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EufyCam 3 im Test: Kann man Eufys Top-Modell noch empfehlen?

Update: Eufy-Statement zu Sicherheitsmängeln
Eufy Eufycam 3 1 Hero
© NextPit

Hach, was hat die eufyCam 3 im Test für eine Glanzleistung hingelegt! Mit 4K-Video, zahlreichen smarten Features und einer Nutzung ohne Cloud hätte es die Sicherheitslösung sicher an die Spitze unserer Liste der besten Überwachungskameras geschafft. Im Testzeitraum wurden dann aber diverse Sicherheitsmängel bei der Eufy Sicherheitskamera bekannt. Lohnt sich der Kauf trotzdem?

Bewertung

Pro

  • Sehr gute Bildqualität
  • Viele smarte Features (angeblich) ohne Cloud
  • Gute Akkulaufzeit

Contra

  • Offenbar gravierende Sicherheitsmängel
  • Sichtfeld ein wenig zu eng
  • Nicht Homekit-kompatibel

Kurzfazit & Kaufen

Noch vor wenigen Wochen hätte ich der eufyCam 3 eine wahre Top-Bewertung spendiert. Denn sowohl die Hardware des Bundles bestehend aus zwei S330-Sicherheitskameras und der Home-Base – als auch die Software der Sicherheitslösung sind auf dem Papier und im Alltag sehr gut. Dabei überzeugen sowohl das 4K-Videobild, die smarten Funktionen als auch das Versprechen, dass alle Daten auf Wunsch verschlüsselt zwischen Home-Base und Smartphone übertragen werden.

Doch genau bei diesem Versprechen scheint Eufy unehrlich gewesen zu sein. So wurden kurz vor Veröffentlichung dieses Tests im Dezember 2022 klar, dass Eufy ohne Zustimmung von Nutzern, Thumbnails des Live-Kamerabilds auf AWS-Servern speichert. Darüber hinaus ließen sich Video-Feeds über Drittanbieter-Software wie den VLC-Player abrufen. Eufy reagierte zwar auf die Problematik, erklärt sich aber insgesamt ein wenig unzureichend.

Ob die Video-Streams der eufyCam 3 Ende-zu-Ende verschlüsselt sind, bleibt dabei offen. Dass müsst Ihr beim Kauf mitbedenken und das ist auch der Grund, warum wir von einer 4,5-Sterne-Bewertung im Dezember 2022 absehen. Ärgerlich, da die Hardware und auch der Funktionsumfang von Eufys Sicherheitslösung im Alltag wirklich überzeugten.

 

Design & Einrichtung

Die S330-Sicherheitskameras von Eufy sehen in etwa so aus, wie man Überwachungskameras in einem Comic darstellen würde. Neben der Kameraeinheit an der Vorderseite fällt dabei vor allem ein Solarpaneel auf der Oberseite auf. Die Basis, über die Ihr die Kameras (2 pro VE) in Betrieb nehmen könnt, mutet dabei wie ein schlichter WLAN-Router an. Ein Trugschuss, wie sich herausstellt.

Eufycam 3 Kamera
Die Kamera hat ein recht enges Sichtfeld. / © NextPit

Gefällt:

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Super-einfache Installation & Montage

Gefällt nicht:

  • Home-Base muss kabelgebunden installiert werden
  • Großer Abstand zwischen Linse und Drehgelenk

Das Unboxing und die Einrichtung der eufyCam 3 machen überraschend viel Spaß! Alles ist gut beschriftet, wirkt hochwertig gefertigt und lässt sich auch ohne Anleitung richtig zusammenbasteln. Bei der Installation solltet Ihr zuallererst die Basis über das mitgelieferte Ethernet-Kabel mit Eurem Router verbinden. Denn Eufy vertraut für die Speicherung des 4K-Videomaterials – und für mehr Sicherheit – auf eine kabelgebundene Installation. Habt Ihr Euren WLAN-Router kompliziert verbaut, empfehle ich Euch ein längeres Ethernet-Kabel gleich mit zu bestellen.

