Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.

Oppo A91 im Test: So schmeckt die Mittelklasse

Oppo A91 im Test: So schmeckt die Mittelklasse

Sicher kennt Ihr ihn: Diesen einen Lieferdienst, der mittelmäßiges Essen zu angemessenen Preisen verkauft. Genau das richtige also, wenn man nach einem langen Arbeitstag einfach nur satt werden will, ohne sich dabei zu verschulden oder eine Lebensmittelvergiftung zu riskieren. Die sichere Bank also. Genau so ein mittelmäßiger Lieferdienst ist (Vorsicht: schlechte Metapher) das Oppo A91 und das finden wir erfreulich! Das Handy hat von allem genug und weiß auch noch, wie es damit umzugehen hat. Im Test verraten wir Euch, was uns am Oppo A91 geschmeckt hat und was am Ende auf dem Teller liegen geblieben ist.

Bewertung

Pro

  • Solides Gesamtpaket
  • Kamera überzeugt bei wichtigen Grundfunktionen
  • Solide Hardware mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • Gute Schnellladefunktion
  • Schönes AMOLED-Display

Contra

  • Beim Deutschlandstart schon vier Monate alt (Relase in Indien im Dezember 2019)
  • Aktuell nur mit Android 9
  • Kamera überzeugt nicht im Dunkeln
  • Display mit geringer Helligkeit
  • Kein Schutz gegen Wasser und Staub
  • Fingerabdrucksensor träge

Für wen lohnt sich das Oppo A91?

Mein Einstieg umfasst die Zielgruppe des Oppo A91 schon ganz gut. Ich empfehle das Handy jedem, der aktuell einfach nur ein Handy ohne große Experimente kaufen möchte. Ohne ausfahrbare Selfie-Kameras, ohne Wasserkühlungen für eine bessere Performance und ohne Zoomstufen, die bis zum Mond reichen. Zu einem “Straßenpreis” von 250 Euro bekommt Ihr dafür ein funktionierendes Handy. 

Für unseren Test schickte Oppo uns das A91 mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher. Da es diese Version im Internet günstiger gibt, als die Variante mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher, raten wir auf jeden Fall zur getesteten Variante.

 

Oppo A91: Das hat mir geschmeckt

Kamera mit sinnvollen Funktionen

Ohne große Erwartungen begab ich mich mit dem Oppo A91 auf einen kleinen Fotospaziergang und war positiv überrascht. Denn die Quad-Kamera auf der Rückseite liefert fast durch die Bank gute Ergebnisse. Mit ihrer 48-Megapixel-Hauptkamera und der Ultraweitwinkelkamera mit 8 Megapixeln deckt sie einen Brennweitenbereich von Ultraweitwinkel (Sichtfeld von 119 Grad) bis Weitwinkel (26 Millimeter) ab. Zur Unterstützung platziert Oppo eine weitere Kamera zur Tiefenerkennung und eine vierte Linse mit Monochrom-Sensor auf der Rückseite. Die Monochrom-Kamera lässt sich in der Kamera-App Oppos nicht separat ansteuern, wodurch sie beim Fotografieren ein wenig überflüssig erscheint.

Oppo a91 kamera test
Ohne HDR-Modus ist der Dynamikumfang gut (links). Der HDR-Modus (rechts) lässt die Bilder recht unecht aussehen. / © NextPit

Eventuell trägt sie aber dazu bei, dass das Oppo A91 seine Bilder durch Software-Tricks und künstlicher Intelligenz so gut nachbearbeiten kann. Denn gerade die Ergebnisse der Hauptkamera sind echt ansehnlich und locken viele Details und einen guten Dynamikumfang aus Motiven heraus. Für meinen Geschmack arbeitet der HDR-Modus ein wenig zu aggressiv, er lässt sich aber einfach dauerhaft abschalten. Aufnahmen im Ultraweitwinkelmodus besitzen mit ihrer Auflösung von 8 Megapixeln noch immer ausreichend Schärfe und lassen sich wunderbar nutzen. Die Finger weglassen solltet Ihr von allen anderen Zoomstufen des Oppo A91. Während ich die 2-fache digitale Vergrößerung fast noch toleriere, wollte ich die Bilder mit 5-fach-Zoom möglichst schnell wieder löschen. Nur für Euch habe ich sie aufgehoben und in diesen Test mit aufgenommen.

