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Die beste Standalone-VR-Brille finden: drei aktuelle Modelle im Vergleich

Update: Meta Quest 2 Test-Urteil
bytedance pico 4 01
© NextPit

Ihr sucht die beste Standalone-VR-Brille, oder habt schon etwas über die Meta Quest 2, die Meta Quest Pro oder sogar über die Apple Glass, beziehungsweise Apple Reality Pro gehört und wisst rein gar nichts damit anzufangen? Dann seid Ihr bei NextPit genau richtig. Wir geben Euch einen Einblick in die Welt der AR, VR, MR und XR und stellen euch die aktuellen Standalone-VR-Brillen wie die Pico 4 von ByteDance vor.

Drei aktuelle Standalone-VR-Brillen im Vergleich

  Der Branchenführer Die Preiswerte Die Neueste und Teuerste
Produkt
Abbildung
Meta Quest 2
ByteDance Pico 4
Meta Quest Pro
Maße und Gewicht
  • 191.5 x 102 x 142.5 mm
  • 503 g
  • 255 (310) x 163 x 83,5 mm
  • 586 g
  • 265 x 127 x 196 mm
  • 722 g
Display und Optik
  • 2x 2,73 Zoll LCD Panel
  • 2x 1.832 x 1.920 (3.664 x 1.920) Pixel
  • 60/72/90 Hz Bildwiederholrate (120 Hz experimentell)
  • 104° horizontales Sichtfeld
  • 98° vertikales Sichtfeld
  • Fresnel Lens
  • 58 - 68 mm (IPD)
  • 2x 2,56 Zoll LCD Panel
  • 2x 2.160 x 2.160 (4.320 x 2.160) Pixel
  • 1.200 ppi
  • 72/90 Hz Bildwiederholrate
  • 105° Sichtfeld
  • Pancake Lens
  • 62-72 mm (IPD) Motor getrieben
  • 2x 1.800 x 1.920 (3.600 x 1.920) Pixel
  • 72/90 Hz Bildwiederholrate
  • 106° horizontales Sichtfeld
  • 96° vertikales Sichtfeld
  • Pancake Glass Lens
  • 55 - 75 mm (IPD)
Prozessor
  • Qualcomm Snapdragon XR2 Gen 1
  • 7 nm Strukturbreite
  • Octa-Core
  • max. 2,84 GHz
  • Adreno 650 GPU 
  • Qualcomm Snapdragon XR2 Gen 1
  • 7 nm Strukturbreite
  • Octa-Core
  • max. 2,84 GHz
  • Adreno 650 GPU 
  • Qualcomm Snapdragon XR2+ Gen 1
  • 7 nm Strukturbreite
  • Octa-Core
  • max. 3,2 GHz
  • Adreno 650 GPU 
Speicher
  • 6 GB RAM
  • 64/128/256 GB ROM
  • 8 GB LPDDR4X RAM
  • 128/256 GB UFS 3.0 ROM
  • 12 GB LPDDR5
  • 256 GB ROM
Cameras / Tracking
  • 4x 6DoF-Tracking-Camera
  • 1x B/W-Camera
  • 4x 6DoF-Fisheye-Camera
  • 1x 16-MP-RGB-Camera
  • IR-Eye-Tracking
  • 4x 6DoF-"inside-out"Tracking-Camera
  • 1x RGB-Camera
  • IR-Eye-Tracking
  • IR-Face-Tracking
Akku und Laufzeit
  • 3.640 mAh
  • 2 Stunden Laufzeit
  • 5.300 mAh (QC 3.0)
  • 2 Stunden Laufzeit
  • mAh unbekannt
  • 1-2 Stunden Laufzeit
  • Charging Dock (48W)
Konnektivität
  • WiFi 6 - 2,4 GHz - 5 GHz
  • Bluetooth 5.0 LE
  • WiFi 6 - 2,4 GHz - 5 GHz
  • Bluetooth 5.1
  • WiFi 6E - 2,4 GHz - 5 GHz - 6 GHz
  • Bluetooth 5.2
Sound
  • Stereo Lautsprecher
  • 3D Sound
  • 2x Mikrofone
  • Stereo Lautsprecher
  • 360° Surround Sound
  • 3D Spatial Sound 
  • 2x Mikrofone 
  • Stereo Lautsprecher
  • 3D Spatial Sound 
  • 3x Mikrofone
Sonstiges
  • USB-Type-C-Anschluss
  • 1x 3,5 mm Klinkenanschluss
  • Air Link Verbindung zum PC
  • Link-Kabel-Verbindung zum PC (USB-C auf USB-A)
  • Grayscale Passthrough
  • USB-Type-C-Anschluss
  • Kabellos als auch Kabel gebundene Verbindung mit dem PC (USB-C auf USB-A)
  • RGB Passthrough
  • USB-Type-C-Anschluss
  • 2x 3,5 mm (R/L) Klinkenanschluss
  • Air Link Verbindung zum PC
  • Link-Kabel-Verbindung zum PC  (USB-C auf USB-A)
  • RGB Passthrough
Controller
  • Angaben pro Controller:
  • 2x 6DoF
  • Joystick und Buttons
  • 6-Achsen Sensor (Gyroscope)
  • HyperSense-Vibrationsmotor
  • 2x 2 AA Batterien 1,5 V
  • 30 Stunden Laufzeit
  • Angaben pro Controller:
  • 2x 6DoF
  • Joystick und Buttons
  • 6-Achsen Sensor (Gyroscope)
  • HyperSense-Vibrationsmotor
  • 2x 2 AA Batterien 1,5 V
  • 80 Stunden Laufzeit
  • Angaben pro Controller:
  • Qualcomm Snapdragon 662
  • 3x 6DoF
  • Joystick und Buttons
  • 6-Achsen Sensor (Gyroscope)
  • HyperSense-Vibrationsmotor
  • Wiederaufladbare Akkus
  • 10 Stunden Laufzeit
Betriebssystem
  • Android
  • Android / Pico OS
  • Android
Verkaufsstart
  • 13. Oktober 2020 (USA)
  • UVP 299 US-Dollar (64 GB)
  • 9.Dezember 2022 (GER)
  • UVP 449,99 Euro (128 GB)
     
