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Nach Instagram-Sperre: Russland startet schamlosen Klon Rossgram

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© NextPit

Der Angriff auf die Ukraine hat das Land international isoliert, Russland kappt auch von sich aus viele (Internet-)Leitungen in den Westen. So wurden gleich mehrere prominente Dienste gesperrt und geblockt. Die Alternativen sind offenbar teils schamlose Kopien wie Rossgram.

Russland hat vor rund einem Monat die Ukraine angegriffen und wurde deshalb mit allerhand wirtschaftlichen, technologischen und kulturellen Sanktionen belegt. Einige Dienste verbot man aber von sich aus, in der Regel waren und sind das soziale Medien, auf denen man die Wahrheit über den Krieg gegen die Ukraine erfahren kann. 

Derartige Sperren betreffen vielfach Netzwerke und Dienste, die in Russland ohnehin nicht besonders populär sind. So nutzt dort ohnehin kaum jemand Google (stattdessen: Yandex), auch Facebook spielt dort keine große Rolle (russische Alternative: VKontakte). Eine Ausnahme ist bzw. war Instagram. Das zu Meta gehörende Bilder-Netzwerk genoss auch in Russland große Popularität, das Verbot der Plattform war für viele Influencer auch eine Hiobsbotschaft.

rossgram
Na, kommt Euch das Design bekannt vor? / © Rossgram

Instagram eins zu eins abgekupfert

Seither suchen Nutzer und Influencer nach einer Alternative und diese soll bereits Anfang nächster Woche starten. Sie heißt Rossgram und nicht nur der Name erinnert an das große Vorbild. Rossgram ist – wie man schon jetzt auf der Webseite des Dienstes sehen kann – vielmehr ein regelrecht schamloser Klon von Instagram. 

Die Macher schreiben: "Rossgram ist ein neues soziales Netzwerk mit einer vertrauten und intuitiven Oberfläche, vielen Möglichkeiten und einfachen Arbeitsbedingungen." Intuitiv ist es vor allem deshalb, weil es im Prinzip eben eine 1:1-Kopie des Meta-Netzwerkes ist, selbst die Farbgebung hat man mehr oder weniger exakt kopiert. 

Rossgram wird auch mit "russischen Servern und Datenzentren" beworben, man betont überdies, dass man das Angebot ohne VPNs und sonstige Einschränkungen nutzen kann - dass das alles mit dem Krieg gegen die Ukraine zu tun hat, wird natürlich nicht mal angedeutet.

Quelle: DerStandard

Dieser Inhalt kommt von unserem Partner WinFuture und ist am 2022-03-24 unter dem Titel erschienen. Hat er euch gefallen? Dann schaut doch bei unseren lieben Kollegen von WinFuture vorbei und findet weitere großartige Inhalte wie diesen!

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  • Tenten vor 10 Monaten

    Ich denke mal, der Erfolg steht da gar nicht im Vordergrund. Man musste eine Alternative anbieten, die sich staatlich kontrollieren lässt Vermutlich wird man jetzt einige populäre Künstler und Influencer mit mehr oder weniger Druck dazu bewegen, dem Ding Leben einzuhauchen, um dann in deren Windschatten Propaganda verbreiten zu können.

14 Kommentare

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  • Radler61 vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Was sich gerade abspielt ist eine Katastrophe, die wohl noch keiner überblickt - für die Ukrainer, auch die Russen und auch für den Rest der Welt. Ich halte die völlige Isolation Russlands für grundverkehrt, denn so nabelt dieses Land sich komplett ab und keiner kann einschätzen was daraus entsteht. Ich finde, man sollte für eine Zeit nach Putin die Kanäle offen halten soweit das möglich ist und nicht einer Hysterie folgen, die im Moment das Handeln beherrscht. Wenn die ganze Welt Front gegen Russland macht, kann man nicht erwarten, dass die Nachfolger der Putin-Clique besonders offen nach Westen sein werden.
    Instagramm und eine Kopie davon sind doch unwichtig vor diesem Hintergrund. Wenn das hier verschwinden würde, würde ich das gar nicht bemerken.


