Realme 7 Pro im Test: Gute Ausstattung für unter 300 Euro

Realme 7 Pro im Test: Gute Ausstattung für unter 300 Euro

Nachdem die Reamle-7-Serie bereits in Indien eingeführt wurde, kommt sie nun auch nach Europa. Das neue Realme 7 und 7 Pro entsprechen der Vision der Marke und bieten solide Spezifikationen und erschwingliche Preise. Ich habe das neue Realme 7 Pro ausführlich getestet und wollte vor allem wissen: Ist es ein würdiges Upgrade des Realme 6 Pro? Und kann es mit anderen Handys unter 350 Euro mithalten?

Bewertung

Pro

  • Schlankes Design
  • Solide Leistung
  • Superschnelles Laden
  • 3,5-mm-Kopfhörerbuchse

Contra

  • Keine 90Hz-Anzeige
  • Große Display-Rahmen
  • Schwache Bildschirmhelligkeit

Für wen ist das Realme 7 Pro gedacht?

Realme hat sich nicht gescheut, seine Expansionsziele zu nennen: "Dare to Expand" und "Dare to Thrive" waren die Slogans, mit denen die Marke auf der IFA 2020 in Berlin um sich warf. Die Strategie ist klar, ein Smartphone in jedem Preissegment für jede Art von (typischerweise jungen) Verbrauchern auf den Markt zu bringen und die Konkurrenz zu vernichten. Das Realme 7 Pro richtet sich daher an eine Generation von Smartphone-Besitzern, die Porträtfotografie und schnelles Laden über Multitasking und knackig scharfe Displays schätzen.

Zu einem Preis von 299 Euro ist das Realme 7 Pro ein erschwingliches, elegantes Telefon, das in etwas mehr als einer halben Stunde von null auf 100 Prozent aufgeladen werden kann. Wenn man dazu noch die trendige Oberfläche Realme UI berücksichtigt, hat man ein Produkt, das vielleicht gerade ein hippes junges Publikum erobert.

Was mir am Realme 7 Pro gefällt

Solide Leistung

Realme hat sich ein wenig einen Namen gemacht, indem es in seinen Telefonen höherwertige Chipsätze anbietet, als es das Preisschild vermuten lässt. Das unter 600 Euro liegende X50 Pro 5G verfügt beispielsweise über den gleichen Snapdragon 865, den man in den USA in einem Samsung Galaxy S20 bekommt.

Das Realme 7 Pro verfügt über einen Snapdragon 720G-Prozessor. Das ist mehr oder weniger derselbe Prozessor, den Ihr in einem Google Pixel 4a (730G) erhaltet. Ich hatte das Pixel 4a vor dem Testen des Reamle 7 Pro etwa sieben Wochen lang verwendet und habe wirklich keinen Leistungsabfall bei meinen täglichen Aktivitäten festgestellt. Sicher, das pure Android 11 und die Pixel-exklusiven Funktionen fehlen, aber wer mit einem Pixel 4a in Bezug auf die Rohleistung leben kann, wird das Realme 7 Pro ebenfalls mögen.

Dieser Prozessor wird in einem 8-nm-Verfahren hergestellt und ist ebenfalls mit einer Kryo 465-CPU mit zwei Hochleistungs-Cortex-A76-Kernen mit bis zu 2,3 GHz und sechs hocheffizienten Cortex-A55-Kernen mit bis zu 1,8 GHz ausgestattet, zusammen mit einer neuen Adreno 618-GPU, die der des Snapdragon 730G entspricht. Verglichen mit der letzten Generation weist der Snapdragon 720G eine um 10 Prozent verbesserte CPU-Leistung und eine um 75 Prozent verbesserte GPU-Leistung auf.

