Kurzfazit und Kaufen

Einfacher als beim Hoymiles MS-A2 geht Balkonkraftwerk-Speicher nicht. Für die Installation zieht Ihr den Schukostecker Eures Wechselrichters aus der Wand und steckt diesen in den Hoymiles-Speicher ein. Anschließend stöpselt Ihr diesen in jene Wandsteckdose ein, in der vorher Euer Wechselrichter steckte – und das war’s. 

Das Verbinden mit dem Smartphone klappt ebenfalls in wenigen Sekunden, und die Hoymiles-App ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Ihr legt hier einen Zeitplan fest, wann wie viel Energie maximal in Euren Haushalt fließen soll. Alles, was die Solarzellen oberhalb dieser Grenze produzieren, packt Hoymiles in den Akku – und versucht dann, so lange wie möglich die festgelegte Einspeiseleistung aufrechtzuerhalten. Mit einem Update ist es inzwischen sogar möglich, mit Steckdosen oder Energiemessgeräten von Shelly die Einspeiseleistung dynamisch an den aktuellen Verbrauch anzupassen.

Prinzip, Setup und Einrichtung

Der Hoymiles MS-A2 ist der unkomplizierteste Balkonkraftwerk-Speicher, den es gibt. Zur Installation müsst Ihr einen Schukostecker ausstöpseln und zwei Schukostecker einstecken. Und das war’s.


Was uns gefällt:

  • Einfachstes Setup aller Balkonkraftwerk-Speicher
  • Robustes, wasserdichtes Design (IP65)
  • Schickes Gehäuse mit Option zur Wandmontage

Was uns nicht gefällt:

  • Wenig Einstellungsmöglichkeiten in der App

Ihr habt bereits ein Balkonkraftwerk und wollt einen Speicher nachrüsten? Dann klappt das mit dem Hoymiles MS-A2 wirklich unfassbar einfach. Ihr steckt Euren bestehenden Wechselrichter nämlich einfach aus der Steckdose ab und stöpselt ihn in den Hoymiles-Speicher.

Hoymiles MS-A2 Anleitung
Mehr Anleitung braucht’s eigentlich nicht: Der Hoymiles MS-A2 ist in wenigen Sekunden betriebsbereit. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Anschließend steckt Ihr den Hoymiles-Speicher mit dem mitgelieferten Netzkabel in die Steckdose ein, und das war’s. Zieht man die Zeit ab, die benötigt, den 33 kg schweren Speicher aus dem Karton zu heben, ist die Installation wirklich in jenen sieben Sekunden geschafft, die der Hersteller verspricht.

Hoymiles MS-A2 Anschlüsse
Ein Kabel je Stromrichtung: Der Hoymiles MS-A2 hat nur zwei Anschlüsse, und mehr braucht’s auch nicht. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Hinzu kommt noch das App-Setup über die neue Hoymiles-App namens „S-Miles Home“, die speziell für Balkonkraftwerk-Speicher entwickelt ist. In wenigen Minuten ist die Verbindung hergestellt, und Ihr könnt den Speicher dank Cloud-Anbindung von Überall auf der Welt steuern. Erwartet allerdings nicht zu viele Einstellungsmöglichkeiten.

Primär könnt Ihr mal die gewünschte Einspeiseleistung ins Hausnetz einstellen, mit der Ihr Eure Grundlast abdeckt. Das klappt auch nach Zeitplänen, sodass die Einspeiseleistung etwa Abends höher ist als Mittags – schließlich seid Ihr hier zu Hause und schaut fern, kocht oder zockt. 

Hoymiles MS-A2: Einstellungen in der App
In der App könnt Ihr Zeitpläne für das Einspeisen festlegen, den Speicher manuell aus dem Netz laden oder auch die maximal erlaubte Einspeiseleistung festlegen. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Außerdem gibt es noch ein separates Menü, in dem Ihr das Einspeisen grundsätzlich ein- und ausschalten könnt sowie die maximale Einspeiseleistung ins Hausnetz festlegt. Schlussendlich bietet die App auch die Möglichkeit, den Speicher komplett vollzuladen – und zwar aus dem Hausnetz. Denn Ihr könnt den Hoymiles MS-A2 auch unterwegs als Powerstation nutzen – oder daheim als Notstrom-Versorgung.