  • 23. September 2022
  • UVP 429 Euro (128 GB)
  • 25. Oktober 2022 (USA)
  • UVP 1.500 US-Dollar 
  • 9.Dezember 2022 (GER)
  • UVP 1.799,99 Euro 
Vorteile
  • "Preiswerter" VR-Einstieg
  • Aktueller Prozessor
  • Großes VR-App-Angebot
  • Via Link-Technologie Zugang zum Oculus- und Steam-VR-Shop
  • Überraschend guter Sound
  • noch nicht getestet
  • noch nicht getestet
Nachteile
  • Nachfolger für den Herbst geplant
  • Motion-Sickness-Gefahr
  • Schlechte Akku-Laufzeit
  • Grayscale Passthrough
  • noch nicht getestet
  • noch nicht getestet
Bewertung
Noch nicht bewertet
Noch nicht bewertet
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Inhaltsverzeichnis:

Kaufberatung: Worauf solltet Ihr achten?

AR/VR/MR/XR: Was ist der Unterschied?

Wer sich für die virtuelle Realität interessiert, wurde vermutlich schon einige Male mit Abkürzungen wie AR/VR/MR und XR konfrontiert. Diese stehen für Augmented Reality, Virtual Reality, Mixed Reality und Extended Reality.

Die VR – also virtuelle Realität – ist eine komplett eigene Welt, welche wie ein Computerspiel programmiert wurde und den Träger des Headsets von der Außenwelt komplett isoliert. Der Nutzer bewegt sich "direkt im Spiel" oder der entsprechend simulierten Welt. Sensoren und Kameras erkennen die Körperbewegungen und passen die optische Darstellung entsprechend an. Erste bekannte Hersteller sind HTC mit der Vive oder Oculus mit der Oculus Rift aus dem Jahre 2016 (Developer Kit 2014).