  • DanielN7 vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Mir tut das Volk dort leid. Freiheit ist wohl neben Gesundheit unser höchstes Gut. Schrecklich und total unnötig was hier die letzten Wochen passiert ist. Vieles kann man nie wieder gut machen.


    • Tenten vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Erschreckend ist halt auch, wenn man wieder mal sieht, wie dünn die Decke der Zivilisation eigentlich ist. Es braucht im Grunde nur Stunden, um all das einzureißen, wofür Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gekämpft wurde.


      • DanielN7 vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Ja vor allem zeigt es sich wieder, dass im Leben das Recht des Stärkeren herrscht. Da kann man noch so schöne Regeln und Gesetze haben - wenn jemand nicht mitmachen will und die Kraft hat, dann ist vieles leider bedeutungslos ...

        Gelöschter AccountTenten


      • C. F.
        • Admin
        vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Noch erschreckender ist, dass sich Putin und Konsorten trotz aller vorherigen Warnungen zum Krieg entschieden haben. Wohlwissend, dass der ganze Wohlstand der Russen letztendlich auf westlichen Produkten, Technologien und Absatzmärkten basiert. Die Konsequenzen wurden ganz klar kommuniziert. Nach heutigen Stand gibt es kaum ein westliches Unternehmen, das noch in Russland aktiv ist. Neuster Abzug: SAP und deren Cloudservices. Wenn sich Russland jetzt noch vom Internet abnabelt - ca. 50.000 IT Spezialisten sollen ja das Land schon verlassen haben - und der Krieg faktisch verloren ist, kann sich das ehemalige Zarenreich technologisch und wirtschaftlich neben Nordkorea einreihen.


      • dieCrisa vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Bisher waren so manche "Warnungen" nichts als Worte. Zum Beispiel erinnere man sich nur an die rote Linie eines Obama, der reagieren würde (Vergeltungsschläge), wenn Assad Chemiewaffen gegen das eigene Volk einsetze. Wie wir wissen: es wurde nicht reagiert.

        Zur Besetzung der Krim gab es zwar die eine oder andere Sanktion, für Nord Stream 2 wurden (trotz aller Warnungen der USA) kurz darauf dennoch 11 Milliarden im Meer versenkt - während (nicht nur) Nord Stream 1 harte Devisen in die prall gefüllte Kriegskasse Putins spülte, für die die erwarteten Sanktionen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein bedeuten würde.

        Jahrelang hat Russland die Spaltung Europas voran getrieben (und versucht es weiterhin). Die aktuelle Einigkeit von EU und Nato war so - selbst von Optimisten - nicht absehbar. Die beschlossenen Sanktionen bewirken, dass Putin nicht an die Kriegskasse ran kann. Das war vor dem Krieg nicht zu erwarten.

        "Der ganze Wohlstand" (für längst nicht alle Russen!) basiert nicht auf "Produkten, Technologien und Absatzmärkten" des Westens - um sich das leisten zu können, muss man entsprechend Kohle (verkauft) haben. Der "Wohlstand" Russlands basiert auf dessen fossile Rohstoffe. In Zukunft wird man sich - so weit es möglich ist - andere, dankbare Abnehmer erschließen, um in Wohlstand leben zu können. Abnehmer für fossile Energien gibt es milliardenfach - China und Indien z.B.

        Russland ist alles andere als arm. Die Staatsverschuldung beträgt 17%. In D: 70%, I: 159%, F: 116%, EU: 98%... USA: 134% - diese (westlichen) Zahlen dürften in Zukunft regelmäßig größer werden (Energiepreise, Energiewende (weg von Russland), Flüchtlinge, Wiederaufbau, ... um nur die Stichworte zu nennen, die den Krieg betreffen)
        Es kommt der Tag, an dem Russland wieder in vollem Umfang über sein Vermögen verfügen kann - notfalls mit Gewalt.