Alle unsere Testbilder könnt Ihr in voller Auflösung hier ansehen: Testbilder Oppo A91

Porträtaufnahmen wirken natürlich und haben dank des Tiefensensors ein präzises und gutes Bokeh, also einen verschwommenen Hintergrund. Für Fotografie im Dunkeln spendiert Oppo dem Handy einen eigenen Nachtmodus, der tatsächlich viele Farben aus dunklen Situationen rettet. Für wirklich gute Ergebnisse tummeln sich dennoch zu viele Megapixel auf dem kleinen Hauptsensor und die Bilder sind zu stark verrauscht. Die Endergebnisse sind zwar hell, überzeugen mit ihrem geringen Detailreichtum aber kaum.

oppo a91 selfie kamera
Die Frontkamera liefert gute Ergebnisse und bietet einen software-basierten Unschärfeeffekt. Das digitale Bokeh ist recht dezent. Porträtbilder mit der Hauptkamera sind aber detailreich und sehen gut aus. / © NextPit

AMOLED-Display

Satte 6,4 Zoll misst das Display des Oppo A91 und davon bleiben dank dezenter Wassertropfen-Notch auch ein Großteil übrig. Die Bildschirmränder sind nichtig und das sorgt gerade beim Videoschauen für das tolle Gefühl, nur einen einzigen, großen Bildschirm in der Hand zu halten. Aufgrund des schmalen 20:9-Formates liegt das Handy gut in der Hand und mit einer Auflösung von 1.080 x 2.400 Pixeln ist es dabei auch noch ausreichend scharf. 

AndroidPIT Oppo A91 front camera selfie
Das Oppo A91 kommt mit Teardrop-Notch. / © AndroidPIT

Typisch für ein Display mit AMOLED-Technologie geht der Kontrast beim Oppo A91 ins Unendliche. Schwarze Bereiche auf dem Display sind somit besonders dunkel und auch die sonstige Farbwiedergabe gefällt mir sehr gut. Die Farben sind dabei nicht zu knallig, wie es häufig bei Smartphones von Samsung der Fall ist. Stattdessen wirkt das Display des Oppo A91 natürlich und lässt sich bei Nichtgefallen entweder kälter oder wärmer stellen. 

Keine Wunder bewirkt das Display des A91 bei der Bildwiederholrate und der Helligkeit. Verwöhnt vom teureren Oppo Find X2 Neo, das eine Bildwiederholrate von 90 Hertz bietet, ruckeln Listen und Animationen beim Oppo A91mit 60 Hertz ein wenig. Das ist in der Preisklasse unter 300 Euro aber vollkommen normal. Enttäuschend hingegen ist die geringe Helligkeit. Im Sonnenlicht fiel es mir nicht immer leicht, Menüs und Apps auf dem Display zu erkennen.

Schnellladefunktion

Neigt sich der Akku des Oppo A91, der mit einer Kapazität von 4.025 Milliamperestunden ein gutes Mittelmaß bietet, dem Ende zu, lässt er sich dank VOOC 3.0 schnell wieder aufladen. Die Schnellladetechnologie des Herstellers arbeitet mit einer Leistung von 20 Watt und lädt das Handy laut Herstellerangaben innerhalb von 30 Minuten um die Hälfte wieder auf.

Diese knackige Performance können wir bestätigen. In etwas über einer halben Stunde stieg die Akkulaufzeit über das mitgelieferte Ladegerät von 45 Prozent auf 100 Prozent an. Perfekt, um sich im Restaurant oder auf einer Bahnfahrt über den ganzen Tag zu retten! Kabelloses Laden unterstützt das Oppo A91 nicht, dafür ist der kontaktlose Übertragungsstandard NFC mit an Bord.