Google Glass der 1. Generation
Die Google Glass der 1. Generation hatte noch ein Display vor dem eigentlichen Brillenglas. / © NextPit

Die Augmented Reality hingegen lässt den Nutzer:innen eine freie Sicht auf das "echte" Umfeld. Meist mit einem Display, wie bei der Google Glass, werden zusätzliche Informationen eingeblendet – daher auch der Begriff "erweiterte Realität". Das jüngste Modell aus dieser Kategorie ist die Oppo Air Glass 2, welche trotz verbautem Lautsprecher und Mikrofon gar nicht mehr als Wearable zu erkennen ist und im Alltag bei Live-Übersetzungen oder Navigation praktisch unsichtbar eingesetzt werden kann.

Microsoft HoloLens
Die Microsoft HoloLens wird gern als Mixed-Reality-Brille bezeichnet. / © NextPit

Bei der Mixed Reality deutet es der Name schon an: Sie vermischt die AR und VR auf gewisse Art und Weise. Dabei sollte man zwischen zwei Lösungsansätzen unterscheiden. Auf der einen Seite gibt es da etwa die sehr bekannte Microsoft HoloLens oder simple Head-up-Displays im Auto. Beide werden meiner Meinung nach fälschlicherweise als "gemischte Realität" bezeichnet. Den zweiten Ansatz stellt die jüngst von Facebook vorgestellte Meta Quest Pro dar.

Und hier ist der Begriff MR auch berechtigt, da die Anwender:innen prinzipiell das Computer generierte Bild sehen und mit einer Außenkamera die wirkliche Realität aufzeichnen und zusätzlich dieses Bild mit dem VR-Bild vermischt dargestellt bekommen. So können beispielsweise auch nur Teile des "Live-Bildes" wie eine echte Tastatur oder Kaffeetasse auf dem Tisch dargestellt werden und der Rest besteht aus der virtuellen Realität. Bei den von uns hier vorgestellten All-in-one-Brillen gibt es diesen sogenannten "Passthrough"-Modus bei allen drei Headsets.

Fehlt nur noch die XR, also Extended Reality: Auch hier würde ich von einer Art Mixed Reality sprechen, wenngleich es eher die übergeordnete Bezeichnung der AR und MR ist. Apple hat diesen Begriff nun mit seiner geplanten Apple Glass und Reality-Pro-Brille wieder ins Gespräch gebracht. Manch einer unterscheidet die Begriffe aber auch gern durch die Menge an zusätzlichen hinzugefügten virtuellen Elementen, Grafiken oder "Hologrammen".

Über lang oder kurz wird es meiner Meinung nach nur noch eine Form der künstlichen Hinzufügung zu der Realität geben. Wir befinden uns aktuell mitten in dem Entwicklungsprozess, sodass das Ganze schon ein wenig verwirrend sein kann.

Kabellos oder gebunden?

Während sich diese Frage bei der Augmented Reality gar nicht erst stellt, da sie sich auf die mobile Anwendung konzentriert (populärstes Beispiel: Pokémon Go für das Smartphone), stellt sich die Frage bei der VR sehr wohl. Und obwohl sich dieser Beitrag auf Standalone-VR-Brillen fokussiert – also ohne eine Kabelverbindung – möchte man meinen würde sich die Frage auch hier erübrigen. Doch da auch unsere drei genannten Kandidaten kabelgebunden mit einem performanten PC betrieben werden können, will ich kurz etwas ausholen.

