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Oppo Find X5 Pro im Test: VOOLF im Schafspelz

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Im Find X5 Pro setzt Oppo auf einen eigenen Bildprozessor, sauschnelles Quick-Charging mit 80 Watt und weitere Verbesserungen im Vergleich zum Vorgängermodell. Im Testbericht finden wir zusammen heraus, warum das neue Oppo-Flaggschiff ein schlechtes Zeichen für den Hersteller OnePlus ist und warum Europa Oppo mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

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Bewertung

Pro

  • Sehr hohe Bildqualität
  • Endlich auch bei Videos überzeugend
  • Leistungsstarkes Snapdragon-SoC
  • Zweitschnellstes Quick-Charging auf dem Markt
  • Sehr hohe Verarbeitungsqualität

Contra

  • Ohne Mikroskopkamera 😤
  • Keine Speichererweiterung möglich
  • Starkes Thermal-Throttling
  • Nur 256 GB Speicher maximal

Oppo Find X5 Pro: Preis und Verfügbarkeit

Am 24. Februar 2022 schlug die Geburtsstunde des Find X5 Pro. Das Smartphone wurde mit den Modellen Find X5 und Find X5 lite präsentiert und ist der Nachfolger des Find X3 Pro. Da der Hersteller Oppo aus China kommt, ließ man die Unglückszahl "4" ausfallen. Preislich siedelt Oppo das Find X5 aber noch immer in der absoluten Oberklasse an – die unverbindliche Preisempfehlung beträgt stolze 1.299 Euro.

Noch ein wenig Kontext: Aus Zufall fiel die Präsentation des Find X5 nur knapp drei Tage hinter die Berichte über die Strukturprobleme des OnePlus 10 Pro. Warum das sehr spannend ist? OnePlus und Oppo fusionierten im Jahr 2021 und rückten im Research-and-Development noch näher zusammen, als ohnehin schon. Dass OnePlus' neues Flaggschiff, das noch nicht in Europa erschienen ist, mit derartigen Problemen zu kämpfen hat, das behalten wir während des Tests mal im Hinterkopf.

Design & Verarbeitung: Oppacht, Apple und Samsung

Wie sein Vorgänger verfügt das Oppo Find X5 Pro über eine 3D-geformte Rückseite. In diesem Jahr setzt der Hersteller allerdings auf Keramik, das laut Herstellerangaben deutlich robuster ist. Die Maße des Handys betragen 73.9 mm x 163.7 mm x 8.5 mm (B x H x D) und das Gewicht liegt bei 221 Gramm. Gegen Wasser und Staub ist das Handy nach IP68 geschützt.

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Oppo ändert das Design der Rückseite ein wenig ab. / © NextPit

Gefällt:

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Handschmeichler-Rückseite aus Keramik
  • Unförmiger Kamerabuckel toll für die Haptik

Gefällt nicht:

  • Trotzt dem Trend kleiner werdender Flaggschiffe
  • Positionierung der Knöpfe nicht ganz optimal 

Während der Präsentation des Find X5 legte Hersteller besonderen Wert darauf, die hochwertigen Materialien des Handys zu betonen. Damit will der Hersteller zumindest in Europa dem Ruf von China-Smartphones als billige Smartphones entgegenwirken. Alternativ würde das auch funktionieren, wenn mehr Menschen das Find X5 Pro in die Hand nähmen. Denn wie im Vorjahr ist die Verarbeitung tadellos.

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Schlicht und schön mutet das Find X5 Pro an. / © NextPit

Die Rückseite besteht 2022 aus Keramik, nicht aus Glas. Das sorgt für ein geringfügig wärmeres Gefühl beim Anfassen und soll vor allem gegen Kratzer und Brüche schützen. Robust ist das Find X5 Pro auch dank einer IP68-Zertifizierung, die gegen Untertauchen und das Eindringen von Staub schützt. Die Verteilung der Knöpfe gefiel mir im Test allerdings weniger gut.

Rechts gibt's einen An-Knopf, der ein nettes, grünes Inlay hat – auf der linken Seite findet Ihr eine Lautstärkenwippe. Die bekannte "iPhone-Verteilung", die hier aber ein bisschen zu weit oben sitzt. Es fällt somit schwer, die Lautstärke des Handys mit nur einer Hand zu bedienen, ohne dabei auch den Anschalter zu betätigen. Ein kleines Detail, was ich aber nicht unerwähnt lassen wollte.

