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Tado V3+ im Test: Tadellos, doch Ihr werdet Taler los

Tado V3 Plus Heizkoerperthermostat nextpit 7
© nextpit

Mit einem dezenten Gehäuse, einer hübschen App und einem präzisen Drehring hat das V3+ auf den ersten Blick einige Vorteile. Allerdings ist das dezente Heizkörperthermostat mit einer UVP von 90 € recht kostspielig. Lohnt sich das Upgrade für Eure Heizungen oder empfehlen sich andere Modelle mehr? nextpit hat das Tado V3+ im Test.

Bewertung

Pro

  • Kompatibel zu Google Home, Alexa & HomeKit
  • Sehr komfortable und präzise Bedienung dank Drehrad
  • Wunderbare Smart-Home-App
  • Sensor zur Ermittlung der Luftqualität mit an Bord

Contra

  • Kostspielig und erst mit Abo richtig gut
  • Installation ein wenig zu fummelig
  • Noch keine Matter-Unterstützung
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Kurzfazit & Kaufen

Mit einer UVP von fast 90 € ist das Tado V3+ eine echte Premium-Lösung für das Smart-Home. Zusammen mit dem kostenpflichtigen Abonnement, das noch einmal 30 € im Jahr kostet, bietet das V3+ aber auch einen kaum schlagbaren Funktionsumfang. Gleichzeitig vertraut der Hersteller auf europäische Server, das V3+ ist sowohl mit Amazon Alexa, Google Assistant als auch Apple HomeKit kompatibel und einen Sensor zur Messung der Luftfeuchtigkeit gibt's sonst nirgends. 

Wollt Ihr direkt zuschlagen, empfiehlt sich der kauf des Starter-Kits, bei dem neben zwei V3+-Modellen auch die benötigte Smart-Home-Bridge im Lieferumfang enthalten ist. Hierfür zahlt Ihr knapp 229 €.

Design & Installation

Das Tado V3+ könnt Ihr selbst an Eurer Heizung anbringen. Dabei ersetzt Ihr das herkömmliche Heizkörperthermostat und richtet das smarte Modell anschließend über die Tado-App ein. Damit dieses mit dem Internet und Eurem Smartphone kommunizieren kann, müsst Ihr zusätzlich noch die Tado-Bridge installieren. Die Bedienung erfolgt nachher wahlweise über Euer Handy oder direkt über ein Drehrad am V3+.

Gefällt:

  • Sehr komfortable und schnelle Bedienung über Drehrrad
  • Winzige Smart-Home-Bridge, die über USB mit Strom versorgt werden kann
  • Thermostate ebenfalls schön kompakt

Gefällt nicht:

  • Schließmechanismus erschwert Installation und Bedienung ein wenig

Tado hat das V3+ in einem sehr schlichten, simplen Design entworfen. Dabei besteht es etwa zur Hälfte aus einem Drehknopf, der erfreulich leichtgängig und präzise ist. Steuert Ihr die Temperatur über den Drehknopf, aktiviert sich ein Dot-Display, welches auch bei Sonnenschein sehr gut ablesbar ist. Über dieses seht Ihr die Zieltemperatur beim Einstellen. Zudem weist es Euch bei der Einrichtung an, ob die initiale Kalibrierung bereits abgeschlossen wurde.

Tado V3+ mit Smart-Home-Bridge
Die Smart-Home-Bridge ist schön kompakt und lässt sich über USB betreiben. / © nextpit

Wo wir schon bei der Einrichtung sind: Diese fand ich beim Tado V3+ ein wenig komplizierter als bei anderen Modellen. Denn das V3+ müsst Ihr zum Einlegen der Batterien auf- und zuschrauben. Dabei hält eine Plastikführung das Thermostat zu, wenn Ihr es zusammenschraubt. Allerdings müsst Ihr das Thermostat beim Bedienen und bei der Installation ebenfalls schrauben, wodurch drei verschiedene Drehbewegungen zusammenkommen.