Oppo A91: Das hat mir weniger gut geschmeckt

Träge Systemperformance

Wer sich ein Handy aus der Smartphone-Mittelklasse aussucht, der erwartet in der Regel keine Spitzenperformance. Im Vergleich zu vielen Einsteiger-Smartphones überzeugen die Handys aber durchaus in ihrer Systemperformance, während sich Mobile Games auf geringer oder mittlerer Qualitätsstufe ruckelfrei spielen lassen. Mit diesen Erfahrungen im Hinterkopf war ich von der Leistung des Oppo A91 anfangs ein wenig enttäuscht.

Zähe Menüs und lange Ladezeiten brachten mich naserümpfend zum Test-Download von Call of Duty: Mobile, das sich überraschend schnell installierte. Eine weitere Überraschung: das Mobile Game lief flüssig und sah auf seiner mittleren Grafikstufe sogar ganz hübsch aus. Warum lässt die Systemperformance des A91 dann zu wünschen übrig?

Ein Blick auf das Datenblatt beantwortete diese Frage nicht. Der Mediatek MT6771V Helio P70-Prozessor gehört in der Mittelklasse sogar zu den schnelleren Modellen und mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher stellt Oppo dem SoC auch genug Systemspeicher zur Seite. Tief in die Android-Trickkiste gegriffen und die Animationen in den Entwicklereinstellungen deaktiviert und siehe da: Das Betriebssystem scheint an der langsamen Performance Schuld zu sein.

AndroidPIT Oppo A91 back logo
Das Oppo A91 bietet keinen Schutz gegen Staub und Wasser. / © AndroidPIT

Aktuell nur mit Android 9

Dieses ist ohnehin der vielleicht größte Makel des Oppo A91. Denn Trotz aktuellster Updates arbeitet das Smartphone mit Android 9 und somit mit der zweitneusten Version von Googles mobilem Betriebssystem. Da das Oppo-Smartphone schon im Jahr 2019 in Indien erschienen ist, ist ein Update schon ein wenig überfällig. Offenbar sieht Oppo das aber genauso.

Denn als hätte das Smartphone während des Testberichts zugehört, kündigte Oppo noch während des Tests im Color OS-Forum an, dass es mit der Verteilung von Android 10 für das Oppo A91 weitergehe. Genauer geht es hierbei um Oppos Betriebssystem “Color OS 7”, das aber mit einer stabilen Version von Android 10 arbeitet. Nutzer aus Ländern wie Indien, Indonesien, Thailand und Russland können sich bereits für das Upgrade registrieren. Deutsche Nutzer müssen aktuell noch warten, für ein baldiges Update sieht es aber gut aus.

Lahmer Fingerabdrucksensor

Zur biometrischen Verifizierung seines Besitzers verfügt das Oppo A91 über einen Fingerabdrucksensor im Display und bietet alternativ eine Gesichtserkennung an. In der Praxis arbeitet letztere deutlich schneller als der Sensor im Display. Denn dieser achtet peinlich genau darauf, dass Euer Finger auch gerade auf dem Bildschirm liegt. Bei Schräglagen oder leichten Neigungswinkeln verwehrt der Sensor Euch den Zutritt zum Handy.

Die Gesichtserkennung des Oppo A91 ist deutlich schneller. Während meines Testberichts habe ich beide Systeme parallel aktiviert und in der Regel hat mich die Frontkamera erkannt, bevor mein Finger das Handy entsperrt hat. Bei der Entsperrung per Gesicht ist das Feedback allerdings zu dezent. Lediglich ein kleines Schloss-Symbol symbolisiert Euch, dass das Handy sich nun mit einem Wisch nach oben entsperren lässt. Hier hätte mir ein kurzes Feedback über den recht knackigen Vibrationsmotor gefallen. Falls Ihr das Oppo A91 kauft, empfehlen wir Euch daher, in den Einstellungen die direkte Entsperrung per Gesicht anzuschalten. Die Option “Direkt mit Ihrem Gesicht” überspringt dabei das Hochwischen nach der Entsperrung und führt direkt zum Home-Screen.