        Der Krieg ist für Putin noch lange nicht verloren - schon gar nicht "faktisch" (aus einem Wunsch wird noch lange keine Realität). Wenn er durch nichts gestoppt wird, wird er an der Gewaltspirale drehen, bis sein gewünschtes Ergebnis erreicht ist.

        Zivilbevölkerung, Krankenhäuser, Schulen, gegnerische und eigene getötete, verwundete, verstümmelte Soldaten, ... - mit jedem Tag mehr wird das Kriegsziel zwangsläufig größer (das alles muss sich "gelohnt" haben) - auch uns dürfte das nicht kalt lassen. Wenn man die Propaganda gegen den Westen, gegen die EU, gegen die Nato auch nur ein wenig zur Kenntnis nimmt, ist eine Ausweitung des Krieges alles andere als ausgeschlossen. Es wäre grob fahrlässig, die Worte des Kremls wiederholt nicht ernst zu nehmen.

        Wenn es (hoffentlich nicht) so weit kommen sollte, hätte der Westen "faktisch" verloren. Dann würden wir uns wünschen, in Nordkorea zu wohnen.


      • DanielN7 vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Und was wäre deine Lösung?


      • dieCrisa vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Für Putin gibt es nur die Lösung, dass seine Forderungen voll und ganz erfüllt werden. Für den Rest der Welt, vor allem aber für die Ukraine selbst, ist dies - ganz offensichtlich - keine Lösung. Für das wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass Problem gibt es keine Lösung, die sämtliche Forderungen erfüllen kann.

        Auf keinen Fall kann es eine Lösung sein, dass der Schwächere sich dem Stärkeren unterwirft und dessen Forderungen erfüllt. Dann wäre mit der Ukraine Putins Machtstreben nicht beendet und hätte noch weitere Probleme zur Folge, für die es ebenso keine hinnehmbare Lösungen gibt.

        Eigentlich wäre eine Lösung, das geltende Völkerrecht durchzusetzen. Gewisse Staaten aber verweigern dazu ihre Zustimmung/Unterstützung. Ohne diese nötige Einigkeit aber droht der 3. Weltkrieg.

        Nach dem Ende des Ukraine-Krieges müsste man die Kriegsverbrecher hart bestrafen - damit zukünftige potenzielle Aggressoren wissen, was ihnen blühen würde, wenn sie ihre Macht-Fantasien in die Tat umsetzen wollen. Leider wird auch das nicht passieren.... Die Verweigerer könnten sich gleich mit auf die Anklagebank setzen.


  • Jörg W. vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Wird doch alles geklont oder kopiert ob Handys, Autos , Uhren .Das wird doch auch teilweise hingenommen. Da ist ja wohl klar das Putin seiner Bevölkerung was geben muß um sie bei Laune zu halten .


  • Fabien Röhlinger
    • Admin
    • Staff
    vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Irgendwie peinlich, finde ich.


    • Johanna Schmidt
      • Admin
      • Staff
      vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Ja, das ist ziemlich peinlich. Kann mir auch nicht so recht vorstellen, dass das erfolgreich werden kann, sofern sich dort nur russische Rossgramer tummeln...


      • Fabien Röhlinger
        • Admin
        • Staff
        vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Global gesehen bestimmt nicht. Aber es ist ja jetzt die einzige "Alternative" in Russland.


      • Tenten vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Ich denke mal, der Erfolg steht da gar nicht im Vordergrund. Man musste eine Alternative anbieten, die sich staatlich kontrollieren lässt Vermutlich wird man jetzt einige populäre Künstler und Influencer mit mehr oder weniger Druck dazu bewegen, dem Ding Leben einzuhauchen, um dann in deren Windschatten Propaganda verbreiten zu können.


      • Frauke N. vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Sehe ich auch so, wird ein Kontroll und Propaganda Werkzeug😳
        Und ich befürchte dass diese „Alternative“ von vielen aus Mangel an Möglichkeiten auch blauäugig genutzt wird.

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