Bei der ersten Installation habe ich das V3+ an meine Heizung geschraubt und es beim Festschrauben aus Versehen auseinandergeschraubt. Ohne Werkzeug lässt es sich nur recht schwer fest an der Heizung installieren und insgesamt hatte ich immer das Gefühl, dass ich den Körper des Thermostats gleich aufdrehe oder ich es von der Heizung löse. Das lösen andere Hersteller mit Schiebemechaniken oder anderen Lösungen ein wenig besser.

Tado V3+ Display
Das Display des Tado V3+ lässt sich gut ablesen und verschwindet nach einigen Sekunden der Inaktivität. / © nextpit

Ist das V3+ aber sicher und zufriedenstellend installiert, so ist die Bedienung wirklich gut. Gleichzeitig fällt es mit seiner kompakten Größe nicht negativ an meinen Heizkörpern auf. Auch die Einrichtung über das Smartphone geht genauso einfach wie bei den getesteten Konkurrenzmodellen. Ihr schließt die Smart-Home-Bridge an Eurem Router an und richtet das Thermostat anschließend in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung ein.

Die Smart-Home-Bridge, die im Starter-Kit von Tado enthalten ist, überzeugte mich im Test besonders. Sie ist etwas größer als eine Packung Kaugummi und lässt sich über die mitgelieferten Kabel wahlweise auch über den USB-A-Ausgang meiner FritzBox betreiben. Dadurch erspare ich mir im Wohnungsflur unnötige Kabel zur einzigen Steckdose. Praktisch!

Smartphone-App

Für die Steuerung am Smartphone stellt Tado eine eigene App bereit. Diese überzeugt vor allem mit einem sehr modernen und übersichtlichen Design. Gleichzeitig bereitet sie im Vergleich zu anderen Apps überraschend viele Daten in Statistiken oder Assistenz-Systemen auf. Für wirklich praktische Sonderfunktionen, wie den "Energy IQ", müsst Ihr allerdings ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen.

Gefällt:

  • Wirklich überzeugendes Design
  • Viele nützliche Funktionen

Gefällt nicht:

  • Einige Funktionen nur im kostenpflichtiges Abonnement verfügbar
  • Keine Automatisierungs-Funktionen

Ich sag's ganz offen und ehrlich: Die Tado-App ist die schönste Companion-App eines Smart-Home-Thermostats, die ich kenne. Gleichzeitig bietet sie einige clevere Integrationen für Informationen wie adressbezogene Wetterdaten, die Berechnung der Heizkosten oder Angaben zur Luftqualität im Innenraum. Hier zeigt Tado wirklich, wie man die User-Experience eines smarten Devices durch das Auslesen eingebauter Sensoren optimieren kann.

Allerdings, und das ist ein großer Nachteil bei Tado, verbirgt der Hersteller einige dieser Funktionen hinter einem recht kostspieligen Abonnement. Wollt Ihr alle Features nutzen, kommen monatliche Zusatzkosten von 29,99 € im Jahr oder 3,99 € im Monat auf Euch zu. Dabei schaltet Ihr den Auto-Assistenten frei, der Funktionen wie das automatische Abstellen der Heizung bei offenen Fenstern oder die bereits angesprochenen Heizkosten automatisch regelt oder aus dem Internet bezieht. Darüber hinaus lernt die App bei freigeschaltetem Auto-Assist Euer Nutzungsverhalten kennen und schaltet die Heizung etwa automatisch ein, bevor Ihr zur gewohnten Uhrzeit nach der Arbeit nach Hause kommt.

Die Tado-App auf vier Screenshots
Die Tado-App ist sowohl funktional als auch wirklich hübsch. / © nextpit

Ohne Abonnement zeigt Euch Tado einige dieser Informationen aber zumindest an. Auf der Startseite der Companion-App werdet Ihr etwa darüber hinformiert, dass ein Fenster geöffnet zu sein scheint. Allerdings müsst Ihr das Ausschalten der Heizung dann selbst übernehmen. Ob Euch der Auto-Assistent die Mehrkosten wert ist, müsst Ihr natürlich selbst entscheiden.