HTC Vive Pro
Die ersten VR-Brillen wie die HTC Vive sind auf eine Kabelverbindung zum PC angewiesen. / © NextPit

Die ersten VR-Brillen wie die Oculus Rift oder die HTC Vive sind kabelgebundene VR-Brillen, welche einen Gaming-tauglichen PC benötigen. Auch aktuelle Modelle wie die HTC Vive 2 Pro, welche wir aktuell in der NextPit-Redaktion testen, sind auf eine Kabelverbindung angewiesen. Die Mindestanforderung an die Grafikkarte des PCs ist aktuell eine NVIDIA GeForce RTX 2060, beziehungsweise AMD Radeon RX 5700 oder besser.

Doch auch die Standalone-VR-Brillen wie die Meta Quest 2 können auf Wunsch an den Gaming-Computer mit einem Link-Kabel angeschlossen werden. Der Vorteil: Nicht der im Headset verbaute Snapdragon X2(+) sorgt dann für die nötigte Performance, sondern die PC-Power. Das Ergebnis: Eine höhere Auflösung und Performance, als auch der Zugang zu den PC exklusiven VR-Spielen aus dem Steam- und Oculus-VR-Store. Der Nachteil: Mit einer Kabelverbindung seid Ihr auf einen Standort in der Nähe des Computers fixiert – unabhängig davon, dass in der Regel das Kabel im Spiel als störend empfunden wird.

Die Meta Quest 2, Meta Quest Pro und auch die Pico 4 bieten neben der Kabelverbindung zum PC auch die Verbindung via WLAN (bei Meta "Air Link" genannt). Dann muss nur noch der möglichst potente PC eingeschaltet sein und dem Zugriff auf den Steam- und Oculus-VR-Store sind keine Grenzen gesetzt. 

Welche Linsen gibt es?

Wer kennt sie nicht, die Google Cardboard oder Samsung Gear VR, als Vorläufer der heutigen VR-Brillen. Bereits im Jahre 2014 hat Samsung sehr eng mit Oculus (heute Meta) zusammen gearbeitet. Die Basis für den damaligen VR-Genuss war das Smartphone mit seinem Prozessor, Sensoren und Display. Die Gear VR lieferte den passenden Schacht für das Smartphone (vorzugsweise das Samsung Galaxy S6) und positionierte zwei Fresnel-Linsen vor das 5,1 Zoll große AMOLED-Display (2.560 x 1.440 Pixel): ét voilà – fertig war die VR-Brille.

Samsung Gear VR
Die Samsung Gear VR war der Vorreiter der heutigen VR-Brillen und mit dicken sogenannten Fresnel-Linsen ausgestattet. / © NextPit

Die Fresnel-Linsen kommen auch heute noch zum Einsatz, wie beispielsweise bei der Meta Quest 2, werden aber zunehmend von sogenannten Pancake-Linsen abgelöst. Sowohl die Pico 4 von DreamDance als auch Meta verwenden sie in der Quest Pro. Nun fragt Ihr Euch zurecht, worin die Unterschiede einer Fresnel- und Pancake-Linse bestehen.

Bevor ich es zu kompliziert mache, indem ich über den Schliff, chromatische Aberration und der unterschiedliche Licht-Bündelungen philosophiere, mache ich es kurz und knapp: Pancake-Linsen bieten gegenüber den Fresnel-Linsen mehr Vorteile als Nachteile. Sie sind deutlich dünner und unterstützen so den Trend zu immer leichteren und unauffälligen Designs der VR-Brillen. So ist auch für Brillenträger eine Pancake-Linse immer vorteilhafter. Bislang wird für die Fertigung Kunststoff verwendet. Meta deutet aber an, dass die Pancake-Linsen aus Glas, beziehungsweise mit Glas-Anteilen gefertigt werden. Ein Antwort steht noch aus.

Einsatzgebiete: vom Office bis Gaming

Unsere drei hier vorgestellten Standalone-VR-Brillen haben deutlich mehr Einsatzgebiete, als man im ersten Eindruck glauben mag. Zu den Hauptkategorien nennen wir Euch Entertainment, Fitness, Gaming, Office und Social. Den B2B-Sektor – also Business-Anwendungen wie bei Architekturbüros, Ärzten, PKW-Design und Schulungszwecken – habe ich mal bewusst außen vorgelassen.