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Kleines Oppo-Detail: Ein grüner An-Knopf! / © NextPit

In Bezug auf das "Bend-Gate" des Stiefbruders OnePlus 10 Pro: Selbst bei stärkerem Biegen konnte ich beim Find X5 Pro kein Knarzen oder Verbiegen feststellen. Das Handy wirkt wie aus einem Guss und sehr robust gefertigt. 

Display: 1 Milliarde Farben

Das Display des Find X5 Pro misst 6,7 Zoll, lost maximal mit 3.216 x 1.440 Pixel auf und bietet eine Wiederholrate von 120 Hertz. Die maximale Helligkeit liegt bei 1.300 Nits und die Farbtiefe ist mit 10 Bit im Vergleich zu vielen Konkurrenten höher. So betrachtet Ihr 1,07 Milliarden Farben auf dem Handy. Geschützt wird das LTPO-AMOLED-Panel durch Gorilla Glas Victus.

Gefällt:

  • Alle 2022-Display-Haken erfüllt
  • Extrem hohe Pixeldichte (525 ppi)
  • Tolle Farbwiedergabe

Gefällt nicht:

  • Display ist echter Stromfresser

Schon mit dem Find X3 Pro führte Oppo einen 10-Bit-Workflow vom Kamerasensor über das SoC bis hin zum Display ein. Und auch in diesem Jahr setzt Oppo auf ziemlich genau 1,07 Milliarden Farben. Diese leuchten Euch mit maximal 1.300 Nits entgegen und werden maximal 120 mal in der Sekunde aktualisiert. Abgesehen von der 10-Bit-Unterstützung sind all das Dinge, die man von einem Flaggschiff-Display im Jahr 2022 erwartet.

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Echt erstklassig: Das Display des Find X5 Pro! / © NextPit

Darüber hinaus setzt Oppo auf ein LTPO-Panel, um die Bildrate an die jeweiligen Bildschirminhalte anzupassen. Auch wenn es dabei eine Stromsparmaßnahme gibt, ist ein 120-Hertz-Display mit ultrahoher Auflösung von 3.216 x 1.440 Pixeln ein echter Stromfresser. Das ist allerdings auch der einzige Nachteil am Oppo-Display. Softwareseitig bietet Oppo übrigens eine genaue Kalibrierung der Bildschirmfarben für eine bessere Farbwiedergabe.

Darüber hinaus kommt die "O1 Ultra Vision Engine" zum Einsatz, die für scharfes Upscaling von Videos und Bildern sorgt.

Software: ColorOS 12.1 auf Basis von Android 12

Als Modell der FInd-Serie bekommt Ihr Oppos längsten Support für Software- und Sicherheits-Updates. Ab Werk setzt der Hersteller bereits auf das neueste ColorOS 12.1, das auf Basis von Android 12 läuft. Somit erwarten Euch eine Update-Gewährleistung bis Android 15 und Sicherheits-Updates bis 2026. Ein Standard-Wert für ein 2022-Flaggschiff!

Gefällt:

  • Kommt ab Werk mit Android 12
  • ColorOS 12.1 mit sehr vielen Einstellungen

Gefällt nicht:

  • Zu viele vorinstallierte Apps

Mit dem vorinstallierten Betriebssystem halte ich mich in diesem Test nicht allzu lange auf. Denn schließlich könnt Ihr an verlinkten Stelle unseren ausführlichen Testbericht zu Oppos ColorOS lesen und auch einen Artikel über die neuen Funktionen in Android 12 gibt es schon. Daher konzentriere ich mich lieber auf Dinge, die man an der Oppo-Software schlecht finden kann.

Zum einen wirkt Oppos Update-Gewährleistung von drei Android-Updates und vier Jahren Sicherheits-Updates inzwischen ein wenig zu kurz. Das liegt vor allem an der Verlängerung des Update-Versprechens von Samsung, die in ausgewählten Geräten Updates bis 2027 bieten. Wie ich in meinem bewusst überkritischen Kommentar schreibe, werden das aber wohl nur wenige User tatsächlich ausnutzen.