Zumindest sind die essenziellen Funktionen aber kostenfrei vorhanden. Darunter das Geofencing, also ein Ausschalten der Heizung beim Verlassen Eurer Wohnung, die Anzeige der Wetterdaten sowie das Anlegen verschiedener Heizpläne. Was allerdings sowohl mit als auch ohne Abo fehlt, sind Automatisierungs-Features, die Euch Tados Heizkörperthermostate mit anderen Apps oder Smart-Home-Devices verbinden ließen. Schauen wir uns aber die Smart-Home-Funktionen noch einmal genauer an.

Leistung und Smart-Home

Das Tado V3+ ist mit den Smart-Home-Ökosystemen Amazon Alexa, Google Home und Apple HomeKit kompatibel. Eine Unterstützung für den neuen Smart-Home-Standard Matter ist im November 2023 noch nicht bestätigt. Dafür warten die Heizkörperthermostate allerdings mit einer Fenstererkennung, einem Sensor für die Luftfeuchtigkeit sowie Frost- und Verkalkungsschutz auf. Tado betreibt zudem Server in Deutschland.

Gefällt:

  • Kompatibel zu Amazon, Google und Apple
  • Hoher Funktionsumfang
  • Deutsche Serverstandorte

Gefällt nicht:

  • Keine Matter-Unterstützung (auch nicht angekündigt)

Das Unternehmen Tado wurde in München gegründet und betreibt seine Server somit in Deutschland. Auch wenn Ihr Euer Smart-Home über die Server von Alexa, Google und Apple betreibt, bedeutet das einen Zugewinn an Datensicherheit, wenn Ihr lediglich die Tado-Cloud zur Heizungssteuerung verwendet.

Tado V3+ Heizungsanschluss
Der Anschluss des Tado V3+ ist kompatibel mit den meisten Heizungen / © nextpit

Dass Tado sowohl Alexa, Google als auch Apples HomeKit unterstützt, ist eine Besonderheit in der Welt der smarten Heizkörperthermostate. Gerade zu Apple Ökosystem waren in unserer Testserie sonst nur die Modelle von Eve namens Thermo (zum Test). Dass der Hersteller noch keine Unterstützung für den neuen Smart-Home-Standard Matter bestätigen kann, ist allerdings bedauerlich.

Dafür bieten die V3+ funktional einige Besonderheiten, die es bei anderen Herstellern sonst nicht gibt. Etwa eine integrierte Fenstererkennung, die sich an einem plötzlichen Abfall der Umgebungstemperatur orientiert. Im Alltag funktioniert das allerdings weniger gut. Geöffnete Fenster werden nicht zuverlässig erkannt, darüber hinaus kommt es immer mal wieder zu "Fehlalarmen". Leider vertraut Tado auf diese Lösung und bietet keine dedizierten Fensterkontakte an.

Tado V3+ Smart-Home-Bridge
Die Smart-Home-Bridge müsst Ihr an das Stromnetz und per RJ45-Kabel an Euren Router anschließen. / © nextpit

Was ich deutlich sinnvoller finde, ist Tados Erkennung der Luftqualität. Hierfür misst das Heizkörperthermostat neben der Raumtemperatur auch die Luftfeuchtigkeit und erinnert Euch bei zu schlechter Luftqualität daran, ein Fenster zu öffnen. Hier wäre es genial, ließen sich die Thermostate mit smarten Luftreinigern (zum Vergleich) verbinden, allerdings fehlen bei Tado sämtliche Automatisierungsfunktionen etwa über Apples Kurzbefehle oder IFTTT. Das V3+ hätte also insgesamt mehr Potenzial, als Tado aus dem kleinen Gerät herauskitzelt. 

