Pros des AirPop Active+ Halo

  • Sehr gute Filtrierung
  • Deutlich schicker als weiße Medizinmasken
  • Nachhaltig, da Filter je 40h verwendbar
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Erinnert Euch ans Filtertauschen

Contras des AirPop Active+ Halo

  • Feuchtigkeitsprobleme bei kalten Temperaturen
  • Aktuell nur für Apple-Nutzer
  • Recht hohe Anschaffungskosten
  • Atemfrequenz nur bedingt nützlich

Kurzfazit: Nachhaltig, aber auch nachteilig

Mit der AirPop Active+ Halo kauft Ihr eine hochwertige und vor allem sichere Atemmaske, die Euch gegen Viren, Feinstaub und viele weitere potenziell gefährliche Stoffe schützt. Durch die Kombination aus einem Filter und einer Außenhülle bleibt die schützende Schale zudem deutlich sicherer vor Mund und Nase, als bei herkömmlichen Masken.

Mit der Active+ Halo Sport zu treiben und dabei interessante Respirationsdaten zu gewinnen, funktionierte bei mir im Test allerdings nicht so gut. Es sammelte sich Feuchtigkeit in der Maske, die meine Atmung nach drei Kilometern zu sehr beschwerte und das Tracking funktionierte auch nicht so gut. Die gewonnenen Daten sind zudem recht schwer einzuordnen, wenn man sich nicht mit Atemtechniken beim Laufen beschäftigt. Hier bieten die Apps anderer Wearables mehr Hintergrundwissen.

Die hohen Anschaffungskosten der AirPop Active+ Halo von 149,99 Euro und die andauernden Filterkosten werden aber die meisten Kunden wohl abschrecken. Zumal die Luftqualität in Deutschland deutlich besser ist, als in China – dem Markt, für die die Active+ Halo ursprünglich entwickelt wurde.

Smarte Features: Darum braucht die Active+ Halo eine Batterie

Kurz nach der CES 2021 habe ich mit AirPop-Gründer Chris Hosmer über die Active+ Halo und über smarte Masken im Allgemeinen gesprochen. Auf der Technikmesse in Las Vegas gab es nämlich so einige Smart-Masks, beispielsweise das MaskFone, das eine Atemmaske um eine Telefonfunktion erweitern.

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Der „Halo“ genannte Sensor misst Eure Respirationsrate! / © NextPit Bildquelle: NextPit

Diese Absicht verfolgt AirPop aber genau nicht und konzentriert sich auf etwas, das sich eher auf die Grundfunktion einer Atemmaske bezieht: Der Halo genannte Sensor, den Ihr als kleinen „Stöpsel“ in der Maske seht, misst Eure Atemfrequenz und errechnet mithilfe Eurer Standortdaten die Partikel, die beim Tragen gefiltert wurden. Gleichzeitig kann AirPop Euch damit genau sagen, wann Ihr die austauschbaren Filter wechseln müsst.

Die Gesundheitsdaten, für Poeten auch gerne “Atemdaten”, lassen sich dann in der Halo-App auf Eurem Handy einsehen. Zum Zeitpunkt des Testberichts stand die App in Deutschland nur für iOS zur Verfügung und hier habt Ihr den Vorteil, dass die Daten auch direkt in der Apple Health-App landen.

Die Halo-App selbst lässt nach dem Tragen entweder manuell synchronisieren oder Ihr nutzt einen von drei Tracking-Modi. Laut App eignet sich die App zum Radeln, Gehen und Laufen – bequem ist, dass die Strecke nach Standortfreigabe gleich mit aufgezeichnet wird.

Probleme mit Tracking und Feuchtigkeit

Soweit in der Theorie! In der Praxis habe ich allerdings mit der AirPop Active+ Halo ziemlich viele Probleme gehabt. Zwar verbindet sich die Maske mit meinem iPhone und im Display werden mir sogar Daten über die Feuchtigkeit im Sensor und über die Temperatur angezeigt – die Maske schickt also durchaus Daten ans Fon –, meine Atmung zeichnet die Maske aber nicht auf. 

