Gewinner und Verlierer der Woche: Ein Geburtstag und die Lücke im System

Gewinner und Verlierer der Woche: Ein Geburtstag und die Lücke im System

Mir wird die Ehre zuteil, Euch auch in dieser Woche meine Gewinner und Verlierer zu präsentieren. Ich habe mich bei den Mädels und Jungs umgehört, da die Entscheidung einmal mehr eine Herausforderung war. Es gab zahlreiche Vorschläge aus denen ich meine Kandidaten ausgewählt habe. Das sind meine Gewinner und Verlierer der Woche. 

Da es in der vergangenen Woche ein wenig Empörung gab, als ich Apple als Verlierer betitelt habe (und das auf einem Portal mit “Android” im Namen!), möchte ich vorab klarstellen, dass es sich um Momentaufnahmen handelt. Die Verlierer sollen hier nicht als “Loser” dargestellt werden, sondern hatten einfach das Nachsehen, mussten Verluste erleiden oder sind schlichtweg negativ aufgefallen. Da kommen wir auch schon zu einem potenziellen Verlierer der Woche – leider. Denn das Motorola Razr (2019) zauberte einen Hoffnungsschimmer an den Horizont der Foldable-Welt. Die ersten Geräte wurden in den USA nun ausgeliefert und sorgen für geteilte Meinungen

Wir haben dank Razr-Teardown Einblicke ins Innere des Flip-Phones erhalten, und mussten feststellen, dass es wohl nur schwierig (oder teuer) repariert werden kann. Ihr habt bereits darüber diskutiert, ob ein Smartphone im Jahr 2020 überhaupt reparabel sein muss, und seid zu dem Schluss gekommen, dass ein 1.500-Euro-Gerät viele Jahre in einwandfreiem Zustand sein sollte, damit sich der Kauf lohnt. Diese Langlebigkeit wurde in dieser Woche durch die ersten Tweets und Videos widerlegt. Das Motorola Razr quietscht wie Omas altes Hüftgelenk und die in den Stores ausgestellten Smartphones wurden durch das Zusammenfalten von neugierigen Kunden bereits extrem in Mitleidenschaft gezogen. Das Display sitzt zudem bei einigen Geräten überhaupt nicht im Rahmen, sondern lässt sich anheben. Wie dem auch sei: Ich werde an dieser Stelle nicht weiter auf die (aktuelle!) Sinnlosigkeit von faltbaren Smartphones eingehen, meine Meinung zum überteuerten Falt-Schrott kennt Ihr wohl bereits. Lassen wir Motorola mit seinem Faltproblem in Frieden. Auch das Aus von BlackBerry möchte ich an dieser Stelle erwähnen. Hier verliert nicht nur  BlackBerry, sondern wir alle verlieren das Tastenhandy. Da die Kult-Marke schon am Boden liegt, will ich nicht mit dem Titel “Verlierer der Woche” nachtreten. 

Verlierer der Woche: Samsung, das wird langsam lächerlich

"Langsam" ist eigentlich untertrieben. Es ist seit Jahren immer das gleiche Spiel: Lange vor der offiziellen Präsentation der neuen Galaxy-S-Reihe sind sämtliche Informationen, ganze Datenblätter, Pressebilder, alle Gehäuse-Farben, Größen, Stecker, Kameras und das Zubehör bereits geleakt. Das macht absolut keinen Spaß und ernst nehmen kann man Samsung mittlerweile auch nicht mehr, denn die Sache mit den Leaks ist bei den Südkoreanern wohl auch ein hausgemachtes Problem. Nicht zum ersten Mal wurde auf Samsungs Webseite “aus Versehen” das neue Top-Modell online gestellt, kürzlich das Samsung Galaxy S20. Und dass man nicht mal mehr die neuen Schutz-Cases unter Verschluss halten kann, zeigt deutlich, dass Samsung nicht nur einen Maulwurf in seinen internen oder externen Reihen beschäftigt, sondern der Acker mittlerweile komplett umgegraben ist. Dass Samsung wohl vor allem aufgrund zahlreicher Zulieferern und Produzenten den Überblick verloren hat, wer was wann wo knipst oder mitgehen lässt, ist klar. Aber die Tatsache, dass man selbst immer wieder solche Fehler begeht, und die Lücke im System nicht geschlossen wird, macht Samsung in dieser Woche für mich zum Verlierer. 

