Cloud-Speicher für Fotos im (Preis-)Vergleich

Cloud-Speicher für Fotos im (Preis-)Vergleich

Cloud-Speicher ist ein Rettungsboot für Eure Smartphone-Fotos. Außerdem bewahrt er Euch vor vollem Speicher und hilft Euch, wenn Ihr große Dateien nicht mehr per E-Mail oder Messenger versenden könnt. Wir vergleichen hier die Preise unterschiedlicher Cloud-Speicher mit Android-Apps und zeigen auch, wie Ihr Eure eigene Cloud zuhause aufbaut.

Zum Abschnitt:

Google Fotos

Google Fotos ist mehr als bloß eine Galerie-App. Die App ist auf den meisten Android-Smartphones schon vorinstalliert und es gibt sie mit gleichem Funktionsumfang auch für iPhones. Sie verknüpft Eure Fotos mit Googles Cloud-Speicher und sichert Eure Fotos und Videos dort kostenlos. So synchronisieren sich die Bilder-Galerien über all Eure Geräte hinweg; auch wenn Ihr sie eines Tages durch neue austauscht.

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Die Benutzeroberfläche von Google Fotos bereitet Freude. / © ANDROIDPIT

Ihr könnt beim Upload zwischen den Optionen Hohe Qualität und Originalgröße wählen. Erstere erlaubt unbegrenzt viele Uploads mit Fotos in bis zu 16 Megapixeln und Videos in Full HD, letztere erschöpft Euer Datenkontingent. In der kostenlosen Version bekommt Ihr 15 Gigabyte Online-Speicher. Der Speicherbedarf Eurer Google-E-Mails wird ebenfalls eingerechnet. 100 Gigabyte kosten 1,99 und zwei Terabyte 9,99 Euro pro Monat.

Google Fotos liefert vielfältige Möglichkeiten für die Mitarbeit. Ihr könnt einen Link zum Alben freigeben, so dass auch Teilnehmer außerhalb Eurer Kontaktliste Bilder hinzufügen können. Das ist besonders Praktisch nach Events und Familientreffen, um die Eindrücke einer Veranstaltung mit allen zu sammeln.

Anders als die übrigen Cloud-Uploader bietet Google Fotos einen Button Gerätespeicherplatz freigeben, der Bilder und Videos nach ihrem Upload von Eurem Smartphone löscht. Ähnlich wie Microsoft beschriftet auch Google die Bilder automatisch und bereitet sie für Suchanfragen wie zum Beispiel "Zeige mir Essensbilder von Weihnachten 2014" vor. Wir wissen leider nicht, ob die so trainierte KI ausschließlich für friedliche Zwecke genutzt wird.

Die Bedienoberfläche von Google Fotos ist erheblich aufgeräumter und intuitiver als die der übrigen Apps. Es ist die einzige Cloud-App für Fotos, deren Bedienung Spaß macht.

Google-Fotos-Alternativen

Unendlich Gratis-Speicher hat kein anderer; also: Billiger wirds nicht! Aber dennoch lohnt der Blick auf die anderen Cloud-Speicher für Eure Fotos. Die Kollegen von Teltarif haben eine umfangreiche Liste ausgearbeitet, die Preise und Server-Standorte der Cloud-Anbieter auflistet. Den größten Gratis-Speicher für beliebige Dateien gibt es demnach bei Mega.

Mega: 50 GB Cloud-Speicher gratis

Der sagenumwobene Internet-Pionier Kim Schmitz hat aus seinem neuseeländischen Exil heraus den Cloud-Speicher-Dienst Mega gegründet. Der Nachfolger des oft für Raubkopien (daher das Exil) genutzten Megaupload existiert inzwischen lang genug, um als etabliert bezeichnet zu werden. Der Dienst ist einfach zu bedienen, wirbt mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und ist vor allem spendabel beim Gratis-Cloud-Speicher.

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Mega gibt Euch 50 GByte Gratis-Speicherplatz in der Cloud. / © NextPit

Mega hat aus der Vergangenheit gelernt und das Übertragungsvolumen der Konten beschränkt; zumindest ist es besonders transparent damit. Echtes File-Hosting für umfangreiche Downloads könnt Ihr also mit diesem Cloud-Speicher offenbar nicht mehr betreiben.