Realme 7 Pro Benchmark-Vergleich:

  Realme 7 Pro (720G) Google Pixel 4a (730G) OnePlus Nord (765G)
3D-Mark Slingshot Extreme ES 3.1 2523 2467 3219
3D-Mark Slingshot Vulkan 2368 2267 3002
3D-Mark Slingshot ES 3.0 3551 3542 4425
Geekbench 5 (Einfach/Multi) 575 / 1784 548 / 1618 605 / 1936
PassMark-Speicher 20637 19385 21799
PassMark-Disk 42774 47659 64489

Schnelles Laden

65W SuperDart Charge ist ideal für jüngere Benutzer, die viel im Internet unterwegs sind und Inhalte erstellen. Ihr könnt das Realme 7 Pro in 34 Minuten von Null auf 100 aufladen. In nur drei Minuten kann das Realme 7 Pro auf 13 Prozent aufgeladen werden – was laut Realme für drei Runden PUBG, zwei Stunden Instagram-Scrollen oder 150 Minuten YouTube ausreicht. Anscheinend kann man mit dem Realme 7 Pro vier Tage Standby-Zeit bekommen, aber man müsste das Telefon kaum berühren, was unrealistisch ist. Ob Ihr einen ganzen Tag Akkulaufzeit aus einem Smartphone wie diesem herausholen könnt oder nicht, ist irgendwie irrelevant bei einer Schnellladung von 65 Watt.

Schlankeres Design

Wenn Ihr schon einmal ein Realme-Smartphone in den Händen gehalten habt, werdet Ihr wissen, worauf ich hinaus will. Die Marke hat solide Spezifikationen zu erschwinglichen Preisen geliefert, aber das Gehäuse der Telefone ist eine Zeit lang praktisch unverändert geblieben. Mit dem Realme 7 Pro hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass die Masse verschwindet. Im Vergleich zum X50 Pro 5G zum Beispiel ist das 7 Pro deutlich schlanker und liegt dadurch deutlich besser in der Hand.

NextPit Realme 7 Pro side button
Das Realme 7 Pro ist schlanker und schnittiger als andere Realme-Handys. / © NextPit

Die 3,5-mm-Kopfhörerbuchse lebt

Nennt mich altmodisch, aber ich habe eine Schwäche für Telefone mit einer 3,5-mm-Klinkenbuchse. True Wireless-Kopfhörer sind großartig, aber wenn man auf der Audio-Junkie-Seite des Spektrums steht, kann man den Klang per Kabel trotzdem nicht übertreffen. Es ist keine große Sache, eine Kopfhörerbuchse an einem Telefon zu haben, das weniger als 300 Euro kostet, aber es ist immer noch ein Verkaufsargument für diejenigen, die ein Lieblingspaar verkabelter Kopfhörer haben, auf das man nicht bereit ist zu verzichten.

NextPit Realme 7 Pro usb
USB-C und eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse an der Unterseite. / © NextPit

Was mir am Realme 7 Pro nicht gefällt

Wo ist die 90Hz-Anzeige?

Obwohl die Technologie gegenüber dem erst Anfang dieses Jahres erschienenen Realme 6 Pro aufgerüstet wurde, ist eine beliebte Funktion weggefallen. Der Preis für das Upgrade von einem IPS-LCD-Bildschirm auf einen Super-AMOLED-Bildschirm ist, wie es scheint, der Verlust einer Bildwiederholrate von 90 Hz.

Das Realme 7 Pro enthält einen 6,4-Zoll-Super-AMOLED-Bildschirm mit 180 Hz Abtastrate. Im Vergleich zu einem LCD-Bildschirm bietet der OLED-Bildschirm eine bessere Bildqualität und Energieeffizienz, und er ist mit einem Fingerabdrucksensor im Bildschirm kompatibel. Aber das Fehlen einer Bildwiederholrate von 90 Hz ist immer noch ein kleiner Schlag für diejenigen, die einen reibungslosen Bildlauf lieben. Die Entscheidung ist vielleicht getroffen worden, um die Akkulaufzeit zu verbessern oder den Verkaufspreis zu senken, aber es fühlt sich meiner Meinung nach immer noch wie eine Herabstufung des 6 Pro an.

NextPit Realme 7 Pro screen
Die Anzeige wurde auf AMOLED aufgerüstet, aber die 90Hz-Aktualisierungsrate ist weg. / © NextPit

Das Display verfügt über ein Verhältnis von 20:9, eine Auflösung von 2.400 x 1.080P FHD+, eine Screen-to-Body-Ratio von 82,7 Prozent, eine Spitzenhelligkeit von 600 nits und einen NTSC-Farbraum von 98 Prozent. Es ist hell und scharf, aber läuft eben nicht so super flüssig, wie andere moderne Smartphones. Das ähnlich preisgünstige Realme X50 verfügt beispielsweise über ein 120Hz Ultra Smooth Display.

