Pros des Homematic IP Evo

  • Sehr hübsches Design mit verschiedenen Farben
  • Umfangreiche Smart-Home-App
  • Guter Datenschutz ohne Account-Zwang
  • Eingebettet in großes Ökosystem

Contras des Homematic IP Evo

  • Companion-App recht unübersichtlich
  • Kein Geo-Fencing
  • Weder Matter noch HomeKit unterstützt

Kurzfazit & Kaufen

Das Homematic Evo ist ein smartes Heizkörperthermostat, das sich vor allem dann empfiehlt, wenn man weitere Homematic-IP-Produkte kaufen will. Denn dann ist es eine sehr gute und vor allem modernere Alternative zu den herkömmlichen Modellen des Herstellers. Deren Ökosystem überzeugt mit einem sehr guten Datenschutz und einer gewaltigen Produktpalette. Allerdings ist das Evo mit einer UVP von knapp 80 € auch recht teuer. Gleichzeitig fehlt ein Support für Apples HomeKit und rein funktional bieten günstigere Modelle zum Teil mehr.

Schreckt Euch das nicht ab, könnt Ihr beim Evo getrost zuschlagen. Bedenkt dabei aber, dass Ihr für die Nutzung noch eine Bridge von Homematic IP benötigt. Das günstigere Modell kostet Euch knapp 50 €, die Premium-Variante sogar 180 €.

Design & Installation

Das Homematic Evo ist ein eher kompaktes Heizkörperthermostat mit einem ungewöhnlichen Bedienkonzept. Denn zum Verändern der Zieltemperatur müsst Ihr das ganze Thermostat neigen. Das Display auf der Oberseite ist zudem beleuchtet und ein einzelner Knopf am Thermometer regelt den Boost. Die Installation ist im Vergleich zu anderen Thermostaten allerdings ein wenig komplizierter.

Gefällt:

  • Hübsches Design mit mehreren Farbvarianten
  • Spannendes Bedienkonzept
  • Praktischer Boost-Knopf

Gefällt nicht:

  • Temperaturänderungen ohne Drehrad nicht ganz so schnell
  • Seitliches Display gewöhnungsbedürftig

Wie alle smarten Heizkörperthermostate, die wir getestet haben, könnt Ihr das Homematic Eve selbstständig installieren. Dabei wird nicht einmal zwingend ein Werkzeug benötigt, allerdings ist eine Rohrzange oder ein rutschfestes Tuch bei der Installation ratsam. 

Habt Ihr das das Homematic Evo erfolgreich installiert, gelingt die Installation über die App aber sehr einfach. Denn nach der Einrichtung des Smart-Home-Hubs findet Euer Smartphone das Evo ganz von alleine. Anschließend müsst Ihr nur noch eine Reihe an Zahlen und Ziffern eingeben. Anschließend ist das Thermostat in der App verfügbar. Ein kurzer Druck auf den Boost-Knopf leitet das Thermostat dazu an, sich zu kalibrieren und dann ist die Installation erfolgreich.

Homematic Evo Gesamtansicht
Das Design des Evo ist wirklich hübsch! / © nextpit Bildquelle: nextpit

Die Bedienung erfolgt anschließend über die App oder am Thermostat selbst. Während andere Hersteller – auch Homematic bei anderen Modellen – Knöpfe oder Drehringe verbaut, müsst Ihr das Homematic Evo neigen. Dabei könnt Ihr es in der geneigten Position festhalten, um die Temperatur dauerhaft zu verstellen. Leider ist dieser Prozess sehr langwierig und Ihr müsst einige Sekunden warten, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Was ich hierbei ein wenig kontraintuitiv fand, war, dass die Temperatur sich an der Ausrichtung des Displays orientiert.

Bei der ersten Einrichtung könnt Ihr einstellen, ob das Display nach links oder nach rechts ausgerichtet ist. Die Temperatur höher zu schalten, bedeutet dann immer, in Richtung der Temperatur nach „oben“ zu kippen. Bedeutet, die Ausrichtung folgt nicht zwingend der Ausrichtung herkömmlicher Heizkörperthermostate, was zu Anfang gewöhnungsbedürftig ist.

Homematic Evo Ventil
Der Standard-Anschluss sollte mit den meisten Heizungen funktionieren. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Alternativ drückt Ihr den Boost-Knopf, um die maximale Heizstellung für einen individuell einstellbaren Zeitraum anzuschalten. Wie lange dieser Zeitraum ist, könnt Ihr in der App einstellen. Davon abgesehen gibt es nur noch eine Besonderheit beim Homematic Evo: Ihr könnt das Heizkörperthermostat in drei verschiedenen Farben kaufen – endlich gibt es Hersteller, die sich ein wenig vom schnöden Weiß entfernen.

