Nubia RedMagic 5G im Test: Mit 144 Hertz im Sturm erobert

Nubia RedMagic 5G im Test: Mit 144 Hertz im Sturm erobert

Geheimtipp, Preis-Leistungs-Wunder, Flaggschiff-Killer – mir fallen zum Nubia RedMagic 5G viele Superlative ein. Dabei blieb es nach der Vorstellung des neuen Gaming-Smartphones recht ruhig um den Underdog. Zeit, das zu ändern. Im Test möchte ich Euch die Vorzüge dieses High-End-Handys mit 144-Hz-Display, Flüssigkühlung und rasanter Performance näherbringen.

Dieser Test wurde von mir als eingefleischte Apple-Userin verfasst und ich würde für kein Feature der Welt ein Android-Smartphone dauerhaft nutzen wollen. Android ist einfach nicht mein Ding, ist mir zu bunt, zu vielseitig, einfach zu viel. Ich möchte für gewöhnlich ein Gerät haben, das ab Werk gut funktioniert und mehrere Jahre neue Features und Patches in Form von Software-Updates erhält. Ich brauche kein Comic Sans als System-Schriftart oder zig Einstellungsmöglichkeiten. Entsprechend skeptisch habe ich mir unser Testgerät des Nubia RedMagic 5G eingerichtet und eigentlich nicht viel erwartet. Nachdem ich zuletzt 2018 probiert habe, auf ein Android-Gerät zu wechseln (Galaxy Note 8), war ich aber neugierig, ob mich dieses Smartphone einer Nicht-Mainstream-Marke überzeugen kann.

Bewertung

Pro

  • Fantastisches Display
  • Game Mode
  • Schlichtes Design für ein Gaming-Handy

Contra

  • Lautsprecher ungünstig platziert
  • OS schlecht übersetzt
  • Speicher nicht erweiterbar

Nubia RedMagic 5G: Preis und Verfügbarkeit

Das Nubia RedMagic 5G könnt Ihr ab dem 21. April exklusiv bei Nubia bestellen. Ihr habt zwar die Wahl aus zwei Farben, aber diese unterscheiden sich dann in den Speichergrößen:

  • Eclipse Black mit 8 GB RAM / 128 GB: 579 Euro
  • Pulse mit 12 GB RAM / 256 GB Speicher: 649 Euro

Eine rote Farbvariante namens Hot Rod Red soll im Mai erscheinen und 8 GB RAM und 128 GB Speicher bieten.

Ein vorzeigbares Gaming-Smartphone

Ich hatte in meiner Zeit als Tech-Editor schon viele Gaming-Smartphones in der Hand. Sei es von Asus oder Razer. Oftmals gefiel mir persönlich das übertriebene Gaming-Design nicht. Das gilt für Hardware- und OS-Design gleichermaßen. Die Zeiten dieser schrulligen Zocker-Handys scheinen nun endgültig vorbei zu sein und trotzdem bringt das Nubia RedMagic 5G ein paar unverkennbare Gaming-Aspekte mit, mit denen man durchaus leben kann.

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Schlicht und trotzdem auffällig: die Rückseite des Nubia RedMagic 5G / © NextPit

Die Rückseite unseres schwarzen Testgeräts besteht aus leicht gebogenem Glas, das sich in der Hand wirklich unglaublich angenehm anfühlt. Ein paar dunkelrote Akzente, das RedMagic-Symbol und ein größerer 5G-Schriftzug geben dem Handy ein sehr individuelles Design. Das Highlight befindet sich allerdings mittig. Hier glänzt der Holo-Schriftzug "RedMagic" je nach Lichteinfall in den Farben des Regenbogens. Selbst bei näherer Betrachtung des Logos fällt nicht auf, dass unter dem Schriftzug eine LED sitzt, die auf Wunsch daraus eine Benachrichtigungs-LED macht. Gleiches gilt für das RedMagic-Symbol – und das sieht fantastisch und so schön nerdy aus.