Als klassische Beispiele für Entertainment wären Live-TV, YouTube und Netflix zu nennen. Fitness ist wohl selbsterklärend und eine schöne Sache für Menschen, die mal wieder ein paar Kalorien verbrennen wollen, ohne dabei ins echte Fitnessstudio gehen zu müssen. Gaming hatten wohl alle primär auf dem Zettel und bedarf ebenfalls keiner Erklärung.

Bei der Kategorie Office sieht es schon ein wenig anders aus: Mit den Meta Horizon Workrooms könnt ihr nicht nur in großen oder kleinen Teams Meetings abhalten, sondern auch Präsentationen oder produktiv von jedem Ort der Welt aus an einem Whiteboard arbeiten. Viele Dokumente könnt ihr ebenfalls mit ins Meeting nehmen und auch teilen.

Doch auch "Home-Office" ist mit mehreren virtuellen Monitoren möglich. Gerade mit dem genannten Passthrough-Modus der, Eure Tastatur darstellt oder eine der kompatiblen Tastaturen virtuell bietet, eröffnen sich komplett neue Möglichkeiten. Wenngleich auch andere Anbieter – etwa Immersed Office – gute Alternativen bieten, wird sich vermutlich letztendlich Meta auch auf dem Gebiet durchsetzen.

Und hier kommt natürlich auch das von Mark Zuckerberg hochgelobte Metaversum ins Spiel. Mit der Meta Quest Pro ist ja das Augen- und Gesichtstracking möglich und haucht eurem virtuellen Avatar eine Gesichtsmimik ein, welche einem Gespräch gleich mehr Leben verleiht.

Ausreichend Platz

Alle drei VR-Brillen verlangen bei der Ersteinrichtung neben der Bodenhöhe auch eine sogenannte "Guardian Line". Das ist die Fläche, welche Ihr in Zukunft als VR-Spielwiese verwenden solltet. Die Mindestgröße sollte 2 x 2 Meter betragen und nicht größer als 5 x 5 Meter sein. Stehen ein Fernseher oder andere leicht zerbrechliche Dinge im näheren Umfeld, räumt sie beiseite oder verkleinert die Fläche an dieser Stelle. Ich habe es bereits geschafft, beim VR-Tennisspiel mit ordentlich Schwung in meinen Smart TV zu schlagen. Alles gut gegangen, hätte aber auch anders ausgehen können.

Im sogenannten "Roomscale" kann man auch sein gesamtes Zimmer samt Couch, Tisch und anderen VR-Möbelstücken, Türen und Fenstern virtuell einzeichnen. Tatsächlich ist es auch möglich, die gesamte Wohnung virtuell zu kartografieren, doch dazu bedarf es eine App, welche nur via Sideload installiert werden kann, was aber in diesem Betrag dann doch der falsche Ort für eine Anleitung wäre.

Die Benutzeroberfläche und der richtige VR-Shop

Bei unseren drei präsentierten VR-Brillen kommt Android zum Einsatz. Die eine packt ähnlich wie beim Smartphone noch seine eigene Benutzeroberfläche oben drauf, doch am Ende ist es Android, mit all seinen Vorteilen – etwa der eben genannte Sideload.

Jeder Hersteller wie Vive, Oculus, Pico und Meta haben Ihren eigenen VR-App-Store. Preislich geht es pro VR-App bei 15 Euro los und endet in der Regel bei 20 Euro, in Ausnahmefällen auch 40 Euro. Da will natürlich überlegt sein, in welchen Shop man sein Geld auf lange Sicht investiert.

