Pros des Huawei P20 Lite

  • Design und Verarbeitung
  • Akkulaufzeit
  • Guter Bildschirm

Contras des Huawei P20 Lite

  • Software-Oberfläche
  • Enttäuschende Kamera
  • Zu hoher Preis

Eine nicht so günstige Lite-Variante

Mit dem P20 Lite bietet Huawei einige der neuen Funktionen des Flaggschiffs P20 Pro zu einem günstigeren Preis. Die UVP liegt bei 369 Euro. Es ist aber bei vielen Netzbetreibern zu unschlagbar günstigen Konditionen zu haben. Es ist in drei Farben erhältlich, Schwarz, Blau und Pink.

Aber auch wenn der Preis somit deutlich attraktiver ist als der des P20 Pro, ist er im Hinblick zur technischen Ausstattung immer noch recht hoch. Zum Vergleich: Das Honor 9 Lite mit dem selben Kirin 659 Prozessor wird für rund 200 Euro angeboten. Natürlich bietet Honors Smartphone 1 GByte RAM weniger, aber das rechtfertigt einen solchen Preisunterschied nicht. Außerdem gibt es mit dem Honor 10 ein Smartphone, das eine wesentlich leistungsstärkere Hardware besitzt und nur 399 Euro kostet.

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Ein attraktives Design

Wenn Ihr Euch das P20 Lite anseht, werdet Ihr wohl unweigerlich an das iPhone X denken. Das ist nicht unbedingt schlimm, handelt es sich doch um ein Mittelklasse-Smartphone, das einen Highend-Look mit Glas und Metall trägt. Es ist mit einem 5,84 Zoll großem Display – natürlich im modernen 19:9-Format – mit einer mittlerweile berühmten Notch ausgestattet. Die Vor- und Nachteile einer solchen Kerbe will ich an dieser Stelle aber nicht erneut diskutieren. Jeder hat in der Zwischenzeit eine eigene Meinung dazu gebildet. Ich persönlich bin kein großer Fan dieser Design-Wahl und so bevorzuge ich das Aussehen z.B. des Honor 9 Lite.

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Metall und Glas dominieren das Design. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Das P20 Lite kommt mit Abmessungen von 148,6 x 71,2 x 7,4 mm recht schlank daher. Die Kanten sind angenehm abgerundet und erinnern etwas an das Design aus Cupertino. Ansonsten findet man aber auch viele typische Merkmale von Huawei- und Honor-Smartphones.

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Das P20 Lite ist kompakt und trägt nicht zu dick auf. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Auf der Rückseite finden wir neben dem Fingerabdrucksensor eine weitere Neuheit in der Lite-Serie: eine Doppelkamera, die etwas hervorsteht. Zum Aufladen des Geräts befindet sich am unteren Rand ein USB-Typ-C-Anschluss. Die physischen Bedienungselemente bleiben auf der rechten Seite des Smartphones und sind leicht zu erreichen.

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Wie beim P20 Pro sind die Beschriftungen auf der Rückseite des Smartphone vertikal und nicht horizontal angeordnet. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Hinsichtlich der Verarbeitung des P20 Lite gibt es nichts auszusetzen. Klar, die schwarze Variante zieht förmlich nur Fingerabdrücke an, aber da unterscheidet es sich nicht von den anderen Smartphones aus diesem und dem vergangenem Jahr. Auch wenn das Design des Smartphones nicht besonders originell ist, bleibt es dennoch schön und mit seinem kompakten Format liegt es gut in der Hand.

Neben der Bildschrimkerbe habe ich aber noch etwas zu kritisieren: Leider ist das P20 Lite nicht gegen Wasser und Staub geschützt, wie es heute bei vielen anderen Modellen der Fall ist.

Ein sehr gutes Display

Für sein Lite-Modell setzt Huawei auf ein 5,84 Zoll großes IPS-Panel, welches eine Full-HD+-Auflösung nutzt, also 1.080 x 2.280 Pixeln. Wie oben erwähnt, hat es ein Seitenverhältnis von 19:9. Die maximale Helligkeit des Bildschirms beträgt 500 nits. Zum Vergleich: Der Bildschirm, auch ein IPS-Panel, des LG G7 kommt auf satte 1000 nits.

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Das Display nimmt den Großteil der Front ein. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Im Alltag hat mich die Nutzung des Bildschirms immer wieder erfreut. Er bietet einen sehr guten Kontrast, ausgewogene Farben und eine hervorragende Helligkeit, auch bei sonnigen Außenbedingungen. Wie immer bietet Huawei auch bei diesem Smartphone die Möglichkeit, die Farbtemperatur in den Einstellungen manuell anzupassen.