Fehlender Staub- und Wasserschutz

Zu guter Letzt muss ich noch die fehlende IP-Zertifizierung des Oppo A91 kritisieren. Durch diese fehlt Euch die Garantie, dass das Handy gegen Wasser und Staub geschützt ist. Das mag an der recht erfreulichen Anwesenheit des 3,5-Millimeter-Klinkenanschlusses zu liegen, ist in der Smartphone-Mittelklasse aber dennoch eine Enttäuschung. Zum Trost legt Oppo dem A91 aber zumindest eine Schutzhülle aus Gummi bei.

Abschließendes Urteil

Mein kurzes Fazit zum Oppo A91 lautet: Ihr werdet satt und dabei nicht arm. Und genau darum geht es in der Smartphone-Mittelklasse ja auch. Vermutlich wird das Oppo A91 durch ein Upgrade auf Android 10 bald noch ein wenig aufgewertet und eventuell bekommt der Hersteller dann auch die träge Systemperformance in den Griff. Wenn das Upgrade aber weiter auf sich warten lässt, ist das Handy aber vielleicht schon ein wenig zu alt.

Ob sich der Kauf dann noch für Euch lohnt, ist fraglich. Denn gerade die Smartphone-Mittelklasse beweist aktuell, wie viel Potenzial in ihr steckt. Mit dem One Plus Nord hat Oppos Mutterkonzern am 21. Juli ein deutlich performanteres Handy zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von nur 399 Euro herausgebracht. Sinkt der Preis in nächster Zeit noch ein wenig, wird es für das Oppo A91 sehr gefährlich. 

Wer bei einem Smartphone Wert auf bestimmte Eigenschaften legt, der sollte sich zudem die Moto G8-Serie von Motorola anschauen. In dieser lässt Euch der Hersteller selbst entscheiden, ob Ihr lieber einen stärkeren Akku oder eine bessere Kamera-Performance haben wollt. Das Basis-Modell stellt eine ähnlich gute Mischung dar, wie das A91.

Eine weitere gute Alternative ist das Samsung A51, das aufgrund seines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses noch immer viel Lob erntet. Vom Kauf des technisch soliden Huawei P40 lite rate ich Euch eher ab. Das technisch grundsolide Handy muss ohne Google-Dienste auskommen und das sorgt in der Praxis für viele Umwege, die Ihr Euch mit dem Kauf eines anderen Handys sparen könnt.

Neueste Artikel

Empfohlene Artikel

8 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Die Kontras sind zuviel des Guten.


  • Schade, so ziemlich jeder Kontrapunkt hält mich vom Kauf ab. Einzig der verhältnismäßig große Akku verdient Pluspunkte. Schon aufgrund dessen, dass es nicht Wasser- und Staubdicht ist, fällt es bei mir aus dem Raster, aber der Fingerabdrucksensor scheißt es dann komplett ins Aus.
    Also geht die Suche weiter...


  • Akkuschutz hört sich aber nicht so gut an, wenn es ein 4000mah Akku von 45% in 30min voll haut.

    Samsung ballert nur die ersten 10-20 Minuten viel rein danach wirds langsamer da die Ladeleistung mit höherer Akku temp auch stark runter geschraubt wird.

    Nur den Strom auf maximum rein Ballern, ist auch nicht das Wahre.

    Pro: Schönes Amoled Display
    Contra: Dunkles Display
    Ähm muss man nicht verstehen.

    Tim


    • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Dachte ich mir auch.
      Schnellladen sollte bei "50% in 30min" eigentlich nur von 0-50% gelten, da es zu, Schutz des Akkus bei höherem Akkustand langsamer laden soll, was hier anscheinend überhaupt nicht der Fall ist.


  • "Aktuell nur mit Android 9". Gleich ein (kleiner) Fehlstart. Mir mangelt es jetzt irgendwie am Vertrauen in die Update-Versorgung der nächsten eineinhalb oder zwei Jahre. ;-)


    • Genau das dachte ich mir auch. Wie sieht denn die Versorgung mit Updates aus? Gibt es bei diesen Herstellern wie OPPO und Co überhaupt Langzeiterfahrung? Wir werden mit Smartphones dieser Hersteller überschwemmt aber wie lange diese wirklich mit Updates versorgt werden wissen wahrscheinlich nur die Hersteller selbst.

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!