Allein für die Konfiguration der LED mit zahlreichen Benachrichtigungsmöglichkeiten und Farben habe ich eine Ewigkeit zugebracht … Moment, eigentlich mag ich es ja einfach. Nein, im Ernst – das Apple-Logo auf meinem iPhone soll gefälligst auch leuchten!

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Die charakteristische Taste zum Starten des Game Space. / © NextPit

Ich betonte schon, dass die Glasrückseite sehr anschmiegsam ist. Das Gerät ist an sich überraschend handlich für seine Größe, wobei es eher länglich massiv daherkommt. Auf der rechten Seite befinden sich die Lautstärkewippe und der Power Button, der für meinen Geschmack viel zu schnell auf Berührung reagiert. Während des Tests habe ich das Display des Öfteren aus Versehen ausgeschaltet. Über den Tasten liegt einer von zwei Lüftungsgrills. Oben und unten befinden sich hier die unauffällig eingelassenen kapazitiven Schultertasten mit 300 Hz Abtastrate. Links fällt das Dock für Zubehörteile direkt ins Auge. Hier lassen sich gesonderte Zubehörteile mit dem Smartphone verbinden. Ein Stückchen höher sitzen der zweite Lüftungsgrill und ein Schalter, der mir vom iPhone sehr bekannt vorkommt, jedoch nicht das Handy auf Lautlos stellt, sondern den exklusiven Game Space 2.0 öffnet.

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Eine 3,5-mm-Klinke ist auch an Bord. / © NextPit

Nubia RedMagic 5G: Display

Das Herzstück des Nubia RedMagic 5G ist das 6,65 Zoll große AMOLED-eSports-Display mit einer möglichen Bildwiederholrate von 144 Hz. Als Neuling auf dem Markt der Displays mit hohen Bildwiederholraten bin ich mehr als begeistert. Bereits beim Einrichten und Herunterladen diverser Apps und Dienste für den Test konnte ich nicht glauben, wie smooth ein Smartphone-Display visualisieren und wie schnell reagieren kann. Im direkten Vergleich zum OLED-Display auf meinem iPhone hat sich die Bildwiederholrate vor allem beim schnellen Scrollen als vorteilhaft herausgestellt.

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Das AMOLED-eSports-Panel: Knackig scharf und hier mit eingeschaltetem Dark Mode. / © NextPit

Text und Bild bleiben nahezu uneingeschränkt lesbar und knackig scharf. Das Lesen von Nachrichten oder Surfen in sozialen Netzwerken kommt für mich durch das Display auf ein ganz neues Level. Wirklich unglaublich. Mir fehlt der direkte Praxisvergleich zu anderen High-End-Androiden, aber für mich könnte das Display des Nubia RedMagic 5G eines der aktuell besten Displays in einem Smartphone sein.  

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Dass sich eine Glasscheibe zwischen Finger und Text befindet, ist nur zu erahnen. / © NextPit

Unter dem Displayglas findet Ihr zudem einen Fingerabdrucksensor, der mehr oder weniger zuverlässig entsperrt. Ich persönlich halte von der Technologie nicht viel, weil sie nicht ausgereift ist. Ich finde das Prinzip eines unter dem Display sitzenden Fingerabdrucksensors aber sehr praktisch – wenn es denn schnell geht. Umso schneller reagiert das Display generell auf Eingaben, die ich mit dem Finger vornehme. Hier schreibt Nubia ins Datenblatt des RedMagic 5G eine Abtastrate von 240 Hz. 

Nubia RedMagic 5G: Software

Wer das Nubia-Smartphone in englischer Sprache verwendet, wird wohl gut zurechtkommen. Sobald die Systemsprache auf Deutsch eingestellt ist, wird es … sagen wir mal, wild. Ihr bekommt angepasstes Android 10 mit Nubias RedMagic OS in der Version 3.0. Bereits der Vorgänger hat uns in dieser Hinsicht mit einigen Fragezeichen zurückgelassen und der Hersteller scheint an einer guten Übersetzung immer noch nicht gearbeitet zu haben. Die meisten Tabs in den Einstellungen bestehen nämlich aus einer sprachlichen Mischung aus Englisch und Deutsch. Hier und da gesellen sich chinesische Schriftzeichen hinzu – glücklicherweise habe ich noch keines in wichtigen Einstellungen vorgefunden. Einen herben Beigeschmack hinterlässt das aber auf alle Fälle und eine gute User Experience sieht für mich anders aus. 

