Clubhouse: Facebook und Twitter arbeiten an Copycats

Clubhouse: Facebook und Twitter arbeiten an Copycats

Spätestens, wenn Mark Zuckerberg anfängt, eine neue Plattform zu nutzen, wie jetzt bei Clubhouse geschehen, muss diese damit rechnen, von Facebook kopiert zu werden. Genau das soll derzeit geschehen und auch Twitter arbeitet mit "Spaces" an einem ähnlichen Feature. 

  • Laut NYT arbeitet Facebook an einem eigenen Audio-Chat
  • Vor wenigen Tagen sprach Mark Zuckerberg selbst bei Cloubhouse
  • Auch Twitter arbeitet mit "Spaces" an einem eigenen Audio-Tool

Wenn Ihr im Internet eine neue Plattform etablieren könnt, die auf Anhieb viele Menschen begeistert, könnt Ihr Euch sicher sein, dass Facebook schnell um die Ecke kommt und Eure Plattform entweder kauft – oder kopiert. Das muss jetzt auch Clubhouse feststellen, denn nur fünf Tage, nachdem Mark Zuckerberg selbst auf der Audio-Plattform (zum Thema AR und VR) gesprochen hat, konnte die New York Times mit Quellen bei Facebook sprechen, die davon berichten, dass der blaue Riese an einem ebensolchen Audio-Chat arbeiten. 

Facebooks Clubhouse-Klon befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium

Clubhouse ist bereits seit etwa einem Jahr am Start, auch wenn die Audio-Chat-App in Deutschland erst vor einigen Wochen wirklich durchgestartet ist. Auch die Bemühungen Facebooks, etwas Gleichwertiges zu entwickeln, sind laut den Quellen, die natürlich nicht genannt werden wollen, noch sehr jung. Ob Mark Zuckerbergs Auftritt bei Clubhouse diese Entwicklung angeschoben hat, oder ob man schon länger daran werkelt, verrieten die Quellen nicht, Facebooks Clubhouse-Copycat soll sich jedenfalls noch in einem sehr frühen Stadium befinden. 

Imagem tt twitter
Auch Twitter arbeitet an einer Clubhouse-Variante / © NextPit

Twitter will auch mitmischen im Audio-Game

Auch Twitter arbeitet – bereits seit letztem Herbst – an einem Clubhouse-Äquivalent, das "Spaces" heißen soll und ebenfalls eine Audio-Plattform darstellt, die als Feature in Twitter integriert werden soll. Nachdem sich Twitter nicht mehr mit Trump herumärgern muss, konzentriert man sich also auch hier wieder auf die Implementierung neuer Funktionen. Wie es heißt, wird "Spaces" bereits getestet, was bedeutet, dass Twitter in diesem Fall Facebook zeitlich etwas voraus ist. 

Beide – Twitter und erst recht Facebook – kennen sich aus im Copycat-Business. Erst jüngst führte Twitter seine Fleets ein, ein Stories-Feature, wie es Snapchat zuerst anbot und das mittlerweile so ziemlich jede Plattform kopiert hat. Facebook selbst ist der ungekrönte König, wenn es darum geht, erfolgreiche Formate zu kopieren oder gleich komplett einzukaufen. 

Auch hier sind die Stories ein gutes Beispiel, die man für Facebook, Instagram und WhatsApp nachbaute, aber die Geschichte startet im Grunde schon viel früher mit der Übernahme von FriendFeed im Jahr 2009, als man sich Technologie und Personal für die Gestaltung des News Feeds einkaufte. Später wurden Konkurrenten wie Instagram und WhatsApp geschluckt und andere Funktionen (Stories, Rooms, Reels) einfach nachgebaut. 

Meinung des Autors

Dass Facebook versucht, Clubhouse nachzueifern, verwundert wohl niemanden wirklich. Dabei wollen wir aber nicht vergessen, dass Facebook diesbezüglich auch schon oft daneben gelegen hat und Funktionen kopierte, die dann nicht wirklich von den Nutzern angenommen und dann wieder beerdigt wurden. Wenn sich Facebook jetzt also daran macht, seinen eigenen Audio-Chat zu etablieren, bin ich persönlich lange noch nicht sicher, dass man diese Funktion auch tatsächlich ausrollen wird oder damit erfolgreich sein kann.

Gleichzeitig hat Mark Zuckerberg aber natürlich die große Chance, sehr viele Nutzer zu erreichen. Während Clubhouse bislang exklusiv für iOS verfügbar ist, könnte ein schneller Konkurrent damit punkten, dass er eine solche Audio-Funktion breit verfügbar macht. 

Sei es drum: Noch immer halte ich Clubhouse für eine Plattform, die derzeit größer geredet wird, als sie tatsächlich ist und die aktuell einen Hype erfährt, der nicht ewig anhalten wird. Ob das Interesse an Clubhouse aber generell abnehmen wird, oder ob Twitter und Facebook dafür sorgen, dass die Nutzer irgendwann lieber dort ein identisches Feature nutzen, bleibt abzuwarten. 

Wie denkt Ihr denn darüber? Könnt Ihr den Hype um Clubhouse nachvollziehen und würdet Ihr so einen Audio-Chat auf Twitter oder Facebook nutzen? 

 

Neueste Artikel

Empfohlene Artikel

1 Kommentar

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Ich nutze Facebook seit 2013 nicht mehr und ist deaktiviert. Erst kürzlich habe ich mich kurz eingeloggt um einem Verein etwas zu schreiben. Ich kenne mich dort gar nicht mehr aus und ich will mich gar nicht mehr mit der Plattform auseinandersetzen.

    Punkto kopieren muss aber auch gesagt sein das man sich als UX'ler erst mal bei den grossen umsieht wie die Dinge gelöst haben. Die haben schliesslich die Ressourcen um Recherche und den ganzen Design Prozess machen zu können und da sie es selbst von anderen geklaut haben, hat die Gilde auch kein Problem damit sich dort zu bedienen.