Auch die optische 2-fach-Telezoomkamera aus dem Realme 6 Pro wurde im 7 Pro weggelassen, an deren Stelle ein 2-Megapixel-Tiefensensor tritt. Das ist ein Kompromiss, mit dem ich leben kann, besonders wenn man bedenkt, auf welches Publikum Realme setzt. Bokeh-Selfies und Porträtaufnahmen sind für die Jugend von heute wünschenswerter als Zoom.

realme 7 pro portrait
Der Porträtmodus des Realme 7 Pro bei 1 Prozent Bokeh (oben links), 50 Prozent (oben rechts) und 100 Prozent. / © NextPit

Ränder sind bei Realme immer noch groß

Der zweite Display-Kompromiss, den Ihr beim Kauf eines Realme-Telefons im Jahr 2020 eingeht, sind größere Display-Ränder als bei der Konkurrenz. Während wir in aktuellen Smartphones ein Bildschirm-zu-Körper-Verhältnis im 90-Prozent-Bereich erwarten würden, fühlt sich das Realme 7 Pro mit seinen ziemlich großen Rahmen um das Display herum etwas veraltet an.

Sicherlich sprechen wir nicht von riesigen oberen und unteren Rahmen, wie wir sie früher bei Google-Pixel-Telefonen oder dem neuen iPhone SE 2020 gesehen haben, aber man kann ein Realme-Telefon aufgrund dieser abgerundeten, dunklen Kanten immer von vorne erkennen. Das ist ein Merkmal aller Telefone der Marke und nicht unbedingt eine Besonderheit des 7 Pro, aber angesichts der Tatsache, dass das Gehäuse schlanker geworden ist und sich in die richtige Richtung bewegt, hätte ich mir gewünscht, dass die Display-Rahmen eine ähnliche Diät gemacht hätten. Die Gesamthelligkeit könnte auch besser sein, und ich hatte einige Schwierigkeiten mit der Sichtbarkeit im direkten Sonnenlicht.

NextPit Realme 7 Pro front camera
Die Rahmen sind beim Realme 7 Pro für meinen Geschmack immer noch etwas zu groß. / © NextPit

Realme 7 Pro: Technische Daten

Abmessungen: 160,9 x 74,3 x 8,7 mm
Gewicht: 182 g
Akkukapazität: 4500 mAh
Display-Größe: 6,4 Zoll
Display-Technologie: AMOLED
Bildschirm: 2400 x 1080 Pixel (411 ppi)
Kamera vorne: 32 Megapixel
Kamera hinten: 64 Megapixel
Android-Version: 10 - Q
Benutzeroberfläche: Nicht vorhanden
RAM: 8 GB
Interner Speicher: 128 GB
Wechselspeicher: microSD
Konnektivität: LTE, NFC, Bluetooth

Abschließendes Urteil

Das Realme 7 Pro ist in gewisser Weise das, was wir von der schnell aufstrebenden Marke erwarten. Realme hat keine Skrupel gezeigt, seine Ziele zu nennen, da es den europäischen Markt mit Geräten überschwemmt. Der Plan ist klar, richtet sich an junge Verbraucher und gibt ihnen das, was sie wollen, zu Kosten, die sie sich leisten können.

NextPit Realme 7 Pro camera
Das Teleobjektiv des Realme 6 Pro ist weg, aber ein Tiefensensor wurde hinzugefügt. / © NextPit

Während das Realme 7 Pro in gewisser Weise ein Upgrade des 6 Pro von Anfang dieses Jahres ist – ein schlankeres Gehäuse, bessere Porträtaufnahmen dank des neuen Tiefensensors und das schnellste Laden auf dem Markt – gibt es Bereiche, in denen das neue Telefon tatsächlich eine legitime Herabstufung darstellt, wie z.B. der Verlust des 90Hz-Displays und der Telekamera.

Wir haben es hier mit einem Smartphone zu tun, das auf die Anforderungen des Zielmarktes zugeschnitten ist. Realme hat eindeutig Einschnitte in Bereichen vorgenommen, von denen es glaubt, dass eine junge Zielgruppe sie akzeptieren wird, um Funktionen zu bieten, die ihr mehr gefallen wird. Es ist eine faszinierende Strategie, die nur wenige Hersteller in diesem Umfang verfolgen, wobei die Mehrheit der Konkurrenz einen One-size-fits-all-Ansatz verfolgt und versucht, jeden Verbrauchertyp mit nur einer oder zwei Varianten zu erfassen. Ich vermute, das ist der Vorteil des Ansatzes von Realme, mehr als 20 Telefone in zwei Jahren auf den Markt zu bringen.

