Pros des Redmi Note 7

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Gute Verarbeitung
  • Helles und farbenfrohes Display
  • Sehr gute Akkulaufzeit
  • Viele Anschluss-Features

Contras des Redmi Note 7

  • Langsames Aufladen
  • Hervorstehendes Kameramodul

Ein unschlagbarer Preis

Das Redmi Note 7 wird nicht offiziell von Xiaomi in Deutschland angeboten, aber bereits von Online-Händlern wie Alternate geführt. Mit einem Preis von knapp 250 Euro für die Version mit 4 GByte RAM und 64 GByte erweiterbarem internen Speicher ist es dabei unfassbar günstig, für das gebotene, wie ich im Test zeigen wird.

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Ein Paket, das das Notwendigste enthält. Einen Pluspunkt gibt es für das enthaltene Cover. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Bis die Variante mit 3 GByte RAM und 32 GByte Speicher erhältlich ist, wird es noch bis mindestens 21. März dauern.

Ein stylisches Smartphone …

Ich möchte zunächst anmerken, dass das Design des Redmi Note 7 nicht das originellste ist, das man sich vorstellen kann. Aber seien wir ehrlich, was für ein Smartphone ist das heutzutage schon?

Das Redmi Note 7 ist ein Sandwich aus Glas-Vorderseite und -Rückseite, das auf den ersten Blick von einem Metallrahmen zusammengehalten wird. Das Neptunblau unseres Testmodells bietet sogar einen leichten Farbverlauf, der die Rückseite im bestimmten Winkel violett erscheinen lässt. Damit ähnelt es einigen der neuesten Honor/Huawei-Smartphones.

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In „Neptunblau“ sieht das Note 7 schon schick aus / © NextPit Bildquelle: NextPit

Leider ist der Rahmen nur metallisch lackiert und eigentlich aus Kunststoff. Die im Lieferumfang enthaltene transparente Silikonhülle verhindert jedoch, dass er spröde wird und im Falle eines Sturzes leicht beschädigt wird. Das Cover ist nicht das schickste, aber für den Preis des Smartphones ist es überraschend, das solch eine Hülle überhaupt dabei liegt.

In der Mitte Rückseite befindet sich der zuverlässige und schnell reagierende kapazitive Fingerabdruckleser, während sich auf der rechten Seite die Lautstärkewippe und der Power-Button befinden. Trotz des wenig originellen Designs muss ich zugeben, dass ich das Smartphone lieb gewonnen habe. Es ist nicht zu groß, aber auch nicht zu klein, das Design ist modern sowie elegant und es liegt mit dem abgerundeten Rahmen gut in der Hand.

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Alle Buttons befinden sich auf der rechten Seite. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Aber es gibt auch ein paar Aspekte beim Redmi Note 7, die mir nicht gefallen. Der Vibrationsmotor ist zwar kräftig und daher auch in der Tasche leicht zu spüren, aber er ist damit auch verdammt laut. Das macht haptisches Feedback beim Tippen lästig und es dauerte eine Weile, bis ich die Rückmeldung der Tastatur gewöhnt habe, da ich sie mittlerweile aber auch nicht mehr missen will. Darüber hinaus ragt die Dual-Kamera auf der Rückseite leicht heraus und das beigelegte Cover gleicht den Höhenunterschied nicht aus.

… mit einem tollen Display!

Wo das  Pocophone F1 versagt hat, überzeugt das Redmi Note 7 ! Der Bildschirm des Smartphones ist ein 6,3 Zoll großes IPS-Panel (2.340 x 1.080 Pixel), das sehr hell werden kann und mit einer guten Farbdarstellung auftrumpft. Während ich also beim Pocophone noch dachte: „Wow, also hat Xiaomi hier gespart“, kann ich das beim Redmi Note 7 im Test nicht behaupten.