Gewinner der Woche: Nein, nicht schon wieder Tesla

Obwohl der E-Auto-Hersteller es durchaus verdient hätte, zum zweiten Mal in Folge der Gewinner der Woche zu werden – das Unternehmen ist nun sogar mehr wert als BMW und VW zusammen – wollen wir den Ehrentag von einer nicht mehr aus unserem Leben wegzudenkenden Anwendung feiern. Google Maps wird 15 Jahre alt. Das schockiert mich, denn das heißt, dass auch ich langsam (schnell!) alt werde. Vor 15 Jahren war ich 15 Jahre alt. Das heißt, dass Apple mitten in der Entwicklung des ersten iPhones gesteckt haben muss; dass sich niemand vorstellen konnte, BlackBerry einmal zu Grabe zu tragen, und ich anfing, für sämtliche Familienmitglieder Navigations-Anweisungen aus diesem Google Maps herunterzuladen und auszudrucken. Was für eine Zeit! Ja, Kinder: Wir haben Google Maps am Computer im Browser geöffnet, Start und Ziel von Hand eingegeben und die Navigations-Angaben dann Papier für Papier ausgedruckt. App? Gab es nicht. Und die Navi-Geräte, die man sich in die Front-Scheibe klemmen kann, waren damals noch nicht so erschwinglich.

Ich erinnere mich als sei es gestern gewesen, und letztens habe ich in irgendeinem Karton im Keller noch so einen ausgedruckten Google-Maps-Packen gefunden und mich darüber amüsiert. Und heute, nur 15 Jahre später, ist Google Maps aus unserem Leben beinahe nicht mehr wegzudenken. Wie hat sich der Navi-Dienst von Google entwickelt? Heute können wir mit dem Smartphone durch fremde Städte spazieren und gelangen immer ans Ziel, finden immer ein gutes Restaurant und sehen Öffnungszeiten oder die Uhrzeit mit dem höchsten Andrang. Ist das gut? Jein – denn der Kontakt mit Menschen ging im Laufe der Zeit immer weiter verloren, da man niemandem mehr nach dem Weg fragen muss. Heute ist Google Maps auf dem Smartphone sogar so weit, dass wir mithilfe von Künstlicher Intelligenz und der Smartphone-Kamera Live-Anweisungen in unsere Umgebung projizieren können. Magic!

Google Maps 2020
15 Jahre Google Maps: So sieht das neue Logo anlässlich des Jubiläums aus. / © Screenshot / AndroidPIT

 

Vom Papier-Ausdruck zur KI-Navigation

Wir kommen nicht mehr nur von A nach B dank Google Maps auf einem Display; wir umfahren Staus, finden die nächstgelegene oder günstigste Tankstelle und können am Zielort einspeichern, wo wir unser Auto geparkt haben. Die Kehrseite von Google Maps ist allerdings, dass wir uns zu hundert Prozent auf ein Programm verlassen, statt die Umgebung selbst wahrzunehmen. Mir geht es zumindest so! Ich habe meinen Führerschein erst mit Anfang 20 gemacht und kenne es nicht anders als überall mit Google Maps hinzufahren. Straßenschilder oder Autobahnabfahrten merke ich mir nie und sehr liebe Menschen sagen mir oft, dass mein Orientierungssinn dem eines Blumenkohls gleiche. Und so müsste ich im Falle eines weltweiten Internet- und GPS-Ausfalls wohl erst lernen, wie man früher Karten im Straßenverkehr genutzt hat. Anhalten – gucken und alles genau merken – weiterfahren – Ausfahrt verpassen – aufregen – wieder anhalten – Stau – aufregen. So vielleicht? Google Maps bringt einen echten Mehrwert in mein Leben, deshalb möchte ich sagen: Happy Birthday, Google Maps, du bist mein Gewinner der Woche. 