Die Blickwinkel sind auch ganz gut, könnten aber noch etwas stabiler sein. Die Full-HD+-Auflösung tut ihr übriges und sorgt für Genuss bei Videos und Spielen.

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Der Bildschirm des P20 Lite ist wirklich sehr gut. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Gesichtserkennung an Bord

Darüber hinaus hat sich Huawei beim P20 Lite wie oben schon erwähnt für eine Notch, wie wir sie vom Gesichtserkennung wird aber beim Huawei P20 Lite keine spezielle Hardware verwendet, sondern nur die Frontkamera. Es ist damit zwar tatsächlich möglich, das P20 Lite mit einem Lächeln zu entsperren, aber diese Funktion dient dem Komfort und soll nicht die anderen Entsperrmethoden ersetzen.

Dabei spielt die 16-Megapixel-Frontkamera eine wichtige Rolle. Im Alltag klappt die Entsperrung erstaunlich schnell. Ich hatte eine ähnliche Leistung wie beim Honor View 10 erwartet, und wurde nicht enttäuscht. Die Technologie von Huawei ist zwar nicht so fortschrittlich wie die von Apple, aber sie ist fast genauso effektiv, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen. Auch Brillen bringen die Technik selten aus dem Konzept.

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Die typische Notch findet oben in der Mitte ihren Platz. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Die Achillesferse ist die Software

Wie schon bei einigen anderen Lite-Varianten aus dem Hause Huawei, bleibt die Software-Oberfläche die größte Schwäche des Smartphones. Es ist zwar mit Android 8.0 Oreo und EMUI 8.0 ausgestattet, das Gerät zeigt aber immer wieder Performance-Schwächen, was die Benutzerfreundlichkeit beeinträchtigt.

Während meines Tests sind mir manche Probleme aufgetreten, die auch für ein Mittelklasse-Smartphone nicht zu akzeptieren sind. Manche Apps sind einfach abgestürzt, das Smartphone leidet immer mal wieder unter Überhitzung und Animationen und Multitasking gehen mitunter nur auffallend langsam von Statten. Hinzu kommt, dass manche Apps noch nicht an die Notch angepasst sind und auch manche Inhalte dadurch nicht korrekt angezeigt werden. Das letzte Update mit der Build-Nr. ANE-LX1 8.0.0…223(C432) hat manche dieser Probleme behoben, aber eben noch nicht alle. Ich hoffe sehr, dass Huawei hier schnell nachliefern kann und die angesprochenen Nachlässigkeiten behebt.

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Das P20 Lite läuft zwar unter Oreo, ist aber kein Performance-Künstler. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Ein überzeugendes Smartphone?

Sobald man das Smartphone in die Hand nimmt, meint man zunächst, ein Highend-Gerät in den Händen zu halten. Erst ein Blick auf das Datenblatt verrät, dass es deutlich näher an einem Huawei P Smart als an einem iPhone X ist. Im Herzen des P20 Lite schlägt der Kirin 659, welcher sich schon in anderen Smartphones aus dem Hause Huawei bewährt hat, namentlich im Honor 9 Lite und eben im P Smart.

Vielleicht hätte Huawei auf einen neuen Prozessor setzen können, aber in Zusammenarbeit mit 4 GByte RAM und 64 GByte internem Speicher, der auch per SD-Karte erweitert werden kann, reicht der Kirin 659 für den Alltag. Schade nur, dass die Software nicht entsprechend optimiert wurde. Während der Übergang von einer App zur nächsten mitunter etwas dauern kann, ist die Leistung zum Glück ausreichend, um eine angenehme Bedienung zu gewährleisten. Wer vor allem auf reine Performance wert liegt, wird hier aber nicht unbedingt glücklich.

Huawei P20 Lite: Benchmark-Ergebnisse

  3D Mark Sling Shot Extreme ES 3.1 Geekbench Multi Core PassMark Memory PassMark Disk
Huawei P20 Lite

206

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Nur Standardkost beim Sound

Mit dem P20 Lite steht Euch ein einziger Lautsprecher zur Verfügung. Der Stereo-Sound des P20 Pro hat die Sparkur leider nicht überlebt. Der Klang ist daher eher enttäuschend, besonders bei hoher Lautstärke, wo die Verzerrungen deutlich spürbar werden und sich der metallische Klang weiter durchsetzt. Die Audio-Qualität des Klinkenanschlusses ist nicht herausragend, aber auch nicht besonders schlecht. Wer einen empfindlichen Highend-Kopfhörer sein Eigen nennt, wird damit aber nicht zufrieden sein.