Viel gravierender ist meiner Meinung nach die vorinstallierte Bloatware, die ich auf einem Handy mit 1.300-Euro-Preisschild einfach nicht sehen will. Nach dem Unboxing findet Ihr Facebook, Amazon Shopping, Booking.com, LinkedIn, TikTok, AliExpress und das Mobile Game PUBG Mobile vorinstalliert. Zwar könnt Ihr alle genannten Apps deinstallieren, Premium fühlt sich das aber auf keinen Fall an!

Leistung: Snapdragon 8 Gen 1 legt gehörig vor

Im Find X5 Pro kommt Qualcomms neuester Prozessor zum Einsatz! Der Snapdragon 8 Gen 1 feiert in Europa also sein Debüt in einem Oppo-Handy und legt dabei gut vor. Neben dem Top-SoC profitiert Ihr von 12 Gigabyte LPDDR5-Arbeitsspeicher, 256 Gigabyte an internem UFS-3.1-Speicher sowie einer Adreno 730 GPU. Auch die Funkstandards sind auf dem neuesten Stand.

Gefällt:

  • Sehr hohes Leistungsniveau
  • WiFi 6 und Bluetooth 5.2 LE an Bord

Gefällt nicht:

  • Deutliches Thermal-Throttling im Belastungstest
  • Kein erweiterbarer Speicher
  • Keine alternativen Speicheroptionen

Das Find X5 Pro ist in Deutschland eine der ersten Möglichkeiten, Qualcomms neuestes Top-SoC auszuprobieren. Der Snapdragon 8 Gen 1 genannte Chip soll dank 4-Nanometer-Fertigung noch effizienter geworden sein und im Vergleich zum Vorgänger auch ein höheres Leistungsniveau bieten. Allerdings attestieren die Benchmarks Geekbench und PassMark eine geringere Leistung als einige 2021-Flaggschiffe.

Oppo Find X5 Pro

Grafik-Benchmarks
Benchmarks Oppo Find X5 Pro Oppo Find X3 Pro Asus Zenfone 8 OnePlus 9 Xiaomi Mi 11
3D-Mark Wild Life 9.300 at 55,7 FPS 5.659 5753 5683 5702
3D Mark Wild Life Stresstest Beste: 9.192 | Schlechteste: 6.069 - 5825 5716 5697
Geekbench 5 (Einzel / Multi) 846 / 3.324 932 / 3153 1124/3738

1119/3657

1085/3490

PassMark Speicher

26.978 - 32247 32124 26.333

PassMark-Disk

87.842 - 112318 115311 120.430

Im Alltag erwartet Euch mit dem Find X5 Pro ein Smartphone, in dem es kaum noch Ladezeiten gibt. Apps starten ohne Verzögerung, das Wechseln zwischen Anwendungen im Multitasking geschieht flüssig und auch bei Mobile Games überzeugt das Handy. Call of Duty Mobile läuft auf den höchsten Grafikeinstellungen zufriedenstellend. Oppo macht mal wieder einen Schritt nach vorne, den man im Alltag kaum ausnutzen kann.

Im Benchmark überragt das Find X5 Pro alle mir bekannten Flaggschiffe, die den Snapdragon 888 nutzen. Wie der Vorgänger müsst Ihr aber bei längeren Gaming-Sessions oder bei einem ausgiebigen Schnittprojekt mit 4K-Material mit Thermal-Throttling rechnen. Im Stresstest des 3D Mark WildLife Benchmarks verloren wir nach 20 Minuten 44 Prozent der Leistung. Dabei erwärmte sich das Handy stark, gefährlich wurde es aber nicht.

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Neben USB-C gibt's auch einen Dual-SIM-Tray an der Unterseite. / © NextPit

Neben einer hohen Grafik- und CPU-Leistung setzt Oppo auch die neuesten Speicherstandards im Find X5 Pro ein. Beim Multitasking helfen 12 Gigabyte LPDDR5-RAM und der interne Speicher ist mit UFS 3.1 ebenfalls auf Top-Niveau. Allerdings könnt Ihr das Find X5 Pro nur mit 256 Gigabyte Speicherplatz konfigurieren. Die Möglichkeit, den Speicher per MicroSD-Karten zu erweitern, entfällt ebenfalls.

