Pros des Marshall Kilburn II

  • Tolles Design
  • Hochwertig und top verarbeitet
  • Lange Akkulaufzeit
  • Lauter, kräftiger Klang

Contras des Marshall Kilburn II

  • Ziemlich teuer
  • Nicht wasserdicht
  • Keine Zusatzfunktionen

Name und Design bezahlt man mit

Bei den Marshall-Lautsprechern und -Kopfhörern bezahlt man immer den guten Namen und das ikonische Design mit, das ist klar. Trotzdem sind 299 Euro eine ganz schöne Stange Geld für einen tragbaren Bluetooth-Lautsprecher, egal wie gut er aussieht oder wie gut er klingt.

Beim Design ganz vorne dabei

Wer Marshall kauft, kauft auch Design, und da enttäuscht der Kilburn II nicht. Klassische Bühnen-Optik mit dem ikonischen Schriftzug, einem robusten Gitter an der Front, robust verstärkte Ecken und dicke Gummifüße sind genau das, was ich von einem Marshall-Lautsprecher erwarte, und da macht der Kilburn II keine Ausnahme.

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Klassisches Marshall-Design geht immer. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Die Verarbeitung des Kilburn II ist perfekt gelungen , der Marshall-Lautsprecher wirkt robust und hochwertig. Dazu tragen auch die klassischen Drehknöpfe aus Metall bei, die zum Einschalten und zur Regelung der Lautstärke sowie Bass und Treble dienen. Den kleinen runden Knopf braucht Ihr nur zum Koppeln über Bluetooth. Der Akkustandsanzeiger ist rot beleuchtet.

Wasserdicht? Eher nicht.

Marshall betont, dass der Kilburn II anders als der Vorgänger nun gegen Wasser geschützt ist. Das ist an sich nichts besonderes, schließlich gibt es viele wasserdichte Lautsprecher auf dem Markt. Aber genau das ist der Kilburn II eben nicht, denn IPX2 heißt nur, dass „leichtes Spritzwasser“ dem Lautsprecher nicht den Garaus macht. Mal ehrlich: Das halten auch die meisten Geräte ganz ohne Zertifizierung aus, das hätte sich Marshall auch sparen können.

Zum Rumtragen hat der Kilburn II einen Lederriemen zu bieten, der an der Innenseite mit weichem, rotem Samt gepolstert ist. Als Befestigung dienen zwei Pins, die sonst an der E-Gitarre den Gurt halten – das passt perfekt. Mit knapp 3 Kilogramm Gewicht ist der Kilburn II aber alles andere als leicht, und übermäßig kompakt ist der Lautsprecher auch nicht. Besonders weit rumtragen wird den also eher niemand.

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Tragbar ist der Kilburn II, aber kein Leichtgewicht. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Weniger ist manchmal mehr

Die Besonderheit des Kilburn II ist eigentlich ein Makel, denn der Lautsprecher ist dumm. Er kann nichts außer Musik abspielen. Kein Google Assistant oder Alexa steckt drin, er lässt sich nicht in ein Multi-Room-System einklinken und auch nicht mit dem WLAN verbinden, um direkt Inhalte aus dem Netz abzuspielen. Er wird einfach mit dem Smartphone oder anderen Gerätschaften gekoppelt und spielt das ab, was er geliefert bekommt. Fertig.

Das kann man unzeitgemäß finden, und man hätte auch recht damit. Eigentlich ist das fast eine Frechheit bei dem Preis. Aber mal ehrlich: In meinem Wohnzimmer hören ohnehin schon Smartphones, Echos, ein Google Home und ein Fire-Tablet auf meine Befehle, brauche ich da wirklich noch eins? Und wenn man den Kilburn II über Bluetooth oder Klinke mit dem Google Home oder Amazon Echo koppelt, wird er eben damit smart. Ein Umweg, ja, aber auch nicht besonders umständlich. Ich finde die Reduktion auf das Wesentliche bei dem Marshall-Lautsprecher eigentlich recht sympathisch.

Der macht Druck

Im Marshall Kilburn II stecken drei Lautsprecher, die jeweils einen eigenen Verstärker besitzen. Der Basslautsprecher hat einen 20-Watt-Verstärker, die beiden Hochtöner je 8 Watt. Insgesamt 36 Watt also, die einen maximalen Schalldruckpegel von 100.4 dB SPL bei einem Meter Entfernung erzeugen können – sagt Marshall. Die tiefen Töne werden über den Bassreflex aus der Rückseite der Box geleitet. Der Kilburn II ist Multi-Host-fähig, kann also gleichzeitig mit mehreren Geräten über Bluetooth gekoppelt werden, und unterstützt Bluetooth 5.0 aptX.

