfügung, von denen Ihr im kostenpflichtigen Abonnement insgesamt zehn Stück gleichzeitig verbinden könnt.

Gefällt:

  • Bis zu zehn Verbindungen gleichzeitig
  • Hohe Vielfalt an Geräten und Plattformen

Automatische Konfiguration der Verbindungen

Gefällt nicht:

  • Variierender Funktionsumfang der Plattformen
  • Keine Browser-Plugin für gezieltes Split-Tunneling

Abseits des persönlichen Geschmacks gibt es bei Privado keine wirklichen Kritikpunkte, was die Apps und Plattformen betrifft. So findet Ihr für die meisten Betriebssysteme Anwendungen, mit denen Ihr sichere Verbindungen auswählen und aufbauen könnt. Ist dies nicht gegeben, ist auch eine manuelle Konfiguration über OpenVPN möglich, wodurch Ihr sogar Euren WLAN-Router per Privado absichern könnt.

Die Privado-App unter iOS.
Im Vergleich ist die iOS-App die mit den wenigsten Einstellungsmöglichkeiten. / © Privado / Screenshot: NextPit

Der Vorteil ist allerdings, dass Privado die Konfiguration der VPN-Verbindungen in der Regel automatisch durchführt. Sowohl Android als auch Apples Betriebssysteme fragen Euch dabei nur einmalig, ob Ihr die VPN-Konfiguration erlauben wollt. Anschließend müsst Ihr eigentlich nur warten und die erste Verbindung auswählen.


Diese Plattformen unterstützt Privado:


Leider sind im Test Unterschiede beim Funktionsumfang der VPN-Anwendungen aufgefallen. Nutzt Ihr Privado unter Android, könnt Ihr das Split-Tunneling sowie automatische Verbindungen nutzen – der Kill-Switch fehlt allerdings. Unter iOS fehlen bis auf Auto-Connect alle Komfort-Features und unter MacOS könnt Ihr zwar den Kill-Switch und Auto-Connect wählen, hier fehlt jedoch das Split-Tunneling. Der Workaround über Euren Browser fällt aufgrund fehlender Plugins ebenfalls weg.

Im kostenpflichtigen Abonnement könnt Ihr so bis zu zehn Geräte gleichzeitig absichern. Privado eignet sich also durchaus als Familienlösung, mit der Ihr die Geräte Eurer Kinder mit absichern könnt.

Fazit

Fassen wir alles einmal ganz unverschlüsselt und offen zugänglich zusammen:

Privado bietet einen Vorteil, den die meisten Alternativen eben nicht bieten: Bevor Ihr ein Abonnement abschließt, könnt Ihr den Dienst mit einem kostenlosen Account ausprobieren. Eventuell merkt Ihr dabei bereits, dass die großzügigen zehn Gigabyte an VPN-Volumen Euch schon ausreichen. Vor allem für Wenignutzer:innen können wir für Privado also eine Empfehlung aussprechen.

Exklusives Angebot für NextPit-Leser: Privado VPN für 2,50 Euro im Monat sichern*

Zahlt Ihr für Privado, stehen Euch Server in vielen Ländern und weitere Komfortfunktionen bereit. Leider variiert deren Verfügbarkeit je nach Plattform, was im Test grundlos und vor allem recht willkürlich auffiel. Davon unabhängig könnt Ihr bis zu zehn Geräte gleichzeitig sichern, wodurch die ohnehin schon geringen Monatskosten noch einmal erträglicher werden. Im Test konnten wir aber ein großes Manko feststellen, das Ihr vor dem Kauf kennen solltet.

Denn währen die Verbindungsgeschwindigkeiten unter macOS solide waren, mussten wir unter iOS und Android zum Teil mit deutlich langsameren Geschwindigkeiten Vorlieb nehmen. Im schlimmsten Falle büßten wir im Geschwindigkeitstest 75 Prozent der unverschlüsselten Geschwindigkeit ein. Das ist ärgerlich und macht vor allem beim Streamen keinen Spaß. Insgesamt liegt die Performance deutlich unter der unseres VPN-Testsiegers NordVPN.

Insgesamt bietet Privado mit seiner kostenlosen Nutzung ein sehr gutes Angebot an, für das Ihr lediglich eine E-Mail-Adresse registrieren müsst. Seid Ihr bereit, für einen VPN zu zahlen, gibt es allerdings bessere Optionen, die nicht einmal teurer sind. In unserer VPN-Bestenliste stellen wir Euch die besten Anbieter vor.

NextPit erhält bei Einkäufen über die markierten Links eine Kommission. Dies hat keinen Einfluss auf die redaktionellen Inhalte, und für Euch entstehen dabei keine Kosten. Mehr darüber, wie wir Geld verdienen, erfahrt Ihr auf unserer Transparenzseite.
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1 Kommentar

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  • C. F.
    • Admin
    vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Mein Tipp: kostenlosen Account bei Proton Mail holen und dann das kostenlose Proton VPN nutzen.