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Der Rahmen ist nicht so schmal wie bei einigen Konkurrenten, vor allem am unteren Ende und die Ecken sind wieder übertrieben abgerundet, was bei einigen Anwendungen zu kleinen Problemen mit der Benutzeroberfläche führt. Auch eine Notch ist vorhanden, die der des Xiaomi Mi 9 sehr ähnlich ist, aber mit einer Body-Screen-Ratio von über 80 Prozent kann man sich nichts Besseres wünschen.

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Die tropfenförmige Notch ist schmaler als beim Mi 8 und dem Pocophone. / © NextPit Bildquelle: NextPit

In der Sonne ist das Smartphone-Display weiterhin gut ablesbar, auch wenn es nicht mit der Qualität eines OLED-Panels gleichziehen kann, und im Dunkeln kann die Helligkeit ausreichend gedimmt werden. Leider Fallen hier die Schwarzwerte manchmal auch so dunkel aus, dass es schwierig wird, einige der dunkleren Farbtöne zu unterscheiden, aber nicht so schlimm, dass man sich Sorgen machen müsste.

Das Gorilla Glass 5 wird sowohl zum Schutz der Vorderseite als auch der Rückseite verwendet. Während das Glas auf der Rückseite für besseren Grip an den Seiten leicht gebogen ist, ist das Schutzglas des Displays völlig flach.

Kleiner Preis für viele Features

Ich möchte mir auch einen Moment Zeit nehmen, um aufzuzeigen, wie Xiaomi in Sachen Features auf die Bedürfnisse der Nutzer eingeht.  Trotz des geringen Preises, den ich als Schnäppchen bezeichnen würde, hat es das Unternehmen geschafft, das Redmi Note 7 mit zahlreichen aktuellen Features zu versehen.

Der Ladeanschluss auf der Unterseite ist USB-Typ-C (USB 2.0), es gibt eine 3,5-mm-Klinkenanschluss, eine Benachrichtigungs-LED und sogar einen Infrarot-Sender zur Steuerung von Multimedia-Geräten. Bluetooth 5.0 und Wi-Fi 5 (früher bekannt als 802.11 ac) sind ebenfalls mit an Bord.

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Das Redmi Note 7 ist ein verdammt gutes Smartphone für den Preis. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Vor- und Nachteile der Xiaomi-Software

An Bord finden wir auch die berühmte MIUI 10 von Xiaomi. Allerdings finden wir keine weiteren seltsamen Anpassungen wie zum Beispiel den Custom-Launcher beim Pocophone F1 vor. Darüber hinaus ist die Basis für die Software Android 9.0 Pie – ein weiterer Pluspunkt für das Redmi Note 7.

Exklusive Funktion fehlen und einige Drittanbieter-Apps wie der Opera Browser und Facebook sind vorinstalliert, aber diese Apps sind leicht deinstallierbar – anders als bei anderen Herstellern wie Samsung.

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Entweder man mag die UI oder nicht – es gibt keinen Mittelweg. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Ich bin mittlerweile ein Fan von Xiaomis Software und auf dem Redmi Note 7 gefällt sie mir auch richtig gut. Aber ich muss mich auch immer wieder daran erinnern, dass die Software nicht die Beste für Android-Adaption ist. Die Funktionen sind vielfältig, es gibt viele Einstellungen und auch die Anpassungen decken jeden einzelnen Aspekt der Software ab: Ein unerfahrener Benutzer kann sich jedoch leicht in dem Wust an Optionen verloren fühlen. Außerdem wird die Optik bestimmt nicht jedem gefallen.

Obwohl die Basis der Software Android 9 Pie ist, finden wir hier keine grundlegenden Funktionen wie Digital Wellbeing (laut Play Store inkompatibel), den „intelligenten“ Akku oder einen dunklen Modus vor. Letzterer soll aber auf vielen Xiaomi-Smartphones mit den nächsten Updates von MIUI nachgereicht werden und ist bereits auf dem Mi 9 verfügbar.

Genug Power, um die Konkurrenz zu vergessen

Auch in Bezug auf die Leistung kann ich mich nicht beschweren. Klar, für den Preis gibt es keinen Highend-Chip, aber im Redmi  Note 7 steckt trotzdem solide Hardware.