Hoymiles MS-A2
Auf der Vorderseite des Hoymiles MS-A2 gibt’s drei LEDs, zwei Buttons und eine Akkustand-Anzeige – und ehrlich: Mehr braucht’s auch nicht. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Mit einem Update hat Hoymiles inzwischen auch die Möglichkeit nachgeliefert, mit Hilfe von smarten Steckdosen oder Energiemessgeräten von Shelly die Einspeiseleistung dynamisch zu regeln. In unserem Fall hat das Verbinden mit einem Shelly Pro 3EM leider nicht geklappt – andere Tester berichten in ihren Testberichten allerdings nicht von Problemen. Entsprechend gehe ich davon aus, dass in unserem Fall die Heimnetz-Konfiguration Schuld ist.

Hoymiles MS-A2: Performance

Der Hoymiles MS-A2 setzt auf einen komplett anderen Ansatz als die Konkurrenz. Das wirft die Frage auf: Warum macht das sonst niemand so wie Hoymiles? Eine Antwort könnte lauten: Weil’s ineffizient ist. Aber spielt das wirklich eine Rolle?


Was uns gefällt:

  • Stufenloses Aufsplitten zwischen Hausnetz und Akku
  • Arbeitet mit 100 % aller Wechselrichter zusammen

Was uns nicht gefällt:


Der Hoymiles MS-A2 ist auf der Wechselspannungsseite eingebunden. Was bei großen PV-Anlagen eine häufige Option ist, gab es bei Balkonkraftwerk-Speichern bislang noch nicht. Alle anderen aktuellen Balkonkraftwerk-Speicher arbeiten nämlich mit dem Akku auf der AC-Seite, sprich:

  1. Der Gleichstrom von den PV-Modulen wird in den Akku-Zellen gespeichert, die ebenfalls Gleichstrom nutzen.
  2. Zum Einspeisen ins Hausnetz wird der benötigte Strom dann in Wechselstrom umgewandelt.
Hoymiles MS-A2 Oberseite
Die Serienversion des Hoymiles MS-A2 ist gegen Wasser und Staub geschützt. Auch unser noch nicht wasserfester Prototyp hat eine kräftige Regendusche schadlos überstanden. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Bei Hoymiles sieht das etwas komplizierter aus: 

  1. Der Gleichstrom von den PV-Modulen wird wie bei einem Balkonkraftwerk ohne Speicher mit einem separaten (bestehenden) Mikrowechselrichter in Wechselstrom umwandelt.
  2. Im Speicher wird aus dem Wechselstrom dann aus jener Energie, die über dem eingestellten Einspeisewert liegt, Gleichstrom gemacht und im Akku gespeichert – der Rest wird direkt eingespeist.
  3. Fällt die PV-Produktion unter den gewünschten Einspeisewert, wird zusätzlich Strom aus den Akkuzellen ins Hausnetz eingespeist.

Die Herausforderung beim Hoymiles MS-A2 besteht nur darin, dass alle Energie, die durch den Akku geht, einen zusätzlichen Umwandlungsschritt von Wechsel- in Gleichstrom durchläuft – und wieder zurück. Und theoretisch bedeutet jede dieser Umwandlungen einen zusätzlichen Energieverlust, was die Amortisationszeit verlängert. Aber was bedeutet das in der Praxis?

Hoymiles MS-A2: Einstellungen in der App
Auf dem Startbildschirm der App seht Ihr auf einen Blick, was gerade passiert. / © nextpit Bildquelle: nextpit

Typischerweise liegt die Effizienz bei der Umwandlung von Gleich- zu Wechselstrom – und zurück – bei etwa 90 bis 95 %. Bei zwei zusätzlichen Umwandlungsschritten bleiben von der ursprünglichen Energie also beispielsweise noch 95 % hoch zwei übrig – also rund 90 %. Die Hoymiles-App zeigt hier die Eingangsleistung in den Akku und die Ausgangsleistung vom Akku ins Hausnetz an – darf man der App glauben, kommt das System hier auf einen ausgezeichneten Wert von 87,2 % – und das ist ein beeindruckend guter Wert.