Smartphone-App

Zur Nutzung des Homematic Evo benötigt Ihr die Homematic-IP-App, die Ihr kostenlos im AppStore und im Google Play Store herunterladen könnt. Die App benötigt Ihr bereits für die Einrichtung des Smart-Home-Hubs, der kabelgebunden am Router angeschlossen wird. 

Gefällt:

  • Kein Account benötigt
  • Hübsche Oberfläche der Companion-App
  • Hoher Funktionsumfang
  • Stundengenaue Heizpläne pro Tag
  • Fernzugriff möglich

Gefällt nicht:

  • Keine Anzeige zur Ist-Temperatur
  • Funktionen zum Teil sehr versteckt
  • Wetterdaten werden zwar angezogen, lassen sich aber nicht wirklich nutzen

Nach dem Download der App von Homematic IP fällt vor allem eins auf: Ihr müsst keinen Account für einen Cloud-Zugriff oder für die Einrichtung der Smart-Home-Devices anlegen. Stattdessen registriert die App Euer Smartphone und registriert es über Euren Smart-Home-Zugangspunkt. So ermöglicht der Hersteller auch Fernzugriffe außerhalb Eures WLAN-Netzwerkes. Das ist angenehm und läuft anonymisiert – wer seine Daten nicht mit Personendaten verknüpfen will, wird sich darüber freuen.

Homematic Evo Screenshot 01
Die Companion-App ist umfangreich, manchmal aber ein wenig kompliziert. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Nach der Einrichtung solltet Ihr Euch jedoch ein wenig Zeit nehmen, um die Funktionen der App zu erkunden. Denn Tagespläne, Heizmodi, verschiedene Räume und einzelne Thermostate werden jeweils in verschiedenen Menüs angeordnet. Auch nach einigen Tagen war ich mir daher nicht ganz sicher, wo ich etwa die Einstellungen für Heizpläne finden kann. Dafür sind die Heizpläne aber sehr detailliert und lassen sich sowohl stundenbasiert als auch auf Tagesbasis einstellen. 

Was es in der App ebenfalls gibt, sind rudimentäre Features für die Smart-Home-Automatisierung. Diese funktionieren nach dem ITTT-Prinzip, Ihr gebt also Auslöser ein und könnt anschließend festlegen, wie Eure Heizungen darauf reagieren. Ganz ohne zusätzliche Smart-Home-Geräte von Homematic IP ist dieses Feature aber nicht allzu umfangreich.

Durchaus ist es möglich, sich Push-Mitteilungen zuschicken zu lassen, wenn die Temperatur in einem Raum auf eine bestimmte Temperatur fällt. Ich kann aber etwa keine standortbasierten Wetterdaten anziehen, damit die Heizungen automatisch angehen. Das ist besonders ärgerlich, da Homematic IP derartige Daten in der App anzeigt. Ihr könnt sie aber nur ansehen und nicht für die Automation nutzen.

Homematic Evo Screenshot 02
Mit ein wenig Einarbeitung findet man auch Analysedaten in der App. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Etwas, was mich an der App aber besonders stört ist, dass es keine Anzeige der Ist-Temperatur gibt. Diese fehlt auch an den Heizkörperthermostaten selbst, sodass ich bei ausgeschalteter Heizung nicht sehen kann, wie warm es in meinem Raum ist.

Ebenfalls ärgerlich ist fehlendes Geofencing, also eine standortbasierte Steuerung der Heizung. Andere Hersteller, etwa Hama beim Heizkörperthermostat II (zum Test), ermöglichen es etwa, dass sich die Heizung automatisch abschaltet, wenn Ihr Euren Wohnort verlasst. Das ist beim Evo nicht möglich – gleichzeitig ist das aber ein Zugewinn beim Datenschutz, da Euer Standort nicht dauerhaft getrackt werden muss.

Leistung und Smart-Home

Das Homematic Evo reiht sich in das Smart-Home-Ökosystem von Homematic IP ein. Bedeutet, Ihr könnt es mit Fenstersensoren, Kameras und vielen weiteren Produkten verbinden. Kompatibel ist das Evo sowohl mit Google Home als auch mit Amazon Alexa – HomeKit wird nicht unterstützt. Support für Matter wird im Jahr 2023 noch nicht geboten. Darüber hinaus braucht Ihr für die Nutzung einen Hub, der noch einmal knapp 50 Euro zusätzlich kostet.

Gefällt:

  • Sehr geräuscharmer Schrittmotor
  • Dynamischer Abgleich am Heizkörper
  • Gute Smart-Home-Integration

Gefällt nicht: 

  • Matter-Unterstützung noch nicht bestätigt
  • HomeKit nicht mit an Bord
  • Smart-Home-Hub benötigt
  • Fenstererkennung nur über externe Sensoren

Technisch ist das Evo von Homematic IP wirklich interessant. Denn der Hersteller verbaut einen besonders leisen Schrittmotor im Heizkörperthermostat, der automatisch einen dynamischen Abgleich durchführen kann. Laut Herstellerangaben wurde das vom Fraunhofer Institut zertifiziert und sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung im gesamten Heizsystem.