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In der Maske sammelte sich beim Laufen schnell Feuchtigkeit. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Zum Troubleshooting habe ich die Maske zwischendurch mal wieder getrennt, per Batterieentnahme neu gestartet, das Handy neu gestartet, auf Anraten von AirPop die neuste Beta-Version der App via TestFlight heruntergeladen und und und. So ein wirklich zuverlässiges Tracking konnte ich selbst in dem ziemlich langen Testzeitraum nicht hinbekommen.

Wohlgemerkt habe ich mich mit der Smart-Mask nur aus dem Grund so viel auseinandergesetzt, als dass ich sie wirklich gerne testen wollte. Hätte ich vorher die UVP von etwa 150 Euro gezahlt und anschließend so viele Probleme gehabt, hätte ich statt TestFlight womöglich eher einen Rücksendeschein heruntergeladen. Das ist wirklich mehr als ärgerlich, gerade wenn man mit Joggingschuhen 20 Minuten vor der Haustür steht, da das Tracking nicht startet.

Komfort und Sport: Dampflok nach drei Kilometern

Die Halo-App und auch Chris Hosmer haben mir am Anfang des Testzeitraums empfohlen, dass ich die AirPop Active+ Halo zum Joggen trage. Denn die Maske schützt Euch nicht nur gegen Viren und Gewürm, sondern auch gegen Feinstaub (dazu unten mehr). Wenn man wie ich also oft an vierspurigen Straßen entlangjoggt, könnte eine Maske gegen Feinstaub durchaus gesund sein.

Um ungefilterte Luftzüge zu vermeiden, umrandet AirPop die austauschbaren Filter mit einem Kranz aus Polypropylen, den Ihr zum Aufsetzen ein wenig nach oben biegen müsst. Mit ein bisschen Übung ist das Aufsetzen der Atemmaske kein Problem und eine leichte Bewegung des Filtermaterials beim Ein- und Ausatmen signalisiert: Hier kommt keine böse Luft mehr durch.

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Hier seht Ihr die Active+ Halo im Vergleich zu einer herkömmlichen N95-Maske. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Doch die Probleme mit dem Tracking waren nicht das einzige, was mich während des Testzeitraums mit Maske vor dem Gesicht wüten lies. Doch dafür muss ich Euch ein wenig mehr über den Tragekomfort und das Tragen beim Sport erzählen.

Die Kombination aus eingesetztem Filter und der Soft-Touch-Membran mit atmungsaktiven Poren ist sowohl für das Einatmen als auch fürs Ausatmen zuständig. Das leichte Abheben, das Ihr vielleicht von N95-Masken kennt, gibt es hier also nicht. Stattdessen soll die Luft so weit entweichen, dass im Hohlraum zwischen Lippen und Masken ein kleines Luftkissen entsteht. Durch dieses Aerodome-Design, für das das Unternehmen einen „Airknit“ getauften Fertigungsprozess erfunden hat, kann AirPop vermeiden, dass Träger ausgeatmetes CO2 wieder einatmen.

Vertrauen wir dieser Aussage mal, auch wenn es schwer nachzuprüfen ist. Intuitiv hätte ich gedacht, dass sich hier ausgeatmete und somit kohlenstoffdioxidhaltige Luft eher sammelt, als dass sie entweicht. Mein Gefühl bestätigt mir diesen Verdacht, wenn ich mit der AirPop ganz leicht einatme. Gerade beim ersten Tragen hatte ich das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen.

Neben dem leichten Gummigeruch, den die Maske kurz nach dem Auspacken besitzt, liegt dieses Gefühl des Schlecht-Luft-Kriegens aber eher daran, dass die AirPop tatsächlich kaum Luft an den Seiten durchlässt. Mit dem Ziel vor Augen, sich gegen Viren oder Feinstaub zu schützen, ist das natürlich sehr sehr gut. Im Vergleich zu Stoffmasken und N95-Masken hatte ich hier erstmals das Gefühl, richtig sicher geschützt zu sein. 