Natürlich wird nicht sämtliche Energie durch den Akku geschleift – tagsüber wird nämlich ein guter Teil der Solarenergie direkt ins Hausnetz weitergereicht, und hier ist die Effizienz deutlich besser. Von der insgesamt von den PV-Modulen produzierten Energie kommen in unserem Setup stolze 92,5 Prozent im Haushalt an.

Lohnt sich der Balkonkraftwerk-Speicher?

Ob sich der Speicher damit lohnt oder nicht, hängt weniger von diesem zusätzlichen Umwandlungsschritt ab als grundsätzlich von Eurem Nutzungsszenario. Und für letzteres würde ich Euch den PV-Rechner der HTW Berlin empfehlen, der inzwischen auch für Balkonkraftwerke den Einbezug von Speichern in die Rechnung erlaubt. Für ein optimal ausgerichtetes Balkonkraftwerk (30° Aufständerung, Südausrichtung) bei einem Einfamilienhaus mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 kWh (35 Cent/kWh) sieht die Rechnung ohne Speicher (Variante 1) und mit Speicher (Variante 2) wie folgt aus:

Amortisationsrechnung Balkonkraftwerk ohne und mit Speicher
Ohne Speicher hat sich das Beispiel-Balkonkraftwerk nach zwei Jahren amortisiert, mit Speicher nach sechs Jahren. / © HTW Berlin, Screenshot: nextpit Bildquelle: HTW Berlin, Screenshot: nextpit

In unserem Beispiel haben wir ein günstiges 880-W-Balkonkraftwerk ohne Speicher für 300 Euro im Discounter geschossen, das sich bereits nach zwei Jahren amortisiert hat. Der Hoymiles-Speicher verringert die aus dem Netz bezogene Strommenge deutlich, allerdings kostet das System mit zusätzlich 1250 Euro für den Speicher auch deutlich mehr. Die Amortisation ist nach sechs Jahren geschafft. Am Ende des 15-jährigen Betrachtungszeitraumes liegt die Bilanz des Hoymiles-Systems einen Cheeseburger vor dem Balkonkraftwerk ohne Speicher.

Wichtig bei diesem Rechner: Hier wird von einem konstanten Stromverbrauch über den Tag hinweg ausgegangen. Wenn Ihr tagsüber nicht zu Hause seid, dann verschiebt sich die Bilanz deutlicher in Richtung Speicher-System. Und natürlich gibt es ganz viele weitere Faktoren wie die Ausrichtung, den Stromverbrauch und so weiter, die Ihr selbst im Rechner eintippen könnt. Probiert’s also mal selbst aus.

Ein Hinweis noch zum Schluss: Hoymiles hat gegenüber nextpit angekündigt, dass in Zukunft zwei MS-A2 parallel genutzt werden können sollen, um die Akkukapazität zu erweitern. 

Abschließendes Urteil

Kann der Hoymiles MS-A2 im Test überzeugen? Ja. Die Installation ist gnadenlos einfach, die Bedienung über die App ebenfalls, und inzwischen ist sogar ein dynamisches Regeln der Einspeiseleistung möglich. Gerade bei kleineren Balkonkraftwerk-Systemen ist letztere aber eher ein „Nice to Have“: Mit einer Grundlast von 150 bis 200 W bekommt Ihr den 2-kWh-Speicher sowieso in fast jedem Fall über Nacht leer. 

Wie schnell sich der Hoymiles MS-A2 unterm Strich für Euch lohnt, hängt ganz stark davon ab, wie stark oder wie wenig Euer typischer Energieverbrauch mit der Sonneneinstrahlung korrelliert. Und auch wenn im obigen Rechenbeispiel gerade einmal zwei Euro zwischen dem System mit und ohne Speicher lagen, dürft Ihr nicht vergessen: Ihr habt mit dem Hoymiles MS-A2 natürlich auch eine portable Powerstation im Haus, die Euch auch mal unterwegs beim Zelten mit Energie versorgt – oder im Falle eines Blackouts Notstrom liefert.