Davon abgesehen bietet das angepasste Android – wie ich bereits befürchtet hatte – zahlreiche Anpassungs- und Einstellungsmöglichkeiten. Toll finde ich den systemweiten Dark Mode und die Anpassung von Gesten und Navigationstasten. Neben Standard-Einstellungen in Android 10 kommen hier zusätzliche Möglichkeiten für den verbauten Lüfter und der Regler für die Bildwiederholrate zum Einsatz. Ob Nubia an der Verbesserung der Übersetzung der Benutzeroberfläche arbeitet, konnte mir im Gespräch nicht eindeutig beantwortet werden. "Unser Team arbeitet stetig an der Weiterentwicklung des Systems" werte ich an dieser Stelle mal als Standard-PR-Aussage und schließlich als ein nein. Hoffentlich ein vorläufiges.

Nubia RedMagic 5G: Performance

Im Nubia RedMagic 5G arbeitet das aktuelle Kraftpaket von Qualcomm. Der Snapdragon 865 konnte uns in den vergangenen Wochen bereits in einigen neuen High-End-Smartphones begeistern. Der Achtkern-Prozessor samt 5G-Modem kommt auch im OnePlus 8 Pro, Oppo Find X2 Pro oder Xiaomi Mi 10 Pro zum Einsatz. Bereits die trockenen Benchmarkwerte belegen dem Nubia RedMagic eine High-End-Zugehörigkeit, wie die Tabelle unten verdeutlicht. Der große Unterschied zu Playern der Konkurrenz ist wohl der Preis. Und so mausert sich das Nubia RedMagic 5G zum Geheimtipp und nimmt den Platz von bisherigen Xiaomi-Smartphones ein, die in diesem Jahr erstmals nicht mehr als Preisleistungsmonster durchgehen.

Nubia RedMagic 5G im Benchmark-Vergleich

  Nubia RedMagic 5G OnePlus 8 Pro Galaxy S20 Ultra
3D Mark Sling Shot Extreme ES 3.1 7330 7122 6752
3D Mark Sling Shot Vulkan 6685 6613 5925
3D Mark Sling Shot ES 3.0 9417 8864 7403
Geekbench 5 (Single / Multi) 905 / 3188 887 / 3313 747 / 2690
PassMark Memory 27135 27118 n/a
PassMark Disk 37786 50083 n/a

Was sich auf dem Papier bereits abzeichnet, konnte das Nubia im Praxistest bestätigen. Ich habe den Fokus hier auf Gaming gelegt, das bietet sich dank des eigenständigen Gaming-Hubs einfach an. Gezockt habe ich über ein Wochenende Fortnite, PUBG Mobile, Realracing 3 und andere, weniger anspruchsvolle Spiele wie Animal Crossing oder Super Mario Kart. Für gewöhnlich zocke ich auf dem iPhone 11 Pro Max, wobei mir die Performance hier bereits ausgesprochen gut gefällt. Den Unterschied macht hier für mich das Display des RedMagic 5G. So rasend schnell und schön flüssig habe ich noch kein Display im Alltag erlebt. 

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Die Schultertasten sind gut zu erreichen. / © NextPit

Bereits im Test des RedMagic 3 hat uns der Umschalter an der Seite zum Aufrufen der Gaming-Oberfläche sehr gut gefallen. Hier befinden sich alle auf dem Telefon installierten Spiele. Das Game Space 2.1 des Nubia RedMagic 5G erlaubt mir zudem das schnelle Wechseln zwischen 60, 120 und 144 Hz Bildwiederholrate. Optisch ist beim Wechsel ein Unterschied erkennbar, der sich vor allem bei rasanten Rennszenen in Form von ausgefransten Animationen bemerkbar macht. In Alltagssituationen wird das beim Scrollen auf Webseiten deutlich, die plötzlich hakeln – 144 Hz verwöhnen das Auge ungemein. 