Läuft die Home-Base und deutet eine blaue LED-Lampe auf eine Internetverbindung hin, könnt Ihr sie über die Eufy-App einrichten. Hier müsst Ihr erstmal nur einen Namen vergeben und könnt anschließend mit der Installation der Kameras fortfahren. Rund einen Meter von der Home-Base entfernt startet Ihr die Installation in der App, tippt dann auf einen Knopf an der Kamera und schon ertönt ein ohrenbetäubender Lärm. Denn initial finden sich die Eufy-Geräte über ein schrilles Audiosignal. War alles erfolgreich, gebt Ihr in der App an, wo die Kamera installiert ist, und das war's!

Home-Base der eufyCam 3
Die Home-Base passt sich gut in sonstigen Technikkrams ein! / © NextPit

Für meinen Test habe ich eine der Sicherheitskameras in meiner Küche an die Wand geschraubt. Ein Set aus drei Schrauben und drei Dübel ist pro Kamera im Lieferumfang enthalten – ein Dübel-Schrauben-Paar bleibt dabei über. Die Installation dauerte ungefähr drei Minuten, anschließend hing die Kamera sehr sicher an der Wand. Viel einfacher macht es eventuell nur Google mit der magnetischen Installation der Nest Cam mit Akku!

Am Design und der Installation der Kameras gibt es insgesamt kaum etwas auszusetzen. Anmerken sollte ich allerdings, dass es sich beim eufyCam-3-Set eigentlich um Outdoor-Kameras handelt. Denn auf der Oberseite der Kameras befinden sich Solar-Paneele und einen Ständer für Tische oder Regale gibt's auch nicht. Da ich im Mehrfamilienhaus aber vermeiden will, dass meine Nachbarn sich beobachtet fühlen, habe ich die Kameras innen eingesetzt.

Dabei fiel mir auf, dass der Abstand zwischen Wandhalterung und Objektiv recht groß ist. Was beim Blick auf den Garten sicher kein Problem ist, könnte bei kleineren Terrassen schon schwierig werden. Denn das Sichtfeld fängt somit einige Zentimeter entfernt von der Wand an und Ihr verliert etwa Eingänge oder Treppenaufgänge aus dem Blick.

App & smarte Funktionen

Steuerzentrale für die eufyCam 3 ist die Eufy-App, die es kostenlos für iOS und Android gibt. Der Clou bei Eufys Sicherheitslösung ist allerdings, dass Ihr für die Nutzung kein Abonnement benötigt. Somit amortisiert sich die Anschaffung des recht teuren Sicherheits-Sets im Vergleich zu anderen Lösungen auf dem Markt nach einiger Zeit. Der Umfang der gebotenen Features ist dabei gewaltig.

Gefällt:

  • Keine Folgekosten durch Abonnements
  • Leistungsstarke KI-Erkennung
  • Kompatibel zu Alexa und Google Assistant

Gefällt nicht:

  • Nicht HomeKit-kompatibel

Hinweis: Eufy aufgrund von Sicherheitsmängeln in der Kritik

Bevor ich Euch in diesem Test über meine (sehr positiven) Erfahrungen mit den Features der eufyCam 3 berichte, muss ich die Sicherheitsprobleme bei Eufy anführen, die im November 2022 publik wurden. Der Hersteller hat einige Tage nach Veröffentlichung unseres Testberichts auf die Problematik reagiert. Dementsprechend haben wir unseren Text am 7. Dezember noch einmal aktualisiert.