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Der Filter wird in die Außenhaut eingesetzt. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Beim Sport ist das Gefühl zu Anfang dennoch ungewohnt, da Beeinträchtigungen beim Luftholen hier besonders ins Gewicht fallen. Das Blut, das die arbeitenden Muskeln von Sauerstoff befreien, muss wieder O2 bekommen und beim Sport fällt selbst eine blockierte Nase direkt auf.

Auf meinen regelmäßigen Jogging-Touren musste ich die Maske nach maximal drei Kilometern abnehmen. Das Atmen wurde zu schwer, um ohne Schwindelgefühl weiterzulaufen und beim Abnehmen meiner Kopfhörer merkte ich, dass die Anwohner gedacht haben müssen, eine Dampflok führe durch Berlin.

Das Problem: In der Maske sammelte sich Feuchtigkeit und dadurch kam kaum Luft bei mir an. Dieses Problem hatte ich während des Testzeitraums häufiger, auf Rückfrage versicherte mir AirPop allerdings, dass diese Probleme nicht bekannt seien, wahrscheinlich aber an der geringen Außentemperatur liegen. Als Lösung soll ich versuchen, durch die Nase auszuatmen – also das genaue Gegenteil, das man beim Laufen üblicherweise lernt.

Filtrierung und die Luftqualität in Deutschland

Ein wenig habe ich schon über den Filter gesprochen, aber lasst mich noch kurz auf die Filtrierung eingehen. Die Effizienz der austauschbaren Filter gibt AirPop mit 99% für PM2.5 an. Feinstaub also, der einen aerodynamischen Durchmesser von unter 2,5μm hat. Hierzu zählen laut Herstellerangaben auch Allergene, Aerosole und Mikroben.

Der Hersteller AirPop schreibt in seiner Pressemitteilung zudem, dass die Active+ Halo als KN95-Maske zugelassen wurde. Sie ist somit auch zum Tragen in Supermärkten oder in den Zonen Eurer Innenstadt erlaubt, in denen es eine Maskenpflicht gibt.

Neben dem offensichtlichen Einsatz als Schutz gegen Viren beim Einkaufen schützen die Filter also auch gegen Feinstaub in der Großstadt oder gegen Pollen, wenn Ihr allergisch auf den Sommer reagiert. Gegenüber NTV äußerte Karl Christian Bergmann von der Berliner Charité, dass „normale“ Atemmasken gegen Pollen und Feinstaub nur eine psychologische Wirkung hätten.

Mit der AirPop Active+ fügt Ihr dieser psychologischen Wirkung eine echte Schutzwirkung entgegen, da selbst „gefährlicher Feinstaub“ mit einer Größe zwischen 2,5 und 10 Mikrometern herausgefiltert wird. Die Schutzfunktion der AirPop-Maske ist also sehr gut! Allerdings ist die Feinstaubbelastung in Deutschland nicht ganz vergleichbar mit der in China.

Luftqualität: Brauche ich in Berlin eine Atemmaske?

Chinas Hauptstadt Peking erreicht laut der Seite Aqicn.org einen Luftqualitätsindex von 201, was als sehr ungesund gilt. Die Belastung für PM2.5 Feinstaub liegt am 26. März mit einem Höchstwert von 251 sehr weit über der für Deutschland festgelegten Grenze von 50 μg/m².

In Berlin, also Deutschlands größter Hauptstadt, wird dieser kritische Wert von 50 μg/m² noch recht selten überstiegen. Die Daten lassen sich von der Homepage des Berliner Luftgütemessnetz entnehmen. Hierbei handelt es sich natürlich um Werte, die ganze Stadtteile beschreiben. Wer mit dem Fahrrad auf der Straße im Großstadtverkehr fährt, wird womöglich einer höheren Belastung ausgesetzt, wenn er hinter einem LKW hinterherfährt.

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Die Daten für Luftqualität zieht die AirPop-App aus dem Netz! / © NextPit Bildquelle: NextPit

Laut dem Umweltbundesamt ging die Entwicklung der Feinstaub-Emissionen seit dem Jahr 1995 aber stetig zurück. Das liegt unter anderem an Änderungen in der Energiegewinnung und an effektiveren Filtern in Fahrzeugen. Darüber, ob man in Deutschland eine Maske tragen muss, möchte ich zwar keine definitive Aussage machen, die Feinstaubbelastung ist jedoch hierzulande noch deutlich geringer, als in China.