Doch nicht alle Spiele unterstützen die hohe Bildwiederholrate. Im Test habe ich mich für Realracing 3 entschieden. Weitere kompatible Spiele sind beispielsweise Dead Trigger 2 oder Vain Glory. Die Schultertasten des Redmagic 5G lassen sich ebenfalls nicht bei allen verfügbaren Games einsetzen. In den Einstellungen der Game Space erkennt man die Kompatibilität der Features am ausgegrauten (nicht kompatibel) oder klickbaren (kompatibel) Button.

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Zocken im Nubia Game Space 2.1: Hier könnt Ihr zahlreiche Einstellungen fürs Display, Lüfter und auch Turbo Booster verwalten. / © NextPit

Artefakte konnte ich beim Zocken mit dem RedMagic 5G jedoch zu keinem Zeitpunkt feststellen, stattdessen wurde mir ein ordentliches Gaming-Gefühl vermittelt. Das Erlebnis "Smartphone" rückte völlig in den Hintergrund und ein Handheld-Konsolen-Feeling stellte sich vollständig ein. Die mir von der Nintendo Switch sehr bekannten Lüftergeräusche, die aus dem oberen und unteren Schacht dringen, haben stark dazu beigetragen. Die Geräusche stören mich nicht, ganz im Gegenteil. Aber wer ohne dieses Feeling zocken möchte, kann die aktive Kühlung per Swipe im Game Space schnell ausschalten. 

Dann wird's allerdings – angefangen dicht über dem Kamera-Modul – schnell warm in den Fingern. Die Lüfter halten das Smartphone wirklich auf einer angenehmen Temperatur. Nachgemessen habe ich das nicht, Ihr müsst Euch also wohl auf mein subjektives Empfinden verlassen.

Wovon man beim Nubia RedMagic 5G gar nichts mitbekommt, ist die Liquid-Kühlung. Hier verbaut der Hersteller sein Ice-3.0-Setup. Dieses setzt sich aus dem Lüfter, mehreren Schichten Graphit, Thermogel, Kupferfolio und der Flüssigkühleinheit zusammen. Da wir das Smartphone nicht öffnen durften, ließ sich das Vorhandensein dieser Bauteile nicht belegen. Unsere geschätzten Teardown-Profis von PBKreviews haben das für uns erledigt:

Ein weiteres Bauteil für Zockerfeeling sind die kapazitiven Schultertasten, die sich auf der rechten Seite des Smartphones befinden. Im Landscape-Modus sind sie gut mit den Zeigefingern zu erreichen und für ausgewählte Spiele zuschaltbar. Ich könnte mir vorstellen, dass größere Hände jedoch Probleme beim Erreichen der Schultertasten haben werden. In der Praxis funktionieren sie für mich einwandfrei, denn in Kombination mit der 240-Hz-Abtastrate des Displays spürt man hier beim Zocken wirklich keinerlei Verzögerungen. Was mich jedoch schnell gestört hat, ist die ungünstige Platzierung der Lautsprecher, die durch die Zeigefinger überdeckt werden, wenn diese die Schultertasten bedienen. Darunter leidet der Sound enorm, wenn man nicht gerade mit Kopfhörern spielt. 

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Unten im Bild befindet sich der Port für weiteres Gaming-Zubehör. / © NextPit

5G-Test (noch) nicht möglich

Obwohl ich in der alten Hauptstadt Bonn sitze und das Headquarter der Telekom nur ein Katzensprung entfernt liegt, konnte ich einen 5G-Test immer noch nicht absolvieren. Das hätte sich mit dem Nubia RedMagic 5G und meinem Standort angeboten – leider teilte man uns bei der Telekom mit, dass alle Mitarbeiter momentan aus dem Home Office arbeiten und man mir keine SIM-Karte zur Verfügung stellen könne. Vielleicht also zu einem anderen Zeitpunkt in diesem Jahr. Es hätte mich sehr interessiert, wie sich 5G auf die Akkulaufzeit und Datentransfers auswirkt.