Gerade für Fotografen und Video-Fans werden diese beiden Makel relevant. Davon abgesehen holt Ihr Euch mit dem Find X5 Pro eines der leistungsstärksten Android-Smartphones, die jemals erschienen sind. 

Oppo Find X5 Pro: Audio

Mit zwei Lautsprechern bietet das Find X5 Pro Stereo-Klang. Kopfhörer sind ohne 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss lediglich über Adapter anschließbar.

Gefällt:

  • Lauter und guter Stereo-Klang

Gefällt nicht

  • Unterer Lautsprecher wird beim horizontalen Halten schnell verdeckt

Hier halte ich mich kurz: der Klang des Oppo Find X5 Pro ist dank Stereo-Lautsprecher auf Flaggschiff-Niveau. Die Lautstärke beim Schauen eines YouTube-Videos war sogar so hoch, dass es mir in leiser Umgebung zu laut war. Allerdings solltet Ihr mit der Positionierung Eurer Hände aufpassen – beim Zocken oder beim Video-Streamen verdeckt man den unteren Lautsprecher schnell. Einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss gibt's nicht.

Kamera: Alte Kameras, neuer Bildprozessor

Mit seiner Dual-Hauptkamera-Strategie setzt Oppo im Find X5 Pro auf Bewährtes! Die spaßige Mikroskopkamera des Vorgängers wird allerdings durch einen eigenen Bildprozessor namens MariSilicon ersetzt, der mit dem Qualcomm-Chip zusammenarbeitet. Neben der 50-MP Weitwinkel- und Ultraweitwinkelkamera gibt's eine 13-Megapixel-Telekamera und eine Selfie-Cam mit 32 Megapixeln.

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Spannend anders: Die Kamera des Find X5 Pro. / © NextPit

Gefällt:

  • Sehr hohe Bildqualität
  • Spaßige Fotomodi locken Euch auf Fototouren
  • Hasselblad-Integration gefällt in der Praxis
  • 4K bei 60 FPS auf allen drei Kameras

Gefällt nicht:

  • Bilder teils sehr künstlich
  • Telekamera bietet nur 2-fach Zoom
  • Wechsel zwischen Kameras im Video sehr hakelig

Fotografie

Starten wir mit meinem Lieblingsthema bei Smartphones: Der Fotografie! Im letzten Jahr fand ich die Kameras des Find X3 Pro dermaßen cool, dass ich dem Handy einen Liebesbrief geschrieben habe. Im Jahr 2022 habe ich wieder sehr viel Sympathie für die X5-Pro-Kamera, verliebt bin ich aber nicht. Denn Oppo entschied sich – vollkommen verständlich – dazu, die Mikroskopkamera wegzulassen.

Stattdessen vertraut Oppo auf das "Dual-Hauptkamera-Setup", in dem die Weitwinkelkamera und die Ultraweitwinkelkamera mit demselben Sensor arbeiten. Als Besonderheit baut der Hersteller zudem einen eigenen Bildprozessor (ISP) in das Handy ein. "MariSilicon" soll vor allem die Videoqualität bei Nacht verbessern. Darüber hinaus sind HDR-Videos mit einem Kontrastverhältnis von 1:1.000.000 möglich.

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In diesem Jahr setzt Oppo auf eine Kooperation mit Hasselblad! / © NextPit

Spannender für mich ist allerdings Oppos Unterstützung von Computational RAW. Wie Apple und Samsung rechnet Oppo dabei mehrere RAW-Aufnahmen zusammen und will so einen Dynamikumfang von 20 Blendenstufen erreichen. Dazu kommt ein 5-Achsen-Bildstabilisator beim Hauptsensor und eine Kooperation mit Hasselblad! Hier lässt sich Oppo von OnePlus inspirieren.

Wie gut die Aufnahmen sind, seht Ihr am besten in der Bildergalerie direkt über diesem Absatz.

Um den Test nicht unnötig aufzublasen – Eure Wünsche nach einem ausführlichen Kameratest gerne in die Kommentare – schreibe ich Euch noch eine persönliche Einschätzung: Die Bildqualität des Find X5 Pro ist mit ein bisschen Übung fantastisch. Vor allem die in Lightroom verarbeiteten RAW-Aufnahmen gefallen mir richtig gut, sogar besser als beim Xperia Pro-I.