Die Mega-App für Android ist so eingerichtet, dass sie den Cloud-Speicher gleich zur Einrichtung für den Upload Eurer Fotos im Hintergrund einrichtet. Mit 50 GB solltet Ihr genug kostenlosen Cloud-Speicherplatz für 25.000 Fotos oder acht Stunden Full-HD-Video haben.

Amazon Cloud Drive und Amazon Photos

Amazon bietet fünf GByte kostenlosen Online-Speicherplatz. Prime-Kunden dürfen Bilder ohne Beschränkung hochladen. Mehr Speicherplatz für alle Dateiformate bekommt Ihr nach einem gestaffelten Preismodell. 100 GByte kosten 19,99 Euro pro Jahr, 1 TByte kostet 99,99 Euro pro Jahr.

Ihr könnt Amazon Cloud Drive auch über Drittanbieter-Apps wie FolderSync nutzen und könnt somit entscheiden, welche Benutzeroberfläche Ihr verwenden wollt. Das ist für Prime-Kunden interessant, die nicht die hakelige Oberfläche der Standard-App nutzen wollen.

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Die Apps von Amazon sind schlicht und funktional, aber nicht schön zu bedienen. / © ANDROIDPIT

Für die Synchronisierung von Bildern hat Amazon eine separate App entwickelt. Amazon Photos ist ein spezieller Client, der das Hochladen Eurer Urlaubsfotos automatisiert.

Das Erstellen gemeinsamer Alben erfolgt in Amazon Cloud Drive und nicht in Amazon Photos. Wählt dazu mehrere Bilder aus und tippt auf den Share-Button. Die geteilten Ordner sind dann immer komplett öffentlich. Einzelne Bilder werden als Anhang per E-Mail versandt, was wegen der Dateigrößen oft Probleme mit sich bringt.

Die Freigabe könnt Ihr aus der App heraus nicht mehr zurücknehmen. Der App fehlt auch die Option, hochgeladene Dateien automatisch vom Smartphone zu löschen. Auf diese Art könnte man Speicherplatz freigeben. Diese nützliche Funktion bieten leider nur wenige Apps.

Dropbox

Dropbox dürfte vielen Nutzern bekannt sein, da es auf etlichen Smartphones bereits vorinstalliert ist. Mit Sonderangeboten wie einer Gratis-Erweiterung von mehreren Gigabyte machen die Dropbox-Entwickler ihr Programm bei Samsung-Kunden beliebt. Der automatische Kamera-Upload speichert Eure Fotos und Videos bei einer bestehenden WLAN-Verbindung in der Cloud.

Wenn Ihr den Dropbox-Client auf Eurem Computer installiert, werden dort die Bilder automatisch heruntergeladen. Ein mühevolles Übertragen per Kabel wird damit überflüssig. Leider wird auch hier der Speicher auf Eurem Smartphone nicht automatisch freigegeben und in der App fehlt dazu ebenfalls die Option.

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Dropbox bietet großzügige Optionen zur Zusammenarbeit. / © ANDROIDPIT

Wenn Ihr die Bilder aus dem Kameraspeicher löscht, bleiben sie in der Dropbox-Cloud bestehen. Löscht sie jedoch in Eurer Galerie-App und nicht in der Dropbox-App, sonst werden sie von allen Geräten und den Servern unwiederbringlich entfernt.

Ähnlich wie Google Fotos bietet Dropbox umfangreiche Möglichkeiten der Zusammenarbeit. So könnt Ihr mit Euren Freunden einen Link teilen, um nach gemeinsamen Feiern die Partyfotos an einem Ort zu sammeln. Das ist eleganter als das datenschutzkritische Facebook oder das von Qualitätsverlusten geplagte WhatsApp.

Dropbox Basic ist kostenlos und Ihr bekommt zwei Gigabyte kostenlosen Speicherplatz. Für jeden geworbenen Freund erhaltet Ihr weitere 500 Megabyte. Es ist also sinnvoll, vor der Anmeldung Freunde zu fragen, ob sie Euch werben wollen. Für 9,99 Euro pro Monat erhaltet Ihr 2 TByte Online-Speicherplatz.

Weitere Anbieter

Etliche weitere Anbieter uns unterschiedlichen Ländern bieten ähnliche Dienste zu vergleichbaren Preisen. Box und Microsoft bieten Speicherdienste aus den USA. Microsoft ist preiswert und integriert sich gut mit Windows-Computern.