Nubia RedMagic 5G: Audio

Mich stört die Platzierung der Dual-Stereo-Lautsprecher beim Nubia RedMagic 5G. Der ansonsten satte und hochwertige Sound wird beim Zocken des Öfteren von meinen Zeigefingern verdeckt, sodass dumpfe Motorengeräusche und wichtige Shooter-Geräusche verschluckt werden. Pro-Gamer werden aber wohl ohnehin mit Kopfhörern spielen. Ansonsten gefällt mir die Audiowiedergabe des Geräts ausgesprochen gut.

Nubia wirbt mit 7.1-Surround-Sound und das hört man auch. Die Radio.de-App darf mit dieser Qualität gerne zum morgendlichen Duschen mitkommen; Stimmen in Hörbüchern oder Podcasts werden kräftig, großflächig und nicht scheppernd wiedergegeben. Wenn ich den Vergleich an dieser Stelle ziehen darf, kommen die beiden verbauten Lautsprecher aber nicht an die Audioqualität meines iPhone 11 Pro Max heran.

Nubia RedMagic 5G: Kamera

Nubia verbaut eine Triple-Kamera mit Hauptsensor von Sony. Der IMX686 löst mit 64 Megapixeln auf und wird von einem 8-Megapixel Ultra-Weitwinkelsensor und einem 2 Megapixel Makro-Objektiv flankiert. Ihr bekommt damit ein durchschnittliches Kamera-Setup für ein Smartphone, dessen Fokus auf Performance und Gaming liegt. Einen ausführlichem Kamera-Test von Stefan planen wir für das Nubia-Gerät aktuell nicht, und so durfte ich als Foto-Laie ein paar Schnappschüsse mit dem Gerät machen, was angesichts der Ausgangsbeschränkungen gar nicht so einfach war. 

AndroidPIT redmagic 5g cameras
Dreifach-Kamera heißt leider nicht dreifach-gut. / © NextPit

Auf Anhieb gefallen mir innerhalb der Kamera-App die zahlreichen Modi und Möglichkeiten, von denen ich als iOS-Nutzer nur träumen kann. Zahlreiche Spielereien sind möglich, darunter diverse Filter, Lichtmalerei, das Klonen von Objekten und – mir natürlich in bester Qualität bekannt – Portraitbilder mit Bokeh-Effekt. Hinzu kommt ein Pro-Modus, der mir allerhand manuelle Einstellungen erlaubt. Weißabgleich, ISO, Fokus und mehr lassen sich hier feinjustieren. Bei meinem iPhone 11 Pro Max benötige ich hierfür gesonderte und oftmals kostenpflichtige Zusatzsoftware. Das Nubia RedMagic 5G bietet zudem einen Nachtmodus, mit dem auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder bei Dämmerung ansehnliche Ergebnisse zustande kommen sollen.

nubia redmagic 5g ai on off zoom
Links im Bild ist der AI-Modus eingeschaltet und sorgt für unrealistische Sättigung. Der Zehnfach-Zoom (rechts) taugt eigentlich für nichts. / © NextPit

Doch selbst bei Tageslicht ist die Bildqualität des RedMagic 5G nicht besonders gut. Die Aufnahmen wirken mit den Standardeinstellungen fahl. Der selbst bei aktiviertem HDR-Modus geringe Dynamikumfang sorgt auch bei moderat kontrastreichen Aufnahmen für ausgefressene Highlights und abgesoffene Schatten. Und auch wenn der 64-Megapixel-Sensor eigentlich beste Anlagen für eine gute Detailwiedergabe hat, vermatschen feine Texturen selbst bei optimalen Lichtverhältnissen. Schade.

nubia redmagic 5g fokus magnification
Wer nicht näher hinsieht, könnte zufrieden sein. Ansonsten schwächelt das RedMagic 5G bei Schatten und Details. / © NextPit

Immerhin: Der Portraitmodus peppt die Farben ein wenig auf und liefert dann ansehnlichere Ergebnisse. Von der "AI" dagegen raten wir ab – der geistige Horizont der künstlichen Intelligenz beschränkt sich offenbar auf ein Aufdrehen der Sättigung. Einen optischen Zoom gibt's beim RedMagic 5G übrigens nicht – das digitale Pendant liefert erwartungsgemäß schlechte Ergebnisse. Selbst bei "nur" zehnfacher Vergrößerung sehen meine Balkonfotos eher nach Monet als nach dem Blumentopf meiner Nachbarin aus.