Homematic Evo Display
Das Display ist gut ablesbar und lässt sich auf Wunsch dimmen. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Das Evo ist meiner subjektiven Einschätzung nach das leiseste Heizkörperthermostat, das ich getestet habe. Habt Ihr etwa einen empfindlichen Schlaf oder stört Euch an Umgebungsgeräuschen, empfiehlt es sich daher besonders. Was das Thermostat leider nicht bietet, ist eine integrierte Fenstererkennung. Dafür benötigt Ihr noch zusätzliche Fenstersensoren, die 34,95 € pro Stück kosten.

Was beim Homematic Evo allerdings mit an Bord ist, sind ein Frostschutz und ein Schutz gegen Verkalkungen Eurer Heizungen.

Schauen wir uns die Smart-Home-Funktionen an, finden wir eine Unterstützung zu Google Home und Amazon Alexa vor. HomeKit wird nicht unterstützt und wird auch zukünftig wohl nicht nachgeliefert werden. Homematic-IP-Vorstand Bernd Grohmann äußerte sich in einem Interview gegen den HomeKit-Support, da die Vorgaben Apples nicht zu den Grundsätzen von Homematic IP passen.

Bezüglich Matter gibt Homematic IP im Oktober 2023 auf einer Infoseite an, dass das genutzte IPv6-Protokoll bereits seit 2015 unterstützt werde. Ein Matter-Support ist aber bislang aber weder vorhanden noch offiziell angekündigt.

Homematic Evo Akkus
Die Akkulaufzeit soll laut Herstellerangaben zwei Jahre betragen. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Somit benötigt Ihr ein Smart-Home, das auf Amazon Alexa oder Google Home basiert. Falls dies der Fall ist, benötigt Ihr allerdings noch einen kompatiblen Smart-Home-Hub, den Homematic IP in zwei Varianten anbietet. Einmal als Internet Access Point für knapp 50 und einmal als erweiterte Steuerzentrale namens „Homematic CCU3“ für stolze 180 €. Der große Vorteil der teureren Variante ist die Möglichkeit, das Smart-Home auch ohne Internetzugriff zu steuern. Fällt bei Euch ständig das Internet aus oder legt Ihr besonderen Wert auf Datenschutz, ist letzterer die bessere Wahl.

Abschließendes Fazit

Mit einer UVP von fast 80 Euro gehört das Homematic Evo zu der Oberklasse der smarten Heizkörperthermostate. Allerdings bekommt man dafür auch ein wirklich ansprechendes und funktional überzeugendes Smart-Home-Device. Besonders das Design sowie das riesige Smart-Home-Ökosystem von Homematic IP überzeugen dabei im Alltag. Denn bei Bedarf könnt Ihr Eure gesamte Wohnung über ein Wandthermostat steuern, Lampen beim Erreichen einer bestimmten Temperatur ausschalten oder die Heizungen herunterregeln, wenn ein Fenster auf ist.

Homematic Evo Heizungsventile
Adapter für verschiedene Heizungsventile sind im Lieferumfang enthalten. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Homematic IP gehört dabei zu eQ-3, einem Unternehmen aus dem ostfriesländischen Leer. Habt Ihr also Bedenken, dass Informationen aus Eurem Smart-Home auf ausländischen Servenr landen, ist das Evo eine sichere Bank. Per Aufpreis könnt Ihr Euch zudem für einen leistungsstarken Smart-Home-Hub entscheiden, der ganz ohne Serververbindung funktioniert.

Wer sich ein wirklich umfangreiches Smart-Home einrichten will oder eventuell schon auf Homematic IP setzt, der ist mit dem Evo sehr gut beraten. Wollt ihr allerdings lediglich Eure vorhandenen Heizungen aufrüsten, müsst Ihr mit diesem Modell recht hohe Kosten aufwenden. Gleichzeitig ist Homematic IP nur mit Alexa und Google Home kompatibel und auch eine Matter-Unterstützung ist noch nicht vorhanden.

Zusammen mit weiteren Nachteilen wie dem fehlenden Geofencing, der fehlenden integrierten Fenstererkennung und einer recht komplizierten App, sollten sich Einsteiger oder User mit geringen Ansprüchen vielleicht noch einmal in unserem Vergleich der smarten Heizkörperthermostate umsehen. Und zur Frage zum Anfang: Ja, das Evo gehört zu den besten smarten Heizkörperthermostaten, die wir getestet haben. Aufgrund der hohen Kosten können wir es aber nicht jedem Leser und jeder Leserin empfehlen.

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