Als SoC kommt der Octa-Core-Prozessor Qualcomm Snapdragon 660 (4x Kryo 260 @2,2 GHz + 4x Kryo 260 @1,8GHz) mit Adreno 512 GPU zum Einsatz. Im Alltag hat sich das Smartphone immer als reaktionsschnell und zügig erwiesen, außer bei grafisch anspruchsvollen Spielen. Erwartet also nicht Asphalt 9 oder Fortnite Mobile spielen zu können, ohne auf den ein oder anderen Frame Drop zu treffen.

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Multitasking ist schnell und Apps werden dank der verfügbaren 3 oder 4 GByte RAM lange genug im Speicher gehalten. Auch die verfügbaren 32 oder 64 GByte Speicher halte ich für die meisten Anwender für ausreichend. Besonders, da sich der mittels microSD-Karte an die Stelle einer zweiten Nano-SIM erweitern lässt.

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Unter der Haube ist die Redmi Note 7 stark genug / © NextPit Bildquelle: NextPit

Zum Vergleich: Einige Smartphones auf ähnlichem Niveau sind das Sony Xperia 10 (Plus) oder das Motorola Moto G7 (Plus), die aber alle deutlich mehr kosten und teils weniger Features bieten. Andere ältere Smartphones wie das Oppo R15 Pro oder das Samsung Galaxy A9 (2018) sind in Bezug auf die Leistung vergleichbar, aber auch deren Preis ist heute noch höher. Vielleicht sind die einzigen, die sich diesem Preis-Leistungs-Verhältnis annähern, einige Honor-Smartphones wie View 10 Lite.

Redmi Note 7: Benchmark-Tests

  3DMark Sling Shot Extreme 3DMark Sling Schrot Vulkan 3DMark Sling Shot 3DMark Ice Storm Extreme Geekbench 4 (Single/Multi) PassMark Speicher PassMark Disk
Redmi Note 7 1356 1304 2065 26482 1634/5904 12833 51462
Huawei P Smart 2019 824 1355 902 16742 1522/5276 10584 54661
Nokia 8.1 1830 1745 2673 28942 1846/5910 12454 51940
OPPO RX17 Pro 1825 1704 2634 27381 1814/5887 12222 67975

Beste Freisprecheinrichtung aller Zeiten

Xiaomi vernachlässigt nicht einmal den Audio-Bereich . Das Redmi Note 7 verwendet ein spezielles Design mit Hohlraum, das an die Boombox-Technologie von LG erinnert. Darüber hinaus wurden ein DSM-Chip zur Steuerung des Verstärkers und ein spezieller Mikrolautsprecher von AAC für eine hohe Lautstärke bei klarem Klangbild verwendet.

Bei Nutzung des Freisprechmodus gibt es eine zusätzliche Verstärkungsstufe. Das Drücken der Lauter-Taste während eines über Lautsprecher geführten Telefonats, wenn die Lautstärke bereits auf Maximum ist, aktiviert einen bestimmten Modus. Der erhöht laut Xiaomi den Ausgangspegel um weitere 40 Prozent! Einzig die Tatsache, dass hier nur ein Lautsprecher verbaut ist, schmälert das Gesamtbild. 

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Keine Stereo-Sound, aber Xiaomi macht das mit tollen Features wett. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Es gibt einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, aber Ihr könnt auch den USB-C-Anschluss für kabelgebundene Kopfhörer verwenden. Für alle anderen gibt es Bluetooth 5.0. Ebenfalls vorhanden sind ein Software-Equalizer mit Presets, mit denen ich mich beim Test des Mi MIX 3 bereits auseinander gesetzt habe, sowie ein nur noch selten anzutreffendes FM-Radio.

Dual-Kamera mit 48 Megapixel

Ja, beim Honor View20 habe ich mich zuletzt über den 48-Megapixel-Sensor beschwert. Und ich bin auch weiterhin der Meinung, dass die Art von Sensor mehr Marketing-Gag als wirklich nützlich ist. Allerdings muss ich im Fall des Redmi Note 7 etwas zurückrudern. 