Das vom Hersteller im Datenblatt angegebene Ultra-Weitwinkelobjektiv konnte ich auch nach mehreren Anläufen nicht verwenden. Es lässt sich weder gezielt auswählen noch per Zoomgeste aktivieren. Hier warten wir noch auf ein Statement von Nubia. Zur 8-Megapixel-Frontkamera lässt sich nicht viel erzählen. Die gewöhnliche Frontknipse ermöglicht keinen Bokeh-Effekt, dafür zahlreiche Selfie-Spielereien, wie man sie von einem Android-Smartphone kennt und durchaus auch erwartet. 

Nubia RedMagic 5G: Akku

Im Vergleich zum Vorgänger kommt der Akku des Nubia RedMagic 5G mit 500 mAh weniger Akkukapazität daher. Im Gespräch mit Nubia verriet mir das Team, dass die Gründe hier beim aktuellen Snapdragon-Prozessor zu finden sind, der aufgrund des 5G-Modems mehr Platz benötige. Zudem erforderten Lüfter und Liquid-Cooling ebenfalls Platz unterm Gehäuse. Für meinen Geschmack sollte es bei einem Gaming-Smartphone mit so anspruchsvollem Display, Kühlungssystem und neuestem Prozessor aber schon ein 5.000 mAh-Akku sein.

Denn beim Zocken von aufwendigen Games wie Fortnite oder Autorennspielen verliert der Akku merklich an Saft. Leuchten zusätzlich die rückseitigen LEDs, der Lüfter und das Display mit einer Bildwiederholrate von 144 Hz, sollten bei längeren Gaming-Sessions ein Akkupack oder eine Steckdose in der Nähe sein. Erfreulich ist hier allerdings, dass das RedMagic per 55-Watt-Netzteil fix mit neuer Energie versorgt werden kann. Das Netzteil liegt jedoch nicht bei und muss separat erworben werden.

Nubia RedMagic 5G: Technische Daten

Abmessungen: 168,56 x 78 x 9,75 mm
Gewicht: 218 g
Akkukapazität: 4500 mAh
Display-Größe: 6,65 Zoll
Display-Technologie: AMOLED
Bildschirm: 2340 x 1080 Pixel (388 ppi)
Kamera vorne: 8 Megapixel
Kamera hinten: 64 Megapixel
Blitz: Dual-LED
Android-Version: 10 - Q
RAM: 12 GB
8 GB
Interner Speicher: 256 GB
128 GB
Wechselspeicher: Nicht vorhanden
Chipsatz: Qualcomm Snapdragon 865
Anzahl Kerne: 8
Max. Taktung: 2,84 GHz
Konnektivität: LTE, NFC, Bluetooth 5.0

Abschließendes Urteil

Mit dem Redmagic 5G ist dem Team von Nubia ein sehr spannendes, leistungsstarkes Gerät gelungen, das doch mit ein paar Kinderkrankheiten daherkommt. Die RedMagic-OS-Oberfläche gefällt mir aufgrund der schlechten Übersetzung ins Deutsche nicht. Ich kenne aber viele Menschen, die ihr Handy ohnehin immer in englischer Sprache nutzen – dann sehe ich keine Probleme. 