Abschließendes Urteil

Dank einer sehr guten Bedienung, einer fantastischen Companion-App, der Kompatibilität zu Alexa, Google Home und HomeKit sowie einigen Sonderfunktionen empfiehlt sich der Kauf des Tado V3+ besonders. Das smarte Heizkörperthermostat bietet mit der integrierten Erkennung für offene Fenster sowie dem eingebauten Messgerät für die Luftfeuchtigkeit zwei Funktionen, die bei den meisten Konkurrenten fehlen. Allerdings muss ich dazu erwähnen, dass die Erkennung für offene Fenster im Alltag nicht allzu zuverlässig war.

Tado V3+ Zubehör
Tado liefert viele Adapter und Werkzeug für alle gängigen Heizventile bei. / © nextpit

Ein großer Nachteil des Tado V3+ ist daher, dass wir nicht einfach Fensterkontakte mit dem Thermostat verbinden können. Über die Smart-Home-Automation ist das zwar über Umwege möglich, wirklich elegant ist dieser Weg aber nicht. Ebenfalls ein wenig umständlich ist die Installation des V3+, da das Gehäuse beim Festschrauben gerne mal aufgeht und die eingelegten Batterien offenbart.

Alternative gesucht? Das sind die besten smarten Heizkörperthermostate

Letztendlich wird es aber bei den meisten Interessent*innen an den Kosten des V3+ scheitern. Denn mit einer UVP von fast 90 € ist das Thermostat an und für sich bereits kostspielig. Zum Start müsst Ihr zudem aufgrund der noch fehlenden Matter-Unterstützung den Kauf einer Smart-Home-Bridge mit einplanen. Das Starter-Kit kostet laut UVP knapp 150 € mit Bridge und zwei Tado-Thermostaten.

Wollt Ihr dann auch noch den vollen Funktionsumfang nutzen, kommen jährlich knapp 30 € für ein Abonnement des "Auto-Assist" dazu. Dadurch wird das sehr gute Tado V3+ leider zu einer echten Premium-Lösung. Bis sich das in der Ersparnis an Heizkosten erst einmal amortisiert, gehen einige Monate oder gar Jahre ins Land.

nextpit erhält bei Einkäufen über die markierten Links eine Kommission. Dies hat keinen Einfluss auf die redaktionellen Inhalte, und für Euch entstehen dabei keine Kosten. Mehr darüber, wie wir Geld verdienen, erfahrt Ihr auf unserer Transparenzseite.
Zu den Kommentaren (3)
Benjamin Lucks

Benjamin Lucks
Produkt-Tester

Benjamin arbeitet als freiberuflicher Journalist und ist dabei stets auf der Suche nach Besonderheiten, die neue Handys, Kopfhörer und Gadgets für den Leser interessant machen. Gelingt das nicht, tröstet er sich mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und seiner Digitalkamera.

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3 Kommentare
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  • Ludy
    • Admin
    vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Kleiner Tip für die Homeassistant Nutzer, verwendet nicht die Integration für Tado, sondern die HomeKit Integration. Damit lässt sich alles eigenständig steuern und man ist nicht abhängig vom Internet und Cloud.


    • Fabien Röhlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Was die tado-App allerdings kann, ist das Erkennen der offenen Fenster. Und Du kannst außerdem die aktuelle Ersparnis sehen, Du man durch tado so bewerkstelligt hat. Aber ansonsten ist HomeKit echt perfekt.

      Ludy


      • Ludy
        • Admin
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Die Fenster offen Erkennung ist immer so eine Sache, bedient durch Vorhänge oder viel breitere Heizkörper. Daher habe ich bei mir, extra Fenster offen Erkennung mit einem extra Kontakt realisiert, weil bei mir es so nicht funktioniert hat. Die Statistiken funktionieren bei auch, bin mir nur nicht so sicher ob man darin vertrauen haben sollte. Der Spareffekt hat zu viel Variablen die berücksichtigt werden müssen.

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