In Deutschland macht Ionos gerade Schlagzeilen, weil es zunächst für Geschäftskunden die Google-Drive-Alternative Nextcloud als Partner ins Boot geholt hat. Ansonsten sind GMX, Strato und Telekom nennenswerte Anbieter, die Eure Daten in Deutschland behalten. Details findet Ihr in der Übersicht von Teltarif.

Cloud-Speicher verschlüsseln

Ihr wollt wirklich sensible Daten in der Cloud speichern? Oder Eure Fotos sind Euer Kapital und Ihr wollt auf keinen Fall, dass jemand anderes außer Euch sie sehen kann? Dann ist der Boxcryptor Euer Freund. Dieser Dienst ist ein Mittelsmann, der alle Dateien vor dem Upload auf die Server von Google, Dropbox, Microsoft oder anderen verschlüsselt. Natürlich lässt sich der Dienstleister diesen Service bezahlen. Aber Probieren ist kostenlos.

Cloud-Speicher zuhause auf eigenem Server einrichten

Möglicherweise liegt die Lösung viel näher als in fernen Servern in der Cloud. So könnt Ihr Euren heimischen Router zum Server umfunktionieren und Smartphone-Fotos auf Eure private Cloud hochladen. Ist es eine Fritzbox, geht es genau so einfach wie Computerbild beschreibt. Ladet danach einfach die App auf Euer Handy.

Braucht Ihr wirklich viel Speicherplatz und eine ansprechende Benutzeroberfläche, könnte sich die Anschaffung eines Netzwerkspeichers lohnen. Oder Ihr gestaltet ihn selbst und nutzt dazu alte Festplatten und einen Mini-Computer wie den Raspberry Pi. Der lässt sich dank vorgefertigter Systemabbilder (DietPi oder Nextcloud Pi) mit vertretbarem Aufwand und erträglicher Lernkurve zum Cloud-Server aufrüsten. DietPi hat auch Systemabbilder für normale (x86_64-)Computer, so dass Ihr einen kürzlich ausrangierten Windows-7-Computer/-Laptop zum Server umfunktionieren könntet. Die passenden Apps für Euer Android-Smartphone gibt es dann bei F-Droid:

Fazit und Ausblick

Den größten und günstigsten Cloud-Speicher für Eure Fotos und Videos hat Google. Amazon-Prime-Kunden findet in Amazon Drive unendlich Foto-Speicher. Insgesamt hat sich der Preis zwischen 5 und 10 Euro pro Terabyte und Monat eingependelt. Mega hat üppigen Gratis-Speicher. Datenschutz-Freunde können ihren Router mit einer alten Festplatte zum Server umrüsten. Wer sich traut, kann auch einen eigenen Server aufsetzen, dabei viel über das Internet lernen und Upcycling betreiben. Der Planet wird sich freuen.

Was ist Eure favorisierte Methode, Dateien zwischen Smartphone und Online-Speichern zu synchronisieren?

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66 Kommentare

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  • Klasse Artikel mit guten Informationen. Ich nutze bei mir nextfiles.de das aus Nextcloud basiert, da es extrem günstig ist und viel Speicher bietet.


  • Fotos kommen bei mir nur online, wenn ich die ganz konkret teilen will. Ansonsten bin ich zahlender Kunde bei Microsoft. Im Unterschied zu Google bekam ich bei der Einrichtung von OneDrive eine Info darüber, daß alle meine Daten mir und nur mir gehören. Google meldet explizit das Gegenteil.

    Allerdings handtieren sich Dateien etwas umständlich, wenn man sie herunterlädt, bearbeitet und wieder synchronisiert. Wenn man am privaten PC daheim arbeitet, ist OneDrive sehr komfortabel. Allerdings logged man sich am Arbeitsplatz oder sonstwo öffentlich ein und hakt die Dateien an, die man mit dem jeweiligen PC teilen will, kann jeder Unbefugte per Rechtsklick auf OneDrive alles andere auch zugänglich machen. Zwischendurch Abmelden geht nicht.


  • One Drive von Microsoft fehlt, integriert sich super mit dem Win-PC. Fotos und Dateien sind auf jedem Gerät abrufbar


  • Office 365.. Jedes Jahr für 49 Euro am Black Friday mit 5 Office Lizenzen plus 5 TB Cloudespeicher.