Das Smartphone hat sich im Laufe des Tests überwiegend als ansehnlicher Allrounder bewiesen. Einzig die Kameraleistung lässt mich zweifeln, ob der angeschlagene Preis wirklich so kracherhaft ist. Denn wenn wir den Vergleich zu Xiaomis vergangenen Smartphones ziehen, die in den meisten Disziplinen den großen Konkurrenten in nichts nachstanden und deutlich günstiger waren, kann das Redmagic 5G das leider nicht von sich behaupten. Das ist Meckern auf hohem Niveau, denn ansonsten bietet das Gaming-Wunder knackige Technik. Hier sticht das AMOLED-Display hervor, das als erstes massentaugliches Panel eine Bildwiederholrate von 144 Hz bietet. Ob man das braucht, darüber lässt sich wie immer streiten. Mir kam es beim Zocken und im täglichen Gebrauch extrem edel und brauchbar vor. Ich frage mich, wie teuer so ein Display in einem iPhone wohl wäre, aber das ist ein ganz anderes Thema.

Über den Snapdragon 865 muss ich nicht mehr viel sagen. Der Chip ist leistungsstark und nimmt aufgrund des 5G-Modems ordentlich Platz ein, sodass andere Smartphone-Hersteller, wie etwa Google und LG, in diesem Jahr auf einen anderen Chip setzen wollen. Das ist verständlich – denn Nubia zeigt, dass die Akkukapazität aufgrund des Chips und diverser exklusiver Bauteile darunter leidet. Dabei fressen gerade der verbaute SoC und das eSports-Display enorm viel Strom. 

Angesichts des Preises ab 579 Euro – nur hundert Euro teurer als das iPhone SE mit LCD und 128 GB Speicher – ist das Nubia Redmagic 5G durchaus ein Geheimtipp. Ihr bekommt aktuellstes Android 10, High-End-Bauteile und eine ausgeklügelte Gaming-Oberfläche, die einfach nur Spaß macht. Punktabzug erhält das Smartphone aufgrund des nicht erweiterbaren Speichers, der Kamera-Performance, schlechter OS-Übersetzung und einem verkleinerten Akku. Trotzdem bin ich als iOS-Nutzerin schon jetzt traurig, dass ich das Gerät bald wieder zurücksetzen muss.

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Top-Kommentare der Community

  • Roberto vor 6 Monaten

    Ein Hersteller, der nichtmal einen simplen Übersetzer einstellt, der wird sich bestimmt jahrelang um Updates kümmern.

  •   36
    Gelöschter Account vor 6 Monaten

    Warum sehen alle sogenannten Gaming Smartphones so hässlich aus? Wäre mir unangenehm mit so einem Ding rumzulaufen geschweige denn zu telefonieren 😉

  •   31
    Gelöschter Account vor 6 Monaten

    Ich denke das kommt vom Begriff Alienware. Es hat sich irgendwie etabliert, dass Gaming-PCs und Accessoirs wie kantig nachgebildete Weltraum-Panzerungen aussehen müssen. Wie es zu dieser Vorstellung über das Außerirdische kommt, ist mir unklar.
    Mir gefallen diese schräg abgekanteten Designelemente auch nicht, bzw war das eher etwas für die Kinder damals in den 80ern.

    Ich bin in Bezug auf Modegeschmack (mit meinen 50 Jahren) aber sicher auch kein allgemein gültiger Maßstab.

14 Kommentare

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  • Miserabler Test.
    - 3 Schnappschüsse als Kameratest
    - Einstellungsmöglichkeiten werden kritisiert und gleichzeitig bei der Benachrichtigungsled gelobt
    - Keine näheren Infos zum Screen, Hersteller etc, Standardbildwiederholungsrate
    - dafür langes Wischi-Waschi-Geschwafel, ich als iPhone-Userin hatte zuletzt ein Galaxy Note 8 in der Hand etc. Das interessiert mich bei einem Test zu einem aktuellen Handy recht wenig.
    Noch dazu eine Redakteurin auf einer Seite, die androidpit heißt aber mit Android nicht klarkommt und demnach bei der Kamera auch nicht über Gcam sprechen kann, ist wohl deplatziert. Jetzt weiß ich nach dem Lesen des Textes nicht, ob das Handy was für mich ist oder nicht. Themenverfehlung.


  • Speicher kann man doch so einfach erweitern, das ist ein fehler das es mit diesem Telefon nicht gehen soll. google drive oder aws zum Beispiel


  • Wieviel Akku verbraucht eine Runde pub g?