Auf der einen Seite haben wir mit dem View20 ein Smartphone mit Sonys IMX586-Sensor, das versucht, mit den großen Namen der Branche zusammenzuarbeiten. Und das ein Flaggschiff mit einem günstigen Preis ist, das mit der Konkurrenz in den Ring steigen will, der es nicht gewachsen ist. Auf der anderen Seite haben wir das Redmi Note 7, dass ebenfalls einen 48-Megapixel-Sensor (f/1.8-Blende) besitzt, der aber von Samsung (Isocell Bright GM1) hergestellt wurde.

Und wenn wir die Ergebnisse der Kamera mit denen anderer Einstiegs-Smartphones vergleichen, liefert das Redmi Note 7 überraschend gute Ergebnisse.

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48 Megapixel. Okay … / © NextPit Bildquelle: NextPit

Die mit Standard-mäßig aktivierten 12 Megapixeln aufgenommen Fotos sind bei guten Lichtverhältnissen ausreichend detailliert. Es gibt sogar einen Nachtmodus, der dem auf dem Google Pixel und Huawei-Smartphones erinnert. Offensichtlich sind die Ergebnisse nicht mit denen der Flaggschiffe vergleichbar, aber Xiaomi zeigt, wie man mit dem 48-Megapixel-Sensor die Konkurrenz im Einstiegs-Bereich als aussehen lässt.

Allerdings lässt sich der 48-Megapixel-Sensor nur im Pro-Modus voll ausnutzen und der sollte wirklich nur bei optimalen Lichtverhältnissen, wie einem schönen sonnigen Tag und im Freien, genutzt werden.

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Die Kamera-Anwendung bietet viele Funktionen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der zweite Sensor löst mit 5 Megapixel (f/2.4) auf und dient nur zum Erstellen einer Karte mit Tiefeninformationen für AR-Anwendungen und für den Portraitmodus (Bokeh). Ein 13 Megapixel-Sensor (f/2.2) kümmert sich um Selfie, die, ebenfalls im Bezug auf die Preisklasse, wirklich gut sind. 

Genug Energie für ein Wochenende ohne Opfer

Der 4.000 mAh große Akku liefert mit Blick auf den sparsamen Prozessor und das nicht übermäßig hochauflösende Display genug Leistung für den Alltag. Mit der Optimierung des Stromverbrauchs durch die Software von Xiaomi und dem geringen Stromverbrauch durch den SoC, hält das Redmit Note 7 bei mäßigem Gebrauch auch mal zwei Tage ohne Ladegerät durch.

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Xiaomi hat etwas Platz für alles gefunden, was Ihr braucht. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das ist eine gute Sache, denn im Paket finden wir nur ein mit 10W (5V, 2A) verdammt langsames Ladegerät. Glücklicherweise unterstützt das Redmi Note 7 aber Quick Charge 4 (18W – 9V, 2A), also könnt Ihr jedes andere kompatible Netzteil nutzen, um schneller zu laden. Drahtloses Aufladen ist jedoch nicht möglich.

Der mitgelieferte „Slow Charger“ liefert immer noch doppelt so viel Leistung wie das Standard-Ladegerät von Apple.

Redmi Note 7: Technische Daten

Xiaomi zeigt, wer im Einsteiger-Bereich das Sagen hat

Ich möchte Euch zum Ende fragen: Was fehlt Euch beim Redmi Note 7, wenn man auf den Preis für das Smartphone guckt? Ja, die Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn Xiaomi hat großartige Arbeit geleistet.

Natürlich, einige Konkurrenten halten mit einem Metallrahmen, IP6X-Zertifizierung oder Stereolautsprechern dagegen, deren Geräte werden aber auch zu einem höheren Preis angeboten. Das Killer-Feature des Smartphones ist der Preis und die Tatsache, dass bei dem Gesamtpaket keiner mithalten kann. Damit wird das Redmi Note 7 noch eine Weile meine absolute Smartphone-Empfehlung für alle bleiben, die nicht viel Geld für ein Smartphone ausgeben wollen.