Auslöser der Kritik waren Untersuchungen des IT-Security Consultant Paul Moore. Dieser entdeckte, dass Eufy Vorschaubilder vom Live-Kamerafeed ohne Zustimmung von Nutzern über die Amazon-Cloud AWS schickte. Eufy gab diesbezüglich gegenüber NextPit zu, dass der Hersteller das kurzzeitige Speichern von Thumbnails besser hätte kommunizieren sollen. Gleichzeitig betont man, dass es immer möglich war, eine Nutzung ohne Cloud über das Deaktivieren der Vorschaubilder zu garantieren.

Gleichzeitig würden Thumbnails bei Benachrichtigungen mit Vorschaubild nur kurzzeitig auf Amazons Cloud gespeichert und anschließend automatisch wieder entfernt. Dies alles geschehe “in vollem Umfang [nach] den geltenden Standards der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), einschließlich der Zertifizierungen ISO 27701/27001 und ETSI 303645”. Auch die Vorgaben für Push-Benachrichtigungen in den Betriebssystemen iOS und Android halte man dabei ein.

Es wirkt ein wenig so, als wäre man davon ausgegangen, dass Nutzer wüssten, dass Vorschaubilder vorübergehend in die Cloud gehen. Zumindest entsteht dieser Eindruck bei dem Hinweis, dass man die Funktion ja schon immer deaktivieren könne. Dass Eufy künftig besser darauf hinweisen will, ist jedoch positiv. Gleichzeitig versichert der Hersteller, dass alle weiteren Prozesse, darunter auch die KI-Verarbeitung, offline und ohne Cloud geschehe.

Das in meinen Augen kritischere Problem, dass Moore und die Kollegen von The Verge über den VLC-Player auf unverschlüsselte Video-Streams zugreifen konnten, kommentiert Eufy nicht direkt. Das Unternehmen betont, dass man “glaubwürdige Sicherheitslücken” insofern löse, dass die “notwendigen Maßnahmen” für ihre Schließung getroffen würden.

Auf Rückfrage, ob es sich in den Augen Eufys bei den angesprochenen Problemen um “glaubwürdige Sicherheitslücken” handele, wolle man sich nicht weiter äußern. Somit gilt weiterhin, dass Eufy bestreitet, dass Zugriffe über Drittanbieter-Software wie VLC möglich sind.

Da diese Sicherheitslücke allerdings von mehreren Instanzen ausgenutzt wurde, ist ein Abstreiten ein wenig unstimmig. Eufys Sicherheit bleibt Stand 7. Dezember 2022 fragwürdig – dementsprechend ist die eufyCam 3 noch immer nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Smarte Features im Alltag

Smarte Sicherheitskameras tauschen die 24-Stunden-Aufzeichnung, die Kommissare in Filmen meist an Tatorten einfordern, gegen KI-Erkennung und Bewegungsmelder ein. Eufy differenziert dabei zwischen Menschen, einzelnen Personen, Fahrzeugen und Haustieren. Das Erkennen von Personen basiert dabei ursprünglich auf einem Foto von Eurer Smartphone-Kamera oder dem Fotospeicher. Anschließend lernt Eufys "BionicMind AI" immer dann dazu, wenn die entsprechende Person ins Bild läuft. Maximal könnt Ihr 50 Gesichter speichern.

Ein weiterer Vorteil von Eufys Erkennungssystem ist, dass es ohne zusätzliches Abonnement funktioniert. Hier müsst Ihr bei vielen anderen Herstellern – darunter TP-Link und Google – jeden Monat zahlen. Die recht hohen Anschaffungskosten der eufyCam 3 amortisieren sich dementsprechend bei längerer Nutzung. Und obwohl Eufy auf ein Abo verzichtet, finden sich Funktionen, die ich bei anderen Sicherheitskameras vermisse.