    Fände ich mal ganz interessant.

    Mein s7 verbrauchte bei dem Spiel so viel Strom das es sogar am Lader leer ging. Eine Runde etwa 45% Akku 😅

    Graffik wurde bei jedem neuerem Handy immer besser, und eine Runde verbraucht nicht mehr so viel Strom.

    Habs mal via gfx Tool auf Full Hd und 120 Herz gespielt, ist schon eine andere Welt.

    Wie schlägt sich z.b ein S20 oder Iphone bei Pub g gegen das Gerät?


  • Hmm, kommt mir so vor, dass wenn ich mir ein Gaming Smartfone kaufe, ich ein sehr tolles Handy für Spiele habe, jedoch mit der Kameraqualität eher schlecht(er) wegkomme WÄHREND ich beim Kauf eines Premium Smartfones welches bis 700€ kostet eine ebenfalls überdimensionierte Grafikperformance bzw. Spielqualität habe jedoch AUCH eine Topkamera Qualität.

    Da würde ich eher zum "normalen" Smartfone greifen, wo ich in beiden Bereichen Grafik/Kamera Performance verzeichnen kann.
    Nebenbei erwähnt ist mit das Nubia auch zu groß von der Länge her.

    Danke für den Testbericht, der gut ausgeschmückt und erfrischend zu lesen war.


    • Du hast es erfasst. Verstehe den Sinn dieser „Gaming“Phones nicht, da jedes Flagschiff ein Gamingsmartphone ist. Glaube sowas zieht auf dem asiatischen Markt.


  • „ 2 Megapixel Makro-Objektiv“
    Verstehe nicht was die Hersteller mit diesen Objektiven wollen, Ausverkauf von Uralt-Sensoren?


  •   36
    Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Warum sehen alle sogenannten Gaming Smartphones so hässlich aus? Wäre mir unangenehm mit so einem Ding rumzulaufen geschweige denn zu telefonieren 😉


    •   31
      Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Ich denke das kommt vom Begriff Alienware. Es hat sich irgendwie etabliert, dass Gaming-PCs und Accessoirs wie kantig nachgebildete Weltraum-Panzerungen aussehen müssen. Wie es zu dieser Vorstellung über das Außerirdische kommt, ist mir unklar.
      Mir gefallen diese schräg abgekanteten Designelemente auch nicht, bzw war das eher etwas für die Kinder damals in den 80ern.

      Ich bin in Bezug auf Modegeschmack (mit meinen 50 Jahren) aber sicher auch kein allgemein gültiger Maßstab.


  • Fkkhj vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    An die Verfasserin des Artikels: Wieviele FPS waren denn überhaupt möglich in Fortnite und PubG? Ich meine es macht ja keinen Sinn, ein 144 HZ display zu haben, wenn Fortnite auf 30 Fps begrenzt ist?


    • Julia Froolyks
      • Admin
      • Staff
      vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Danke für den Hinweis! Die Infos zu kompatiblen Spielen hatte ich im ersten Entwurf vergessen. Habe ich entsprechend ergänzt.

      Gelöschter Account


  •   54
    Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Nubia war mir auch mal einen Versuch Wert, gute Geräte zu vernünftigen Preisen ja, aber ich weiß nicht ob der Serivice inzwischen besser ist .... Die Dame am Servicetelefon glänzte damals mir schlechtem Deutsch aber nicht mit Freundlichkeit und Kompetenz und ich hatte bei mehreren Anrufen immer die gleiche Stimme dran. Ich habe es dann zurückgeben, weil damals die Kamera einfach nicht mehr ging. Update-Politik war damals auch Glückssache, wenn man das alles hinnehmen kann, dann sicher ein tolles Gerät, was mir persönlich auch optisch sehr gut gefällt. Speichererweiterung und Klinke wäre natürlich top gewesen.


  • Das zählt eher unter die Exoten und das macht es irgendwie uninteressant.


  • Ein Hersteller, der nichtmal einen simplen Übersetzer einstellt, der wird sich bestimmt jahrelang um Updates kümmern.

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