Doch wir haben bereits gelernt, das alle drei Standalone-Brillen via Kabel oder WLAN-Verbindung zum PC auch den Oculus- und Steam-VR-Shop unterstützen. Somit besteht beim Kauf in diesen beiden Stores so gut wie kein Risiko – außer, man will nicht ständig den Computer an den Start bringen, um mal schnell ein wenig VR zu zocken. Der Klassiker wäre hier Saber Beat, eines der beliebtesten Meta-VR-Spiele (nur für Meta-Brillen), welche es aktuell beim Kauf einer Meta Quest 2 kostenfrei (bis 31.12.22) dazu gibt. 

Der Fairness halber sei noch erwähnt, dass das App-Angebot der beiden Meta-VR-Brillen deutlich größer ist, als es bei Pico der Fall ist (Stand Dezember 2022).

Was es sonst noch gibt

Abschließend möchte ich diesen Part der NextPit-Kaufberatung für Standalone-VR-Brillen noch mit ein zwei Hinweisen beenden. Beispielsweise wäre zu nennen, was es noch für Virtuell-Reality-Brillen gibt, beziehungsweise womit wir in naher Zukunft rechnen müssen. Zum einen ist Lenovo schon seit längerer Zeit auch in dem Bereich tätig, bietet aber seine Produkte, wie zuletzt die Lenovo VR 700 und die Lenovo ThinkReality VRX nur im Heimatland China an.

Lenovo VR700 VR-Headset.
Die VR700 von Lenovo bietet eine Auflösung von bis zu 4K und 6DoF-Sensoren. / © Lenovo

Der VR-Pionier HTC Vive hat mit der Vive XR Elite einen echten Konkurrenten zur CES 2023 präsentiert. Dieses, nach eigenen Aussagen, "All-in-One-Flaggschiff" zeichnet sich durch eine bedeutend leichtere Bauweise aus, da das "Elite Strap" mit einer Art Brillengestell auswechseln lässt. Ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal der austauschbare Akku auf der Rückseite der Headset-Halterung. Preislich sortiert sich der taiwanische Hersteller mit der Vive XR Elite und den 1.399 Euro, zwischen der Meta Quest Pro (256 GB / 1.800 Euro) und der Meta Quest 2 (256 GB / 550 Euro) ein. Das Vive-XR-Elite-Standalone-Headset wird ab März 2023 global ausgeliefert.

HTC Vive XR Elite
HTC hat auf der CES 2023 seine Vive XR Elite vorgestellt / © HTC

Und auch Apple hat wohl eine Apple Glass oder Reality One, beziehungsweise Apple Reality Pro in der Mache. Hier gibt es ständige Patentanmeldungen, sodass die Vermutung nahe liegt, dass man bei dem gesamten Thema so langsam mitmischen will. Aber eilig hat man es in Cupertino bekanntermaßen nie.

Die besten Standalone-VR-Brillen der NextPit-Redaktion

Nachfolgend findet Ihr weitere Details zu den drei Standalone-VR-Brillen, die für die NextPit-Redaktion aktuell die vielversprechendsten Modelle darstellen.

Der Branchenführer: Meta Quest 2 (ehemals Oculus Quest Pro)

MaTT trägt die Meta Quest 2 und spielt in der VR.
Die Meta Quest 2 (früher Oculus Quest 2) ist nun nach 2 Jahren auch in Deutschland erhältlich. / © NextPit

Lest auch unseren ausführlichen Test der Meta Quest 2, um mehr zu erfahren.

Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich die Oculus Quest als den Pionier der Standalone-VR-Brillen definiere. Der Nachfolger ist die im September 2020 präsentierte Oculus Quest 2, welche im Zuge des Facebook-Rebrandings dann ab Oktober 2021 als Meta Quest 2 verkauft wurde. Leider gab es die Brille anfangs nicht in Deutschland, da Facebook der Nutzung der VR-Brille ein Facebook-Konto zur Auflage gemacht hat, was deutsche Behörden weniger prickelnd fanden.