Drei Screenshots der Eufy-App
Die Eufy-App bietet zahlreiche Funktionen und ist logisch aufgebaut. / © NextPit

Darunter die Möglichkeit, das Sicherheitssystem intelligent an- und auszuschalten. Im Testzeitraum habe ich immer eine Benachrichtigung erhalten, wenn ich in meine Küche oder in mein Wohnzimmer gegangen bin. Um das zu vermeiden, kann ich in der Eufy-App Zeiträume zur Deaktivierung der Kameras festlegen. Alternativ kann sich die eufyCam 3 selbst scharf stellen, wenn Ihr das Haus verlasst. Wahlweise anhand Eures Standorts oder über eine Erkennung, die offenbar anhand der Einwahl in das WLAN-Netzwerk funktioniert. Neben vorgefertigten Sicherheits-Modi könnt Ihr eigene Setups konfigurieren und diese per Fingertipp aktivieren.

Neben den Sicherheitsmodi, die verschiedene Funktionen der Home-Base und der Sicherheitskameras betreffen, könnt Ihr die eufyCam 3 auch als Trigger für die Smart-Home-Automation nutzen. Beispielsweise schaltet sich so eine smarte Lampe von Eufy an, wenn in der Küche eine Bewegung erkannt wird.

Neben der Integration in das eigene Eufy-Ökosystem könnt Ihr die eufyCam 3 laut Eufy-App auch mit Amazon Alexa, Google Assistant und Apples HomeKit verbinden. Während Ihr die Verknüpfung zu Alexa und den Assistant in der App auswählen könnt, verweist Euch die Verknüpfung zu HomeKit lediglich auf eine Support-Seite. Das ist etwas irreführend, denn die eufyCam 3 wird offiziell nicht mehr als HomeKit-kompatibel gelistet.

Bildqualität & Audio

Eine weitere Besonderheit der eufyCam 3: Ihr profitiert von einer hohen 4K-Videoauflösung bei Aufnahmen und sogar bei der Live-Ansicht. Einen Nachtsichtmodus sowie eine eingebaute Videolampe gibt es ebenfalls – 2-Wege-Audio ist auch mit an Bord. Der größte Vorteil der hohen Auflösungen: Ihr könnt digital 8-fach in das Videobild hereinzoomen.

Gefällt:

  • Sehr gute Bildqualität samt 4K-Auflösung
  • Nachtmodus und Lampe bringen Licht ins Dunkeln
  • Festplatte mit bis zu 16 Terabyte nachrüstbar
  • 2-Wege-Audio ist praktisch

Gefällt nicht:

  • Sichtfeld recht klein
  • Keine Schwenk- und Neige-Funktion

Im Zusammenhang mit seiner eufyCam 3 wirbt Hersteller Eufy konsequent mit einer 4K-Bildqualität. Fraglich ist dabei natürlich, ob diese im Alltag tatsächlich Vorteile bringt. Meiner Meinung nach liegt der größte Nutzen darin, dass Ihr in das Videobild hineinzoomen könnt. Bewegt sich also etwas in einem Busch oder hinter Eurem Auto, könnt Ihr so besser erkennen, ob Ihr den Alarm anschalten müsst.

Eufycam 3 Kamera
Die Kamera hat ein recht enges Sichtfeld. / © NextPit

Unabhängig von der Auflösung ist die Bildqualität der eufyCam 3 sehr gut. Das Videomaterial ist zu jedem Zeitpunkt perfekt belichtet, lässt Euch dank hohem Dynamikumfang sowohl helle als auch dunkle Bildbereiche erkennen und die Latenz ist dank der direkten Übertragung zur Home-Base ebenfalls gering. Lediglich das Sichtfeld ist im Vergleich zu anderen Kameras relativ klein.

In meiner Küche habe ich eine Kamera über der Tür angebracht – so würde es man etwa auch an Hauseingängen oder über Garagen tun. Dabei fehlt knapp ein Meter des Raumes zwischen Tür und Sichtfeld. Ich müsste die Kamera also nach unten neigen, verlöre dann aber schon die Sicht auf mein Fenster. Übertragen auf den Außenbereich müsstet Ihr eventuell entscheiden, ob Ihr den Bereich vor Eurer Tür oder etwa das Eingangstor sehen wollt. Beides sicherheitsrelevante Bereiche, die man mit einer Überwachungskamera eigentlich gleichzeitig sehen möchte.