Allergie-Experte Bergmann, Ihr kennt ihn bereits aus dem NTV-Bericht, empfiehlt das Tragen von Masken „in dicker Luft mit stark erhöhten Feinstaubwerten vor allem für Kinder, Schwangere und Menschen, die bereits Atemwegsprobleme haben“. Wollt Ihr in solchen Fällen die AirPop-Maske nutzen, sprecht das ganze am Besten trotzdem kurz mit dem Arzt ab!

Preis & Folgekosten: In Deutschland für 150€

Kurz hatte ich schon erwähnt, dass AirPop seine erste Smart-Mask hierzulande für 149,99 Euro in den Handel bringt. Neben der waschbaren Außenhülle und dem herausnehmbaren Halo-Sensor enthält das Starter-Kit vier Wechselfilter. Jeder einzelne Filter ist für eine Nutzungsdauer (aktiv, Zeit läuft nicht nach dem Auspacken ab) von 40 Stunden ausgelegt und somit wird nach 160 Stunden der Kauf eines weiteren Filter-Pakets fällig.

Vier weitere von AirPop zertifizierte Filter kosten 24,99 Euro und eine günstigere Alternative oder Filter von Drittanbietern könnt und sollt Ihr nicht benutzen. Dass Ihr jeden neuen Filter mit einem QR-Code in der App scannen müsst, garantiert Euch und dem Hersteller, dass Nutzer auch tatsächlich in vollem Maße von der Qualität der Filter profitieren.

Erwähnenswert, aber nicht wirklich relevant: der Halo-Sensor wird von einer CR1632-Knopfzelle betrieben. Diese sind in Deutschland zwar nicht sehr geläufig, lassen sich im Netz aber für ein paar Euro bestellen. Das wird laut Herstellerangaben alle sechs Monate nötig. Während des Testzeitraums musste ich die Batterie allerdings wechseln – hier vermute ich aber eine fehlerhafte Batterie, die mir mit der Maske geschickt wurde.

Fazit: I’ve been looking for Freedom …

… but I lost my breath! … Hammer-Gag oder? 

Anfangs war ich sehr begeistert von der AirPop Active+ Halo – doch dann habe ich sie ausprobiert. Das klingt vielleicht etwas zu harsch, da es sich bei der Smart-Mask im Grunde genommen um eine sehr gute Idee handelt und diese auch hochwertig und clever umgesetzt wurde. Allerdings wurde die Nutzung mit einigen Problemen begleitet.

Das Tracking funktionierte im Test nicht richtig und die gewonnenen Daten würden mir als interessierten aber nicht wirklich „geschulten“ Läufer nicht allzu sehr weiterbringen. Eher habe ich das Gefühl, dass das Tragen der Maske meine Leistung beim Laufen einschränkt, da sich Feuchtigkeit im Filter sammelt und ich Probleme mit der Atmung bekam. Ich selbst werde die AirPop Active+ Halo nach dem Test nicht weiter tragen – dafür sind mir die Probleme und die Einschränkungen zu groß.

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Stimmen: 33

Zu Gute halten muss ich AirPop aber die Verarbeitung der Maske sowie die ziemlich hochwertige und schicke App. Auch wenn das Preisschild mit 149,99€ ziemlich hoch ist, man bekommt tatsächlich ein Produkt mit Premium-Feeling zugeschickt. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die Optik der Maske und die sichere Filtrierung. 

Auch wenn das Aufsetzen einer Maske jeder hinbekommen sollte, läuft man gerade beim längeren Tragen Gefahr, dass medizinische Masken verrutschen. Da der eigentliche Filter bei AirPop mit einem abschließenden Rand versiegelt ist und die Außenhülle den Filter gut in Position hält, hatte ich beim Tragen der Active+ Halo ein irres Gefühl der Sicherheit.

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