  •   75
    Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Ich nutze nur Google Drive zur Wiederherstellung bei neu neu Installation von WhatsApp. Und für Kontakte. Fotos kommen nur auf eine Festplatte. Wichtige Fotos werden doppelt abgesichert.


    • C. F.
      • Blogger
      vor 8 Monaten Link zum Kommentar

      Wiederspricht sich aber...🙄


      •   75
        Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        Warum? 🤔


      • C. F.
        • Blogger
        vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        Das was für andere eher unwichtig ist, Deine Fotos, kannst Du ruhig in einer Cloud speichern. Ein Backup eines Messenger, wo auch Chatverläufe etc. enthalten ist, würde ich auf einer Festplatte sichern.


  • Aries vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Warum fehlen die klassischen Foto-Clouds wie Flickr und 500px?


  • Google Cloud Business kostet 10€ im Monat. Dort hat man unlimitiertem Google Drive Speicherplatz und kann auch nur auf EU Servern speichern.
    (Eigentlich gibt es bei wenigern als 5 Usern eine Limitierung von 1TB/User, aber die setzt Google schon seit Jahren nicht durch.)


  •   77
    Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Zum Thema Cloud: ich hatte nach dem letzten Update von whatsapp das Problem dass ich keine Bilder und Videos mehr verschicken kann.jetzt habe ich WhatsApp deinstalliert und noch mal neu installiert und hatte aber vorher ein Backup meiner sämtlichen Chatverlaufe gemacht. Wollte die nach der Neuinstallation wieder herstellen aber WhatsApp sagt dass das Backup nicht erstellt wurde. Das zum Thema Datensicherung auf dem Online-Speicher 🙄. Ich habe das Backup per WLAN gemacht. Naja.... trotz Neuinstallation kann ich trotzdem keine Bilder versenden. Egal ob mit WLAN oder über LTE... Hat jemand eine Lösung woran das liegen könnte? Danke


    •   77
      Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

      Nachtrag: Problem gefunden. Der Nachrichtendienst WhatsApp scheint mindestens in Deutschland von einer erheblichen Störung betroffen zu sein. Es können derzeit offenbar nur reine Textnachrichten verschickt werden, der Versand von Videos, Bildern oder Audionachrichten scheint nicht möglich. Die Ursache ist noch unklar. Es sind schon über 20000 Störungsmeldungen reingekommen.


  •   42
    Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    "Unendlich Gratis-Speicher hat kein anderer; " : Falsch, allerdings nur wenn man Amazon Prime Kunde ist.Amazon bietet selbigen über Amazon Fotos auch unbegrenzten Fotospeicher.


    • Ja, und ist Amazon-Prime Gratis ? Eher nicht.


      •   42
        Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        Ist es nicht aber man zahlt hier nicht extra für den Cloud Speicher. Wie ich auch geschrieben habe - nur wenn man Prime Mitglied ist, ich bin das nicht wegen des Speichers.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Wo ist:

    - IDrive?
    - pCloud?
    - Sync?
    - Tresorit?
    ...
    ...

    Warum verwundert es mich, dass hier wieder mal nur die üblichen Anbieter empfohlen werden, angefangen von den Datenkraken Nr. 1 wie Google, und man sich nicht richtig über weitere Möglichkeiten informiert hat, um darüber zu berichten?

    Ich benutze pCloud mit 500GB für 4,99€ pro Monat jeweils für meine Frau und mich.

    Tim


  • Ich nutze Microsoft Cloud und habe google soweit es geht abgeklemmt. 1TB für 7,- €/Monat finde ich ok. Zusätzlich gibt es noch die Office Apps

    Tim


  •   77
    Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Fotos in einer Cloud speichern? Apps die deine Zustimmung wollen für Fotos.... NEIN, DANKE 💩👎. Werden wieder deinstalliert.


    • Sehe ich ebenso, warum eine Cloud nutzen und dafür auch noch zahlen? Meine Dateien schiebe ich auf eine externe Festplatte. Da guckt auch keiner rein👀

      Gelöschter Account


      •   77
        Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        Oder SD-Karte.128 GB kosten nicht die Welt. Schon auf 64 GB passen Tausende Fotos und Videos. Da kommt man billiger weg und erspart sich Datenvolumen fürs Hoch- und runterladen. Bei Prepaid kann das teuer werden und bei Verträgen gerät man schnell ans Limit das man dann auf Steinzeit-Niveau gedrosselt wird.

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