Inzwischen wurde diese Maßnahme abgeschafft, und alle Facebook-VR-Kunden benötigen nun "nur" noch ein Meta-Konto, können dieses aber mit Ihrem Facebook-Account koppeln. Die Meta Quest 2 ist somit seit dem 9. Dezember 2022 mit 128 GB internem Speicher für 449,99 Euro oder mit 256 GB Programmspeicher für 549,99 Euro im deutschen Facebook-Store oder bei Amazon erhältlich. Sie bietet für den Preis einen günstigen Einstieg und ein gutes Gesamtpaket. Schwachpunkt ist laut unserem ausführlichen Testbericht der Meta Quest 2, der verbaute 3.640-mAh-Akku, der – wenn überhaupt – nur für knapp zwei Stunden Spielvergnügen reicht. Auch die Passthrough-Kamera liefert als Einzige hier im Trio ein Schwarz-Weiß-Bild ab, was erschwerend auch noch leicht verschneit wirkt. Demzufolge eine eher ungeeignete Mixed-Reality-Brille.

Dennoch – auf dem Gebiet der virtuellen Realität ganz weit vorn, da die VR-App-Auswahl der Konkurrenz bei Pico weit überlegen ist. Aber auch sie kann mithilfe des Link-Kabels oder einer Air-Link-Verbindung (WiFi) mit einem PC verbunden werden, um auf das umfangreiche Angebot des Oculus- und Steam-VR-Stores zurückzugreifen. Ebenfalls ist die Meta Quest 2 die einzige VR-Brille in unserer Bestenliste, welche experimentell eine Bildwiederholrate von 120 Hertz bietet, wenngleich auf Basis von Fresnel-Linsen. Schlussendlich ist sie aufgrund Ihrer Beständigkeit die beste Wahl. Zu beachten ist, dass auch hier bereits eine Meta Quest 3 in der Gerüchteküche aufgetaucht ist.

Die Preiswerteste: Pico 4 von ByteDance

Pico 4 samt Controller
Die Pico 4 von DreamDance bietet den günstigsten Preis und die beste Ausstattung! / © NextPit

Mit der Pico 4 Standalone-VR-Brille ist in Europa ein echter Neueinsteiger dazugestoßen. Hinter dem für 429 Euro (128 GB) oder 499 Euro (256 GB) erhältlichen All-in-One-Headset steht ByteDance. Korrekt – der chinesische Software-Gigant, bekannt für die Kurzvideo-App TikTok.

Pico wurde zwar als Tochterunternehmen erst im März 2015 gegründet, bietet aber insgesamt schon drei Standalone-VR-Brillen, welche bislang die Zielgruppe im Businessbereich sucht. Die Pico 4 ist also das vierte Modell und die erste Consumer-orientierte VR-Brille des chinesischen Unternehmens. Zu kaufen ist sie beispielsweise bei Amazon seit Ende September 2022.

Sie ist nicht nur besonders preiswert, sondern überbietet technisch gesehen das gesamte Konkurrenz-Angebot. Mit seinen zwei 2,56 Zoll großen LCD-Panels bietet das Headset mit 2.160 x 2.160 Pixel eine bessere Auflösung als die 1.800 Euro teure Meta Quest Pro. Die Displays können samt Pancake-Linsen elektrisch verstellt werden, um den Augenabstand (IPD) zu optimieren. Auch der 5.300 mAh starke Akku besitzt in unserem heutigen Angebot die größte Kapazität. Auch der Passthrough findet entgegen der Quest 2 in Farbe statt.

Der Nachteil ist, dass das App-Angebot zwar groß, aber nicht so groß wie bei Meta ist. Aber auch hier ist die Verbindung via Kabel oder WLAN zum PC möglich und damit der Zugriff auf den Steam- und Oculus-VR-Store gewährt. Damit könnt Ihr dann auch meine persönliche Empfehlung "Half-Life: Alyx" spielen. Aber Vorsicht – unterschätzt den Suchfaktor nicht! Ein weiterer, wenngleich zu vernachlässigender Nachteil: Die Pico 4 hat keinen Klinkenanschluss für einen separaten Kopfhörer. Das ist nicht allzu tragisch, da der Sound des Headsets ganz gut ist, aber wenn Ihr mehr Bass braucht, würden ein Bluetooth-Kopfhörer oder ein USB-Type-C-Adapter aushelfen.