Allerdings mag ich die Software-Verarbeitung von Oppo in vielen Fällen weniger. Denn die Bilder sehen häufig sehr künstlich aus, wie von einem Computer erstellt. Das ist vor allem bei Nachtaufnahmen der Hauptkamera der Fall und meiner Meinung nach muss Oppo hier in Zukunft nachbessern. Denn ein 2-fach Zoom mit 13 Megapixeln in einem High-End-Flaggschiff ist nicht mehr ganz zeitgemäß.

Videoqualität

Wird immer wichtiger bei Smartphones: die Videoqualität. Und hier bietet das Find X5 Pro 4K-Aufnahmen mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf allen drei Kameras. Damit liegt das Find X5 Pro mit dem iPhone 13 Pro und dem iPhone 13 Pro Max gleichauf und schlägt das Google Pixel 6 Pro, das als eines der besten Kamera-Smartphones 2021 galt. Allerdings ist nicht allein die Auflösung entscheidend.

Oppo konnte schon immer mit einer sehr guten Videostabilisierung glänzen, die durch den 5-Achsen-Bildstabilisator noch besser wird. Die Weitwinkelkamera sorgt dabei für butterweiche Aufnahmen, die Ultraweitwinkelkamera ist brennweitenbedingt ohnehin schon wackelfrei und die Telekamera fällt qualitativ mal wieder ab, ist aber beim in-der-Hand-Halten noch immer stabil.

Für die Bewertung der Videoqualität habe ich Euch ein Video geschnitten und dabei auch Log-Videos genutzt, die über den Profi-Videomodus erreichbar sind. Log-Files gab es auch schon im Vorgänger, wieder fehlen jedoch LUT-Dateien, die bei der Nachbearbeitung helfen. Ein Beispiel findet Ihr im Video natürlich trotzdem.

Akku: Quick-Charging mit 80 Watt

Das Find X5 Pro platziert sich zum Release im Februar auf dem zweiten Platz der Android-Handys mit dem leistungsstärksten Quick-Charging. Oppos SuperVOOC arbeitet mit 80 Watt und lädt den 5.000-mAh-Akku des Handys innerhalb von einer halben Stunde komplett voll. Die Akkulaufzeit muss ich in den nächsten Wochen weiter testen. Nach knapp drei Tagen macht sie aber einen soliden Eindruck.

Wir haben das Find X5 Pro erst wenige Tage vor dem Release erhalten. Für Vor- und Nachteile war der Testzeitraum daher noch zu früh

Mein erster Eindruck der Akkulaufzeit des Find X5 Pro ist solide, erfahrungsgemäß wird er aber stark von den Displayeinstellungen abhängen, die Ihr wählt. Denn ein QHD+-Display mit 120 Hertz ist trotz adaptiver Bildwiederholrate ein Stromfresser. Erfahrungsgemäß ist das aber im Alltag kein großes Problem, da Oppo besonders schnelles Quick-Charging bietet.

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So rasant lädt das Find X5 Pro! / © NextPit

Mit dem Xiaomi 11T Pro konnte ich vor einigen Monaten schon das Handy mit dem nach wie vor schnellsten Quick-Charging testen. Beim Find X5 Pro wird der Akku zwar mit 40 Watt weniger Ladeleistung geladen, die Aufladezeiten sind aber dennoch top:

Ladezeiten Oppo Find X5 Pro

Ladezeit Akkustand
Start 6 Prozent
2:50 Minuten 20 Prozent
10 Minuten 50 Prozent
17:35 Minuten 75 Prozent
22:54 Minuten 90 Prozent
28:21 Minuten 100 Prozent

Für kabelloses Laden schickt Oppo sein AirVOOC mit 50 Watt an den Start. Eine für kabelloses Laden sehr hohe Leistung, die wir aufgrund fehlender Ladestation aber nicht testen konnten.