Das Produktportfolio von Realme wird zu einer Art "pick and mix" für junge Verbraucher, und es wird, zumindest für mich, faszinierend sein zu sehen, wie sich dies langfristig für die Marke auswirkt.

Neueste Artikel bei NextPit

Empfohlene Artikel bei NextPit

10 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • um den stromverbrauch zu reduzieren schaltet fast jeder, der nicht Gamer ist, in den 60er Modus bei 90 oder 120 Hertz Handys.
    Fast überall werden die Daten des Gerätes missverständlich oder gar falsch dargestellt, vergleicht man mit der Euro-Herstellerseite. Dazu persönliche Vorlieben oder Stereotypen.
    Erbärmlich.
    Ein 720er Snap mit 8GB RAM und 128 GB Speicher und echtem Dual Sim und Sony Cam ist top, wenn das UI passt.

    Beim POCO X3 NFC nervte z.B. (neben der üblichen G-Bloatware) noch die (lt. Mi GER) nicht abschaltbare Xiaomi Werbungs-Bloat.
    Bleibt abzuwarten ob Andi 11, 12 und ggf. 13 einfließt. (oder die e.foundation was bietet)
    Für unter 300€, also vermutlich bald 250, wird sonst -im Vergleich zur Konkurrenz !!- kaum etwas auszusetzen sein. Allenfalls das prinzipielle Vertiebs- und OS-/UI-Modell.


  • Ich fände es sehr gut, wenn in der Pro und Kontra Übersicht mehr auf direkte vor und Nachteile zu anderen Geräten in der Preisklasse eingegangen werden würde. Viele Punkte betreffen eher persönliche Vorlieben, z.B. schlankes Designs oder breite Displayränder. Das fehlende 90 Hertz Display ist in der Preisklasse in meinen Augen kein Kritikpunkt, da es nicht zur Standardausstattung gehört.


  • Ich kann jetzt auf den ersten Blick nicht erkennen, inwiefern dieses Telefon aus dem riesigen Heer an Mittelklassegeräten herausstechen würde.


  • Da die Firma immer noch recht jung ist bleibt abzuwarten wie der Software Support über die Zeit sichergestellt wird. Ich bin da skeptisch und man sollte sich auch immer überlegen ob man sich ständig ein neues Smartphone kaufen muss.


    • jepp2
      allerdings mit dem Hinweis dass Google und der Akku dies in den Händen hat !!
      Daran sollte man endlich etwas ändern.
      ...oder ein Handy Pfand, wie einer der Grünen das schon sagte (ROFL) :D


  • Wieso muss man auf einer Technikseite "LCD-Bildschirm" lesen?

    Wurden Dinge, wie Akkulaufzeit/Aufladegeschwindigkeit oder Bildschirmhelligkeit, eigentlich gemessen oder nur aus dem Werbedatenblatt abgeschrieben?

    Kann man in einem Blindtest(!) den Unterschied zwischen 60Hz und 90Hz Bildschirmen eigentlich sehen?


    • Ja kann man, das Scrolling sieht deutlich smoother aus. Angeblich soll es sich beim spielen von actionlastigen Titeln sehr bemerkbar machen, aber das ist am Phone nicht so mein Ding.

      Ich würde sagen, bei Nichtspielern ist es eine Luxusfrage ! Die hohen Refreshrates nimmt man wahr ( und zwar possitiv ) , aber es lebt sich auch gut ohne das.
      Auf jeden Fall wirst Du es merken wenn Du 2 Phones nebeneinander bedienst und Dich durch eine Seite scrollst.

      Man sollte aber auch nicht unerwähnt lassen, das zumindest bei den ersten Geräten ( ich weiß nicht wie es heute ist ) der Luxus zulasten der Akkulaufzeit ging. Daher für Stromsparer die max. Laufzeiten rauskitzeln eher kein Kaufargument.


    • sehr gut !
      Meine Meinung

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!