Prinzipiell gibt es kaum ein Argument, was gegen die Pico 4 spricht. Hier sind höchstens das geringere App-Angebot, ein paar selten auftretende Bugs in Form von chinesischen Schriftzeichen und der erst in Europa wachsende Support des Unternehmens zu nennen.

Die neueste und teuerste: Meta Quest Pro

Wir sehen die Meta Quest Pro
Die Meta Quest Pro ist offiziell – jetzt auch für Deutschland. / © Meta

Kommen wir zu unserem Highlight, der Meta Quest Pro – zumindest so lang, bis Apple endlich mal seine VR/XR-Brille präsentiert. Die Standalone-VR-Brille ist als einziges Gerät in unserem Angebot mit dem neuesten Snapdragon X2+ Gen 1 ausgestattet. Die anderen beiden Brillen verzichten auf das "Plus" des Prozessors. Ebenfalls ist es die einzige Brille, welche je einen Snapdragon 622 von Qualcomm im Controller verbaut hat.

Der Vorteil ist unter anderem, dass rein theoretisch auch das Tracking hinter Eurem Rücken möglich ist. Qualcomm macht noch ein Geheimniss um den Prozessor und seine genauen Fähigkeiten. Die Akku-Kapazität wurde bislang auch noch nicht kommuniziert, wird aber mit 5.000 mAh vermutet. Dennoch bietet sie die schlechteste Laufzeit von gerade einmal einer Stunde. Aufgrund dessen, das der Meta Quest Pro oben das Kopfband fehlt und sich der Bügel nicht nach oben klappen lässt, wird der Sitzkomfort von ersten Trägern als sehr schlecht empfunden (Druckstellen an der Stirn).

Dem gegenüber stehen zwei Displays mit je 1.800 x 1.920 Pixel und Pancake-Linsen, welche aus Glas oder zu Teilen aus Glas zu sein scheinen. Wir werden die Meta Quest Pro erst im Januar testen dürfen und dann hoffentlich einige Antworten auf unsere vielen Fragen erhalten. Die Ersteinrichtung der Brille sowie der eigene App-Shop der Pro und auch die Menüführung sind mit der Meta Quest 2 komplett identisch.

Die Vorteile der Meta Quest Pro zeigen sich in dem Augen- und Gesichtstracking, was Eurem Avatar mehr Leben einhauchen soll, und in der RGB-Passthrough-Kamera sowie den deutlich besseren Linsen, wenngleich die umständlich per Hand justiert werden müssen.

Angesichts eines in meinen Augen komplett unberechtigten hohen Preises steht die neueste Meta-Brille unterm Strich jedoch in keinem guten Preis-Leistungsverhältnis zu den anderen beiden VR-Brillen. Im Gegenteil, die Quest Pro wird von der deutlich preiswerteren Pico 4 sogar in vielen Punkten noch überboten. Da muss Mark Zuckerberg aber noch einmal deutlich an der Preisschraube drehen.

Das war es nun mit der Vorstellung der vom NextPit-Team ausgesuchten besten drei Standalone-VR-Brillen. Habt Ihr andere Vorstellungen oder Fragen zu dem Thema? Dann stellt sie doch gern in den Kommentaren.

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Matthias "MaTT" Zellmer

Matthias "MaTT" Zellmer

Mit dem Palm groß geworden und mit Qtek 1010, sowie HTC Hero die unstillbare Lust an Android OS bis zum heutigen Tage entdeckt. Als Gründer von Android TV (später GO2mobile), 2022 bei NextPit eine neue Heimat gefunden und freut sich nun auf Bestenlisten, News, Tests und Videos. Spezialagent für alles Kreative.

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