Beim Telefonieren macht das P20 Lite aber eine anständige Figur. Alle Stimmen sind gut zu verstehen und auch die Empfangsqualität lässt wenig zu wünschen übrig, sogar in der Berliner U-Bahn. Das P20 Lite ist auch mit allen 4G-Bändern kompatibel.

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Auch der Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und zuverlässig. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Die Dual-Kamera findet Einzug in Huaweis Lite-Serie

Bisher musste sich die Lite-Serie auf einen einzigen Fotosensor auf der Rückseite beschränken. Für das P20 Lite hat sich Huawei aber nun für eine Dual-Kamera entschieden, die hochkant und links am Rand platziert ist, so wie beim P20 und beim iPhone X. Die Kamera steht leicht hervor und verwendet einen 16 und einen 2-Megapixel-Sensor mit einer f/2.2-Blende. Der zweite Sensor dient allerdings nur für den Bokeh-Modus für Portraits. In der Kamera-App stehen wie gewöhnlich mehrere Modi zur Verfügung, inkl. Pro-, Nacht-, Panorama-, HDR- und AR-Modus. Der Wide Aperture Modus ist ebenfalls vorhanden, um mit einem Unschärfe-Effekt im Bild spielen zu können.

Die Qualität der Bilder ist für ein Smartphone, das mit teureren Geräten konkurrieren will, ziemlich enttäuschend. Ich habe da ehrlich gesagt deutlich mehr erwartet. Ein Honor 9 Lite oder ein Honor 7X bieten da sogar bessere Leistungen. Den Fotos fehlen Details, der Weißabgleich bleibt zu kühl und der Fokus ist manchmal schwer zu finden.

Bei Videos sieht die Situation sehr ähnlich aus. Das P20 Lite ist in der Lage Videos in Full HD aufzunehmen. Bei guten Lichtverhältnissen sind die Ergebnisse zufriedenstellend. Die Frontkamera, die mit 16 Megapixeln auflöst, macht einen guten Job und wird die meisten Selfie-Fans zufrieden stellen.

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Die Kamera in Aktion / © NextPit Bildquelle: NextPit

Ein kleiner Dauerläufer

Der Akku des Huawei P20 Lite hat eine Kapazität von 3000 mAh. Um gleich auf den Punkt zu kommen: Die Akkulaufzeit ist sehr gut und reicht für einen aktiven Tag völlig aus. Nutzt Ihr Euer Smartphone nicht ganz so häufig, kann auch die angegebene Laufzeit von 1,5 Tagen erreicht werden. In unserem PCMark-Akkutest schaffte das P20 Lite gut 9 Stunden.

Huawei P20 Lite: Technische Daten

Fazit: Solide Mittelklasse zum hohen Preis

Mit dem P20 Lite hat Huawei ein Mittelklasse-Smartphone im Premium-Look auf den Markt gebracht, das insgesamt seine Sache gut macht. Der Prozessor ist nicht der neueste, hat sich aber auch in anderen Modellen schon bewährt. Der Arbeitsspeicher, der anständig bemessene interne Speicher, die Akkulaufzeit und die aktuelle, wenn auch nicht ganz fehlerfreie Software sprechen alle für dieses Smartphone.

Das Smartphone bringt noch ein paar kleine Funktionen mit, die den ein oder anderen erfreuen werden: Dual-SIM-Fähigkeit, USB-Typ-C-Anschluss, Gesichtserkennung, Notch… Es liegt an jedem selbst, zu entscheiden, ob diese Funktionen interessant sind oder nicht. Für ein Mittelklasse-Smartphone ist das P20 Lite aber ziemlich gut ausgestattet.

Allerdings bin ich nach wie vor etwas enttäuscht von diesem Smartphone, da es sich nicht wirklich von der Konkurrenz abhebt, insbesondere dem Samsung Galaxy A8. Der Preis von 369 Euro ist nicht wirklich günstig und macht das Gerät nicht unbedingt zum Preis-Leistungs-Kracher. Man kann auf dem Markt durchaus Geräte mit ähnlicher technischer Ausstattung finden, die schon deutlich günstiger zu haben sind. Zu nennen sind hier vor allem Honor 9 Lite und Honor 7X. 


Der Artikel wurde am 17.05.2018 um den finalen Test ergänzt. Ältere Kommentare können sich auf nicht mehr vorhandene Passagen beziehen.

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