Wer sind Eure Gewinner und Verlierer der Woche? Lasst uns in den Kommentaren diskutieren.  

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9 Kommentare

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  •   77
    Gelöschter Account vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Zu dem RazR als Verlierer gehören dann auch das Fold und MateX.

    Gelöschter Account


  • @ Julia, “Orientierungssinn eines Blumenkohls“ 😂😂😂
    Danke für den Lacher!

    trixi


  •   77
    Gelöschter Account vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Gewinner und Verlierer: bei wem pustet der Sturm an meisten und bei wem nicht? 🥺🌪️🍃


  • Was ist denn schlimm daran wenn man jetzt schon die Daten und Bilder des S20 kennt . Wir sind ja nicht mehr im Kindergarten .


  •   75
    Gelöschter Account vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Wieso sollte Samsung ein Verlierer sein weil sie Vorabinfos abgeben? Für mich ist Samsung deshalb sogar der Gewinner der Woche. Wir sind ja keine kleinen Kinder mehr die die auf gute oder schlechte Nachrichten bezüglich eines neuen Smartphones am Tag der Präsentation warten. Leaks gibt's ja schon lange und um bei Samsung zu bleiben waren die schlechten Leaks früher richtig nervig. Von utopischen Designs bis hin zur Phantasie Ausstattung. Ich weiß noch wie es beim galaxy s3 damals in Leaks geheißen hat das Samsung einen echten Metallrahmen verbauen wird. Als es dann wieder nur lackiertes Plastik war war die Enttäuschung groß. Außerdem können gute Leaks ja auch für positive Überraschung sorgen. Nur eben viel früher als das Gerät selber erscheint.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    "Da es in der vergangenen Woche ein wenig Empörung gab, als ich Apple als Verlierer betitelt habe (und das auf einem Portal mit “Android” im Namen!),...."

    Da hat wohl der ein oder andere immer noch nicht mitbekommen (oder verstanden?), dass es hier mittlerweile nicht ausschließlich um Android geht, auch wenn's noch www.androidpit.de heißt.


    • Das dachte ich mir auch, aber inzwischen bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Es hieß ja mal, die Ausrichtung solle weg von reinen Androidthemen gehen und man wolle auch über andere Technikbereiche berichten, wie zum Beispiel KI, Mobilität und insbesondere Elektromobilität, Streaming, aber auch Randbereiche wie ethische Themen. Dazu sollte auch ein neuer Name gefunden werden. Inzwischen habe ich aber eher den Eindruck, man möchte lieber wieder in der Androidblase bleiben, zumindest was 90 % der Themen betrifft. Ich hoffe sehr, dass ich mich da täusche und man sein Spektrum immer noch erweitern möchte, denn reine Androidthemen interessieren mich leider immer weniger.

      Gelöschter AccountAndy TwistGelöschter AccountTimC. F.


    •   31
      Gelöschter Account vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      @ C.F.: Ja das stimmt durchaus und ist auch gut so.

      Aber vielleicht hätte im Zuge des Insolventsverfahrens auch gleich der Rufname und nicht nur der Firmenname geändert werden sollen. Eine derart günstige Gelegenheit gibt es so schnell nicht wieder. Die Änderung des Logos in dieses "A" kam auch zu einem eher merkwürdigen Zeitpunkt.

      @ fabien: Warum heißt das hier nicht auch next.pit oder gsm.pit oder mobile.pit oder.....

      Gelöschter Account


      • C. F.
        • Blogger
        vor 7 Monaten Link zum Kommentar

        Die ersten zögerlichen Anfänge mit Apple wurden ja schon gemacht. Erfreulicherweise. Themen rund um den Datenschutz lassen nach wie vor auf sich warten. Clouddienste wurden zumindest mal angerissen....na, ich hoffe noch.

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