Oppo Find X5 Pro: Technische Daten

   
Produkt
Abbildung  
Display 6,7 Zoll, LTPO AMOLED, WQHD+ (3216 x 1440 Pixel), 525 ppi, 120 Hz adaptiv, 1300 Nits (max.)
SoC Snapdragon 8 Gen 1, Octa-Core-SoC, bis zu 2,995 GHz
Qualcomm Adreno 730
Arbeitsspeicher 12 GB LPDDR5
Speicher 256 GB UFS3.1
nicht erweiterbar
 Kameras hinten 50 MP Weitwinkelkamera (f/1.7)
50 MP Ultraweitwinkelkamera (f/2.2)
13 MP Telekamera (f/2.4)
13-Kanal-Spektralsensor
Omnidirektionaler All Pixel PDAF
OIS (5-Achsen-Stabilisierung)
2x optischer Zoom, 5x Hybrid Zoom, 20x Digitalzoom
 Kameras vorn 32 MP RGBW (f/2.4)
Software Android 12 mit ColorOS 12.1
Akku 5.000 mAh
80 Watt SUPERVOOC, 50 Watt AirVOOC
Konnektivität 5G , LTE, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac wave 2/ax, Wi-Fi Direct, Wi-Fi Display, Bluetooth 5.2, USB-C 3.2, GPS, A-GPS, BeiDou, GLONASS, Galileo, QZSS, NFC
Audio Stereolautsprecher, Dolby Atmos
IP IP68
Maße 73,9 x 163,7 x 8,5 mm
Gewicht 221 Gramm
Material Vorne Corning Gorilla Glas Victus, hinten Keramik
Farben Glaze Black, Ceramic White
Preis 1.299 Euro
Zum Angebot
Folgt in Kürze

Fazit

Auch 2022 empfehle ich, bei der Flaggschiff-Suche bei Oppo zu schauen! Denn das Find X5 Pro legt im Test wie sein Vorgänger eine echte Glanzleistung hin. Die Leistung ist auf Top-Niveau, Ihr bekommt ein Smartphone mit individuellem Design samt hochwertiger Verarbeitung und die Leistung der Kameras gehört mit zu den besten auf dem Markt. Hinzu kommt eine Schnellladetechnologie, die zum Release nur von einem Handy übertroffen wird.

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Eine Punch-Hole-Notch ist auch in diesem Jahr dabei. / © NextPit

Doch eine Bestnote gebe ich Oppo in diesem Jahr nicht. Denn leider fehlt es mir beim Find X5 Pro an den Innovationen, über die ich mich in einem Flaggschiff freuen möchte. Auch wenn es eine eher zu vernachlässigende Mikroskopkamera war, hob sich das Find X3 Pro so von der Konkurrenz ab. Bemängeln muss ich bei einem Handy mit Fokus auf Video zudem den nicht-erweiterbaren Speicher, den Ihr nicht einmal gegen Aufpreis werkseitig upgraden könnt. Ihr müsst Euch also mit gerade einmal 256 Gigabyte zufrieden geben.

Darüber hinaus ist der Preis von 1.299 Euro auch in diesem Jahr zu hoch. Oppo orientiert sich mit diesem Preisschild an Samsung und Apple, vergisst dabei allerdings, dass es sich um etablierte Premium-Marken handelt. Dieses Image haben sie sich über Jahre mit gleichbleibender Qualität allmählich aufgebaut und hier sehe ich bei Oppo das Problem.

Auf das sehr gute Find X3 Pro folgten im letzten Jahr viele mittelmäßige Handys der Einsteiger- und Mittelklasse. Das Niveau ist dabei zu stark abgesunken, als dass sich Oppo als begehrenswerte Marke hätte entwickeln können. In diesem Jahr gibt es dazu eine neue Chance, in der das Find X5 Pro ein sehr gutes Debüt ist. Also Oppo, mach was draus ... dann gibt's nächstes Jahr wieder einen Liebesbrief!

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2 Kommentare

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  • H G vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Sollte man für Müll Geld ausgeben?


    • Benjamin Lucks
      • Admin
      • Staff
      vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Wie kommst Du denn zu dieser verqueren Annahme, dass das Find X5 Pro Müll ist?
      Ist vielleicht eines der aktuell interessantesten und besten Smartphones auf dem Markt und muss sich bei Materialien / Verarbeitung und Leistung nicht hinter Samsung, Apple, Xiaomi und Nokia (hehe) verstecken.

      Erklär mir Deine Perspektive gerne, finde ich spannend – hast Du negative Erfahrungen mit Oppo gemacht?

      LG
      Ben