Für die Größe ist der Kilburn II vor allem eines: verdammt laut. Ich habe schon jede Menge Bluetooth-Lautsprecher ausprobiert, aber keiner hat so einen Druck gemacht wie der Kilburn II. Dabei braucht Ihr keine Angst zu haben, den Regler voll aufzudrehen, denn der Klang bleibt stabil und übersteuert nicht. Volle Pulle ist also kein Problem für Marshall, und der Kilburn II reicht locker aus, um eine mittelgroße Party zu beschallen. Das ist ziemlich beeindruckend! Dank des multidirektionalen Sounds füllt der Klang den ganzen Raum recht gleichmäßig.

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Auch hinten kommt der Krach raus. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Weniger Bass reicht auch

Der Klang des Kilburn II ist per se schon ziemlich warm und basslastig, auch wenn der Regler nicht besonders weit aufgedreht ist. Vor allem in kleineren Räumen oder dann, wenn der Kilburn II eher bedrängt in der Ecke statt frei im Raum steht, könnt Ihr den Regler ruhig ziemlich weit runter drehen und stattdessen den Treble ein wenig erhöhen. Der Marshall-Sound ist trotzdem satt und kräftig. Vor allem draußen braucht es aber den Bass bei mindestens 7 oder 8, um ordentlich Druck zu machen.

Wie man das schon von den anderen Marshall-Lautsprechern und den Kopfhörern kennt, gilt auch hier: Der Sound des Kilburn II ist nicht unbedingt neutral und einigt sich daher nicht für alle Musikarten. Bei klassischen Stücken fehlt ein wenig Klarheit, Hörspiele klingen manchmal etwas zu unnatürlich. Wer aber auf Rock, Metal, Punk, Singer-Songwriter, Folk und dergleichen steht, wird den Klang des Kilburn II lieben.

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Unser Marshall geht zwar nicht bis 11, ist aber trotzdem richtig laut. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Übrigens: Wer statt Bluetooth lieber Kabel für die Verbindung nutzen möchte, kann das tun, denn der Kilburn II hat auch einen 3,5 Millimeter großen AUX-Port an der Rückseite. Ein Klinkenkabel zum Anschließen müsst Ihr aber selber mitbringen, im Karton steckt nur das Stromkabel.

Läuft länger als die beste Party

Die genaue Kapazität des Akkus im Kilburn II verrät Marshall Headphones nicht, verspricht aber eine Akkulaufzeit von stolzen 20 Stunden und mehr mit einer Ladung.

Solche Herstellerangaben sind stets ein wenig mit Vorsicht zu genießen, doch bei den Marshall-Kopfhörern kamen sie stets recht gut hin. Bei einem so kräftigen Lautsprecher hängt da natürlich vieles auch von der Lautstärke ab – wer die Box voll aufdreht, schafft deutlich weniger als bei Zimmerlautstärke.

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Die LED-Leiste zeigt den Ladestand an. / © Marshall Bildquelle: Marshall

Marshall übertreibt nicht

Unrealistisch sind die 20 Stunden allerdings nicht, wir sind bei einer Lautstärke etwas unter 50 Prozent in der Regel bei rund 18 Stunden gelandet. Aller Ehren wert für einen tragbaren Lautsprecher , auch wenn der Kilburn II dafür eben auch recht groß ist. Unser erstes Testgerät mussten wir allerdings umtauschen, denn hier schaffte der Akku keine 45 Minuten – eindeutig ein Defekt.

Geladen wird beim Kilburn II mit einem normalen Kaltgerätestecker, über USB würde das alles zu lange dauern. In knapp drei Stunden ist der Akku im Marshall-Lautsprecher wieder voll und der Kilburn II bereit für die nächste lange Party.

Wenn da nur der Preis nicht wäre

Mit gefällt der Kilburn II richtig gut, obwohl ich eines der wichtigsten Features kaum brauche: den Akku. Klar, der hält echt lange, aber weiter als in den Garten will ich das schwere Teil gar nicht mitnehmen, und da gibt’s auch eine Steckdose. Hier wäre ich also locker mit weniger zufrieden gewesen, aber schön ist die Gewissheit schon, dass der Akku so schnell nicht schlapp macht.

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Teuer, aber halt auch ziemlich stark: Marshall Kilburn II. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Wichtiger ist mir der Klang, und der passt für meine Ohren und meinen Musikgeschmack wie die Faust aufs Auge. Der Marshall-Sound ist nicht für alle Sorten Musik geeignet, das sollte man vorher wissen, aber er trifft bei den richtigen Songs voll ins Schwarze. Und laut, oh ja, laut ist der Kleine, du liebe Zeit!

Bleibt der Preis. 300 Euro für einen reinen Bluetooth-Lautsprecher, das ist eine Menge Geld. Der Kilburn II hat weder den Google Assistant oder Amazon Alexa eingebaut und lässt sich auch nicht wie die Connected-Reihe von Marshall in ein Multi-Room-System einbinden. Design und Image hin, Klang und Akkulaufzeit her: Eigentlich ist der Kilburn II zu teuer. Aber manchmal ist weniger am Ende eben doch ein bisschen mehr.

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