Videoqualität Eufy eufyCam 3
Die Videoqualität der eufyCam 3 ist wirklich klasse. / © NextPit

Was der eufyCam 3 ebenfalls fehlt ist eine Funktion zum Schwenken und Neigen. Hier überzeugte die TP-Link Tapo C210 im Test mehr, allerdings ist sie ausschließlich für Innenräume konzipiert. Seid Ihr von der eufyCam 3 bisher überzeugt, könnt Ihr für diese Funktion zur Floodlight Cam 2 Pro mit 360-Grad-Kamera* greifen.

Ein weiterer Vorteil der eufyCam 3 sind die zwei verschiedenen Nachtsichtmodi. So könnt Ihr einerseits eine integrierte Videolampe aktivieren und so etwa auch Einbrecher abschrecken. Oder Ihr nutzt die Infrarot-Nachtsicht, die Euch ohne Farben im dunkeln sehen lässt. Wie groß die Reichweite der integrierten Infrarotlampen ist, verrät Eufy nicht. Im Test konnten sie sechs Meter entfernte Wände aber mühelos ausleuchten.

Ebenfalls gut schneidet die S330-Sicherheitskamera bei der Audioqualität ab. Dank 2-Wege-Audio könnt Ihr live über Euer Smartphone in den gewünschten Raum lauschen und per Knopfdruck Sprachdurchsagen machen. So könnt Ihr Postboten beispielsweise von der Arbeit aus durchgeben, dass sie Pakete einfach unter die Fußmatte legen können.

Eufycam 3 Home-Base Anschlüsse.
Die Home-Base wird kabelgebunden an Euren Router geklemmt. / © NextPit

Eufy geht zudem intelligent mit Alarmsignalen um. Denn in der App könnt Ihr festlegen, dass Eufys Sicherheitskameras bei Bewegungen ein Alarmsignal ausgeben. Alternativ könnt Ihr diese Funktion aber auch über die Home-Base nutzen. Das ist praktisch, wollt Ihr nicht jeden Besuch beim Herantreten an Eure Haustür abschrecken.

Akku und Stromversorgung

Während die HomeBase mit einer festen Stromversorgung funktioniert, arbeiten die Sicherheitskameras im eufyCam-3-Paket kabellos. Dank 13.000 mAh großen Akkus und Solarpaneelen soll eine Laufzeit von mindestens einem Jahr garantiert sein. Bei richtiger Installation in sonnigen Regionen können die Kameras aber auch vollkommen autark arbeiten.

Gefällt:

  • Sorglos-Laufzeiten der Kameras
  • Kameras laden sich dank Solar selbst auf

Gefällt nicht:

  • -

Obwohl Ihr die Sicherheitskameras von Eufy wahrscheinlich fest an einem Ort installieren werdet, arbeiten sie im Akkubetrieb. Das bringt Euch zwar mehr Flexibilität bei der Installation und Ihr müsst Euch weniger um Kabel kümmern, gleichzeitig müsst Ihr die Kameras allerdings aufladen. Und genau hier hat sich Eufy etwas einfallen lassen: Der Hersteller bringt Solar-Paneele auf der Oberseite der Kameras an.

Solarpaneele Eufycam 3 von Eufy.
Dank Solarladung erreichen die Sicherheitskameras theoretisch eine unendliche Laufzeit. / © NextPit

Theoretisch laden diese Paneele an einem sonnigen Tag so viel Energie auf, wie sie an selbigem verbrauchen. In der Praxis werdet Ihr diesen Vorteil im trüben Deutschland wohl weniger ausreizen können. Bei der richtigen Installation in einem Bereich, der viel Sonne sammelt, könnt Ihr die Laufzeit aber dennoch erweitern. Ein Vorteil also gegenüber anderen Modellen.

Dank einem 13.000-mAh-Akku soll die Laufzeit laut Herstellerangaben bei etwa einem Jahr liegen. Das ist nicht untypisch für Sicherheitskameras, hängt allerdings von der Anzahl der Ereignisse und weiteren Faktoren ab. In meinen Testtagen konnte ich keinen signifikanten Abfall des Akkustands feststellen, ein Jahr lang habe ich die Kameras leider nicht testen können.

Abseits der Solar-Aufladung findet Ihr an der Rückseite der Kameras einen USB-C-Anschluss für die Aufladung. Da Eufy diesen mit einer wasserdichten Gummiklappe versieht, solltet Ihr die Kameras draußen ohne Stromversorgung betreiben. Bedeutet: abschrauben, aufladen und wieder anbringen.

Fazit

Nach einigen Tagen im Test hinterlässt die Hardware der eufyCam 3 einen sehr positiven Eindruck. Dabei lässt sich das Paket aus Home-Base und zwei Sicherheitskameras durchaus als Premium-Sicherheitslösung für das Eigenheim betrachten. Die hohen Anschaffungskosten sind aufgrund der 4K-Videostreams, der Zuverlässigkeit der KI-Erkennung sowie Vorteilen wie der Offline-Speicherung von Videos, der Erweiterbarkeit des Sicherheits-Setups sowie der Funktionsvielfalt in der Theorie gerechtfertigt. Auch die Akkulaufzeiten, die dank Solapaneelen theoretisch unendlich sind, ist ein Vorteil gegenüber anderen Systemen.

Netzteil Eufycam 3
Das mitgelieferte Netzteil kommt mit überraschend langem Kabel! / © NextPit

Allerdings muss ich im Dezember 2022 auf ein Paar Dinge vor dem Kauf hinweisen. Denn während des Testzeitraums wurde eine Sicherheitslücke bekannt, die auch die eufyCam 3 betrifft. Bei dieser wurden nicht nur Thumbnails unverschlüsselt und ohne Zustimmung des Nutzers auf Cloud-Servern gespeichert. Es war auch möglich, mit wenig Aufwand über Videoplayer wie VLC auf einen Live-Kamerafeed zuzugreifen. Die Hürden, die beispielsweise das Magazin The Verge dafür umgehen musste, waren für eine Sicherheitslösung viel zu gering.

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Eufy reagierte auf die Kritik und versichert, dass Vorschaubilder nur kurz auf dem Cloud-Speicher gespeichert würden. Zukünftig wolle man dies besser kommunizieren. Die Zugriffsmöglichkeit über den VLC-Player kommentierte das Unternehmen auf Nachfrage nicht gezielt – Nutzer müssen hier also weiterhin mit einer Unsicherheit leben.

Dass ein Sicherheitsunternehmen nicht direkt auf Sicherheitsmängel reagiert, ist in meinen Augen ein Tabu. Denn schließlich wirbt das Unternehmen damit, dass die Lösung ohne Cloud-Anbindung besonders sicher sei und Video-Streams Ende-zu-Ende verschlüsselt seien. Dass hier nicht offen aufgeklärt wird und dass Käufer die eigentlich sehr gute Sicherheitslösung mit einem flauen Gefühl installieren, finde ich nicht sehr kundenfreundlich. Obwohl die eufyCam eigentlich 4,5 Sterne verdienen würde, kann ich daher nur 3,5 Sterne vergeben. Denn uneingeschränkt ist die Sicherheitslösung noch immer nicht zu empfehlen.

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Benjamin Lucks

Benjamin Lucks

Ben arbeitet seit 2018 im Tech-Journalismus, war mitten in der Corona-Krise Freiberufler und ist seit November '20 in Vollzeit bei NextPit. Seitdem versucht er in Reviews und Texten stets die Mitte zwischen fachlicher Kompetenz, Humor und frischen Perspektiven zu finden.

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